Beiträge von Zauberwald

    Ich habe ganz genau gelesen:

    Das kann man doch so interpretieren, dass du es nicht so schlimm findest, wenn die sexuelle Belästigung unterschwellig und nicht öffentlich stattfindet, also "angenehmer", weil andere es nicht mitbekommen. Ich finde das sogar schlimmer, weil frau es dann viel schwieriger beweisen kann und es schwerer hat, sich zu wehren.

    Wenn ich es nicht so interpretieren darf, dann erkläre mir bitte, wie du es meinst. Ich will dir ja nichts Böses.

    Dann habe ich mich ungenau ausgedrückt, ich war müde. Ich wollte sagen, dass so wie ich es erlebt habe, sexuelle Belästigung (Pfiffe, anzügliche Bemerkungen o.ä.) am Band oder Baustellen offen ausgesprochen wird, auch um der (männlichen)Gruppe zu imponieren, dass sie in meinem akademischen berufl. Umfeld, ich meine damit Uni und Schule auch stattfindet, aber eher 1:1, so dass andere es nicht mitbekommen sollen. Zweitere habe ich gefährlicher/noch unangenehmer empfunden, weil man sich nicht gut wehren kann oder nicht traut. In ersterem Fall (Baustelle...) ist es eher lautes Gebelle.

    Danke, das ist natürlich auch nochmal eine Alternative für ihn, die mir oben nicht eingefallen ist.

    Generell würde ich Niemanden in Bayern zu Lehramt an Grund- oder Hauptschulen raten, außer Derjenige wohnt in München bzw. Oberbayern. Lieber gleich Lehramt an Sonderschulen mit GS oder HS Didaktik. Die kriegen auch A13 mit der Möglichkeit bis A16 bzw. B4? - bei denen gibt es bestimmt auch Ministerialbeauftragte oder wie das nochmal heißt dieses Ltd. OStD glaub ich? - hochzugehen, anstatt die armen Grund- und Hauptschullehrer die mit A12-A13 verarscht werden.

    Ist in Bayern Lehramt an Mittelschulen immer noch ein eigenständiges Studium und wird es immer noch mit A12 besoldet?

    In Bawü studierst du GWHRS oder so ähnlich, dann kannst du entweder an Hauptschulen, Werkrealschulen (Hauptschule mit 10. Klasse), Gemeinschaftsschulen oder Realschulen unterrichten und erhältst A13.

    Wir hatten hier die ukrainischen Kinder von Tag 1 an in den Klassen, weil es kein Personal gibt, das ihnen vorher Deutsch beibringt, zumindest hier in meiner Stadt an den beiden Schulen, an denen ich während der Zeit des Ukrainekriegs arbeite. Früher gab es VKL-Klassen, die die Schüler ca 9 Monate oder 1 Jahr besuchten, um Deutsch zu lernen, bevor sie in die Regelschulen kamen. Wenn wir Glück haben, kommt ab und an eine Pensionärin, um 2 Stunden Deutsch pro Woche mit den Kindern zu üben. Inzwischen hat sie aber das Handtuch geworfen.

    Die ukrainische Mutter, die auch Lehrerin ist und uns unterstützen wollte, darf leider hier nicht arbeiten.

    Die Kinder sind aber sehr unterschiedlich. Ich hatte eine Erstklässlerin in Kunst, die vor der Einschulung noch ein Dreiviertel Jahr im Kindergarten war, die konnte schon sehr gut deutsch und kam problemlos zurecht. Sie ist aber wieder mit der Familie zurück in die Ukraine gegangen. Ich habe auch einen Viertklässler, der nun schon knapp 2 Jahre hier ist, gar nicht redet und die Kommunikation ist immer noch sehr schwer. Oft weiß man nicht, ob er tatsächlich nichts versteht oder ein bisschen trickst.

    Es ist Lebensrealität, dass Männer häufiger als Frauen ihre Berufswahl nach Verdienstmöglichkeit als nach Neigung treffen, sich häufiger bei der Partnerwahl nach unten orientieren und darauf bestehen, sich bei der Kindererziehung gepflegt rauszuhalten. Mit den bekannten Konsequenzen.

