Beiträge von wieder_da

    Jupp, war es mir auch bzw. ist es. Aber das ist OT :)

    Wenn du zum Beispiel deine Bezügemitteilung für Juni 2023 bekommst und darüber steht „03/2019“, wenn beim Grundgehalt deine Anschrift steht und das gesetzliche Netto von rechts nach links aufgeschrieben ist … dann ist dir das egal? Oder wenn du ein Buch kaufst und die Seiten in beliebiger Reihenfolge gebunden sind?

    Mach dir deswegen nicht zu viele Gedanken. Die Ausstattungen sind von Schule zu Schule unterschiedlich. Hier hast du Kreidetafeln und 25 iPads für 250 Kinder. Dort hast du digitale Tafeln und für 250 Kinder eben auch 250 iPads.

    Ich denke aber so oder so, dass du erwarten kannst, dass man dir die jeweiligen Tafeln, einige gängige Apps, die Kommunikationsplattform (IServ, Logineo etc.) zeigt, wenn du eine Vertretungsstelle antrittst. Wenn du jetzt vielleicht 15 Jahre lang raus warst, kann man nicht erwarten, dass du das alles kennst und beherrscht.

    Was man erwarten kann, haben andere schon geschrieben. Irgendwo einen Account anlegen (Benutzername, Passwort) und dich mit deinen Daten dort einloggen. Oder irgendwo mit Daten einloggen, die du von der Schule bekommst. E-Mails schreiben. Das ist so ungefähr das, was manche Kollegin kann, die während der letzten 15 Jahre, einschließlich der Coronazeit, hier gearbeitet hat.

    Ich verstehe die Frage jetzt mal als Frage nach Ruhesignalen und nicht nach Classroom Management im allgemeinen.

    Ich klatsche - auch in der Grundschule - mit der Zeit immer längere und komplexere Rhythmen, die die Kinder dann nachklatschen. Ich habe früher auch bis Klasse 9 an der Gesamtschule unterrichtet und das hätte ich dort auch machen können.

    Gerne sage ich ganz leise „Wer mich hört klatscht dreimal“, „Wer mich hört schnipst fünfmal“ etc. Das kann ich mir auch vorstellen.

    Das Leisezeichen machen - ein Finger auf die Lippen und die andere Hand hochhalten … das dürfte dagegen eher was für die Grundschule sein. Klangschale, Klangstab oder Gong, das kenne ich sowohl aus der Grundschule als auch aus der Sek I.

    Und darunter ein toter Link „Weitere Informationen“ :)

    Eine Kollegin geht bei uns zu Veranstaltungen „Fachoffensive Deutsch“. Dort war das Thema und es war vom „Leseband“ die Rede: Drei bis fünfmal in der Woche Lesen, fest im Stundenplan verortet, in allen Klassen.

    Bei uns soll das so umgesetzt werden, dass dreimal in der Woche gelesen wird, parallel in der ganzen Schule. Die Schulleitung plant, das bei der Erstellung des Stundenplans zu berücksichtigen: Wenn ein Fach überhaupt nur eine Stunde in der Woche unterrichtet wird, soll es nicht vom Leseband betroffen sein, wenn z. B. Kunst oder Sport nur zweimal eine Stunde unterrichtet wird, auch nicht.

    Vom „Viellese-Verfahren“ war die Rede, wobei das meinem Verständnis nach keine Methode, kein Verfahren, kein Tool ist: Es wird einfach nur viel gelesen.

    Es fängt schon damit an, dass die eine Lehrkraft vielleicht 20 Stunden Sport gibt und die anderen 3 Deutschklassen hat. Oder auch Sachunterricht empfinde ich an der Grundschule als sehr arbeitsintensiv, wenn man es gut macht.

    Genau! Bevor ich 20 Stunden Sport unterrichten müsste, hätte ich lieber drei Klassen in Deutsch ;)

    Ich nehme an, dass du es anders herum gemeint hast. Ich kann zu Sport gar nicht viel sagen, das unterrichte ich nicht. Aber eine Stunde Musik als Fachlehrer kostet mich in etwa soviel Energie wie drei Stunden Mathe, Deutsch und Sachunterricht hintereinander weg in meiner eigenen Klasse. Das ist für mich vom Classroom Management, von der Unterrichtsorganisation oder auch mit Blick auf die Möglichkeiten, sich mal für fünf Minuten rauszuziehen/zurückzuziehen wesentlich fordernder. Dazu kommt der geringere Stellenwert des Fachs gegenüber Deutsch, Mathe, Sachunterricht, Englisch und Sport. Das bedeutet bei mir: Kein Raum, entweder Instrumente durchs Gebäude tragen oder meinen eigenen Klassenraum komplett umbauen, damit ich mit anderen Klassen dort Unterricht machen kann.

