Beiträge von Tommi

    Ebenso könnte man argumentieren, dass die PädagogInnen an den Grundschulen täglich die Inklusion umsetzen und den Kindern helfen, auch dann, wenn die FörderpädagogInnen gar nicht da sein dürfen und für den inklusiven Unterricht keine weiteren Möglichkeiten entwickeln. Ebenso schreiben die Lehrkräfte der Grundschulen in manchen Bundesländern einen Großteil der Förderpläne und Gutachten, z.T. mehr, z.T. gleichberechtigt gemeinschaftlich und übernehmen die Kommunikation mit den Eltern.

    Warum sollte das weniger entlohnt werden?

    exakt so ist es. Ich habe schon mehrfach betont, dass die Arbeit des Sonderpädagogen durchaus wichtig ist. Und ich spreche denen A13 nicht ab. Sie haben 10 Semester studiert, dann sollen sie auch A13 erhalten.

    Wie Inklusion aber in der Grundschule aktuell umgesetzt ist, empfinde ich die Arbeit dort für den Sonderpädagogen als wesentlich entspannter. DAs heißt nicht, dass ich ihm attestiere nicht zu arbeiten.....


    Aber sorry, keine Klassenleitung mitsamt der zusätzlichen Arbeit, keine Elternsprechtage, keine Elternabende, keine Zeugnisse, keine Förderpläne (zumindest bei uns), keine Noten.

    Kleingruppenförderung mit 5 Kindern.


    Wie gesagt, es ist wichtig, dass sie sich speziell um GL-Kinder kümmern. Aber empfinde die Arbeit der GS-Lehrkräfte da doch als härter.

    Ach, tue nicht so. Hättest du A13, würdest du dich über den Kollegen aufregen, der A14 hat und "das bisschen IT", "das bisschen Leseförderung" usw... macht. Ihr hättet schliesslich dasselbe studiert, er kam nur schneller als du in die Gunst der Schulleitung (oder: er hat einfach eine bessere Arbeit gemacht*)


    *Disclaimer: selbst ich glaube nicht an diese Argumentation, sehe mich aber hier gezwungen, sie anzuführen. Es geht dir nicht darum, ob dein Gehalt in Ordnung ist, sondern dass dein Kumpel an der selben Schule mehr verdient.

    Falsch. Würde ich identisch starten mit einem gleichwertigen Abschluss, gönne ich jedem Kollegen seinen verdienten Mehrlohn. Und ja, mit quasi gleichem Abschluss an der gleichen Schule unterschiedlich besoldet zu werden, ist zurecht eine Sauerei. Ich habe kein Problem damit sollte jemand durch Mehrarbeit, Fleiß oder Erfahrung dann höher eingruppiert sein. Ich würde einfach gerne gleichwertig starten und mit einem Master bitte auch im höheren Dienst

    Ein MINT-Lehrer hat nicht dieselbe Ausbildung wie ein regulärer MINT-Absolvent. Dem Lehrer fehlen tiefere Kenntnisse über die Wissenschaft, vor allem im Sek1-Bereich.

    Ich finde es schwierig die freie Wirtschaft mit Beamten zu vergleichen, oder dem Staat als Arbeitgeber. Das Land oder der Staat zahlt ja grundsätzlich erstmal nach Ausbildungsgrad. Wie schwer, leicht, gut oder schlecht die Ausbildung war ist dabei unerheblich. Auch wie gut der Abschluss war.

    Insofern macht es nur Sinn eines von beidem zu betrachten. In der freien Wirtschaft kannst du viel gewinnen und viel verlieren.

    Als regulärer Akademiker, der nicht im Staatsdienst arbeitet, kann zunächst mal deutlich weiter kommen mit 7 Jahre Ausbildung als ein Lehrer mit A13. und als Lehrer mit A12 sowieso. Für unter 3k Netto steht ein Ingenieur morgens nicht auf.


    Und niemand der nicht den Beruf liebt würde 7 Jahre in die Ausbildung für A12 gehen.... Insofern ist es dämlich zu sagen, dass man von A12 nur träumen kann

    Mit A12 sollte man dann aber zu den TOP20% gehören, auch sehr gut (erreichen lange nicht alle Akademiker und viele Menschen ohne akademischen Abschluss können davon nur träumen).

    Naja die Begründung ist schon Recht schwach. Auch Nicht-Akademiker können von A13 oder A15 nur träumen. Eine Rechtfertigung für A12 ist das nicht.


    Für ein Staatsexamen und meistens auch Masterabschluss ist A12 zu wenig für die Ausbildung. Und da bringt auch ein Vergleich mit einem Sprachwissenschaftler oder Historiker nix.....

    Würde mal eher zu Ingenieuren, Medizinern, etc. schielen.

