Beiträge von Kris24

    Geht es nur mir so oder verroht in letzter Zeit die Gesellschaft? Auf Twitter ließt man in regelmäßigen Abständen, wie die jeweils andere politische Seite diffamiert wird, und da denke ich mir: "Geht es nicht auch auf erwachsene Art und Weise?". Es ist irgendwie komisch, dass wir einerseits dieses Phänomen haben und andererseits die Thematik um gender- und race-gerechte Sprache.

    Rettungssanitäter müssen seit einem Jahr ihre Gesundheit hinhalten, um schwer an Covid-19 Erkrankte ins Krankenhaus zu bringen. Mein Bruder wurde mehrfach bewusst von Querdenkern angelogen und musste anschließend in Quarantäne (er trug keine komplette Schutzkleidung, sondern nur FFP2) . Zum Glück macht sein eigentlicher Arbeitgeber mit, er kann das meiste im Homeoffice erledigen (er hilft nur bei Notstand aus, es gab öfter dank Quarantäne "Land unter"). Wenn jemand bewusst deine Gesundheit (und dadurch auch die deiner Familie, mein Bruder hat 2 kleine Kinder) wie diese Demonstranten angreift, bleibst du immer cool und freundlich? Immer alles herunterschlucken, führt nur zu Magenverstimmung und Bluthochdruck (manchmal muss es heraus).

    Home Office ist insbesondere für junge Eltern eine starke Belastung, weswegen ich gut finde, dass es jetzt Zahlen gibt, die das belegen.

    Natürlich ist es stressig (hat niemand bestritten) und es wird noch stressiger, wenn das RKI Recht behält (und es geht von vergangenen Bedingungen aus nicht von zusätzlichen Lockerungen). Augen zuhalten und dann ist alles gut, funktioniert beim Virus nicht. Es belohnt nicht unseren Verzicht, es bestraft nicht, es ist einfach da und verbreitet sich, wenn der Kontakt gegeben ist.

    Und aktuell verdoppelt sich die absoluten Zahlen der Mutanten alle 2 Wochen trotz unserem Shutdown (interessantes Diagramm im RKI-Lagebericht, ich habe heute mal wieder herein gesehen). Wenn wir mehr Kontakte zulassen, geht es noch schneller. (Ich rede nicht von Anteilen, sondern von absoluten Zahlen. )

    Ich zahle schon einen höheren Strompreis, weil ich 100% grünen Strom beziehe und auch noch einen Aufschlag für den Ausbau eines Solarparks zahle.

    Tja, was wäre sozial und gewissensverträglich? Ich würde mal sagen: EIne Welt, in der auch meine Kinder und Enkel gut leben können.

    Das tue ich auch (inkl. Aufschlag), es war übrigens jahrelang günstiger, weil man von der EEG-Umlage befreit war.

    Weltanschauung kommt eben auch von Welt anschauen.

    Ich bin für Weltanschauen, ich selbst war ein Jahr in den USA, hatte in der Zeit kaum Kontakt zu Deutschen (musste mich also auf die Amerikaner einlassen, wenn ich nicht vereinsamen wollte). Aber wie viel intensiven Kontakt mit Einheimischen ist in 5 Tage möglich, wenn man mit seinen Klassenkameraden reist?

    Für Verständnis (nicht nur kurz schauen und (ver-)urteilen) benötigt man Zeit.

    Okay, dann ist ja gut. Oder auch nicht. In Norwegen sind übrigens 3 unter 50 gestorben, nach Impfung, mit Thrombose. Lasst uns weiterhin auf unglückliche Zufälle hoffen. Da außer Impfung kein Konzept existiert kriegen wir noch größere Probleme als bislang schon.

    Ich habe gerade gegoogelt. In Deutschland sterben jährlich bis zu 100 000 Menschen an Thrombosen und es betrifft auch junge. Eine Klassenkameradin von mir hatte es in Klasse 12 nur knapp überlebt. Sie hatte zuvor eine OP.

    Wir wissen nicht, ob die 3 z. B. geraucht haben, ich habe vor Jahren mit der Pille aufgehört, weil ich genau deshalb Sorge hatte. Ich trug bei langen Fahrten (Bus) Stützstrümpfe, laufe im Zug immer herum und "mache Gymnastik".

    (Ich bin aber ebenfalls froh, dass jetzt genau hingesehen wird. Aber Thrombosen sind leider nicht selten. Deshalb fielen sie bei Covid-19 am Anfang auch nicht gleich auf.)

