Das mag ja sein, aber davon spreche ich hier nicht.
Darum geht es doch gar nicht. Wir reden hier über Ereignisse, die viele Menschen pauschal in ihrer Existenzsicherheit treffen und zwar systematisch. Ich möchte gar nicht in Abrede stellen, dass jeder mal private harte Schicksalsschläge erlitten hat (z.B. durch schwere Bedingungen oder meinetwegen die Finanzkrise) ,die sich im ihren Privatleben ergeben haben. Aber den Zusammenhang mit der jetzigen Krise sehe ich nicht. Bezogen auf die jetzige Situation sind Lehrer im Allgemeinen einfach abgesichert, Punkt, da gibt es für mich auch nichts zu relativieren. Ich glaube auch, dass Privilegierung in dieser Krise zu einem Mangel an Verständnis für die Bedürfnisse der schwer getroffenen Bevölkerungsgruppen führen kann. Ich sage nicht, dass das notwendig so ist, aber dass das naheliegt, lässt sich an der öffentlichen Diskussion doch gut sehen.
Auch Lehrer haben Angehörige, die keine Lehrer sind, sondern selbstständig. Ich bin z. B. der einzige Lehrer weit und breit in meiner Familie und habe 2 Geschwister, die finanziell sehr vom Lockdown betroffen sind.
Es gibt halt immer noch den Irrglauben, dass man ohne Lockdown keine finanzielle Probleme hätte, dass man sich zwischen Gesundheit und Wirtschaft entscheiden könnte. Einfach Geschäfte und Restaurants auf und gut ...
Nein, denn spätestens wenn die Zahlen steigen, wenn junge Menschen schwer erkranken (ich las neulich auf den Intensivstationen seit das Durchschnittsalter um die 60, zeitweise sogar drunter, liegt auch daran, weil jüngere länger darauf liegen, während ältere schneller sterben), wenn der eigene Vater oder Mutter, der Kollege oder Freund betroffen ist, dann bleiben die allermeisten Leute zu Hause. Und von den paar unbesorgten kann das Restaurant, das Geschäft auch nicht überleben. Nur dann dauert es viel länger bis die Zahlen wieder unten sind.
Aber ich sehe den Frust einiger Virologen. Eine sagte neulich deutlich, man kann nicht geschlossen halten, wenn es nicht akzeptiert wird. Die Leute müssen anscheinend die Folgen erst selbst sehen.
Ich persönlich hoffe aktuell, dass die Tests mehr bringen als Berechnungen zeigten (es gibt eine, die besagt, dass alle ehrlich mindestens dreimal die Woche getestet werden müssten, zweimal würde nichts bringen, die Zahlen würden nur langsamer steigen). Und mit ehrlich meine ich Menschen, die vor einem wichtigen Termin, positiv getestet, wirklich zu Hause bleiben. Auch da habe ich inzwischen leider viel anderes erlebt.
Wirtschaft brummt, wenn es Menschen gut geht, wenn sie Lebenslust verspüren und keine Angst haben.