    A12 ist kein Anreiz für 7 Jahre Ausbildung. Und super ist das Gehalt heutzutage nicht mehr. Die 500 Euro mehr bei A13 machen schon einiges aus. Das sind fast 20 Prozent (!) Aufschlag

    Auch A12 überschreitet bereits in der niedrigsten Erfahrungsstufe und ohne Familienzuschläge die 3000 Netto. Wenn man sinnvollerweise noch die PKV abziehen möchte, braucht es ohne Familienzuschläge dann eher Stufe 12/6, die aber auch bereits mit Anfang 30 erreicht ist.

    Mit Anfang 30? Kann man so pauschl nicht sagen. Und in den meisten Bundesländern biste noch unter 3k Netto.


    Sowieso ist der Reallohn eh stark subjektiv. Wie viel gibt man privat für Material aus? Kirchensteuer? Etc.


    Denke mit A13 bist du immer top10.

    Mit A12 wirds grenzwertig

    Moralisch kann ich verstehen, dass es "bessere" und "schlechtere" Gründe zum Demonstrieren gibt. Rein rechtlich sollte und darf der Beweggrund einer Demonstration in meinen Augen keine Rolle spielen, solange damit keine anderen Grundrechte verletzt werden.

    Moral ist ein ganz schlechter Berater. Denn sie liegt immer im Auge des Betrachters. Für das moralisch Richtige wurden schon so manche Regeln und Gesetze gebrochen.

    Mal abgesehen von dem Logikfehler, von persönlichen Beispielen auf alle zu schließen, frage ich mich, ob du den Tätigkeitsumfang der Sonderpädagogen adäquat einschätzen kannst oder dich lediglich auf Beobachtungen beziehst, wie "die setzen sich ja nur mal so nebenbei mit 2-3 Kids etwas hin und sehen beim Malen zu". Woher kommt denn deine Einschätzung, diese würden deutlich weniger Arbeiten? Übersiehst du da vielleicht auch Aspekte im administrativen Bereich wie das Erstellen geeigneter Fördergutachten oder den besonderen didaktischen Aufwand bei der individuellen Anpassung von Lernmaterial und Zugängen für die einzelnen GL-Kinder?


    Ich bin mir sicher, dass du ebenfalls probieren wirst, eine gute Balance von Differenzierung in deinem Unterricht zu finden und in Zuarbeiten für die Gutachten eingebunden bist. Gerade hierbei können dich die entsprechenden Kolleginnen und Kollegen aber auch gut unterstützen. Sinnvoll kann es auch sein, an der Schule für den gemeinsamen Unterricht ein klares Konzept für die Zusammenarbeit und Rollenverteilung im Unterricht zu haben.

    also die Förderpläne schreibe ich.

    AOSF auch. Begründung der Sopä: Ich kenne die Kids doch garnicht so gut wie du....


    Noten? Mache ich.

    Also ich hoffe wirklich, dass das bei mir eine Ausnahme ist. Aber unabhängig davon: Es geht einfach darum, dass beide an ein und der selben Schule das gleiche Geld verdienen sollten. Wenn, dann sollten eher die GS Lehrer mehr bekommen, denn die halten den Laden am laufen.

    Das sehe ich auch so. Und dann sehe ich so etwas:


    Ich kann mir bei dieser Argumentation kaum vorstellen, dass auch nur eine Ahnung über die tatsächliche Tätigkeit von Sonderpädagogen vorhanden ist. Ähnliches scheint für das Verständnis unserer Rechtsordnung zu gelten, wenn Menschen mit Förderbedarf das Recht auf adäquate Förderung abgesprochen wird. Das mag vlt. auch daran liegen, dass man als Gymnasiallehrkraft eher selten in die Verlegenheit kommen wird, diese zu benötigen. Das sieht an Gesamtschulen schon sehr viel anders aus. Dann ist man um jede entsprechend geschulte Lehrkraft dankbar, die mit der eigenen Expertise unterstützen kann.

    Ich sehe die Tätigkeit der A13 Sonderpädagogen jeden Tag an meiner Schule. Weniger Arbeit und 500 Euro monatlich mehr. Ist leider so. Die anderen 26 Stunden wo die Sopä nicht da ist, mache ich deren Job für die 3 GL-Kinder und betreue die anderen 25 Kids auch noch...

    Hier dauerte Förderpädagogik 2 Semester länger als Grundschullehramt. Ich hab aber gar nix dagegen und Sachsen macht das inzwischen auch so. Aber denke nicht, dass es nun gerecht wäre! Alle über 40 wurden nicht verbeamtet, die unerfahrenen Neueinsteiger verdienen also mehr als die, die sie einarbeiten. Alte DDR-Ausbildungen wurden nicht anerkannt, wer nicht nachstudierte, durfte nur noch pädagogische Unterrichtshilfe sein. Und die Stundenzahlen erst, in manchen Regionen unterrichten Kollegen 23 Stunden, in anderen 30. Sportlehrer haben die lauten Hallen und Disziplinprobleme, Deutschlehrer korrigieren sich nen Wolf... Die Diskussion ist so alt.

