Beiträge von qchn

    ja.. DIMR ist für das Monitoring der Umsetzung verantwortlich. natürlich. Geschenkt.

    also ich hab jetzt tatsächlich nochmal nach dem genauen Wortlaut nachgeguckt, weil Du ja soviel Wert auf Schriftliches legst.

    in den GC 4 steht, dass zwischen einem inklusiven, einem integrierten einem segregierten etc. System zu unterscheiden ist. Die Concluding Observations von 2015 stufen das Deutsche System der Förderschulen als segregiert ein, i.e. nicht inklusiv.

    in den Concluding Obervations vom Oktober 2023 wurde explizit die Prävalenz von Förderschulen "besorgt zur Kenntnis" genommen und ein umfassender Plan zum Übergang von der Bildung in Förderschulen hin zur inklusiven Bildung (scheinen die also als Widerspruch wahrzunehmen) "empfohlen".

    wenn also Parallelstrukturen abzubauen sind, ist der Neubau einer Förderschule - gerade, wenn sie nicht aufgrund von Unsanierbarkeit oderso erneuert, sondern zusätzlich errichtet wurde - höchst verdächtig, nicht menschenrechtskonform zu sein, weil es hier in die falsche Richtung geht. dass darüber hinaus die Inklusion an Regelschulen irgendwie besser, toller und ressourcenreicher vorangetrieben werden muss, steht weder im Widerspruch dazu, die Parallelstruktur abzubauen, noch bestätigt es ihre Menschenrechtskonformität.

    dass eine Regierung irgendeine Menschenrechtsverletzung abstreitet, sollte imho nicht allzuviel Gewicht beigemessen werden ; )

    achja: Lustigerweise steht in den General Comments, dass das Recht auf Inklusion quasi ein Recht des Kindes ist, nicht das der Eltern. Fand ich ganz interessant in dem Zusammenhang, dass hier der Vorschlag kam, den Elternwillen durch den Lehrkraftwillen abzulösen.

    OT: unter uns gesagt, bin ich garnicht so ein großer Fan dieses spezifischen Teils der Behindertenrechtskonvention und favorisiere deswegen auch für die oben beschrieben pragmatische Strategie, der Aufassung, dass das Menschenrecht auf Bildung und Teilhabe von Behinderten Menschen nur im inklusiven Schulsystem gelingen kann, offensiv argumentativ entgegenzutreten, statt auf einer obskuren Minderheitsmeinung zu beharren. Da mich das Thema aber irgendwie wirklich überhaupt nicht interessiert, ist es mir auch einfach egal - bin nur drauf angesprungen, weil ich mich mit dem Menschenrechtsvertragssystem gut auskenne +g

    ich halte es nicht für zielführend, das DIMR zu diskreditieren, nur weil man seine Auslegung nicht mag. das DIMR ist offizielle Menschenrechtsinstitution des Deutschen Staates und für die Umsetzung aller Menschenrechtskonventionen, die D ratifiziert hat, verantwortlich. aus meiner Erfahrung (hatte früher in anderem Zusammenhang öfters mit denen zu tun) sind die ne Menge, aber nicht inkompetent.

    wie jede UN-MR-Konvention, gibt es auch bei der CRPD "General Comments", die die Rechtsauslegung spezifizieren; hier ist GC Nr. 4 relevant. darin steht tatsächlich, ziemlich klar, was auch hier schon vorher geschrieben wurde, dass inklusiv halt eben nicht heisst, dass es andere parallele Strukturen gibt. und wenn uns der Special Rapporteur deswegen gerügt hat, dann ist dies wohl recht eindeutig ein Problem in der Umsetzung.

    wenn einem das nicht gefällt, gibts imho mehrere alternative Wege vor dem Austreten:
    - man hätte bei der Ratifizierung schon die Anmerkung machen können, dass wir uns bei Artikel 24 einen Sonderweg erlauben. Vermutlich geht das im Nachhinein nicht mehr (bin da nicht mehr voll im Thema)
    - normalerweise verstehen alle diese Konventionen, dass die Rechte nur Stück für Stück ausgebaut werden; dann dauert es halt, solang man irgendwie kleine Fortschritte macht. (ein Neubau kommt da natürlich blöd..)
    - man ignoriert die Nichtbeachtung und Rügen einfach; letztlich sind wir (wie andere Staaten) bei einer Reihe von Menschenrechten (aus unterschiedlichsten Gründen) nicht 100% konform. da passiert real genau garnichts. sozial wird es natürlich Sanktionen geben: als Lieblingsland der Menschenrechtscommunity muss man es dann aushalten, dass die mit dem Finger auf uns zeigen.

    tldr: imho ist es ziemlich unsinnig die Existenz von Förderschulen als konform mit der Behindertenrechtskonvention zu behaupten; stattdessen kann man ja auch selbstbewusst und begründet unsere Abweichung vertreten.

