Eine Heftseite in der Schule ist was völlig anderes als ein Geschäftsbrief z.B. Wenn ich welche schreibe gebe ich mir Mühe bei der Form. In der Schule war mir die Form völlig egal, weil ich keine Sinn dahinter gesehen habe. Das war mir nur der Inhalt wichtig. So halte ich es heute auch noch, auch in meinen Klassen. Dinge, die nur jemand für sich selbst intern verwendet können aussehen wie sie wollen. Dinge, die nach außen gehen müsst geordnet und verständlich sein.
Wahrscheinlich meinst du etwas anderes, als ich hier verstehe. Vielleicht ein ordentliches Schriftbild, eine gleichmäßige Schriftgröße, einen angemessenen Abstand zwischen zwei Hefteinträgen etc.? Also die reine äußere Form? Selbst das finde ich schwierig. Ich lasse die Kinder immer wieder Tabellen ins Heft zeichnen. Oft in Deutsch. Am Anfang waren die Spalten sehr unterschiedlich breit. Folge: „groß“ passte noch in die erste Zeile, „größer“ ebenfalls, „am größten“ brauchte aber zwei Zeilen. In Zeile 2 stand dann die Grundform des nächsten Adjektivs, vielleicht „schnell“, daneben „schneller“, daneben aber noch der Rest von „am größten“.
So auf die äußere Form bezogen hatte ich Zauberwald aber gar nicht verstanden:
(…) am Zeilenanfang mit Schreiben zu beginnen und nicht mittendrin, Datum zu schreiben und die nächste Seite und nicht irgendwo aufzuschlagen (…)
So verstanden, ist ja eine strikte Trennung von Form und Inhalt gar nicht möglich. Wem in der Klausur beim Bearbeiten von Aufgabe 3 noch ein guter Gedanke zu Aufgabe 1 kommt, der muss seine Lösung ja dann auch dort aufschreiben. Er kann es nicht irgendwo auf den Klausurbogen schreiben und die Zuordnung, zu welcher Aufgabe der Satz, die Rechnung etc. gehört, dem Lehrer überlassen. Das machst du doch auch nicht?