Beiträge von puduhepa

    Von uns - Lehrerinnen und Lehrer mit Zusatzausbildung (s.o.)


    Manche Fortbildungen waren für bestimmte Schularten, das haben dann die Leute entworfen, die aus dieser Schulart kommen. In meinem Fall Grundschule.
    Die Fortbildungen, die schulartübergreifend waren, haben wir mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Schularten geplant.


    Musste natürlich trotzdem vom zuständigen Menschen beim Regierungspräsidium abgesegnet werden, aber das war nie ein Problem.

    Die Fortbildungen waren für mehrere Schulen. Man konnte sich dazu anmelden. Die Inhalte waren den Schulen vorher bekannt. Für Einzelfragen zum Thema war jederzeit Raum, diese waren sogar erwünscht.


    In der Beratung einer einzelnen Schule gab es natürlich keine vorgefertigten Module.

    Hallo,
    ich bin neu hier und habe mich extra angemeldet, um deine Frage zu beantworten. :-)


    Ich habe in BW die Ausbildung zur Fachberaterin Schulentwicklung gemacht. Die Ausbildung dauerte zwei Jahre mit einer abschließenden Präsentation und einem Colloquium.
    Man bekam in der Ausbildung viel Handwerkszeug vermittelt, das bei der Beratung hilfreich war. Themen waren grob: PDCA-Zyklus, Beratungsstern, Selbst- und Fremdevaluation, Umgang mit Vergleichsarbeiten, Individualfeedback, Schulportfolio, Teambildung im Kollegium, Umgang mit Widerstand im Kollegium und noch einiges mehr, was mir auf die Schnelle nicht mehr einfällt.


    Die Arbeit bestand im Wesentlichen aus folgenden Teilen:


    1. Schulen vor Ort zu beraten. Dabei war wichtig, den Schulen nicht zu sagen "Machen Sie es so und so", sondern mit ihnen gemeinsam einen Weg zu entwickeln, der zur jeweiligen Schule passt.


    2. Fortbildungen abzuhalten zu einer Auswahl von Themen. Hierfür gab es vorentwickelte Module, nach denen die Fortbildungen zu halten waren.


    3. Neue Fortbildungsmodule zu entwickeln je nach eigener Schulart und Schwerpunkt.


    4. Moderation von Pädagogischen Tagen / Nachmittagen im Hinblick auf das von der Schule gewünschte Thema.


    5. Manchmal auch Moderation von Elternabenden zu einem bestimmten Thema, meistens bei schwierigen und verfahrenen Situationen.


    Mir haben die Ausbildung, die Themen und eine Zeitlang auch die Arbeit große Freude gemacht. Manche meiner damaligen Kolleginnen und Kollegen sind nach wie vor in diesem Bereich tätig, manche sogar in Vollzeit. Etliche sind auch in die Schulleitung gegangen.


    Ich selbst bin (nach hartem Ringen mit mir selbst) aus der Schulentwicklung wieder ausgestiegen. Meine persönlichen Gründe waren:

    • Ich war ca. 50 % in der Beratung und 50 % an meiner Schule. Dies ist zeitlich nicht zu bewerkstelligen, wenn man beide Bereiche ordentlich machen möchte. Man muss die Stunden, die man für die Schulentwicklung arbeitet, vollkriegen. D. h. wenn man eine Woche im Schullandheim ist, hat man keine Zeit für Beratungsaufgaben, gerät in dieser Woche also ins Minus, obwohl man die ganze Woche rund um die Uhr gearbeitet hat.
    • Man muss viel fahren, ist nirgends richtig "daheim". In der eigenen Schule kriegt man auch vieles nicht mehr mit.
    • Wenn man z. Bsp. einen Päd. Tag moderiert, muss der eigene Unterricht vertreten oder getauscht werden. Unterricht, der vertreten wird, darf nicht als Arbeitszeit für die Schulentwicklung abgerechnet werden, also versucht man immer, den Unterricht zu tauschen. Das ist in der Praxis schwierig.
    • Und jetzt kommt der Hauptgrund: Die Kollegien WOLLEN nicht schulentwickelt werden. Man ist zwar bei den Schulleitungen in der Regel gern gesehen, aber oft nicht bei den Kollegien. Man kommt an, stellt ein Flipchart auf und bekommt Kommentare wie "Wenn ich das schon sehe, das ist doch alles Kokolores, wir brauchen das nicht, jetzt kommen die von da oben, die keine Ahnung haben" usw. Oft wird man indirekt auch für Dinge, die schlecht laufen (z. Bsp. Inklusion) verantworlich gemacht, da man zu "denen da oben" gezählt wird.

    Für mich war der richtige Schritt, die Schulentwicklung zu verlassen. Ich bin mittlerweile Konrektorin an meiner Schule, das passt für mich. Inzwischen sehe ich verordnete Schulentwicklung im Hinblick auf die Fülle der anderen Aufgaben, die an einer Schule zu bewältigen sind, eher kritisch.


    Das war ein langer Beitrag, ich hoffe, ich konnte helfen.


    LG
    Puduhepa

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