Beiträge von Zauberwald

    Ausgerechnet die Boomer sind Schuld? Wir wurden nicht überall hingefahren, sondern haben uns noch selbst fortbewegt. Flugreisen in die große weite Welt nach der Schule waren auch nicht "in", sondern freiwilliges soziales Jahr und Zivildienst. Wir haben gegen Atomkraftwerke, Strauß und alles Mögliche demonstriert, die Grünen gewählt. Birkenstock, Müsli und umweltfreundliche Putzmittel, Secondhand haben wir quasi mit erfunden. Nicht, dass das viel geholfen hätte, aber zumindest erwachte so etwas wie Umweltbewusstsein... Ausgerechnet uns die Schuld in die Schuhe zu schieben ist daneben.

    Hier fahren einige 18jährige schon fette Leasingfahrzeuge, das war in meiner Generation doch eher die Ausnahme.

    Das Problem ist, dass man das Wiederholen im Kontext sehen muss. Angesichts von Lehrer- und Ressourcenmangel ist es teilweise nicht relevant, ob das Kind wiederholt oder nicht. Wichtiger ist die Frage, welche Förderangebote es erhält. Es wäre super, wenn niemand mehr sitzen bleiben würde und innerhalb des aktuellen Jahrgangs individuell gefördert wird. Problem ist aber, dass Lehrkräfte mit der Anzahl von Kindern mit Hilfsbedarfen oft überfordert sind und nicht die Zeit haben alle Kinder (optimal) zu fördern.

    Ja, ein ehemaliger Schüler von mir wiederholt gerade Klasse 3 mit 28 Schülern. Laut Aussage meiner Kollegin bringt es ihm genau gar nichts, die Noten sind fast noch schlechter geworden. Er spielt den Clown.

    Je jünger die Kinder, je aktiver ist man. Setz dich mal in einer 1. Klasse an den Schreibtisch... Da läuft bei einigen gar nix, weil sie ohne Hilfe einfach untergehen. In der 4. Klasse kann ich sie natürlich auch mal mit einem Plan beschäftigen oder sie den Aufgaben im Buch überlassen. Macht meine Kollegin und korrigiert nebenher.

    Stillarbeit gibt es bei mir auch, aber trotzdem kann ich da nicht länger etwas für mich arbeiten.

    Eine der anstrengendsten Sachen beim Lehrerberuf würde ich sagen ist, dass du in der Unterrichtssituation selbst quasi immer der Aktive bist. Du kannst dich nie "fallen lassen" und "abarbeiten" oder schauen, was kommt und dann darauf entsprechend reagieren wie es in anderen Jobs möglich ist. Du kannst es dir so vorstellen, dass du eine Art Entertainer bist, der kurz vorher seine Choreographie einstudiert, dann vor sein Publikum tritt und die Choreographie spontan auf die Bedürfnisse des Publikums anpasst. Und das entsprechend mehrfach am Tag und 5x die Woche. Ein Gegenstück im Bürojob hast du da kaum (wenn, dann noch am ehesten als selbstständiger Außendienstler o.ä.).

    Und weisst du, was mich ärgert: Jetzt, wo ich schon ans Aufhören denke, ist das alles zur Routine geworden und vorher war es harte Arbeit, bzw. ist es mir schwerer gefallen. :(Manche sind vielleicht als souveräne Lehrkräfte geboren, aber ich war das nie. Auch, meine Arbeitszeit zu erfassen und mir selbst zu sagen, jetzt ist gut oder das mache ich nicht, kann ich jetzt erst. Heute fragte ich meinen Sohn, wie das eigentlich für ihn war, wenn ich immer so viel Zeit für die Schule gebraucht habe und er meinte: "Das war halt so." Ich bedauere es heute, dass ich so viel Zeit für die Schule gebraucht habe und dass die Zeit dann für meine Kinder nicht mehr da war. Dafür sind sie nicht so verwöhnt und fallen nicht gleich um, wenn ihnen nicht alles abgenommen wird oder sie sich auf etwas Neues einstellen müssen.

    Auf alle Fälle würde ich als junge Lehrerin mehr auf meine Arbeitszeit achten und wenn ich in Teilzeit arbeite, nicht so viele Nebenjobs übernehmen wie Vollzeitkoegen.

    Die Entscheidung kann dir wohl niemand abnehmen. Jede/r schreibt wahrscheinlich, wie er selbst dazu steht.

