Beiträge von Kris24

    Bei uns geht es erst Morgen los. Aber bis auf positive Schnelltests von Schüler, die dann tägliches testen voraussetzen, sehe ich keine Probleme (und morgen sind die Mitschüler zumindest noch nicht in der Schule angesteckt. Die Zettel für tägliche Tests für ungeimpfte Kollegen wurden auch bereits gemailt (ob die morgen bereits eingesammelt werden, zuvor war ja auch bereits zweimal die Woche verlangt, weiß ich nicht - betrifft mich nicht. Vermutlich reicht noch ohne Zeugen? ).

    Ich antworte immer, ich habe mein Studium finanziert mit Mitstudenten, die doch überraschend nach dem Abitur noch Mathe benötigten (BWL, Psychologie, Sport usw.).

    Und dann je nach Altersstufe

    Es gibt diverse Studien z. B. https://nachrichten.idw-online.de/2021/06/29/meh…k-als-erwartet/ (und da werden weitaus anspruchsvollere Themen genannt als quadratische Gleichungen)

    oder

    Mathe übt abstraktes und analytisches Denken. Ich treibe auch Sport, obwohl ich ein Auto besitze. Ich möchte auch mein Gehirn trainieren (braucht man evtl. später noch einmal und grinse dabei, die Schüler lachen mit). In anderen Fächern (wozu benötigt man Geschichte oder französische Grammatik, ich kann mich auch mit Händen und Füßen verständigen) wird anders "gedacht" (ich nenne Beispiele). Mathematik ist einzigartig, kann nicht ersetzt werden.

    Aber natürlich gibt es Menschen, die nicht selber denken (können/ wollen). Es gibt Studien (ich finde sie gerade nicht), dass in Mathe interessierte Schüler später im Beruf eher sich weiter bilden, eher höhere Gehälter verdienen.

    Es kommt auf die Stimmung an, manchmal antworte ich nur, um versetzt zu werden oder um das Abitur zu schaffen.

    Was letztlich ja auch vollkommen in Ordnung ist (+- x). Für die Umrechnung Deputatsstunde in Arbeitsstunde sollte es ja überall Regelungen geben. Im Normalfall ist es 1/(Unterrichtsstunden pro Woche) * (Arbeitsstunden eines Beamten in der Verwaltung pro Woche). 1 Deputatsstunde sind so meist 90-100 Minuten.

    Für mich ist es in Ordnung, ich profitiere ja auch für meinen Unterrich, aber es sind bei uns 120 Minuten statt 90 - 100 (und solange benötige ich normalerweise nicht für Unterricht plus Vorbereitung plus Korrekturanteil. (Aber nachdem ich lange erst nichts und dann eine Stunde erhalten habe ...) Es gibt zu wenige Entlastungsstunden.

    Und leider reichen auch 144 Zeitstunden nie (anfangs (3. Schule) waren es bei mir mal 500 Stunden im Jahr (vernachlässigte Sammlung, Umstellung von R/S auf H/P-Sätzen).

    Ich wurde dreimal (an drei verschiedenen Schulen, also an jeder nach Ref.) Sammlungsleiter in Chemie gegen meinen Willen (lange Zeit ohne Entlastungsstunden). Das 1. Mal war es direkt nach Ref. in NRW und ich habe (erfolglos) abgelehnt, genauso wie das 1. Mal in BW (beide Male lange Gespräche mit der SL), beim 3. Mal habe ich gleich die Entlastungsstunden angefordert und auch erhalten (ich muss dafür aber 2 Zeitstunden pro Woche pro Entlastungsstunde leisten). Ich bestand jedes Mal darauf, dann auch die Fachleitung zu übernehmen, das ist der angenehmere Teil (man kann (letzendlich) entscheiden, was angeschafft wird, man erfährt Infos z. B. über Fortbildungen als erster). Und ja, es hat sicher bei A14 geholfen, die Sammlung ist perfekt (auch von außen bestätigt) geführt.

