Beiträge von wieder_da

    OBAS an der Grundschule gibt es genau seit acht Wochen und drei Tagen. Dafür ist nicht alles zutreffend, was auf der von Miss Othmar verlinkten Website steht.

    Weiß jemand, ob man ein Bachelor (7. Semester) reicht um den OBAS zu machen? Ich habe bereits die PE hinter mir und würde gerne weitermachen!

    Hast du sieben Semester studiert oder betrug die Regelstudienzeit sieben Semester?

    „Ideologisch“ bin ich voll auf der Seite von WillG, Kieselsteinchen und Sissymaus: Ich versuche selbst, Jungs und Mädchen nicht gemäß irgendwelcher Rollenklischees zu behandeln, sondern gleich, also mit Blick auf die Situation und ihre Bedürfnisse etc., aber nicht mit Blick auf ihr Geschlecht.

    Aber: Auch wer nicht Philosophie studiert hat, kennt vielleicht Kants Definition von Aufklärung als „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“ Auf das „selbstverschuldet“ kommt es mir an. Mit Blick auf die Kinder einer armen Bauernfamilie im 18. Jahrhundert, die vielleicht keine schulische Bildung bekommen haben, finde ich die Definition reichlich zynisch. Nun besteht im Jahr 2023 aber schon lange eine Schulpflicht und seit 50, 60, 70 Jahren wird diese auch tatsächlich für alle durchgesetzt. Es gibt Bibliotheken. Es gibt das Internet.

    Irgendwo in seiner Biographie hat heute jeder von uns Kontakt mit Gedanken, die wir - bei allen Meinungsunterschieden - evtl. als „fortschrittlich“, „aufgeklärt“ etc. bezeichnen würden. Irgendwo muss der Einzelne dann aber auch die Entscheidung treffen, diese für sich anzunehmen und umzusetzen - oder eben nicht.

    Das Wort „selbstverschuldet“ würde ich selbst im übrigen auch heute noch nicht selbst wählen. Vielleicht gibt es Frauen, die ganz stark in Richtung traditioneller Rollenbilder gedrängt wurden und die erst sehr spät Kontakt zu anderen Ideen bekommen haben. Vielleicht ist es für sie tatsächlich nicht möglich, „den Schalter umzulegen“. Zugestanden. Aber bevor ich eine strukturelle, systematische Benachteiligung von Frauen im Schulsektor (!) annehme - es geht also um nach 1958/1959/1960 geborene Frauen mit Abitur und Universitätsstudium - bräuchte ich zuerst Belege dafür, dass die Entscheidung relativ vieler dieser Frauen für Teilzeit, Elternzeit etc. wirklich das Ergebnis einer solchen Benachteiligung ist und nicht das Ergebnis ihrer eigenen aufgeklärten, selbstgewählten Entscheidungen.

    Wie du schon korrekt beschrieben hast, sind noch immer Leitungspositionen in Schulen mehrheitlich männlich besetzt, was in Anbetracht der deutlich höheren Quote von Frauen im Lehramt selbst doch bemerkenswert ist. Gerade das ist doch Ausdruck (bisheriger) systematischer Benachteiligung, deren Ursachen freilich viel komplexer sind, als eine reine Benachteiligung in Besetzungsverfahren an sich, die ja gerade vermieden werden soll.

    Kannst du ein Beispiel für eine solche systematische Benachteiligung nennen?

    Tatsächlich scheint die Chance, Schulleiter zu werden, für männliche Lehrkräfte an der Grundschule ungleich höher. Jedenfalls ist ihr Anteil an den SL 60% höher als der Männeranteil an den Grundschullehrkräften insgesamt.

    In NRW kann Konrektor oder Rektor an einer Grundschule werden, wer das 2. Staatsexamen hat und erfolgreich die Schulleitungsqualifizierung absolviert. Zwischen Männern und Frauen wird dabei nicht unterschieden - das wäre strukturelle Diskriminierung. Es haben aber zum einen weniger Kolleginnen als Kollegen Interesse an einer Position in der Schulleitung, zum anderen haben viele Kolleginnen sich für Teilzeit und/oder für jahrelange Auszeiten entschieden. Das sind Entscheidungen, die zuhause getroffen worden sind und die das eigene Rollenbild (und das des Mannes) widerspiegeln. Weil das Frauen sind, die in den 80er und 90er Jahren großgeworden sind, halte ich auch nicht für zutreffend, das sie halt unaufgeklärt und unmündig sind und ihre wahren Möglichkeiten und Interessen nicht kennen. Nein, sie haben sich bewusst dazu entschieden, dass sie den Großteil der Erziehungsarbeit leisten und den Beruf zurückstellen.