    State, jetzt bin ich aber verwirrt, dass du verwirrt reagierst. Sind das nicht deine Worte?

    Der nichtakademische Betätigungsbereich beschränkt sich ja nicht auf Arbeit am Band. Gehe am besten mal so die Berufsgruppen durch, denen du so in einer durchschnittlichen Woche begegnest! Da sind bestimmt ein paar klassische Ausbildungsberufe dabei. Alle so arm dran?

    Verstehe die Aussage nicht. An Baustellen bin ich als Mädchen und junge Frau auch nicht gerne vorbei gegangen. Mit dem Alter wird es besser.

    Wahrscheinlich komme ich hier als eingebildete hochnäsige Akademikerin rüber, aber meine anekdotische Evidenz ist, dass sexuelle Belästigung eher von weniger gebildeten Männern ausgeht, zumindest verbal in der Öffentlichkeit stattfindende. Die sexuekle Belästigung durch Akademiker geschieht nicht so, dass andere es gleich mitbekommen. Anekdotische Evidenz.

    Rein rechtlich ist das so falsch, zumindest in Niedersachsen gibt es als letzten Punkt im Katalog der Ordnungsmaßnahmen den "Ausschluss von allen Schulen", was formal der Feststellung der Unbeschulbarkeit entspricht. Die Hürden sind allerdings hoch und alle anderen Ordnungsmaßnahmen müssen vorher durch sein (also insbesondere der Ausschluss aus einer Klasse und einer Schule).

    Ein Kollege erzählte mir tatsächlich mal von einem Grundschüler, der "Rheinlandpfalzverbot" hatte und daher in Karlsruhe, also Bawü, beschult wurde.

    Meine Tochter, hübsch, super Figur, lange blonde Haare, hat nach dem Abi beim Daimler am Band gearbeitet. Nach den 4 Wochen hat sie beschlossen, nie wieder. Als junge Frau wurde sie dauernd von mehreren Typen angemacht, egal welchen Alters, einer war 60, schon Opa und hat sie gestalked. Gibt es das wirklich überall? Vor den Dozenten an der Uni hat sie jedenfalls keine Angst und auch sonst hat sie noch nichts berichtet, obwohl sie mehrere Monate allein in Neuseeland war, bzw. ein Auslandssemester in Südamerika absolviert hat. Aber vllt. war das nur ein blöder Zufall.

    Wir arbeiten auch von Anfang an nach der FRESCH - Methode, das beten meine Schüler im Schlaf runter. Die Anwendung klappt auch sehr gut. Ich war ganz stolz, als bei Kompass 4 im Rechtschreibteil Strategieaufgaben abgefragt wurden und hier die meisten so gut wie alles richtig hatten. Ich mache auch so oft ich dazu komme den "Satz des Tages", was aber meist eher der Satz der Woche wird. Dazu findet man gutes Material im Netz.

    Doch, PrimaBallerina.

    Ich habe mir mein Studium seinerzeit komplett selber finanzieren müssen, und durch diverse Hilfsjobs einen ungefilterten Einblick in die Lebensrealität in etlichen Unternehmen gewinnen dürfen.

    Nicht die Tätigkeiten an sich waren für mich dabei das Deprimierende, sondern die jeweiligen kollegialen Umfelder. Eine qualifizierte Arbeit zu haben, bringt viel mehr Privilegien mit sich, als es dem auf Einkommen und Karrierechancen beschränkten üblichen Fokus entspricht

    Meine Sichtweise hat IMHO auch nichts mit Arroganz zu tun. Sensiblere Naturen gehen in solchen Arbeitsumfeldern unter. Das zur Kenntnis zu nehmen, finde ich nicht überheblich. Natürlich wird es immer Ausnahmen geben, aber die Tendenz ist überdeutlich.