    Ablehnen in BW ist nicht möglich (ich erhielt es jedes Mal, weil ich zuletzt an die Schule kam, weil es sonst niemand wollte (Sammlung ist viel Arbeit), weil der vorige Sammlungsleiter die Schule verlassen hat bzw. das 1. Mal war die Schule neugegründet und es gab als ich kam das 1. Mal Chemie).

    Unsere Referendare sind im 2. Jahr alle stellvertretende Klassenlehrer (Co-Klassenlehrer), um es zu lernen (und wenn dann der KL langfristig ausfällt, helfen halt die anderen Fachlehrer).

    Allerdings ist es ab Kl. 9 wenig problematisch, weil bei uns alles digital abläuft. Jeder Fachlehrer trägt Fehlzeiten ins digitale Klassenbuch ein, das rechnet minutengenau ab. Die Liste kann der Klassenlehrer direkt an die die Eltern senden. Auch unsere Noten trägt jeder Fachlehrer digital ins ASV-neo ein (wir dürfen aktuell noch entscheiden, ob Einzelnoten oder nur am Ende des Halbjahres die Gesamtnote), der Klassenlehrer schreibt notfalls eine Mail an den säumigen Fachlehrer. Damit ist es auch getan (gut, er muss am Ende noch das Zeugnis unterschreiben). Arbeit ist nur die Durchführung des Wandertages oder wenn es zu Problemen kommt (dann ist man natürlich der Ansprechpartner von allen Seiten - meine letzte Klasse hatte leider gleich 6 Schüler bei denen dies zutraf, dazu Fernunterricht, mein Co-Klassenlehrer (Referendar) war mir wirklich eine Hilfe, ich hatte auch schon völlig unproblematische Klassen und keine extra Arbeit).

    Anders sieht es bis Klasse 8 aus. Da gibt es bei uns Klassenlehrerstunden, die vorbereitet und durchgeführt werden müssen. Da fällt viel mehr Elternarbeit an, da sind die Kinder viel mehr auf Lehrer fixiert. Wenn dann der Klassenlehrer ausfällt, ist der Co-Klassenlehrer echt gefordert.

    uns wurde gesagt, weil es völlig freiwillig ist und nicht angewiesen wie z. B. eine Aufsicht, sei es steuerfrei

    (unsere SL war anfangs auch noch anderer Meinung und meinte, man müsse es versteuern, aber sie sagte später deutlich, dass nicht versteuert werden muss und sie ist eigentlich immer bestens informiert, ich selbst habe noch keine Steuererklärung gemacht, bisher habe ich die 4 Jahre immer voll ausgeschöpft, wo sonst erhält man 6 % Zinsen, das hat sich leider auch erledigt, ich kann aber noch keine persönliche Erfahrung berichten).

    Bitte Ari89 melde dich wieder, wenn du etwas genaueres weißst und wen hast du im KM gefragt? Hast du einen Ansprechpartner? (gerne auch per PN).

    Hat nicht MrsPace auch unterrichtet? Vielleicht weiß sie mehr?

    Wenn du Mathe bei schwächeren Schülern frontal unterrichtest, bleibt wenig hängen (außer kochrezepthaftes Vorgehen) und das ist für den Lehrer (und auch für die Schüler) viel frustrierender. Säuregehalt von Cola wird leider nicht mehr bestimmt (ich fand Olivenöl (Alter bzw. Lagerung) oder Wein (Herkunftsland) interessanter). Auch Bodenproben war ein mögliches Thema im alten Bildungsplan. Erkundige dich über den neuen.

    Projekte kommen aber gerade bei schwächeren Schülern gut an, es ist mal etwas anderes. Mathe müssen sich lernen, NwT wird gewählt (bei uns gibt es vier Auswahlmöglichkeiten).

    Aber ich kenne dich nicht. Wenn du lieber von vorne dozierst, ist Mathe vielleicht einfacher, aber ob es dich auf Dauer glücklich macht (ich liebe auch in Mathe Projekte, sie steigern konstruktives Denken und Motivation, leider bleibt meistens zu wenig Zeit).