    Du beziehst dich immer auf dieses Urteil aus Mecklenburg-Vorpommern. Darin steht beispielsweise, die Beschränkung des Wahlrechts auf Frauen diene

    Zitat

    „der Beseitigung strukturell bedingter Benachteiligung von Frauen, die der Gesetzgeber nach wie vor bezogen auf den Bereich der Führungspositionen auf der Grundlage einer nachvollziehbaren und vertretbaren Einschätzung annimmt.“

    Ich arbeite an einer Grundschule. Der Anteil der Frauen in Schulleitungspositionen macht hier 72 % aus. An meiner Schule sind Rektorin und Konkrektorin weiblich. Dass das an weiterführenden Schulen und in der freien Wirtschaft anders aussieht, ist mir klar, aber ich wäre ja nur der Gleichstellungsbeauftragte für mein Kollegium gewesen.

    Weiter steht in diesem Urteil,

    Zitat

    Vorliegend stellt die Beschränkung auf eine weibliche Gleichstellungsbeauftragte sicher, dass Frauen eine weibliche Ansprechpartnerin für Gleichstellungsangelegenheiten haben, was die Bereitschaft, die Hilfe der Gleichstellungsbeauftragten tatsächlich in Anspruch zu nehmen, bei Frauen steigern wird.

    Aha. Würde ich an der Grundschule durchgehen lassen. In einem Politik-, SoWi-, Philosophie-, …-Kurs der Oberstufe würde so eine Begründung („Das wird dann wohl so sein“) von mir nicht die volle Punktzahl kriegen. Und wenn es so wäre: Was wäre mit den Männern, die eher die Hilfe eines männlichen Gleichstellungsbeauftragten annehmen würden?

    Unterm Strich sehe ich es so wie einer der Richter, der fragt,

    Zitat

    „ob angesichts der Fortschritte in dem Bemühen um Gleichberechtigung eine weitere, und zwar eine gerade mit einer Diskriminierung verbundene Maßnahme zwingend erforderlich sein kann.“

    Finde ich jetzt nicht problematisch, solange die Ursache nicht eine strukturelle Diskriminierung, sondern einfach anderes Verhalten bei der Berufswahl ist.

    Aber mal anekdotisch etwas, was m. E. überhaupt nicht sein darf: Grundschule, 12 Kolleginnen, 1 Kollege. Dieser wird vom Kollegium zum Gleichstellungsbeauftragten gewählt. Sechs Wochen später wird diese Wahl einkassiert (ob von Schulamt oder Bezirksregierung, weiß ich jetzt nicht): Die Gleichstellungsbeauftragte muss eine Frau sein 🤷‍♂️ Es hat mich jetzt nicht getroffen, ich habe hier genügend andere Aufgaben. Aber ich könnte ja auch ein alleinerziehender Vater sein oder homosexuell oder … halt jemand, der zu einer Minderheit gehört, diskriminiert wird oder sich zumindest diskriminiert fühlt und der in dieser Position eben die Interessen von Minderheiten vertreten und sich gegen Diskriminierung einsetzen wollte.

    Ganz ehrlich, der Klage würde ich sogar gelassen entgegensehen, wenn ich der beklagte Lehrer wäre. Wenn ich aber bloß von einer Schule gehört hätte, an der einem Lehrer von einem Elternteil mit einer Klage gedroht wurde … würde ich eher noch ein paar Katzenvideos auf youtube gucken, als mir darüber Gedanken zu machen. Wenn mich so etwas beschäftigt, also wenn es einen konkreten Anlass gibt, frage ich meine Schulleitung. Die klemmt sich dann auch gerne dahinter.

    Grundsätzlich finde ich eine kritische Betrachtung wie von Schweigeeinhorn schon angemessen. Bei uns gab es auch den ein oder anderen Wunsch nach Schulwechsel (von Eltern). In jedem einzelnen Fall setzen sich die Probleme an der neuen Schule unverändert fort, so dass die beiden betroffenen Schulen jetzt eine neue Vorgehensweise vereinbart haben.