    41 Stunden / Woche. Das ist die Stundenzahl für die ich bezahlt werde.

    Das stimmt, wenn du es auch während sechs der zwölf Ferienwochen durchziehst.

    lags11, hattest du hier nicht genügend Antworten bekommen?

    RE: Arbeitszeiten im (gebundenen) Ganztag

    RE: Arbeitsalltag einer Grundschullehrkraft

    EDIT: Sorry, ich wollte gar nicht meine Beiträge verlinkt haben, sondern einfach die beiden thematisch sehr ähnlichen Threads.

    Vielleicht hat jemand Spaß an Zahlen in Tabellen und möchte einmal folgendes überprüfen:

    Es geht um eine Höhergruppierung von E10 nach E12. Ich bin in Erfahrungsstufe 4. Wenn ich die Erläuterungen auf dieser Seite richtig deute, bedeutet das für mich ein Zurück in Erfahrungsstufe 3. Es wäre ja eine „Höhergruppierung mit Überspringen“ und es ginge zuerst von E10/4 nach E11/4 und dann von E11/4 nach E12/3. Richtig?

    Inwiefern würde die Integration der Menschen, die unserem aktuellen Asylrecht gemäß ein Recht auf Aufenthalt/ subsidiären Schutz/ Asyl haben/ hätten hierzulande dadurch erleichtert, dass andere Menschen zumindest unserem aktuellen Asylrecht nach kein Recht auf diesen Schutz haben?

    Ich habe beruflich mit Flüchtlingen gearbeitet, hatte dabei viel mit Medienvertretern zu tun, war auch mal in Ministerien und Rathäusern in oberen Etagen und wurde natürlich, wenn ich zum Beispiel mit beschrifteten Fahrzeugen unterwegs war, viel angesprochen.

    Es gibt eine große Anzahl an Menschen, die nicht prinzipiell gegen das Recht auf Asyl sind oder gegen den Aufenthalt von Asylberechtigten in Deutschland, auch nicht gegen deren Aufenthalt in ihrer Stadt oder Nachbarschaft. Die sich aber überfordert fühlen oder Ängste haben angesichts einzelner Einrichtungen mit bis zu 1500 Bewohnern und ganzer Straßenzüge, in denen ihnen nur Menschen begegnen, die in ihren Augen in die Kategorie „Flüchtling“ fallen. Dass diese Ängste nicht immer rational sind und dass viele der vermeintlichen Flüchtlinge vielleicht in dritter Generation hier leben, steht natürlich nochmal auf einem anderen Blatt. Die Vorbehalte sind aber erstmal da und ich denke: Ja, wenn nicht so viele, die in Deutschland keine Perspektive haben, sich dennoch vor einer Rückkehr vier, fünf, sechs Jahre lang hier aufhalten würden, würden diese Menschen vielleicht den Arbeitsmigranten, den Asylberechtigten und den Menschen aus zweiter, dritter, vierter Generation eingewanderter Familien anders begegnen.

    Andere, praktischere Themen sind z. B. der Mangel an Wohnraum, gerade an großen, günstigen Wohnungen oder 18 Monate Wartezeit auf Termine bei der Ausländerbehörde. Ich sehe gerade, dass du das ja selbst geschrieben hast: Das sind knappe Ressourcen und: Klar, wenn es ein Drittel weniger Interessenten für eine Wohnung gibt und ein Drittel weniger Terminanfragen bei der Ausländerbehörde, dann wird die Suche natürlich leichter bzw. die Wartezeit kürzer.

    Hast du denn einen anderen, nicht lehramtsbezogenen Abschluss? Falls ja: https://www.km.bayern.de/lehrer/stellen/quereinstieg.html

    Falls nein, hast du ja formell nur das Abitur vorzuweisen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du allein damit unbefristet an einer Schule unterkommen kannst. Selbst in NRW oder Berlin nicht und in Bayern ganz bestimmt nicht.

    Wenn du 50 bis 60 Stunden die Woche arbeitest, hast du doch bestimmt etwas Geld zurückgelegt, um jetzt noch ein oder zwei Semester zu studieren. Mach das.

