Beiträge von qchn

    Sächsischer Christstollen hingegen ist butterstrotzend, saftig, aromatisch und lange haltbar und schafft es, dass aus dem Ekelzeugs leckere, fruchtige Zutaten werden. Mehr als eine Scheibe zur gleichen Mahlzeit braucht man aber nicht. Ach ja, und ein "Original Dresdner Stollen" der Marke Dr. Quendt, den man für knapp 10 Euro bei Aldi bekommt, taugt auch nicht besonders viel. So das drei- bis vierfache muss man für ordentlichen Stollen schon hinlegen.

    Du scheinst ja ein echter Stollenkenner zu sein, vlt. kannst Du mir einen Tipp geben, wo ich einen bekommen kann, der wie der von meiner Oma schmeckt, die ihn wäschekörbeweise gebacken und dann wochenlang im kühlen Keller gelagert hat. das Rezept ist leider nicht überliefert, aber sie kam aus "Böhmen", also ist er vermutlich dem Sächsischen ähnlich. darin war kein Marzipan, nicht so viele Rosinen, wie zB bei Dr. Quendt, sondern ausgewogenes Verhältnis mit Orangeat und Citronat und der Überzug war nicht nur Puderzucker, sondern immer so abwechselnd Puderzucker mit Butter, so dass eine Art Kruste gebildet wurde. Hab mich in der Vergangenheit durch ein paar mittelpreisige, im Laden erhältliche Stollen durchprobiert, und der Annaberger kam dem am nächsten, allerdings hat der für meinen Geschmack zu viele Rosinen.

    damit es WillG nicht langweilig wird, hab ich hier noch ein pikantes Detail zu den "Zwei Kulturen" Wein vs. Milch: Laut häufig gehörter eigener Aussage haben die meisten MathematikkollegInnen ihr höchste Kompetenzstufe mit Ende des Studiums erreicht und dann geht es abwärts. Find ich total faszinierend, dass innerhalb Mathefachschaften immer total klar ist, wer die guten Mathematiker sind, die die Studieninhalte noch beherrschen. GeisteswissenschaftlerInnen hingegen kumulieren ihr Wissen Jahr für Jahr und altern wie Wein.

    Ich war in meinen Anfängen, also im Ref., 24 und hätte mich nie getraut, Schulbehörden zu informieren. Kann mir nicht recht vorstellen, dass alle sich grundlos gegen einen einschießen.

    ich meine, dass es kein Mut ist, die Schulbehörde zu informieren, sondern geradezu tollkühn: Meine letzten Erfahrungen als Lehrerrat diesbezüglich sind, dass die Schulbehörde in erster Linie daran interessiert, dass die Show weitergeht. So lange der Laden irgendwie läuft, haben die keine Zeit/ keine Lust irgendwo genauer hinzusehen - ob es moralisch oder dienstrechtlich nicht gut läuft oder Einzelne hintenrunter fallen ist im Zweifelsfalle egal und wird so "geheilt", dass wenigstmöglich Arbeit ensteht. auch wird mitunter ziemlich Druck ausgeübt auf Dritte, die einem bestimmten Vorgehen widersprechen, weswegen es leicht so aussehen kann, als stünde man alleine da.

    tldr: ist im Prinizp egal, ob man da was verursacht hat oder nicht, die Schulbehörde wird einer Einzelperson im System Schule nicht helfen. nicht schön, aber systemtheoretisch ein absolut sinnvoller Vorgang.

    also ich mein ja, in einem so langen Arbeitsleben hat jedeR mal ne Zeit, in der überproportional viel gefehlt wird. das wissend, wird halt trotzdem immer jemand was zu meckern haben. speziell zur Kinderwunschbehandlung einer Kollegin kann ich sagen, dass mich nicht so sehr spontane Fehlstunden gestört haben, sondern das permanente langfristige Fehlen nach der Implantation (sagt man das so?) wegen irgendwie Nicht-Gefährdung der Einnistung und dann nach erfolglosem Versuch für die Psyche. Die Kollegin hat glaub ich 3 oder mehr Jahre versucht dieses Kind zu bekommen und ist damit nicht offen umgegangen, dh alle waren nur noch genervt davon, dass sie gefühlt nur eine Woche im Monat gearbeitet und sich ansonsten vertreten lassen hat. Dass sie nach erfolgreicher Geburt eines Kindes dann mit der Wahrheit rausgerückt ist, hat es seltsamerweise kein bisschen besser gemacht. aber was juckt sie das - sie hat das, was sie will und das System gibt es her, also keine falsche Scheu.