    Ich finde aber, dass in diesem Fall in Beitrag #1 durchaus Gründe angeführt werden, die einen Wechsel der Klasse nahelegen.

    Ganz konkret in Ellaas Umgebung ist vorgesehen, aus Region A (mit Lehrerüberhang) in die durchschnittlich ausgestattete Region B abzuordnen und von B in die Region C (mit krassem Lehrermangel). So sollen Fahrstrecken deutlich über 35 km vermieden werden.

    Man ist auf der Suche nach mehr Lesezeit und schaut nach HH, wo es ein entsprechendes Programm gibt.

    HH hat aber nicht den Englischunterricht gestrichen, sondern leistet sich 108 h Unterricht in der Stundentafel, andere Länder haben nur 92, 94, 96 oder 98 h in ihrer Stundentafel.

    Wenn man statt 108 h nur 92 h auf 4 Jahre erteilt, hat man entsprechend weniger Zeit zum Üben.

    Was du im Folgenden schreibst, kann ich durchweg unterschreiben.

    Die 108 Stunden in der Stundentafel können ja aber nur eine Forderung für die Zukunft sein. Vielleicht für 2035, hoffentlich schon für 2030. Auf jeden Fall sind sie keine Lösung für jetzt. Auch hier wieder: Nicht hier, nicht in meinem Teil von NRW. Wenn es woanders einen Überhang an Grundschullehrern gibt oder viele Lehrer:innen von Teilzeit auf Vollzeit gehen wollen oder die Schülerzahlen in den nächsten Jahr zurückgehen: Gerne 108 Stunden und Englischunterricht!

    (Achtung! 1 Jahr später kommt am Gymnasium dann die 2. Fremdsprache)

    Ja, am Gymnasium. Die Grundschule ist aber eine Gesamtschule, auf der Kinder gemeinsam lernen, die später unterschiedliche Schulformen besuchen werden.

    Im Gegenzug gibt es mehr Lesentrimmen.

    Hier in NRW ist „trimmen“ negativ konnotiert. Meinst du das so oder ist das in Bayern anders? Ich höre meine Kinder über das gesamte Schuljahr hinweg vielleicht zwischen 30 Minuten vorlesen. Das finde ich gerade beim Schreiben gar nicht sooo wenig. Aber das ist kein Lesetraining, kein Vermitteln von Lesekompetenz. Es ist Vorlesen von Hausaufgaben, Aufgabenstellungen und Texten. Für Lesetraining, für Vermitteln von Lesekompetenz in Gruppen, die kleiner sind als meine gesamte Klasse, gibt es keine einzige Minute.

    In den Ländern, die unter 100 Stunden in der Stundentafel in der GS haben, könnte man auch einfach die Stundenzahl raufsetzen.

    Dass es zu wenige Lehrkräfte gibt, wird sich nicht dadurch ändern, dass man Englisch streicht.

    Ich verstehe jetzt nicht die Ironie oder den Scherz, den du bestimmt meinst. Denn das es bei gleichbleibender Lehrerzahl und einem Fach weniger mehr Unterrichtszeit für die anderen Fächer gibt, erkennen wir ja alle.

    Vielleicht ist es in diesem Fall mal ganz gut, dass Bildung Ländersache ist. Von mir aus könnte man die Entscheidung sogar gerne den Schulen überlassen. Irgendwo gibt es ja Lehrerstunden für Doppelbesetzungen, Klassen mit 20 Kindern und Klassen, in denen alle Kinder Deutsch sprechen. Wie gesagt, dort kann man dann gerne auch Englisch unterrichten. Hier täte es mir für meine stärkeren Kinder auch leid, wenn das Fach wegfiele. Es wäre ja ein Verlust an Breite zugunsten einer Förderung, die sie nicht brauchen. Diese Kinder werden aber am Gymnasium die Unterrichtsinhalte von 2 bzw. 4 Jahren Grundschulenglisch schnell aufgeholt haben. Ähnliches gilt für die Kinder mit Defiziten in Mathe und vor allem Deutsch nicht.

    Gibt es entsprechende Studien auch für andere Fächer (Musik, Kunst, Sachunterricht, Sport, ...)?

    Eventuell kann man dann noch viel mehr Fächer in der Grundschule abschaffen. Wenn das das einzige Argument ist.