    EDIT: Da du an einer Privatschule bist, ist das vielleicht interessant? https://lehrer-quereinstieg.de/ Für dieses Verfahren reicht anscheinend ein Bachelor.

    Wieviele Tasten brauchst du? 64? 73? Oder 88 wie ein Klavier?

    Wie schwer darf bzw. wie mobil soll das Ganze sein?

    Denkst du an ein Gerät mit Lautsprechern oder soll über Kopfhörer bzw. PA laufen?

    Wieviel willst du ausgeben? Von 300 bis 4.500 € geht alles.

    Wie wohnst du denn? In meiner 55 m2 Mietwohnung habe ich genug Ruhe zum Arbeiten und das war in der 65 m2 Mietwohnung davor genauso. Mehrere WGs, noch eine größere Wohnung zu zweit … überall konnte ich in Ruhe arbeiten. Vielleicht wäre mal ein Gespräch mit den Nachbarn angesagt?

    Ansonsten finde ich die Frage durchaus berechtigt! Wir kennen alle volle Wochen mit 45 oder 48 Stunden. Ich persönlich möchte dann nicht von Montag bis Freitag Arbeitstage von 9 oder 10 Stunden haben, sondern ich möchte einen Teil der Arbeit mit ins Wochenende nehmen. Ich wüsste auch nicht, dass wir angewiesen werden können, alle Arbeit von Montag bis Freitag zu erledigen.

    Bei uns ist es auch so, dass der Großteil des Kollegiums nur von 6:30 bis 17 Uhr die Schule betreten kann, am Wochenende gar nicht. Wenn ich, z. B. wegen Handwerkern, nicht zuhause arbeiten könnte, würde ich darum bitten, mir entweder zu üblichen Arbeitszeiten Zugang zur Schule zu ermöglichen (z. B. unter der Woche bis 19 Uhr und samstags bis 14 Uhr) oder mich zu entlasten.

    Mal eine Frage an die Grundschullehrkräfte:

    Kann man überhaupt NUR in der Schule das Lesen oder das Einmaleins richtig lernen?

    Na ja, ich habe, rein rechnerisch, je Kind etwa 8 Minuten, die ich 1:1 mit ihm arbeiten kann. Pro Woche. In Mathe und Deutsch zusammen. Die Kinder, die alles im Unterrichtsgespräch, durch eigenes Lesen und Ansehen von Beispielen etc. mitnehmen, müssen zuhause nicht unbedingt üben. Das sind aber wenige.

    Mir fehlt hier im Thread allerdings ein Aspekt: Ich sage Eltern durchaus auch, dass sie ihren Kindern nicht helfen sollen. Mal eine Rückfrage zu Beginn der Hausaufgaben: Ja. Die Aufgaben komplett durchsprechen und die ganze Zeit über bereitstehen, um Fragen zu beantworten: Nein. Anders lernen die Kinder das selbstständige Arbeiten nicht.

    Mit Bezug auf die Ausgangsfrage kann man also zusammenfassen, dass nicht alle gleich arbeiten ;)

    Das sehe ich auch bei mir an der Schule. Eine Kollegin sieht sich alles Geschriebene an. Das finde ich an sich auch gut. Dafür fehlt es mir bei ihr ein wenig an … na ja, an Unterricht. Ich verbringe meine Unterrichtszeit vorne an der Tafel oder an den Plätzen der Kinder. Am Pult sitze ich den ganzen Tag über vielleicht 20 Minuten.

    Wie oben schon geschrieben, irgendwo muss man Zeit einsparen. Die größte Klassengröße bei uns waren zuletzt 32 Kinder. Ich bräuchte in meiner 3. Klasse für die Korrektur von Hausaufgaben und Schulaufgaben in Deutsch und in Mathe zwischen 4 und 8 Minuten pro Kind. Sagen wir, 6 Minuten. Bei mir wären das derzeit nur knappe 2 1/2 Zeitstunden am Tag. In einer 32er-Klasse 3 1/2 Stunden. Kann man machen. Ich mache es nicht.

    Hmm? Die Sachen, die ich in den Ferien korrigiert habe, sind aus der letzten Woche vor den Ferien. Hausaufgaben vergleichen wir gemeinsam. Bei schriftlichen Aufgaben in Mathe und Deutsch, die in der Schule bearbeitet werden, begleite ich die Kinder eher, als das ich im Nachhinein die fertigen Aufgaben kontrolliere. Dann gibt es ja noch Möglichkeiten zur Selbstkontrolle und gegenseitigen Kontrolle.