    Und aus welchem Zeitkontigent soll so ein Rundumservice abgezwackt werden? Dass das vielleicht wünschenswert wäre, verstehe ich, halte ich aber für völlig unrealistisch. Welches Gymnasium hat denn "Partnerunternehmen"? Wer pflegt diese Beziehungen? Und rechtfertigen drei Schnuppertage diesen ganzen Aufwand?

    wie oben schonmal erwähnt, ist die KAOA wirklich ausnehmend gut mit Entlastungsstunden "bezahlt" - dieser von kodi beschriebenen Rundumservice wäre für die entsprechenden KuK imho absolut leistbar, ohne sich zu überarbeiten.

    joah, wie gesagt. meiner Erfahrung nach sind KünstlerInnen ein bisschen zu sorglos - Zeugs steht da gern überall ungeschützt und neben der Kaffeetasse rum. ChemiekollegInnen würden da keinen Fuss reinsetzen - die sind ja wiederum immer sehr empfindlich bei dem Thema.

    imho lagern in Kunsträumen auch Gefahrstoffe, weswegen da nur entsprechend belehrte Lehrkräfte befugt/ kompetent sind, Risiken entsprechend einzuschätzen. davon abgesehen sind lustigerweise erfahrungsgemäß gerade KunstlehrerInnen besonders sorglos mit Gefahrstoffen..

    Im schulischen Bereich betrifft es aber ja auch Facharbeiten, Projektarbeiten, Referate, über mehrere Stunden anlegte Arbeitspläne... hab ich immer recht gerne gemacht, im letzten Halbjahr gingen solche Aktionen aber zu 100% schief, weil überwiegend nur noch KI Ergebnisse rausgerotzt wurden. Schade, dann eben nicht mehr.

    an sich word. leider gibts die Oberstufenreform in NRW. so blöd, pünktlich zu KI ein dreistündiges Fach einzuführen, bei dem ein Grossteil der Note von zwei-drei Präsentationen immer der selben "eigenständig" erarbeiteten Inhalte abhängt, ist man offenbar nur in NRW. Ich versteh ja, jeder soll Abitur bekommen, aber hätte man dieses Ziel nicht auch weniger aufwendig für die Schulen und Hauptfachlehrer gestalten können?

    apropos: wirklich lesenswerte Sammlung an Fehlern bei der neuen APOGOst von den Philologen - man schlägt echt die Hände über dem Kopf zusammen: https://phv-nrw.de/2026/01/30/ste…st-in-nrw-2026/

    am Absurdesten ist imho die unfassbare Menge an Entlastungsstunden, die da reingebuttert werden. Das steht zumindest im Gymnasium in wirklich absolut keinem Verhältnis zu welchem Aufwand man auch immer betreibt und schon garnicht, zu den Entlastungsstunden sonstiger Sonderaufgaben.

    Wenn jemand angestellt ist, bekommt er kein A13 (Besoldungsordnung für Beamte).

    ach echt? oO okay, ich geb zu, ich hab mich unklar ausgedrückt, aber hätte jetzt gedacht, man würde mich dennoch verstehen: Angestellte werden bei uns im Kollegium meist nicht auf E14 höhergruppiert, weil sie entsprechende Angebote abgelehnt haben. es scheint sich irgendwie noch weniger zu lohnen, als bei BeamtInnen.

