Beiträge von BaldPension

    Und alle anderen verdrehen die Augen, weil die alten Herren immernoch über die verschwendete Zeit von vor 50 Jahren reden. Ein trauriges Leben, wenn ein Pflichtdienst ein so zentrales Highlight war, dass man als alter Mann nichts anderes zu erzählen hat.

    Was ist denn das jetzt für eine herablassende Spitzenleistung, die Du hier abziehst? Lernt man das heute so?

    Den Wehrdienst pauschal als "verschwendete Zeit" abzutun, spricht Bände.8)

    sorry, aber ich habe selten so einen verklärenden Blödsinn gelesen. Wir haben das gemacht, weil wir es machen musten. Geliebt haben das die Wenigsten und bestimmt nicht aus innerer Selbstverständlichkeit oder Überzeugung. Ein notwendiges Übel, dass man schnell hinter sich gebracht hat. Die Zivildienstleistenden haben wenigstens noch was sinnvolles gemacht, die anderen haben ihre Zeit nach der Grundausbildung mit rumsitzen in der Kaserne totgeschlagen...

    Da kann ich ja nichts dafür, wenn Du mit so einer Einstellung den Wehrdienst angetreten hast. Wenn Du in Deiner Einheit negative Erfahrungen gesammelt hast, ist es halt so.

    Aber dreist finde ich, meine Äußerungen als verklärenden Blödsinn abzutun. Es ist auch ein Schlag ins Gesicht meiner ehemaligen Kameraden. Einige haben sich nach der Grundausbildung länger verpflichtet, einige andere treffe ich regelmäßig im Reservistenverband wieder.

    Und in welcher Einheit hast Du gedient?8)

    Wir leben auf zu verschiedenen Planeten!8)

    Nein, ich bin zu frisch um in dieser Zeit gelebt zu haben. Ich bezweifle aber, dass die Überzeugung und Selbstverständlichkeit groß anders ist als heute. Und die empirische Qualität meines Gefühls dürfte in etwa so valide sein, wie es deine Anekdote ist.

    Aber, was Du glauben kannst, ist die Tatsache, dass wir einfach gemacht und nicht so viel gelabert haben.

    Wir wurden auch nicht so im pädagogischen Wattebausch erzogen. Es wurde geknechtet und gut war.

    Wir hatten eine Menge Spaß und Kameradschaft. Und auch, das gebe ich zu, abends nach dem Dienst, ordentliche Humpen geplockt.

    Und wenn wir Baby-Boomer heutzutage irgendwo auf einer Feier unbekannte Altersgenossen begegnen, haben wir Reservisten sofort ein gemeinsames Gesprächsthema und schon wird gelacht. Man versteht sich. -Gesellschaftliche Klammer!8)

    Ich halte es da mit Helmut Schmidt: „Es gibt Situationen, die so im Handbuch nicht vorgesehen sind.“

    Das war seine Antwort auf die Frage, wie er denn bei der Sturmflut in Hamburg die Bundeswehr im Inneren einsetzen konnte, wo der Bundeswehreinsatz im Inneren damals generell verboten war. Der Einsatz im Katastrophenfall wurde erst aufgrund der Vorkommnisse in Hamburg später ins Grundgesetz aufgenommen.

    Und genau solche Politiker wie Helmut Schmidt bräuchte unser Land dringendst!

    Ich bin froh, diese Zeiten noch erlebt zu haben. Das hat geprägt und Maßstäbe gesetzt.

    Auch in anderen Bereichen bräuchten wir mehr Helmut Schmidts.8)

    Selbstverständlich war es für euch auch nicht, sonst hätte es keine Pflicht gebraucht.

    Was erzählst Du hier eigentlich? Hast Du in dieser Zeit gelebt? Wenn ja, wo hast Du gedient? In welcher Einheit? Oder in welchem Krankenhaus?

    Sicher war es formal gesehen eine Pflicht, aber wir haben mit Überzeugung und innerer Selbstverständlichkeit für die Gesellschaft gedient. Und genau das unterscheidet uns von der heutigen jungen Generation. Noch Fragen?8)

    Und was die Infrastruktur angeht: In den 1950ern hat die Adenauer-Regierung die Wehrpflicht in 2 Jahren (1955-57) eingeführt. Man muss nur wirklich mal wollen. Also nicht labern sondern einfach mal machen!

    Da gebe ich Dir Recht!

    Aber, in Deutschland hat sich eine Macht immer weiterentwickelt. Diese Macht ist viel mächtiger als alle Parteien und Politiker zusammen...Die Bürokratie!