    Grundsätzlich hat es so etwas bereits in der Vergangenheit gegeben. Ein analoges Beispiel: Wer in der Einführungsphase im ersten Halbjahr für einen Schüleraustausch im Ausland ist, kann im 2. Halbjahr die EF besuchen und dann die Versetzung in die Qualifikationsphase erhalten ("passende" Noten vorausgesetzt). Wendet man dieses auf dich an, dann könntest du noch jetzt in das laufende Schuljahr einsteigen und hättest keinen Zeitverlust.

    (Ich schreibe mit dem Blickwinkel aus Niedersachsen, aber Schulrecht ist in vielen Bundesländern sehr ähnlich, die haben alle voneinander abgeschrieben. Oder halten sich an die Regelungen der Kultusministerkonferenz.)

    gilt für NRW analog.

    ich würd an Deiner Stelle schnellstmöglich bei nem Berufskolleg mit Gymnasialkapitel anfragen - imho sind die deutlich flexibler und machen mehr möglich, als am Gymnasium. Vielleicht, weil ihnen einfach mehr an den SuS liegt.

    nur am Rande, weil es hier gerade im Subtext auch um die Wunschschulleitung geht: Ich hab mittlerweile den Eindruck, die schlimmste Eigenschaft, die Personen in Leitungsfunktion haben kann, ist das Bedürfnis der Eitelkeit, also geliebt/ gelobt etc. zu werden und es dafür jedem recht zu machen, um Zustimmung zu bekommen. (Mir fällt grade auf, dass ich da mit Max Weber konform gehe) Es gibt Ausnahmen, bei denen SL tatsächlich eine charismatische Herrschaft ausüben, aber die Verehrung ist in dem Job einfach systemisch nicht angelegt, weil Rollenwechsel, Ambivalenzen, Kommunikation, Menschen. Im Endeffekt haben die von mir erlebten narzisstischen Schul-und Weltverbesserer trotz hoffnungsvollem Start ein unangenehmeres, unsichereres, unmotivierendereses Klima geschaffen, als die verlässlichen "harten Hunde der Alten Schule", weil sie irgendwann entweder bei jeder wahrgenommenen Kränkung um sich geschossen oder sich komplett in den Burnout verabschiedet haben.

    interessant ist aus diesem Fred in Zusammenhang Folgendes:

    Zitat

    Die Lehrkräfte, die teilgenommen haben, können individuell über das Schuljahr verteilt zum Ausgleich 3 Stunden „frei“ bekommen. Ist es richtig, wenn wir diesen Ausfall unter C.21 (Sonstiger Grund) mit dem Hinweis „Ausgleich Tag der offenen Tür“ angeben?

    Gibt es denn signifikante Unterschiede im Stundenausfall zwischen Schulen mit gebundenem Ganztag, offenem Ganztag und ohne Ganztag (keine Ahnung, ob es das noch groß oder überhaupt an Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe I gibt)?

    als Lehrkraft, die an gebundenen und offenen Ganztagsgymnasien gearbeitet hat, muss ich das ganz klar bejahen: an Ganztagsschulen wurde zumindets bis zu Klasse 8 wirklich jeder Scheiss vertreten auch 9. Stunden ohne Material. Auch so schöne Ideen, wie "wir ziehen die Stunden vor und dafür habt ihr dann morgen die ersten beiden Stunden frei" funktionieren nicht, weil die Kinder halt aufbewahrt werden müssen.

    Weiß ich nicht. Ich habe es auf allen 3 Rechner, auf denen ich es gemacht habe sofort problemlos hinbekommen. Ich vermute ja etwas, dass die Leute, die damit Probleme haben, entweder schon vorher zu viel "rumgespielt" haben (Also schon vorher irgendwelche "Tricks" gemacht und sich so selbst das System zerschossen haben), sie sich für 1 Euro eine Volumenlizenz für eine Firma aus China geholt haben und sich jetzt wundern, dass die für Europa versprochene Lösung für Privatanwender bei ihnen nicht funktioniert oder das die noch immer ihre VPN anhaben um vorzugaukeln, dass sie nicht in der EU sind, um ihre Serien günstiger zu gucken. In allen 3 Fällen habe ich dann aber auch nicht besonders viel Mitleid.