    Das ist vielleicht aus das Problem von NwT im neuen Bildungsplan. Jetzt wird viel mehr vorgeschrieben, die Zeit ist knapper, aber meine Kollegen unterrichten gerne.

    Vielen Dank CDL fuer die Nachricht. Das waere klasse :)

    @Kris24: falls du in deinen wohlverdienten Ferien hier mitliest, haette ich tatsaechlich ein paar Fragen an dich :)

    (Lehrer, welche Mathe und NWT unterrichten sind rar)

    Ich habe jetzt tatsächlich den PC vier Wochen privat ausgelassen und nur zweimal kurz über Handy in das Forum hinein gesehen, deine Frage aber nicht gelesen. Ich antworte daher erst jetzt.

    ich habe über 20 Jahre lang NwT zuerst in NRW und seit 2001 in BW unterrichtet, ich bin auf eigenen Wunsch seit einem Jahr heraus, weil es mir zu ingenieurlastig wurde (dank neuem Bildungsplan), irgendetwas zu programmieren ist nichts, was ich gerne tue. An deiner Stelle würde ich es sofort unterrichten, ist viel spannender als Mathe, man hat auch einen besseren Zugang zu den Schülern.

    Mathe nach Buch zu unterrichten ist für einen fachfremden Lehrer sicher angenehmer (deshalb verstehe ich, dass du es in der Vergangenheit so sahst), aber nach vielen Jahren rege ich, regen sich meine Kollegen über die Schulbücher auf, fühlen uns manchmal bevormundet, würden lieber anders vorgehen (und tun es manchmal auch). Auch Eltern reagieren bei Mathe viel schneller, kontrollieren mit Buch, in NwT hatte ich immer viele Freiheiten, die ich gerne genutzt habe (ich liebe Lebensmittelchemie und auch Stoffkreisläufe habe ich gerne unterrichtet) und Eltern waren begeistert von den Projekten (Kollegen auch, wir hatten immer öffentliche Präsentationen).

    Wir haben über Oberstufenkurse nachgedacht, aber da wir keinen studierten Lehrer mit diesem Fach hatten und nur 2 Kollegen, die bereit waren, sich darin weiterzubilden, war es unserer Schulleitung zu heiß. NwT wird bei uns bei 4 Wahlmöglichkeiten am häufigsten gewählt (ca. 50 % der Schüler), ein NwT-Lehrer würde aktuell begeistert empfangen (es war auch bei beiden Schulwechseln mein Vorteil). Wie es in Zukunft aussieht, weiß ich nicht, wir hatten aber noch nie Praktikanten oder Referendare mit diesem Studienfach (scheint also noch nicht häufig zu sein, Mathe ist immer mindestens einmal dabei).

    Kurze Rückfrage, da ich das nicht verfolge: Habt ihr Pooltests in der Sek 1? Das wäre immerhin schon mal ein Gang in die richtige Richtung

    nein, noch nicht einmal an der Grundschule (in meiner Stadt). Bei uns entscheidet der Schulträger und der erhöhält es später vom Land erstattet (deshalb wird bei uns jeder Test dokumentiert).

    Ist das ein NRW-Problem?

    Ich habe es in Baden-Württemberg nämlich umgekehrt erlebt. Auf dem ländlichen Gymnasium war das Niveau weitaus höher, der Migrantenanteil viel niedriger. In der Stadt besuchen viel mehr Schüler ein Gymnasium, es gibt von vornherein einen höheren Migrantenanteil, der inzwischen auch das Gymnasium besucht (ich erwähne es, weil leider sehr viele große Probleme mit der deutschen Sprache haben), beides senkt das Niveau.

    Gesamtschulen spielen bei uns allerdings keine Rolle, Gemeinschaftsschulen fangen jetzt erst an, hochzuwachsen (konkret, ich kenne erst eine (städtische) mit Oberstufe, ein paar bemühen sich darum, noch sind sie keine Konkurrenz). Bei uns steigen immer noch die Zahlen am Gymnasium, obwohl wir immer noch G8 haben. Probleme haben eher Gemeinschaftsschulen, wenn sie mangels geeigneter Schüler doch keine Oberstufe einrichten können. Auch haben Gymnasien bei uns immer noch den besseren Ruf.