    Wenn es dazu eine eindeutige Studienlage gibt, könnte man drüber nachdenken ;)

    Bei Musik würde ich einwenden, dass im Musikunterricht viel entstehen kann, von dem außerhalb des Unterrichts die ganze Schulgemeinschaft profitiert. Und dass durch ein Streichen eine Ausdrucksebene wegfiele für die Kinder, die im Sprachgebrauch nicht so fit sind. Bei Kunst hätte ich genau die gleichen Einwände. Beim Sachunterricht fände ich es schade um das Wissen über die unmittelbare Lebenswelt der Kinder und beim Sport um die Gesundheitsförderung …

    Und bei allen Fächern, Englisch eingeschlossen, gibt es natürlich noch überfachliche Kompetenzen, die neben den fachlichen Kompetenzen vermittelt werden. Trotzdem sind aber einige Fächer grundlegender als andere im Sinne von: Wenn ich erstmal weiß, was Nomen, Verben, Subjekte, Prädikate sind, dann fällt mir auch das Lernen einer Fremdsprache leichter.

    Die möglichen Themen sind so breit, was bräuchtest du denn am ehesten?

    Ich brauche eigentlich gar nichts, ich unterrichte jetzt auch schon seit fünf Jahren an der Grundschule, insgesamt im achten Jahr nicht ohne ganz gute Lernerfolge in meinen Klassen.

    Ich möchte aber auf gar keinen Fall während der OBAS - wie gesagt, im Grunde ein Referendariat neben dem Job, in meinem Fall mit Klassenleitung und weiteren Funktionen - irgendwas nacharbeiten, das sämtlichen Kolleg:innen im Seminar bereits geläufig ist. Und ich möchte nicht während der Sitzungen googlen, wer oder was das denn schon wieder ist.

    Vieles kenne ich natürlich schon. Was ISD genannt hat, ist ja beispielsweise nicht grundschulspezifisch bzw. nicht unbedingt Fachwissen aus dem Lehramtsstudium. Mit anderen Dingen wie EIS oder PIKAS bin ich wiederum aus der Unterrichts(vorbereitungs)praxis vertraut.

    Aber generell bin ich für Stichworte wie EIS genauso dankbar wie für Autorennamen oder Namen von Werken, die bei euch hängengeblieben sind. Das Filtern ist dann halt mein Job.

    Absolut für die Abschaffung! Studien zeigen, dass sich der frühe Englischunterricht nicht signifikant positiv auf das Lernen ab Klasse 5 auswirkt. Wenn das so wäre, müsste man abwägen. So kann die Antwort aber nur lauten, abschaffen und die frei werdenden Ressourcen für Mathe und vor allem Deutsch nutzen.

    Das gilt zumindest für meine Gegend, wo wegen Mangels an Lehrern in der Nachbarstadt die Stundentafel im letzten Jahr um drei Stunden gekürzt wurde, im kommenden Jahr womöglich um mehr als das, und wo derzeit fast alle Schulen abordnen müssen, weil es irgendwo noch schlechter aussieht als an der eigenen Schule. Wo dreizügige Grundschulen 330 Lehrerstunden haben, kann man natürlich auch Englisch unterrichten.

    Der Titel ist vielleicht etwas kryptisch, daher hier ausführlich:

    Vor fünf Jahren hatte ich als Seiteneinsteiger mit der Pädagogischen Einführung einen ziemlich … inhaltsarmen … Start in die Arbeit an der Grundschule. Im August beginne ich die Ausbildung gemäß der OBAS. Das ist im Grunde ein Referendariat neben dem Job. Nachstudiert, wie in manchen anderen Bundesländern, wird dabei allerdings nicht.

    Ich habe vor mehr als zehn Jahren bis zum Bachelor Lehramt für Sek I und Sek II studiert. Die Fächer waren andere als die, in denen ich nun ausgebildet werde. Ich würde gerne die Sommerferien nutzen, um ein wenig von dem nachzuarbeiten, was den Kern eures Studiums für Grundschullehramt ausgemacht hat. Ich erinnere mich an Piaget, Wolfgang Klafki ist nur noch als Name präsent, die 10 Merkmale guten Unterrichts von Hilbert Meyer galten manchen damals schon als veraltet … Also:

    Was (welche Autoren, welche Konzepte) könnte ich mir in den Bereichen Pädagogik, allgemeine Didaktik, Fachdidaktik D, Fachdidaktik M ansehen, weil es ein Kerngegenstand eures Studiums war, der immer wieder vorkam und der spätestens beim Abschluss allen Kommilitonen ein Begriff war? Und der dann auch bei Beginn des Vorbereitungsdienst mehr oder weniger als bekannt vorausgesetzt wurde?