    Also unabhängig von älteren Kollegen:

    Wie kann es denn fair sein, dass Lehrer die eine Ausbildung für den höheren Dienst absolviert haben, in A12 einsortiert werden? Das ist schlicht ein Skandal.
    Dann darf man das Studium für die GS nicht auf Bachelor/Master aufblähen. 2 Semester mehr studieren für umsonst? Und dann noch mit den Sopä im gleichen Kurs, die A13 erhalten.

    Besser kannst du den GS Leuten nicht zeigen wke wenig du deren Ausbildung wertschätzt

    Vielleicht solltet ihr schulintern nach der Aufgabenverteilung gucken? Es ist ja nicht in Stein gemeißelt, wer die Elternarbeit in welcher Intensität erledigt.

    Ansonsten wäre es für deine eigene Psychohygiene m.M.n. wichtig, eine neue Sichtweise zu finden. Entweder, du erweiterst dein Studium und sattelst um, oder du fängst an, die unterschiedlichen Aufgaben bewusst wahrzunehmen und zu akzeptieren. Frag doch mal deinen Kumpel was er macht und wo er Vor-und Nachteile zu deiner Arbeit sieht.


    Oder du kämpfst für einen gemeinsamen, neuen Studiengang "Primarstufe mit Inklusion" oder sowas. Aber dann geht's noch mehr in Richtung Abschaffung Förderschule und da wirst du auch nicht scharf drauf sein. Noch gibt es Förderschulen, in denen die "Extremfälle" landen.

    Oder man zahlt GS-Lehrkräften auch ihr verdientes A13 für ihre Ausbildung mit Master... kein Streit und Stress mehr am der GS und alle verdienen da gleich. Da brauchst du keim neues Studium für die GS. Schon das aktuelle Studium befähigt zu A13

    Eins zu eins ist es natürlich nicht gleich. Die Sopä machen Rehabilitationspädagogik, GS macht Bildungswissenschaften. In den Fächern sind die Kurse identisch. Man sitzt dort zusammen.

    Die Studiendauer ist identisch. Abschluss ebenso. Frage: Rechtfertigt Rehabilitationspädagogik gegenüber Bildubgswissenschaften einen lebenslangen Aufschlag von 500 Euro monatlich?


    Ich will hier die Sopä nicht diskreditieren, sie machen gute Arbeit und sind gut ausgebildet. Aber das bin ich auch. Nicht weniger als sie. Es ist daher einfach für mich tatsächlich eine Frechheit, als Masterabsolvent mit zweitem Staatsexamen in A12 einsortiert zu werden, wo Sopä eben in A13 landen. Bei Gymnasiallehrkräften kann man gerne diskutieren. Andere Schule, Höhere Anforderungen an der Uni und Schule. Aber bei Sopä an der GS hört mein Verständnis ehrlichgesagt auf

    Es geht nicht ums Gymnasium sondern Sopä. Wir sitzen fachlich in den gleichen Kursen an drr Uni....

    Ich bin ehrlich, das klingt nach ganz viel ganz akutem Neid, den ich persönlich nicht nachvollziehen kann, vor allem aber für äußerst ungesund für die Lebenszufriedenheit halte. Ich sehe aber auch die Arbeitsbelastung von Förderschulkräften realistisch und meine nicht, diese hätten eine deutlich geringere Arbeitsbelastung als irgendwelche anderen Lehrkräfte...

    Wenn dich die Geldfrage derart umtreibt und einen so hohen Stellenwert hat für dich dann zieh um in ein BL mit A13 für die Grundschullehrkräfte. Ansonsten arbeite an deiner Einstellung, denn gesund ist es sicherlich nicht, wenn Neid und die Entwertung der Arbeit anderer eine solche Rolle im Leben einnehmen.

    Neid ist das falsche Wort, denn ich gönne ihm und allen Lehrern A13. Mich stört nur wen gleich ausgebildete Lehrer es nicht bekommen

    Stimmt, mein Beitrag war etwas zynisch. Aber man ist halt einfach maßlos enttäuscht wenn man mit seinem besten Kumpel an der Uni in den gleichen Kursen sitzt, den Master zusammen macht, Ref macht und er als Sonderpädagoge am Ende an der gleichen Schule eben ne Stufe höher eingruppiert wird. Da fühlt man sich irgendwie so als wäre mein Abschluss nix wert.


    Und in der Realität sieht man dann auch noch für sen Sopä die deutlich geringere Belastung. Ist vielleicht nicht überall so, aber hier zumindest schon. Das frustriert

    Ach was interessiert mich die Kaufkraft?
    Als Masterabsolvent mit zweitem Staatsexamen und 7 Jahre Ausbildung auf dem Buckel, ist A12 einfach eine Frechheit. Und mehr als A12 wird es an der Grundschule auch nicht werden.

    Ich kann jeden nur warnen: Wollt ihr an die Grundschule? Werdet Sonderpädagoge. Kleingruppen, keine Noten, keine Zeugnisse, keine Elternarbeit und 500 Euro monatlich mehr. Das Studium ist quasi identisch, bis auf die Unterschiede in Pädagogik und Rehabilitationswissenschaften.

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