    Du weißt aber schon, daß solche Aufträge aufgrund des Volumens zuerst europaweit ausgeschrieben werden müssen und bei den Ausschreibungen Fristen einzuhalten sind? Also vor Oktober 2022 wird das nichts.

    Wollte unsere Regierung das beschleunigen, hätte sie den Notstand ausrufen und die Notstandsgesetze anwenden müssen. Dann sind solche Ausschreibungen nämlich entbehrlich. Aber das wollten sie ja nicht, es könnte ja zu politischen Verwicklungen führen. :(

    Genau das ist auch bei uns das Problem. Baden-Württemberg hat letzte Woche erst die genauen Regeln erlassen, unsere Stadt überlegt gerade für 20 % der Räume bis Klasse 6 (aber keine Kitas etc.) Geräte anzuschaffen (für Räume, die schlecht gelüftet werden können) . Irgendwann in den nächsten Wochen soll dann die Ausschreibung heraus. Und dann gibt es sicher keine Geräte mehr zeitnah. Ich erwarte also für diesen Winter auch nichts mehr.

    Ich und viele meiner Kollegen sind froh, dass die Maske erst ab hundert getragen werden muss. Du hast ja trotzdem die Möglichkeit eine Maske zu tragen.

    Ohne Maske ist die Klasse schnell in Quarantäne also Fernunterricht.

    Ich möchte eigentlich alle normal in der Schule unterrichten. Ein Teil der Klassen im Fernunterricht, ein Teil in der Schule finde ich besonders anstrengend. (Maske ist übrigens besonders wirksam, wenn sie der Infizierte trägt. Das sind oft die, die auch sonst keine Maske tragen. )

    Ich will mich eigentlich an dieser Diskussion überhaupt nicht beteiligen, möchte nur folgendes anmerken: Bolzbold ist hier der Historiker. So wie wir Naturwissenschaftler oftmals nervös werden, wenn es um haarsträubend falsche Aussagen rund um Corona geht, möge man doch bitte auch die Expertise der Geisteswissenschaftler respektieren. Ich möchte behaupten, dass ich als Laie historisch überdurchschnittlich interessiert bin und in einigen Teilbereichen auch recht gut belesen bin. Deutschland war vor Hitler in Teilen schon sehr fortschrittlich und das eben nicht von "aussen aufgedrückt" sondern "von innen geboren". Vorsicht an dieser Stelle also mit Vergleichen. Geschichte wird nur allzu oft nicht richtig verstanden und es ist frustrierend, wie wenig wir aus ihr lernen.

    Geschichte? Gemeinschaftskunde? - Ja, habe ich nicht studiert, obwohl es meine Lieblingsfächer an der Schule waren (aber schon damals war klar, dass keine Lehrer mit diesen Fächern benötigt werden und so habe ich Mathe statt Geschichte gewählt, ich habe aber Abitur in Geschichte geschrieben). Und ich weiß, dass ich hier in Kürze nicht wiedergeben kann, was mich seit vielen Jahren beschäftigt, worüber ich sehr viel nachgedacht und gelesen habe (auch deshalb tausche ich mich mit anderen gerne aus, auch deshalb habe ich heute morgen hier geschrieben).

    Trotzdem: ich beschäftige mich seit über 40 Jahren mit diesen Themen. Angefangen hat es mit einem Kinderbuch über Afghanistan, dann kam der Einmarsch 1978, ich habe alles verschlungen (von Memoiren eines russischen Offiziers um 1980 ca. 15 Jahre später veröffentlicht, über den Beginn der Taliban bis allgemeinen Berichten über das Land). Dieses Land hat mich immer fasziniert und traurig gestimmt. Auch über den Iran (wurde hier ein paar Male genannt) habe ich sehr vieles sehr verschiedenes gelesen (von Memoiren einer Tochter Mossadeghs (hätte es damals die Chance auf (dauerhafte) Demokratie gegeben oder hätte er sich als starker Mann für viele Jahre aufgespielt), die beiden Schahs usw. Ich habe viel darüber nachgedacht, habe mich immer weiter informiert (ich habe sicher mehr Zeit damit verbracht als mit chemischen oder gar mathematischen Themen).