    Ein Link zu oben

    https://www.zdf.de/verbraucher/vo…reffen-104.html

    Vielleicht heißt es in Zukunft, wer raucht und ..., muss Blutverdünner zur Impfung nehmen? Ich weiß es auch nicht.

    Entspannt euch im Hinblick auf BW.

    Kretschmann wird haushoch gewinnen, die CDU wohl empfindlich verlieren.

    Am Ende wird Stoch wieder KuMi und erst einmal auf die Bremse treten. Er wird es sich nicht gleich mit Lehrer-/Elterverbände verscherzen.

    Also Stoch wäre mir auch lieber. (Am Anfang war ja alles gegen ihn, Jurist, Kinder auf Privatschule, aber er hat das Gespräch gesucht und nach einiger Zeit wusste er durchaus Bescheid. Leider wäre dann die FDP mit an Bord. Und die kann ich aktuell in Baden-Württemberg gar nicht einschätzen. Hat sie sich wirklich in den letzten 5 Jahren so geändert wie Rülke behauptet? )

    Kann ich bestätigen. Ich musste eben noch nach DHL, eine Amazon-Retoure wegbringen* und musste dafür leider ins örtliche Einkaufszentrum. Ich war froh, als ich wieder raus war.

    Kl. Gr. Frosch

    *fürs nächste Mal: weiß jemand, ob man die Amazon-Retouren auch an den DHL-Paketstationen abgegeben kann?

    Mache ich immer, wenn es mit DHL geliefert wurde (ich retourniere wenig)


    Es muss halt DHL darauf stehen. (Einmal hatte ich Hermes, da ging es mit Hermes zurück. )

    Es reicht nicht, ja viele sind bereit auf viel zu verzichten (im Vergleich zur Vergangenheit), aber zu wenig im Vergleich, was die neue Situation verlangt. (Mir geht der Kommentar sehr nach, beschäftigt mich bei Klimakrise seit Jahren.)

    Aber es reicht nicht, alle Nachrichten berichten gerade dasselbe, ich zitiere

    Das Robert-Koch-Institut (RKI) prognostiziert für die Woche nach Ostern höhere Infektionszahlen als rund um Weihnachten. "Die Extrapolation der Trends zeigt, dass mit Fallzahlen über dem Niveau von Weihnachten ab KW 14 zu rechnen ist", heißt es in einem Lagebericht vom Freitagabend. Die Kalenderwoche 14 beginnt am 5. April, also Ostermontag. Die Inzidenz könnte dann laut RKI bei 350 liegen.

    aus https://www.sueddeutsche.de/politik/corona…stern-1.5228675

    Aber die Leute wollen einkaufen. Schulen öffnen jetzt überall (und ich ertappe mich immer wieder , seitdem ich wieder unterrichte bin ich manchmal etwas weniger vorsichtiger). Wir wollen ja alle keine Beschränkungen.

    Ich sehe den Zusammenhang zur Klimakrise auf eine andere Weise: die Menschheit betreibt Raubbau an der Natur einschließlich seiner eigenen Spezies. Dadurch können Viren von Wildtieren auf Menschen übertragen werden. Und deswegen können Pflegekräfte und Wurstarbeiter und Näherinnen in Fernost ausgebeutet werden.

    Dass Menschen gerade nicht bereit sind, für andere auf etwas zu verzichten sehe ich nicht. Die Behauptung finde ich auch unfair, nachdem wir seit einem Jahr auf alles verzichten, was uns wichtig ist. Es ist m.E. lediglich die Wahrnehmung derer, die Angst vor einer Infektion haben.

    Man muss eben für alles Gesetze erlassen. Flugmeilen beschränken, Lieferkettengesetze etablieren, strikt transparentes Lobbyregister führen und Maskenpflicht einführen. Was davon hat zügig geklappt? Also bitte.

    Du schreibst korrekt, auf etwas verzichten. Ja, dazu sind Menschen bereit, aber bitte nur etwas.

    Wir hatten vor Jahren die Diskussion bei Studienfahrten. Die Betroffenen waren nicht bereit, auf Flüge nach Madrid oder Neapel zu verzichten. Nur mit Heizen meiner Wohnung (und ich habe durchschnittlich 18 Grad) ist mein "erlaubter" CO2-Fussabdruck für das Jahr erreicht. Alles andere (Essen, Kleidung, Computer etc.) ist zwar für deutsche Verhältnisse unterdurchschnittlich, aber für weltweite zuviel.

    Passt gut zu Corona-Maßnahmen, ich halte mich doch daran, aber ... es stecken sich immer noch zu viele an (und ich mache mit, unterrichte vor vollen Klassen, weil man es von mir verlangt, weil ich Geld verdienen muss).