    Den Anspruch, jede schriftlich bearbeitete Aufgabe von jedem Kind selbst zu korrigieren, habe ich nicht, falls das bei dir so ist.

    Wow, bei mir ist das nicht so entspannt. Auch habe ich 2 wöchentliche Teamsitzungen/ also eine und noch Dienstbesprechung abwechselnd. Brauche auch länger zum Vorbereiten und vor allem zum Korrigieren. Müsst ihr keine Hefte durchschauen und Arbeiten korrigieren?

    Wie kann man nach Hause kommen und Feierabend haben? Auch keine Elternkontakte nachmittags? Kein Teams oder so?

    Ich habe in den Ferien 1 1/2 Tage Sachen durchgesehen und 1 1/2 Tage vorbereitet. Das sind ja 25 Stunden Arbeit und das ohne hundert Unterbrechungen wie im Schulalltag. Davon profitiere ich jetzt erstmal. Das sieht aber natürlich irgendwann wieder anders aus.

    Wo ich wirklich im Vergleich zu Kolleginnen Zeit spare, das sind 1:1 Elternkontakte. Bei mir ist alles sehr klar und transparent und ich informiere relativ viel proaktiv. Das mache ich in E-Mails, die an alle Eltern gehen. Da bleibt kaum Bedarf an Rückfragen. Und die Eltern wissen, wann und wozu sie sich mich ansprechen können (im Bedarfsfall kann man mich kurzfristig sprechen und ich nehme mir dann auch viel Zeit) und wann und zu welchen Themen sie es auch bleiben lassen können.

    Eine Ergänzung: Am Ende hängt alles an der Schule, an der du arbeitest. Das kann eine Schule mit 50% späteren Gymnasiasten sein oder eine, wo die Kinder eher im Hauptschul- und Realschulniveau unterwegs sind. Eine, wo die Eltern erreichbar sind oder eine, wo die Eltern dich ignorieren. Usw. usw.

    Das Arbeiten kann in beiden Fällen schön sein. Wichtig ist, dass die Schulleitung hinter einem steht und das Kollegium an einem Strang zieht.

    Meine Tage sahen diese Woche so aus: Mo. bis Fr. 7:15 bis 13 Uhr oder 14 Uhr in der Schule, dann Feierabend.

    Nächste Woche: Genauso, aber im Anschluss …

    Mo. erster Abendtermin 17-17:30 Uhr, zweiter Abendtermin 18:30 bis 20 Uhr

    Di. Nachmittagstermin 14 bis 16 Uhr

    Mi. Nachmittagstermin 13:30 bis 16 Uhr

    Do. Nachmittagstermin 14 bis 14:30 Uhr.

    In der Woche darauf sind dann wieder keine Nachmittagstermine, dafür steht dann wieder Unterrichtsvorbereitung an. Bis jetzt kann ich mich da auf ein, zwei Tagen ausruhen, die wir während der Ferien in die Vorbereitung gesteckt haben. Arbeiten gibts auch bald wieder zu korrigieren. Usw.

    In NRW scheint auch das absolute Chaos zu herrschen, den Seiten-oder Quereinstieg (nennt ja auch jedes Bundesland anders) mit OBAS finde ich auch grenzwertig, mir wurde geraten sonst einen Master of Education zu absolvieren und mich dann zu bewerben :sauer:.

    Der Seiteneinstieg gemäß der OBAS ist mit das Beste, das man machen kann. Sowohl die Voraussetzungen als auch der Ablauf sind klar definiert. Klar, in Ausnahmefällen, so wie hier mit Abschlüssen und Berufserfahrung gleich in zwei anderen Staaten, sind immer noch Fragen zu klären.

    OBAS gibt es übrigens seit … ich weiß es nicht genau, 2006? Und die Zahl der Absolventen dürfte im fünfstelligen Bereich sein.

    Jetzt verstehe ich es 😅 Danke nochmal!

    Darf ich fragen ob du den gebundenen Ganztag bevorzugst? Ich kann mir vorstellen, dass es viele Vorteile mit sich bringt, es aber auch die Flexibilität der Lehrkraft einschränken könnte, wenn man dann an manchen Tagen nachmittags noch Unterricht halten muss.