    Mittlerweile, so nehme ich das wahr, ist es eher eine Ausnahme, dass man als Studienrat oder -rätin in Pension geht.

    bei uns (Gym, NRW) ähnlich: mir fällt wirklich kaum jemand ein, der/die mit 10 Dienstjahren noch A13 ist. Wenn, dann weil die Person sich wirklich unterirdisch wenig engagiert, viel TZ gemacht hat oder angestellt ist. Bis 2016 gabs da wohl ne Durststrecke, aber ich denke, wir sind auch kurz davor, dass die SL darum bettelt, dass sich jemand auf A14 bewirbt.

    was die Frage nach Schulentwicklung oder Kopiererwartung angeht: meist ist es ja so, dass man sich generell irgendwie empfiehlt und wenn man dann bedacht werden soll, wird halt irgendwas "gestrickt". Definitiv ist jemand von uns für nicht-digitale Medien A14 geworden, musste dann aber auch irgendein Konzept verfassen, was dann in der Schublade verschwunden ist. Auch Schulentwicklung wird dann spezifiziert; BNE, Medien, Sozialkompetenztraining blabla

    Das Urteil auf das ich hier abstelle ist dass, was dazu geführt hat, dass man damals auf die Bagatellgrenze für Teilzeitkräfte verzichtet hat. Obgleich das Urteil nur für Tarifbeschäftigte galt, hat man dann generell gesagt, dass bei allen Teilzeitkräften auf die Bagatellgrenze verzichtet wird. Das Urteil stellt im Tenor darauf ab, dass eine Teilzeitkraft zu keinem Zeitpunkt schlechter gestellt sein darf als eine Vollzeitkraft. Wenn aber eine Vollzeitkraft bei 28 Ustd. eben ihr volles Gehalt bekommt, eine Teilzeitkraft die eigentlich 25 Std Vertrag hat macht jetzt drei Stunden Mehrarbeit, dann arbeitet diese Teilzeitkraft 28 Stunden, bekommt sie aber nicht bezahlt. Damit verdient bei gleicher Stundenzahl die Vollzeitkraft mehr als die Teilzeitkraft und das darf zu keinem Zeitpunkt sein. Das ist der Tenor des Urteils bzw. der Urteile. Weil es da mittlerweile auch Bestätigung durch den EugH gibt.

    hattest Du das irgendwo verlinkt? das ist nämlich das, was mich auch am meisten wurmt.

    es klingt wirklich albern, dass Du keine problemorientierten Themen findest - vielleicht probierst Du es statt mit dem Begriff "Problem" mal mit dem Begriff "Kontroversität". Letztlich ist doch im demokratischen Prozess jede einzelne fitzelige politische Entscheidungsfindung ein Problem, weil es eben BewürworterInnen und GegenerInnen der Lösung und zT der Definition etc gibt. Wichtigste Frage im Sowi-Unterricht ist imho "Ist das so?"

    hier ist natürlich auch wichtig, was DeinE Fachleiterin Dir vorgibt, aber für mich klingt Deine Einlassung so, als ob Du immernoch Stunde für Stunde planst und in jeder ein Feuerwerk von Schülerorientierung und Problemorientierung abbrennen willst. das ist doch überhaupt nicht sinnvoll für die eigenen Ressourcen und den Lernprozess der SuS: Zu erwarten, dass ein einzelnes Problem für jedeN SchülerIn ein lebensweltbezogenes Problem darstellt, ist absurd und zum Scheitern verurteilt. ein Problem ist häufig deswegen einfach ein Problem für die SuS, weil Du es für sie zu einem machst - beim LK im Zweifelsfalle allein deswegen relevant, weil die nächste Klausur zu dem Thema ist.

    Nehmen wir das Beispiel Gesetzgebung EU. selbstverständlich ist das für eine einzige Stunde viel zu umfangreich und auch so formuliert kein Problem. aber als Sequenz zB als Versuch der Bewertung des eu-skeptischen Vorwurfs "entscheiden die da oben wirklich alles ohne Bezug zum Otto Normalmensch" total gut. Du zeigst dann halt eine einzige Stunde aus der Sequenz; das kann zB die Erarbeitung der Fragestellung anhand von Karikatur/ TikTokVideo von Alexander Krah oderwasweissich sein, die Erarbeitung der unterschiedlichen Fraktionen im EU-Parlament im Gruppenpuzzle sein (+gähn), die Erarbeitung des kompletten Gesetzgebungsvorgangs mit Kommission und Parlament anhand eines Beispiels im Zeitstrahl (+auchgähn, aber kann solide sein), Vorbereitung, Durchführung oder Bewertung eines Rollenspiels zu zB. Verbrenneraus, die Bewertung der Sinnhaftigkeit des Instruments EU-Referendums anhand von Kriterien, die Vorbereitung, Durchführung oder Bewertung eine Debatte über den Umgang mit RUS-Sanktionen, Möglichkeiten der Veränderung des Prozesses angesichts der "Vetomacht" von euroskeptischen Staaten in Szenariotechnik etc.pp

    auch Asylpolitik der EU ist selbstverständlich lebensweltbezogen - es geht doch immer darum, dass Entscheidungen auf der supranationalen Ebene Auswirkungen auf das Individuum haben.