    Und/oder: Was habt ihr bereits im Studium (!) kennengelernt, auf das ihr im Vorbereitungsdienst oder auch danach immer wieder zurückgreift oder das euch immer wieder hilft, weil es tatsächlich wertvoll für die Praxis ist?

    Selbstverständlich. Und ich stimme Prof. Krötz in jedem Punkt zu. Endlich mal jemand, der den Mut hat, offen über das eigentliche Problem zu sprechen. Es wird sich aber nichts ändern.

    Du hast aber ja, genau wie er, auch keinen fachlichen Bezug zur Grundschuldidaktik, oder? 🤷‍♂️

    Ich habe auf Plattenspielers Link geklickt und gleich zu Beginn wird deutlich, dass er in Bezug auf Grundschule ein Laie ist. „Schreiben nach Gehör“ sei gescheitert, das sehe man an schlechten Ergebnissen in Diktaten am Ende von Klasse 4.

    Tatsächlich ist „Schreiben nach Gehör“ eine Bezeichnung, die sich irgendwann eingeschlichen hat. Tatsächlich geht es nicht um das Lernen des Schreibens, sondern um das Lernen des Lesens. Tatsächlich findet bereits in Klasse 1 und vor allem in Klasse 2 und 3 ein strukturierter Rechtschreibunterricht entlang von Rechtschreibregeln und auch Auswendiglernen statt.

    Zum Thema "Höhergruppierung durch überspringen"

    Hier gibt es eine Protokollnotiz, die mittlerweile erweitert wurde, so dass die meisten Sprunggruppierungen im Lehrerbereich, also von Eg 11 nach 13, von 10 nach 12 u.a. als eine Höhergruppierung betrachtet werden!

    Kannst du erläutern, was das bedeutet bzw. was das für die Praxis bedeutet? In meinem Fall ginge es ja laut https://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/allg/hoehergruppierung.html von 10/4 über 11/4 auf 12/3. Ist das laut dieser Protokollnotiz jetzt anders?

    Eine Heftseite in der Schule ist was völlig anderes als ein Geschäftsbrief z.B. Wenn ich welche schreibe gebe ich mir Mühe bei der Form. In der Schule war mir die Form völlig egal, weil ich keine Sinn dahinter gesehen habe. Das war mir nur der Inhalt wichtig. So halte ich es heute auch noch, auch in meinen Klassen. Dinge, die nur jemand für sich selbst intern verwendet können aussehen wie sie wollen. Dinge, die nach außen gehen müsst geordnet und verständlich sein.

    Wahrscheinlich meinst du etwas anderes, als ich hier verstehe. Vielleicht ein ordentliches Schriftbild, eine gleichmäßige Schriftgröße, einen angemessenen Abstand zwischen zwei Hefteinträgen etc.? Also die reine äußere Form? Selbst das finde ich schwierig. Ich lasse die Kinder immer wieder Tabellen ins Heft zeichnen. Oft in Deutsch. Am Anfang waren die Spalten sehr unterschiedlich breit. Folge: „groß“ passte noch in die erste Zeile, „größer“ ebenfalls, „am größten“ brauchte aber zwei Zeilen. In Zeile 2 stand dann die Grundform des nächsten Adjektivs, vielleicht „schnell“, daneben „schneller“, daneben aber noch der Rest von „am größten“.

    So auf die äußere Form bezogen hatte ich Zauberwald aber gar nicht verstanden:

    (…) am Zeilenanfang mit Schreiben zu beginnen und nicht mittendrin, Datum zu schreiben und die nächste Seite und nicht irgendwo aufzuschlagen (…)

    So verstanden, ist ja eine strikte Trennung von Form und Inhalt gar nicht möglich. Wem in der Klausur beim Bearbeiten von Aufgabe 3 noch ein guter Gedanke zu Aufgabe 1 kommt, der muss seine Lösung ja dann auch dort aufschreiben. Er kann es nicht irgendwo auf den Klausurbogen schreiben und die Zuordnung, zu welcher Aufgabe der Satz, die Rechnung etc. gehört, dem Lehrer überlassen. Das machst du doch auch nicht?

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