    So gesehen brauchen wir eigentlich gar keine richtigen Waffen. Falls Putin-Russland hier elnzumarschieren gedenkt, wäre die Bürokratie schon abschreckend genug.8)

    Ich glaube nicht, dass wir das richtige Mindset haben.

    Ich sehe auch nicht, dass es in unserer Gesellschaft so etwas wie eine gemeinsame gesellschaftliche Klammer gibt. Ich bin froh, als Kind der 1960er da bessere Zeiten erlebt zu haben. Wir W-15er in den 1970ern waren da völlig anders unterwegs. Pflichtbewusstsein für die Gemeinschaft, egal ob Bundeswehr oder Zivildienst, war für uns selbstverständlich. Da wurde nicht gelabert, sondern einfach nur gemacht und Gemeinschaft erlebt.

    Ich hätte die Wehrpflicht beibehalten und auch den Zivildienst erweitert. Das Fehlen des Letzteren hat u.a. auch zur Misere geführt, die wir im Krankenhaus- und Pflegebereich jetzt haben.

    Ich glaube nicht, dass wir das richtige Mindset haben. Hätten wir es, würden wir wie in der DDR bei den Bundesjugendspielen den Schlagballwurf mit Handgranaten-Attrappen machen.

    Eine Durchmilitarisierung der Gesellschaft würde ich jetzt nicht wünschen wollen, aber vielleicht mal im Sportunterricht wieder mehr den Leistungsaspekt und Wettkampfgedanken in den Mittelpunkt stellen.

    Dass man bei Bundesjugendspielen auf Urkunden verzichtet, wie wir sie früher hatten, habe ich kein Verständnis.

    Die Wehrpflicht muss ja noch beschlossen werden. Für die Erstellung der Infrarstruktur braucht es auch noch Jahre.

    Aber, warum nicht jetzt sofort für die Schulabgänger mit einem verpflichtende sozialen Dienst beginnen? Kann Krankenhaus, Pflegebereich, Feuerwehr, Rotes Kreuz, THW...sein.

    Es wird Zeit, dass die Jugend da mal endlich in Quark kommt. Mussten wir damals auch.8)

    Oder meinst du mit "insbesondere Westeuropa", dass er kein Interesse an den Niederlanden hat und man ihn deshalb gewähren lassen sollte?

    Man muss Putin-Russland eine ganze Menge entgegensetzen, damit es mit seinem gewalttätigen und kriegsverbrecherischen Imperialismus nicht durchkommt!

    Selbst auf die Gefahr eines Shitstorms werfe ich dazu mal ein paar Fragen/Gedanken in den Raum:

    Was setzen wir militärisch entgegen, wenn die USA die NATO in ein paar Jahren verlassen wird? Die USA sich weiter Russland annähern wird?

    Wie sieht es mit der Einigkeit der EU und Europa-NATO in der Realität aus? Was ist, wenn Westeuropa sich immer weiter in Richtung Rechtspopulismus entwickeln wird? Können wir mit Ungarn, Tschechien und Slowakei an einem Strang ziehen? Wie verlässlich ist der NATO-Partner Türkei?

    Was ist, wenn Deutschland und Westeuropa sich mit der militärischen Unterstützung der Ukraine finanziell verheben und der Rückhalt in der Bevölkerung schwinden wird?

    Falls Putin-Russland die RestNATO angreifen würde: Hat unsere Bevölkerung das richtige mentale Mindset für die Verteidigung? Hält unsere Bevölkerung geschlossen zusammen? Ein paar Steuergroschen mehr für die Bundeswehr auszugeben und dann unseren Soldaten "So, es ist Krieg! Macht mal! Euer Job!" zuzurufen, würde nicht genügen...

    Ich fürchte, in der Epoche und im Klammergriff der mächtigen Autokraten und Diktatoren (China nicht vergessen!) ist es momentan nicht wirklich unsere Zeit...

    Aber nicht, dass Ihr jetzt denkt, ich würde pessimistisch denken! Aber, was sagen wir Putin, wenn wir ihm gegenüberstehen? "Sehr geehrter Herr Putin! Das freie Europa hat einstimmig beschlossen, Sie nicht gewähren zu lassen. Und nach Den Haag müssen Sie ja auch noch!"?8)

    Mhh,...lese zur Zeit R.D. Precht...Da kommt so ein Satz vor, dass es nicht bewiesen sei, dass Russland sich weitere Länder, insbesondere Westeuropa, vorknöpfen würde, wenn es Putin gelänge, die Ukraine einzunehmen.- Wenn ich es richtig verstanden habe.

    Wie seht Ihr das?8)

    Immer schön drauf auf jemanden, der eh schon mental am Boden liegt!