    aber wie schon oben geschrieben: da Du Schwierigkeiten damit zu haben scheinst, Dich inhaltlich festzulegen, empfehle ich Dir, von der Methode oder dem Material her zu planen. Orientiere Dich daran, warum du den LK unbedingt zeigen möchtest; was bei Euch fluppt - das Sachthema EU ist es ja eher nicht. Du kannst natürlich auch vorher im Einstieg zu EU irgend ne offene Abfrage machen, welche Themen die am meisten interessieren. Gut ist, dass Du die historische Dimension abgehakt hast; das will echt niemand sehen, dass in der Sowi-UPP im LK so banale AFB1-Sachen abgefrühstückt werden (ich geb das immer als Dauerhausaufgabe auf und schreib nen angekündigten Test); würde bei der UPP eher und beim LK noch viel mehr auf den AFB 2 oder 3 gehen im Kernanliegen.

    ich vermute, das Problem ist nicht, dass Dir beim Thema EU keine lebensweltbezogenen Zugänge einfallen (was wirklich absurd wäre), sondern dass Du den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst und nicht anfangen kannst.

    wieauchimmer: entgegen der sonst gerne vertretenen Meinung bin ich nicht der Meinung, dass man erst das Thema der Stunde braucht, um zu planen, was Dir ja anscheinend schwer fällt. Man kann auch von der Methode her oder vom Material her anfangen und dann die anderen Komponenten ergänzen. Sprich: wenn Dir kein Gegenstand einfällt; vlt. gibt es eine Methode, die Du gut mit dieser Lerngruppe eingeübt hast/ oder magst oder ein Material (ob Einstieg, Hauptphase oder Transfer ist erstmal wumpe), das Du gerne verwenden möchtest. Dann nimmst Du Dir einfach ein beliebiges Lehrbuch und guckst, was so üblicherweise beim Thema EU für Sach-Inhalte (AFB 1) vorkommt. Anschließend überlegst Du, wo da Deine Methode oder Dein Material gut reinpasst. (muss ja nicht unbedingt die Abschlussstunde oderso sein) Weiterhin planst Du dann halt ne problemorientierte Reihe, in der Dein Material/Deine Methode sinnvoll an der Stelle drinne ist, wann der UPP-Termin ist. Dann noch die UPP-Stunde planen und jede Menge Veränderungen an Allem vornehmen. (ich bin immerwieder überrascht, wie sehr sich das Kernanliegen am Ende von dem am Anfang unterscheidet, obwohl oberflächlich gesehen alles gleich geblieben ist) Bis zur UPP machst Du dann noch mehrere Stunden, die von der Methodik her ähnlich sind, wie Deine UPP-Stunde und dann läuft alles ganz von selbst.

    also ich finde schon, dass man das rechtfertigen kann: die Steuer wird ja schließlich nicht auf Dein möglicherweise schonmal versteuertes Einkommen erhoben, sondern auf die Erträge, die Du daraus generierst. ich sehe nicht, warum da Kapitalerträge anders behandelt werden sollten, als z.B. Erträge aus vermietetem Wohneigentum, Investitionen in ein eigenes Unternehmen oder einer kostenpflichtigen Weiterbildung. An sich müsstest Du bei der Steuererklärung auch Verluste aus Kapitalanlagen mit Gewinnen verrechnen können. Ein Verlustrisiko gibt es bei jeder Investition und ist ja die Kehrseite der Rendite und bei Aktien ziemlich selbst gewählt - Du könntest ja auch Bundesschatzbriefe oderso kaufen.

    Dass man das mit der Kapitalertragssteuer grundsätzlich besser regeln könnte, also zB höherer Steuerfreibetrag oder ne progressive Besteuerung ist auf jeden Fall wahr, aber so wie die Dinge stehen, bin ich froh, dass überhaupt Steuern erhoben werden.

    das Argument mit der Kryptowährung verstehe ich nicht: Gewinne daraus müsstest Du ja auch versteuern. oder meinst Du, dass das ein Argument für Steuerflucht ist? das versteh ich, bin aber kein Fan von.