    Selbst mein Bruder, der eine Schreinerlehre gemacht hatte und nach ein paar Jahren als Schreinergeselle aus finanziellen Gründen zu Saarstahl ans Band wechselte, war schockiert über den Umgang miteinander (du A....gib mir mal den Hammer rüber usw...), so dass sie ihn gleich in eine andere Abteilung steckten.

    Konferenzen brauchen keine Wecker, sondern klare Endzeiten, sowie dazwischen eine möglichst straffe Moderation, an die nicht zuletzt auch eine SL selbst sich hält, um diese glaubwürdig durchzuführen zu können. Dazu KuK, die im Konferenzrecht ausreichend bewandert sind, um ausufernde Debatten einzuhegen, indem beispielsweise beantragt wird die Debatte zu beenden und zur Abstimmung zu kommen, wenn bereits alles gesagt wurde, nur eben noch nicht von jedem und jeder.

    Ja, einfach kein überflüssiges Zeug reden, dann geht es schneller. Da wir alle nach Hause wollen, beherzigen wir das insgeheim und sind nach höchstens 2 Stunden fertig. DB ist aber jede Woche, was meiner Meinung nach unnötig ist.

    Anekdote aus meiner eigenen Schülerzeit:
    Mir war mit 13 Zuhause im Heimlabor eine Flasche vom Regal gerutscht und an der Tischkante zerbrochen. Der Inhalt mit konzentrierter Schwefelsäure ergoss sich über meine Oberschenkel. Zum Glück befand sich dort im Keller zwei Räume weiter eine Dusche - so schnell stand ich noch nie in voller Montur drunter. Die Hose war nur noch ein Fetzen Stoff - aber ich bin glücklicherweise säureresistent ;)

    Das Gute daran war: Meine Mutter war stinksauer und meinte, dass ich mir den neuen Trainingsanzug selbst verdienen müsse. So kam ich zu meinem ersten Ferienjob, einem neuen Trainingsanzug, Luftmatratze, Zelt und neuer Schwefelsäure - durch 14 Tage Fabrikarbeit. Damals war das mit 13 Jahren kein Problem. Im Jahr darauf habe ich im Stadtforst Fichten gepflanzt und durfte mit dem Sprengmeister am Berg die Baumstümpfe für den Wegebau wegsprengen. Auf dem Weg dorthin trug er die Tasche mit den Sprengkapseln und ich in meinem Rucksack 15 Stangen Dynamit.
    Ob das heute noch möglich wäre?

    Das im 2. Abschnitt ginge heute wahrscheinlich alles nicht mehr. Dafür gehen andere Dinge, die es zu deiner/unserer Jugendzeit noch nicht gab.

    Diese ganzen Privilegien, die du da schilderst, gelten doch meines Wissens nach auch für Männer. Warum schreibst du, es sei für Frauen wie ein Sechser im Lotto? Du kannst sie doch auch haben.

    Und auch mit dem Arbeits- und Sozialverhalten. Die Übersicht ist in Brandenburg zumindest Teil des Gutachtens.

    Es wundert mich immer wieder, welche Unterschiede es in den einzelnen Bundesländern gibt. Kann es dann auch sein, dass ein Schüler/in aufgrund seines Sozialverhaltens in der gewünschten weiterführenden Schule nicht aufgenommen wird? Oder anders gesagt, dass man sich bei einer begrenzten Anzahl von Plätzen die brävsten und fleißigsten heraussucht und Problemkinder weiterreicht?

    Wenn die Vornoten an den Grundschulen nicht gerade gewürfelt wurden, kann man schon zwischen verschiedenen "Leistungstöpfen" unterscheiden. Und dann packt man sinnvollerweise nicht alle Schüler mit ausschließlich sehr guten Noten in eine Klasse und in die andere Klasse alle Schüler mit befriedigenden Noten oder schlechter.

    Jetzt bin ich offen gestanden verwirrt. Hier melden sich die neuen 5. Klässler natürlich mit ihrem aktuellen (Halbjahres-) Zeugnis an.

    Ach so. Das ist bei uns nicht so. Neue Schule, neues Glück.

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