    Dass jemand in so einer Situation den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen kann, scheint hier den Ratschlaggebenden nicht sonderlich zu interessieren.

    Ich bin darüber erschrocken, mit welchem oberlehrerhaften und vorwurfsvollen Unterton der TE begegnet wird.8)

    Ich bin halt ein schüchterner Mensch. Wenn ich nur unter Kindern bin ist das kein Problem, sobald ein Erwachsener aber da sitzt und mich beobachtet und bewertet schaltet sich bei mir irgendwie der Kopf aus.

    Hallo Maddie64,

    wäre auch unnormal, wenn es nicht so wäre!

    Ich denke, dass Deine natürlichen Voraussetzungen ganz gut sind. Du scheinst ein empathischer Typ zu sein, der auch bestimmt gut zuhören kann Das Letztere können nur wenige wirklich gut, meine Erfahrung jedenfalls.

    Schüchternheit? Das legt sich, wenn man genügend Distanz zu mental toxischen Einflüssen hält. Im Referendariat nicht wirklich einfach.

    Die selbstdarstellerischen Blender und Typen wie "Sie haben Probleme mit der Klasse Y? Bei mir arbeiten immer alle (!) Schüler gut mit!" braucht heutzutage niemand mehr.

    Nach jahrzehntelanger Erfahrung bin ich der Meinung, dass wir Lehrerinnen und Lehrer brauchen, die Ruhe ausstrahlen und diese den Schülern auch vermitteln.

    Diese Hektik und Aufgeregtheit muss endlich mal ein Ende haben, auch in der Schulstube. Geschrei und Aufregung haben wir in der gegenwärtigen Welt eh schon genug.8)

    Ich finde diese ganze Diskussion hier sehr interessant und vielfältig beleuchtet.

    Der Rechtspopulismus scheint auf dem Vormarsch zu sein. Selbst Westeuropa hat sich dahingehend verändert. Oder zeigt die letzte Wahl in den Niederlanden, dass es beim Vormarsch doch Grenzen gibt?

    Ist Trump repräsentativ für den Rechtspopulismus oder ein spezieller Typ für sich?

    Ich denke, die Stimmungs- und Gemengelage ist viel komplizierter als sie zu sein scheint. Wie sieht es mit der Magabewegung aus? Inwieweit treffen im Politikfeld überhaupt noch die klassischen Einordnungen von Links bis Rechts zu?

    Wie sehen die Schüler und Eltern das eigentlich heutzutage wirklich?8)

    Ich würde heutzutage nicht mehr Lehrer werden, wenn ich mir unsere Gesellschaft in ihrer gegenwärtigen Verfasstheit so betrachte.

    Denjenigen jungen Menschen, die sich trotz dessen für den Lehrerberuf entscheiden, gilt mein allergrößter Respekt!8)

    Erstmal großen Respekt vor Deiner großen Lebensleistung, werte Milli85 !

    Ich würde versuchen, aus dieser ganzen Schulblase komplett auszusteigen und mir andere beruflichliche Horizonte erschließen.

    Heutzutage hat man dafür mehr Möglichkeiten als zu unserer Baby-Boomer-Zeit. Da war der Konkurrenzdruck, egal in welcher Branche, wesentlich größer.

    Das System Schule scheint es noch nicht mitbekommen zu haben, dass es sich immer mehr als guter Arbeitgeber beweisen muss, um überhaupt noch Arbeitskräfte zu bekommen. So nüchtern kann man das heute betrachten.

    Ich habe in den letzten Jahren nicht schlecht gestaunt, als ich wahrgenommen habe, dass einige jüngere Kolleginnen und Kollegen sich vom Lehrerberuf komplett verabschiedet haben und jetzt (Erfolgreich!) etwas anderes machen.

    Die Zeiten haben sich grundlegend geändert. Als Arbeitnehmer, auch im Schulbereich, ist man nicht mehr der Bittsteller wie noch vor ein paar Jahrzehnten. Stichwort Arbeitskräftemangel!

    Auf die Schulminsterien kommt jetzt eine ganze Tüte voll Arbeit zu, den Arbeitsplatz Schule für die Lehrer endlich attraktiv genug zu gestalten. Dabei geht es nicht nur ums Geld.8)

    Waldorfschulen und Waldorfschüler ticken anders. Das ganze Waldorfumfeld ist eine eigene Welt für sich. Ist nicht wertend gemeint. Ich denke, wenn man an der Waldorfschule arbeitet, sollte man sich mit der Anthroposophie auseinandersetzen wollen. Unterricht muss anders gedacht werden als an einer Staatschule.

    Man sollte sich entscheiden, ob man das will.8)

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