    Ich persönlich würde dir wahrscheinlich dazu raten, etwas anderes zu machen, wenn du schon so zweifelst. Die Contraargunente sind in den letzten Jahren einfach immer mehr geworden. Allen voran sehe ich momentan die Anspruchshaltung von Eltern und fehlenden Grundfähigjeiten (eigentlich Selbstverständlichkeiten) von Kindern. Die anderen Dinge, eher bürokratischer Art, die mich ärgern, möchte ich gar nicht erst aufzählen.

    Ich bin zwar nicht in SH und unterrichte in BaWü, aber bei uns ist es auch so, dass die Lehrpläne für 1/2, bzw. 3/4 konzipiert sind. In den Nebenfächern wie Sachkunde oder Musik z.B. ist es egal, ob wir z.B. das Thema Feuer in Klasse 3 oder Klasse 4 behandeln. Um Doppelungen und Lücken zu vermeiden, gibt es einen schulinternen Plan, welche Themen in Kl. 3 und welche in Kl. 4 durchgenommen werden. Wir sprechen uns auch mit den Parallelkollegen ab, da wir die gleichen Arbeiten zur gleichen Zeit schreiben müssen.

    Also AS hat eigentlich alles geschrieben. Bei uns ist es auch so.

    Arbeitest du in SH als Vertretungslehrkraft?

    Eine Wald-AG wäre trotzdem schön. Wir waren neulich 1 Woche im Wald. Zweimal mit Försterin. Wir waren an einem Platz, an dem Schüler so eine Art Zimmer eingerichtet hatten mit großem Kreis als Sitzplatz, der aus übereinandergestapelten Ästen bestand. Allerdings war es ein halbstündiger Fußmarsch bis dahin. Ginge also nur, wenn der Wald in unmittelbarer Nähe ist (wie bei meiner letzten Schule).

    Bist du dann die Klassenlehrerin? Bist du mit den Kindern alleine? Wie viele Stunden und in welchen Fächern hast du die Klasse? Wenn du noch hauptsächlich hospitierst, lernst du vmtl. eine ganze Menge, wie man den Anfang gestaltet. Wenn du das aber ohne Anleitung alles selbst machen musst, ist es aufwändig und schwierig und du musst vmtl. erst einmal dein Klassenzimmer und viele andere organisatorische Dinge vorbereiten.

    "Spreißel, der [süddt.]: Holzsplitter, den man sich beim Umgang mit Holz unter die Haut appliziert". Wie sagt man denn in Preußen dazu?

    Ich habe genau gesehen, dass die Ärztin "Spreißel" aufgeschrieben hat ^^. Sie hat mich auch noch gefragt, ob man das mit Dreierles-S schreibt. Bevor jemand fragt: Das ist ein scharfes S. Das kannte ich aber auch noch nicht, als ich hier in der Schule anfing.

    Als Studentin hatte ich eine Weile mit anderen Studenten zusammen, egal welches Studium, einen privaten Lesezirkel. Wir haben immer ein Buch ausgewählt, es gelesen oder bis zu einem bestimmten Kapitel gelesen, uns dann reihum getroffen und uns darüber (bei Wein, Pizza und so) ausgetauscht. Zum Beispiel: Yvonne, die Burgunderprinzessin. Hat richtig Spaß gemacht. Wein und Pizza sind austauschbar und man könnte zu einzelnen Kapiteln auch Diverses gestalten: Szenen nachspielen und Fotos machen, Zusammenfassung mit Bildern gestalten, Lesekiste... u.v.m. Außer häusig: Büchereibesuch, neues Buch finden, recherchieren, Film dazu suchen oder anderes...

    Aber vmtl. findet man kaum jemanden, der gerne liest.

    So ein Spreißel im Finger ist doof. Zumindest habe ich jetzt bestimmt seit 5 oder mehr Wochen damit zu tun. Ich war bei der Ärztin, aber die hat nichts gesehen und mir nur Salbe verschrieben. Ein fachkundiger Blick unseres Hausmeisters sagte: "Da steckt noch was drin, ich kenne mich da aus. Geh am besten zum Hautarzt, die schneiden noch am ehesten was auf. " Gesagt, getan, eine Menge Eiter kam zum Vorschein und 2 Tage später nach Zugsalbe &Co auch noch eine lange Faser. Aber die Stelle wächst einfach nicht zu und ist immer noch sehr empfindlich... Daumen, der ist immer bei der Arbeit und den kann man nicht gut schonen. Vielleicht ist es ja nach den Ferien besser.... :( Jetzt gibt es nur noch Zinksalbe und Pflaster, aber das sieht echt nicht gut aus.... Wenigstens tut es nicht mehr weh. Nie wieder ohne Handschuhe in den Garten. Jammermodus aus. :stumm:

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