    Etwas reicht nicht und radikal ist den allermeisten zu radikal.

    Das Verhalten der Regierungen ist aber auch vergleichbar.

    Sowohl bzgl. der Klimakrise als auch in der Pandemie tun sie wenig bis nichts, um das Wahlvolk nicht zu verärgern.

    Anders ist nicht zu erklären, dass der Lockdown in dem Moment gelockert wird, in dem die Zahlen wieder steigen, und auch nicht die Milliardenzahlungen an die sterbende Lufthansa.

    Auch Braunkohlekraftwerke werden fröhlich weiterbetrieben. Der Strompreis könnte steigen.

    Der Strompreis wäre ohne Braunkohle niedriger, dass weiß nur nicht jeder, aber es gebe in ein paar Regionen einige gut bezahlte Arbeitsplätze weniger.

    Und was soll Politik machen? Wir leben nicht in einer Diktatur, auch wenn manche es behaupten, auch Merkel kann nicht regieren wie sie will (ich denke, es war gut bzgl. Corona , dass eine Wiederwahl vorher bereits ausgeschlossen war, sie konnte freier entscheiden. Wir hätten sonst noch später reagiert.)

    Wer gute, aber nicht von der Mehrheit gewollte Politik macht, wird nicht wieder gewählt. Es wird der gewählt, der am meisten verspricht.

    (Ich hatte einen Mitstudenten aus Singapur, der überzeugt von der "guten Diktatur" war. Nur die könnte gute Politik für alle machen. Wir haben heftig über Jahre diskutiert. )

    Ja,

    in NDS wird die weitere Öffnung nur vollzogen, wenn der Landkreis unter 100 bleibt.

    Ist man über 100, bleiben die Schulen am Montag für die Jahrgänge 5-7 und 12 geschlossen und es braucht 3 Tage unter 100, bis es zu Öffnungen kommt.

    Auch andere Öffnungen werden zurück genommen. Das betrifft, wie viele Menschen aus wie vielen Haushalten sich treffen dürfen, aber auch die Öffnung des Einzelhandels, soweit ich das verstanden habe.

    In Baden-Württemberg ist Wechselunterricht unter 200 verboten, bei uns sind die kompletten Klassen 1 - 6 und die beiden letzten Jahrgänge ab Montag anwesend. Mein Landkreis ist deutlich über 100.

    Es ist doch kein Wunder, dass Nymphicus solche Sachen postet.

    Unentwegt ist sie darum bemüht, ihre Aussagen mit Zahlen zu belegen, was ganz andere Leute, die sich im Recht sehen, gar nicht machen, aber im Gegenzug entweder die genannten Quellen bemängeln oder kleinreden, aber keine eigenen dagegen stellen.

    Da muss man ja den Eindruck bekommen, dass Nymphicus mit Leuten im Forum schreibt, die offenbar die ganze Sache nicht ernst nehmen wollen, weil es ständig Kritik gibt.

    Ja, es ist euch zu viel. Ja, manches erscheint überzogen ... und stellt sich am Ende doch als richtig heraus.

    Ebenso, wie es diejenigen gibt, die alle Einschränkungen zu viel finden und alles locker nehmen wollen, gibt es auch immer Mahner - und die braucht eine Gesellschaft auch.

    So ging es mir viele Jahre mit der Klimakrise (ich wehre mich noch gegen das Wort Klimakatastrophe, Klimawandel verwende ich schon lange nicht mehr).

    Ich stimme dir absolut zu, ich kann Nymphicus sehr gut verstehen (ich bin nicht immer ihrer Meinung, aber sie ringt um Wahrheit, man kann mit ihr diskutieren und sie auch überzeugen und einige ihrer Daten haben mein Wissen ergänzt und dafür bin ich ihr sehr dankbar)..

    Ich fühle mich so machtlos (bei Klimakrise aber auch Corona) , versuche (mit Zahlen und anderen Fakten) zu überzeugen und werde als pessimistisch und manchmal hysterisch beschrieben. Ich weiß, wenn ich "likes erhalten möchte", muss ich anders schreiben, aber ich verlasse dann das Forum lieber, dann soll es halt nicht sein. Likes erhalten die, die meinen, es ist alles nicht schlimm (die 2. Welle war so mit Ansage). Eine Virologin endete neulich frustriert mit den Worten, anscheinend muss jeder die negative Erfahrung selber machen. Ja Corona und Klimakrise haben sehr viel miteinander zu tun, es geht um das Verhalten von Menschen. Ich beruhige mich, dass ich schon älter bin, dass ich alles getan habe, was ich tun konnte. (Ich habe von mir geschrieben, weil ich Nymphicus nicht kenne, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie die gleiche Machtlosigkeit spürt.)