    Zum dritten Mal die Frage: Welches Bundesministerium meinst du denn? Und für was soll dieses zuständig sein?

    SuS der Sek I machen das auch oft intuitiv falsch und wenn man darüber nachdenkt, kann man den Fehler gut verstehen:

    Die Regierung eines Bundeslandes heisst nicht Bundesregierung, sondern Landesregierung.
    Die Regierung des Landes (Deutschland) heisst nicht Landesregierung, sondern Bundesregierung.

    Hatte sogar in der Sek 2 noch SuS, die Schwierigkeiten damit haben, die Länderebene und die Bundesebene richtig zuzuordnen und dann halt zu ner Frage wie nem Referenrum auf Landesebene, was zu Gesamtdeutschland schreiben. und da wir gerade bei Anekdoten sind: im afrikanischen Ausland hab ich oft erlebt, dass vermutet wurde, Germany/ Allemagne hieße auf Deutsch "Bundes", weil es ja auch Bundesliga heisst.

    Sächsischer Christstollen hingegen ist butterstrotzend, saftig, aromatisch und lange haltbar und schafft es, dass aus dem Ekelzeugs leckere, fruchtige Zutaten werden. Mehr als eine Scheibe zur gleichen Mahlzeit braucht man aber nicht. Ach ja, und ein "Original Dresdner Stollen" der Marke Dr. Quendt, den man für knapp 10 Euro bei Aldi bekommt, taugt auch nicht besonders viel. So das drei- bis vierfache muss man für ordentlichen Stollen schon hinlegen.

    Du scheinst ja ein echter Stollenkenner zu sein, vlt. kannst Du mir einen Tipp geben, wo ich einen bekommen kann, der wie der von meiner Oma schmeckt, die ihn wäschekörbeweise gebacken und dann wochenlang im kühlen Keller gelagert hat. das Rezept ist leider nicht überliefert, aber sie kam aus "Böhmen", also ist er vermutlich dem Sächsischen ähnlich. darin war kein Marzipan, nicht so viele Rosinen, wie zB bei Dr. Quendt, sondern ausgewogenes Verhältnis mit Orangeat und Citronat und der Überzug war nicht nur Puderzucker, sondern immer so abwechselnd Puderzucker mit Butter, so dass eine Art Kruste gebildet wurde. Hab mich in der Vergangenheit durch ein paar mittelpreisige, im Laden erhältliche Stollen durchprobiert, und der Annaberger kam dem am nächsten, allerdings hat der für meinen Geschmack zu viele Rosinen.

    damit es WillG nicht langweilig wird, hab ich hier noch ein pikantes Detail zu den "Zwei Kulturen" Wein vs. Milch: Laut häufig gehörter eigener Aussage haben die meisten MathematikkollegInnen ihr höchste Kompetenzstufe mit Ende des Studiums erreicht und dann geht es abwärts. Find ich total faszinierend, dass innerhalb Mathefachschaften immer total klar ist, wer die guten Mathematiker sind, die die Studieninhalte noch beherrschen. GeisteswissenschaftlerInnen hingegen kumulieren ihr Wissen Jahr für Jahr und altern wie Wein.

    Ich war in meinen Anfängen, also im Ref., 24 und hätte mich nie getraut, Schulbehörden zu informieren. Kann mir nicht recht vorstellen, dass alle sich grundlos gegen einen einschießen.

    ich meine, dass es kein Mut ist, die Schulbehörde zu informieren, sondern geradezu tollkühn: Meine letzten Erfahrungen als Lehrerrat diesbezüglich sind, dass die Schulbehörde in erster Linie daran interessiert, dass die Show weitergeht. So lange der Laden irgendwie läuft, haben die keine Zeit/ keine Lust irgendwo genauer hinzusehen - ob es moralisch oder dienstrechtlich nicht gut läuft oder Einzelne hintenrunter fallen ist im Zweifelsfalle egal und wird so "geheilt", dass wenigstmöglich Arbeit ensteht. auch wird mitunter ziemlich Druck ausgeübt auf Dritte, die einem bestimmten Vorgehen widersprechen, weswegen es leicht so aussehen kann, als stünde man alleine da.

    tldr: ist im Prinizp egal, ob man da was verursacht hat oder nicht, die Schulbehörde wird einer Einzelperson im System Schule nicht helfen. nicht schön, aber systemtheoretisch ein absolut sinnvoller Vorgang.

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