    Dein wenig hilfreicher Beitrag passt so garnicht in das Bild von Dir, das ich habe. Ich find es problematisch, ne positive Einzelerfahrung zu verallgemeinern und dann zu unterstellen, diejenigen, die diese nicht gemacht haben, würden etwas falsch machen. wieauchimmer: gesternnacht tauchte der Button dann doch noch auf und ich hab mich registriert.

    joah, das Internet berichtet auch von solchen problemlosen Fällen - leider gehöre ich und viele andere nicht dazu. achja. regedit hab ich auch versucht. ehrlich gesagt, häng ich mich da nur so rein, weil ich den Familien-PC-Support mache und die langsam Panik schieben, weil ihr System nicht sicher ist. irgendwie kommt mir das auch wie Absicht vor.

    Bei mir ging es heute.

    ich hab die letzten Tage wirklich alles versucht, mit powershell und cmd. undwasweissich und immer hieß es, das Update sei in meiner Region nicht verfügbar, obwohl ich alle Kriterien für eine Registrierung erfüllt habe. Nachdem das in meinem gesamten Freundeskreis auch so war, hab ich gesternabend das Massgravel-Skript verwendet und hoffe, dass ich nach 3 min Arbeit den angezeigten Support für drei Jahre habe. mein nächstes Betriebssystem wird aber nach dieser Aktion definitiv linuxbasiert sein - ich seh überhaupt nicht ein, mein Thinkpad wegzuschmeissen.

    Zumindest bei uns haben alle "unbezahlte" Zusatzaufgaben. Auch diejenigen, die eine Entlastungsstunde erhalten (oder sich in einem Beförderungsamt befinden). Das wird auch klar voneinander getrennt, z.B. in "Jobbeschreibungen" oder Personalgesprächen.

    Gibt es an deiner Schule Personen, die nicht Klassenlehrkraft (oder Stellvertreter) sind? Wir haben jedes Jahr vielleicht drei, die diesen Job nicht machen. Dann hätten wir also drei, die alle außerunterrichtlichen Aufgaben erledigen müssen?

    beneidenswert, dass das bei euch so transparent ist, mit den Entlastungsstunden. Vielleicht liegt es am Bundesland. Bei uns in NRW gibt es ja zwei Töpfe für Entlastungsstunden (Besondere Belastungen + Schulleitungsaufgaben) und ich hab noch keine SL erlebt, die nicht systematisch Stunden aus dem Besonderen Belastungen-Topf in die Erledigung von Schulleitungsaufgaben gesteckt hat, die sie deligiert hat. Das kriegen die meisten KuK garnicht mit.

    ja, es gibt solche Personen bei mir an der Schule. Meistens haben sie NW-Fächer. Dein Schluss folgt allerdings nicht: habe nicht gefordert, dass KlassenlehrerInnen keine Zusatzaufgaben machen dürfen, sondern dass ich es schön fände, wenn man die nicht als unteres Drittel der Schafherde bezeichnet, nur weil sie keine Zusatzaufgabe haben. Meine Kritik richtet sich ja aber vor allem auch gegen unnötige Zusatzaufgaben. De-Implementierung find ich in dem zusammenhang nen schönen Begriff. Danke dafür =)

    Ergänzend zu vielen bisherigen Beiträgen, läuft es an meiner Schule so, dass die Leistungen der Kollegen von unserer Schulleitung vollkommen anders wahrgenommen wird, als die meisten Kollegen es wahrnehmen. Ein Kollege, der sehr gut darin ist, sich zu verkaufen und viel heiße Luft zu verströmen wird extrem, ich möchte es mal bevorzugt nennen, aber in seiner Klasse läuft eigentlich nichts. Die Noten sind gut, also beschwert sich auch niemand (von Seiten der Eltern).

    ich hab ehrlicherweise schlechteren Unterricht gemacht, als ich mich mit allem möglichen Kram engagiert habe, als jetzt. Das liegt vorallem daran, dass ich ständig zu spät kam, weil noch irgendwas mit der SL geklärt werden musste, aber auch, weil ich aufgrund von Zusatzaufgaben keine Zeit dafür hatte, den Unterricht vernünftig vorzubereiten. Kann mich noch gut daran erinnern, dass ich mich zu einem Thema, das ich noch nie unterrichtet hatte, einfach auf das Buch verlassen habe, um dann mittendrin nach 4 Stunden festzustellen, dass im Buch wesentliche Elemente weggelassen wurden.