    Auffällig finde ich übrigens den Vergleich von "Corona-" und Klimapolitik. Wo auf der einen Seite innerhalb kürzester Zeit drastische Eingriffe in die Lebenswelt der Bevölkerung möglich sind, traut sich auf der anderen Seite keine Regierung der Welt auch nur ansatzweise ähnlich massive politische Entscheidungen zu treffen. Dabei ist meines Erachtens der Klimawandel die weitaus größere und nachhaltigere Herausforderung.

    Ich könnte mir vorstellen, dass es damit zusammenhängt, dass der Klimawandel das deutlich abstraktere Problem ist und seine Bekämpfung zudem nicht nur temporäre, sondern langfristige Eingriffe in die Lebensweise der Menschen erfordert.

    Teil Ihr diese Verwunderung und habt Ihr ggf. Erklärungsansätze hierfür?

    Ich habe irgendwo auf diesen tausend Seiten auch schon den Vergleich gezogen. Klimakrise war vor knapp 30 Jahren mein Staatsexamenarbeitsthema.

    Und im letzten Jahr ist bei mir endgültig die Illusion gestorben, dass wenn es wirklich schlimm kommt, die Menschheit sich am Riemen reißen wird. Es wird genauso wenig passieren wie jetzt bei den Coronamaßnahmen. Es werden einige zu egoistisch sein, einige an Verschwörungstheorien glauben (es sind sogar dieselben Menschen wie jetzt bei Corona) und einige anfangs vernünftige es dann nicht einsehen, warum sie sich einschränken sollen, wenn es nicht alle tun. Experten, die warnen, erhalten Hassmails und Mordandrohungen. Selbsternannte Experten, die meinen, man müsse das differenziert sehen und erst mal abwarten, werden gerne gehört. Außerdem sei alles natürlich usw.

    Wir konnten es im vergangenen Jahr alle live beobachten, mir erschien es wie eine Generalprobe. Und ja, gegen die Klimakrise gibt es keinen Impfstoff. Aber wenn viele noch nicht einmal auf eine Flugreise verzichten wollten, werden sie sicher nicht auf Dauer verzichten wollen "Ich habe ein Recht auf Flug, ...". "Der andere darf auch ..."

    Viele Grüße an Freud...

    Screenshot_20210313_142852.jpg

    Das Problem sind ja die Rohstoffe für die Impfstoffe. Auch deshalb kann man nicht einfach den Export aus der EU verbieten. (das fehlende "un", nun ja - passiert mir auch öfter).

    Ich finde es schon problematisch, so stark von z. B. China abhängig zu sein (gilt z. B. auch für Medikamente, was man letztes Jahr gut sehen konnte). Aber daran wird sich mit Sicherheit nichts ändern.

    Ich könnte mit etwas (entsprechender Facharzt ist mehrere 100km entfernt, Attest nur nach erneuter Präsenzuntersuchung zum aktuellen Gesundheitszustand) Aufwand wohl ein Attest bekommen für Biontech/Moderna, ob das dann aber auch so klappt im Impfzentrum wäre offen. Ich habe mich deshalb dazu entshcieden in der persönlichen Risikoabwägung es bei AZ darauf ankommen zu lassen. Die Art und Weise, wie gerade hier in BW auf Teufel komm raus in Präsenz gegangen wird an den weiterführenden Schulen macht mir einfach zu viel Angst. Ich gehöre nunmal zu einer Risikogruppe und will nicht quasi auf den letzten Metern zur Impfung riskieren mir B117 einzufangen (oder es weiterzugeben), nur weil das mit den Mindestabständen im Zweifelsfall keine Rolle spielen soll (und bei uns baulich bei voller Präsenz auch schon nur mit 5/6 nicht umsetzbar ist).

    Tipp, es gibt aktuell neue Termine (immer samstags), es gibt immer beide, an den Abständen siehst du, um welchen es sich handelt (und angeblich ist die Altersgrenze aufgehoben).

    Du glaubst, dass sich Menschen über das Kloabwasser anstecken?

    Nein, obwohl es heisst, dass man vor Spülung den Deckel schließen sollte, weil sonst (andere) Krankheitserreger durch den Raum fliegen (war vor Corona mal eine Frage in einem Fernsehquiz). Ich bemühe mich seitdem, in der Schule fehlen aber die Deckel.


    Ergänzung

    Es gab noch mehr Text und wenn ich fast allem zustimme und der Rest nicht entscheidend ablehne, like ich schon.

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