    Und ja, ich kenne die "demokratischen" Vorbewegungen in Deutschland. Ich bin in der Stadt von Friedrich Hecker aufgewachsen, ich habe mich bereits als Jugendliche mit ihm und seinen Ideen auseinandergesetzt, es gibt hier ein Hecker-Gymnasium. In Frankfurt wollte ich zuerst die Paulskirche besuchen und blieb viele Stunden drinnen (meine Begleitung verschwand entnervt, aber wenn ich schon mal da bin). Mir fallen August Bebel und Waldeck ein. Bolzhold schreibt ab 1870. Ich kann einiges über das kleine Baden berichten, es hatte seit 1818 eine Verfassung, war konstitutionelle Monarchie, lt. Wikipedia durften immerhin 17 % der Bevölkerung wählen. Aber das ist weder Demokratie noch hatte das Volk demokratisches Denken. Auch in anderen Völkern gab es solche Vordenker.

    DpB schrieb oben, dass vielleicht dazu ein gewisser Wohlstand dazu gehört, ich ergänze auch Bildung. Zu viele trauerten während der Weimarer Zeit dem Kaiserreich nach und folgten später bereitwillig Hitler, es waren nicht nur einzelne. Dass es wirtschaftlich aufwärts geht, war wichtiger als Demokratie.

    Auf der Seite Einstellungen zur Demokratie | bpb

    lese ich, ich zitiere:

    Geprägt durch Erinnerungen an das Kaiserreich und die Weimarer Republik stand die Bevölkerung in den 1950er-Jahren der Demokratie skeptisch gegenüber. Dies hat sich seither grundlegend geändert. Seit langem wertet die große Mehrheit die Demokratie als die beste Staatsform. Unterschiede gibt es bei der Wertschätzung der Demokratie als Staatsform zwischen West- und Ostdeutschland.

    Gründe der anfänglichen Demokratieskepsis

    Wer von der Instabilität der Weimarer Republik und ihrem Zerfall nach nur 14 Jahren traumatisiert worden war, blickte auf den zweiten Anlauf zur Demokratie in Deutschland voller Skepsis. Und wer im Deutschen Kaiserreich den besseren Staat gesehen hatte, dem schien die Demokratie eine schlechte Wahl zu sein. So dachte noch in den 1950er-Jahren ein nennenswerter Teil der Bevölkerung. Allerdings nahm die Zustimmung zur Demokratie in dem Maße zu, in dem Erinnerung an das Kaiserreich und die Weimarer Republik allmählich verblasste und in dem sich die Bundesrepublik als ein politisch stabiles Gemeinwesen erwies, das obendrein eine beträchtliche Wohlstandssteigerung zustande brachte. Noch aber werteten einflussreiche Beobachter diese Art der Demokratieakzeptanz als zerbrechlich.

    (Zitatende)

    Das deckt sich mit allem, was ich sowohl aus der Weimarer Zeit, als auch aus den 50er/60 er Jahren gelesen habe, das deckt sich, was ich von Älteren noch in den 70er/80er Jahren (z. B. über Hitler oder auch 1968) gehört habe. Ich habe Dahrendorf gelesen. Was wäre gewesen, hätten die Amerikaner unser Land nach 1945 nur halbherzig betreut, hätten sich zunehmend verabschiedet, weil die Deutschen in ihren Augen kein Verständnis für Demokratie haben (in Afghanistan waren es theoretisch 20 Jahre, aber schon lange war klar, dass das Land aufgeben war). Und ich habe Verwandtschaft in den neuen Bundesländern, bei Besuchen in den 90er Jahren hörte ich dieselben nicht demokratischen Ideen wie Jahre zuvor. Auch bei ihnen ging es vor allem um Wohlstand. Ich habe mich damals gefragt, ich frage mich heute, wie sicher ist unsere Demokratie, wenn unser Reichtum ins Schwanken gerät? Wenn terroristische Banden (Parteien etc.) uns drohen? Werden dann wirklich genug Menschen aufstehen, um die Demokratie zu verteidigen? Ich bin ziemlich in Sorge, dank Klimakrise ist es ja nicht ausgeschlossen.


