Eine Klassenleitung hat man eigentlich immer. Außer Kolleg:innen mit Lat / Frz (Lat / Frz / Span liegt bei uns auf Bändern, so dass man als eigentlich Hauptfachlehrkraft keine Klassenlehrkraft werden kann) und einem Epochalfach. Und ich wurde bei der Einstellung noch gefragt, ob ich auch fachfremd PoWi unterrichten würde... Manche bei uns haben weniger Arbeit als andere. Das ist der Ärger.
Ich habe auch schon gehört, dass man x und y nicht in der Oberstufe einsetzen könne, weil es dann Stress gäbe (hach, der eine Spanisch-Lehrer... Da hat in diesem Abi-Jahrgang eine Schülerin imSpanisch-Kurs an das Nachbargym gewechselt.) Und so machen dann andere eben mehr in der Oberstufe, genau. Ist halt unfair. Dann sollen sie denen doch sonstwas geben. Die können ja z.B. meine ganzen Elternemails beantworten ("Wie, ich soll für die Klassenfahrt eine Fahrkarte in den Nachbarort für mein Kind kaufen, wenn es kein D-Ticket hat? Wie geht denn das?", "Ich habe alles im Ranzen meiner Tochter einzeln gewogen! Das ist viel zu schwer!!", "Wieso können Sie denn am Wandertag nicht mit den Kindern gemeinsam bis zum Treffpunkt und zurück gehen? [Sie kriegen bestimmt die Mehrstunden bei 2h am Tag bezahlt.]" Aber das wäre noch ein anderer Chat...)
Meine Lösung habe ich noch nicht gefunden - krankmelden, um die Arbeit zu schaffen bzw. nicht wieder nur wochenlang 6h schlafen wegen der Korrekturen, habe ich bisher noch nicht gemacht.
Bei uns ist der Frust bei so einigen Kolleg:innen in den letzten Jahren gewachsen. Vor drei Jahren ist ein Kollege mit De/Rel vorzeitig in den Ruhestand gegangen, weil er gesagt hat, er wolle gesund in Pension gehen - er hatte ständig viel Oberstufe und sah am Ende wirklich nicht mehr gut aus. Zwei Kolleginnen haben den Beruf ganz aufgegeben, obwohl sie Anfang dreißig waren. Sie fanden die Belastung zu hoch und haben sich im pädagogischen Bereich umgeschaut. Aktuell sind es auch einige, die zumindest sagen, dass sie so nicht weitermachen wollen.