    Die zwei Nachteile am Ganztag sind:

    • Bei den „Hausaufgaben“ betreut das Team die ca. 24 bis 30 Kinder alleine oder zu zweit. Zuhause ist häufig ein Elternteil anwesend und bei Fragen gibt es eine 1:1-Betreuung. (Das hängt natürlich vom sozialen Umfeld der Kinder ab. In meiner Klasse sind von 23 Kindern 19 bei den Hausaufgaben tip top betreut. Oder auch nicht betreut, wenn ich den Eltern sage, dass die Kinder das mal alleine machen sollen).
    • Für die Ganztagsklassen werden zum einen Kinder angemeldet, wo beide Elternteile viel arbeiten. Zum anderen wählen diesen Weg aber auch Eltern, die sich nicht für ihre Kinder interessieren oder die vielleicht das beste für ihre Kinder wollen, aber mit der Erziehung überfordert sind und die bei den Lerninhalten der Grundschule selbst an ihre Grenzen kommen. In unseren Ganztagsklassen ist das soziale Umfeld der Kinder häufig etwas schwieriger als in den anderen Klassen.

    Das mit der eingeschränkten Flexibilität verstehe ich nicht so richtig. Es ist keine Mehrarbeit. Wenn man sich natürlich vorstellt, dass man nur von Punkt 8 bis Punkt 12 Uhr in der Schule ist und sich die andere Hälfte der Arbeitszeit völlig frei einteilen kann, passt Ganztag natürlich nicht.

    Falls du an spätere eigene Kinder denkst: Mama Vollzeit auf der Arbeit, Papa Vollzeit auf der Arbeit und die Kinder nur von 7:45 bis 12:15 Uhr im Kindergarten, das geht eben nicht. Irgendwo müssen Abstriche gemacht werden, entweder arbeitet einer nur Teilzeit oder die eigenen Kinder werden umfangreicher woanders betreut. Und das ist nicht nur bei der Ganztagsklasse so. Auch ohne Ganztag bist du mal bis 16:30 Uhr auf der Konferenz oder hast einen Abendtermin (Schulkonferenz, Schulpflegschaft, Elternsprechtag).

    Der Hintergedanke des Ganztags ist ja, dass die Eltern in der Zwischenzeit arbeiten können, oder? Gehen wir mal vom klassischen 9-to-5 mit halbstündigem Fahrtweg aus: Dann wäre die Schule zwar um 16 Uhr um, aber die Eltern immer noch nicht zuhause. Wie sieht dann die Betreuungssituation aus? Gibt es denn solche Fälle oder hat es sich bislang nicht ergeben, weil ein Elternteil früher mit der Arbeit anfängt, also auch früher mit der Arbeit fertig ist, ein Elternteil auf Teilzeitbasis arbeitet, eine Oma in der Nähe wohnt, etc.?

    Ich weiß gar nicht, ob 9-to-5 der Standard ist 🤷‍♂️ Hier ist der Berufsverkehr zwischen 7 und 8 Uhr am stärksten.

    Aber ja: Spätestens um 16 Uhr sind die Eltern dran. Meistens ist es ein Elternteil, der die Kinder abholt. Ich wäre auch gegen längere Betreuungszeiten. Die ersten Kinder stehen hier um 7:30 Uhr. Das sind achteinhalb Stunden. Die müssen auch mal nach Hause und die müssen auch mal Zeit mit ihren Eltern verbringen. Gegen 20 Uhr gehen die ja schon ins Bett.

    Wir haben gebundenen Ganztag.

    Offener Ganztag bedeutet, dass in jeder Klasse acht, zehn oder zwölf Kinder den Ganztag besuchen. Alle Kinder haben vier, fünf, sechs Stunden Schule. Viele Kinder gehen dann nach Hause, die Ganztagskinder bleiben aber noch zum Essen, zur Hausaufgabenbetreuung und zum Spielen. Aber nicht für Unterricht, denn die anderen Kinder sind ja schon zuhause.

    Gebundener Ganztag bedeutet, dass in der 3a alle Kinder vier, fünf, sechs Stunden Schule haben und dann nach Hause gehen. In der Ganztagsklasse 3b bleiben alle Kinder bis 15 oder 16 Uhr zum Essen, zur Hausaufgabenbetreeung, zum Spielen und auch an einem oder zwei Tagen für Unterricht.

    An manchen Schulen gibt es vier, fünf, sechs Klassen ohne gebundenen Ganztag und vier, fünf, sechs Ganztagsklassen. Möglich, dass es Schulen gibt, an denen alle Klassen Ganztagsklassen sind.

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