    Das sind ein paar der Gedanken sehr kurz notiert (über alles könnte ich stundenlang reden, wünschte ich intensiven Austausch), es beschäftigt mich seit langem sehr.

    Mal im Ernst: Ich bin nicht Karl-Dieters Meinung und finde auch, wir bräuchten bessere Maßnahmen. Aber leider fallen wir auch keine tollen, gut umsetzbaren Maßnahmen ein (außer vielleicht Luftfilter, aber auch das ist ein Tropfen auf den heißen Stein). Daher schließe ich mich ernsthaft interessiert der Frage an:

    Was wünscht ihr euch denn alle für Maßnahmen?

    Jetzt mindestens Fensterventilatoren (richtig eingebaut, damit sechsmal pro Stunde die Luft ausgetauscht wird und nicht nur am Fenster) oder Lüftungsfilteranlangen, die dasselbe können.

    Im Winter: im Prinzip dasselbe (ich möchte nicht mehr so frieren, deshalb wäre letzteres schön). Verhindern übrigens auch andere Infektionen.

    Und ja, fast alle Länder sind dieser Meinung. Schweden hat bereits letztes Jahr die Sommerferien genutzt, um sie in Schule einzubauen (Artikel in Zeit), jetzt kam ein ähnlicher Bericht über einige amerikanische Bundesstaaten. Aber in Deutschland hat man gegen die Studien der Fachleute beschlossen, dass man das so nicht sagen könne und lüften auch ausreichen muss (erinnert mich wieder an die Diskussion früherer Jahre über anthropogenen Treibhauseffekt, Experten werden nicht ernst genommen, dafür andere zu Experten gemacht (siehe Treffen Ende September 2020 zu diesem Thema).)

    Was sind denn für dich konkret vernünftige Maßnahmen?

    Infektion wird weitgehend verhindert (außer man hustet den anderen direkt an), wenn sechsmal pro Stunde die Raumluft ausgetauscht wird (mehrere Studien). Das kann aber durch bloßes Lüften nicht erreicht werden außer es windet sehr stark.

    Bei etwa gleichen Temperaturen (also jetzt) findet fast kein Luftaustausch statt, bei kalten Temperaturen müsste man alle 10 Minuten mind. 3 Minuten lüften (sechsmal die Stunde). Weil dies zu oft ist, haben die KuMis gegen den Rat des einzig geladenen Lüftungsexperten vor knapp einem Jahr beschlossen, alle 20 Minuten plus Pause 3- 5 Minuten reichen. Lüftungsfilter kosten pro Raum zwischen 500 und 4000 Euro (je Modell) und sind natürlich für die Politik viel zu teuer. 100 Euro pro Kind ist für sie zu viel. (Auch in meiner Stadt wird Lüften gepriesen, wir können die Fenster öffnen, aber sobald es regnet oder schneit, ist bis 1/3 des Raumes nass (Wetterseite, es ging wirklich nicht) und im letzten Winter hat es auch die Heizung nicht mehr geschafft. Pro Lüften (3 Minuten alle 20 Minuten (Vorgabe von oben) wurden es durchschnittlich 3 Grad kälter, in den nächsten 20 Minuten schaffte die Heizung ca. 2,5 Grad (pro Stunde wurde also die Raumtemperatur um gut ein Grad gesenkt, mittags hatten wir also bei richtigem Lüften nur noch 15 Grad, kein Wunder, dass die meisten bei uns darauf verzichteten).

    Ich war froh, als im Dezember die Schulen geschossen wurden, weil ich so fror (trotz dickster Pullis, Pulswärmer). Unsere Schüler hatten sich teilweise in Decken gehüllt, trugen Skipullis, Mütze und Handschuhe, bei jedem Lüften gab es Diskussionen (mein Kommentar: Beschwert euch bei der Politik).

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