    Ausgehend davon, dass ein Kollegium zu ungefähr einem Drittel aus hochmotivierten und engagierten, einem Drittel aus durchschnittlich engagierten und einem Drittel aus "verlorenen" besteht, bedeutet dies eine nicht unerhebliche Belastung für das obere Drittel.

    ich glaub nach den ganzen Beiträgen aus dem "unteren Drittel" müsstest Du Deine Grundannahme vlt.überarbeiten - sowohl was die Verteilung angeht, als auch die Belastung. Könnte mir vorstellen, dass es vlt. eher so wie in unserem Bundeshaushalt ist; Sprich: in Wirklichkeit ist der "schmarotzende" Teil geringer, als man denkt und für die anderen BürgergeldempfängerInnen gibt es gute, zum Teil systemische Gründe, die oberen 5% haben die Fäden in der Hand und zahlen keine Steuern (kriegen Entlastungsstunden) und die Mitte ist diejenige, die davon eigentlich belastet wird und kann sich zwischen Pretention und Exit entscheiden.

    im Übrigen - ich bin ja kein Mathelehrer - aber imho wird es immer ein unteres Drittel geben, egal wie engagiert die KuK sind. Wenn man darunter aber Klassenlehrer mit Korrekturfach versteht, die einfach nur Ihren Job bei Unterricht und Beratung machen, brav zu allen notwendigen Terminen und pünktlich zu Aufsichten kommen, ihre Noten eintragen, eine Klassenfahrt oder einen Ausflug planen etc., dann verkennt man den Wert derjenigen, die den Laden am Laufen halten massiv. (bin weder das Eine, noch das Andere)

    Abschließend ein letzter Gedanke zum "engagierten oberen Drittel": an einer meiner Vorgängerschulen zeichnete sich dieses Drittel durch ein permanentes Generieren von Mehrarbeit für den Rest des Kollegiums aus [...]

    WORD. Darüber hinaus muss man sich echt mal fragen, ob diese ganzen Privatprojektchen wirklich sein müssen und die SuS weiterbringen, oder ob sie nicht schlicht vom ungestörten Lernen ablenken. Ich würde ja gerne die alte Kleiderschrank-Regel "Für jedes neue Projekt muss ein altes raus" in Schule etablieren. Stattdessen hilft halt nur im Sinne von Marie Kondo: regelmäßig ausmisten, anstatt immer mehr zu machen, bis auch die letzte Schule ein ununterscheidbares Musik-Kunst-Sprachen-Naturwissenschafts-Sport-Kreativitäts-Informatik-Projektarbeits-SozialesLernen-Berufsorientierungs-Toleranz/Demokratie/EU-AußerschulischePartner-Profil hat.

    Eine weitere Beobachtung von mir ist, dass die - von einem Kollegen mal als "Schlichtlehrer" bezeichneten KuK - häufig die ganze Last des Tagesgeschäfts tragen, weil sie halt Vollzeit ohne jegliche Entlastung und Wertschätzung "buckeln", während ich mich manchmal frage, ob nicht auf bestimmten protegierten Angehörige der "Bourgeoisie" vielleicht zu Unrecht und zum Teil sehr intransparent die Entlastungsstunden mit dem Füllhorn ausgeschüttet werden. Aus Lehrerratssicht ist dann auch immer interessant, aus welchem Entlastungstopf die Schulleitung eigentlich die Stunden hernimmt..

    POV: jemand, der von extrem engagiert, familienbedingt auf vermutlich schon an der Grenze zum "unteren Drittel" ist. (was sich aber vielleicht auch irgendwann auch mal wieder ändert, wenn man mich nicht quasi als Bodensatz labelt. In dem Zusammenhang ist auch nochmal überlegenswert, ob nicht vielleicht einige, als unteres Drittel identifizierte KuK in Teilzeit sind und man deswegen nicht so viel von ihnen hört.)

    Letztlich möchte ich aber auch nochmal die Beziehungsarbeit unterstreichen - wenn man, wir zB wie wir in der letzten COPSOC-Umfrage ein Klima haben, in dem SL als ungerechter als der Landesdurchschnitt bewertet wird, dann hat das halt auch Auswirkungen auf die Moral.

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