Beiträge von Ichbindannmalweg

    Palim


    Bitte mal einmal meine Fragestellung beachten: ich habe nach der Rechtsgrundlage für die Beteiligung an Gesprächen gesucht, keine Beratung für Maßnahmen seitens der Schule.

    Falls es dich beruhigt: die Eltern haben keine unrealistischen Vorstellungen davon, was die Schule leisten kann. Sie möchten lediglich, dass Ihnen zum Beispiel geglaubt wird, dass das Kind nicht an einem Ausflug teilnehmen kann. Oder das es Vereinbarung darüber gibt, dass das Kind Pausen bekommt. So etwas sollte wohl jede Schule leisten können.

    Ich würde den Anwalt fragen, ob ein Strafantrag hier angezeigt ist. Wenn mein behindertes Kind trotz Inklusionsassistenz in der Schule verschwindet, weil die Schule nicht glaubt, dass das Kind eine Behinderung hat, würde ich sicher nicht zusehen.

    Die Eltern sind überhaupt nicht auf Krawall gebürstet, sie haben genug Sorgen, so dass für solche Prozesse, die vermutlich ergebnislos verlaufen, überhaupt keine Kraft besteht. Sie haben sehr lösungsorientiert eine fachlich bessere Inklusionskraft beantragt und bewilligt bekommen. Und den Schulbesuch ohne diese per Attest verhindert.


    Der Tipp sich alles schriftlich geben zu lassen ist gut. Ich dachte sowas braucht man nur für Dienstanweisungen….


    Ihr könnt dann ausgehen, dass die Eltern sich nicht um das Einkaufen an sich sorgen machen - vermutlich hat das Kind auch gar nichts gekauft. Es hätte aber vermutlich den Weg nicht mehr zurück in die Schule gefunden. Zum Glück haben Menschen reagiert!


    Ich möchte an dieser Stelle nochmal an die 4 toten autistischen Kinder erinnern, die in den letzten Jahren weggelaufen sind - auch aus der Schule. Es fehlt oft an jeglichem Risikobewusstsein und an Orientierung.

    Ich hatte eigentlich gedacht, dass die große mediale Berichterstattung über mindestens zwei Fälle da nun für ein gutes Grundwissen gesorgt hat.

    Wie ich reagieren würde:

    1. Berichte und Diagnosen einsehen. Dann sollte sofort klar sein, dass man die Eltern ernst nehmen muss.

    2. Die Eltern spätestens bei der Bitte um ein Gespräch anrufen. Bei uns wäre eine angemessene Frist für einen Rückruf 2 Tage. Lage checken, eventuell bei Bedarf ein persönliches Gespräch ansetzen. Experten wären mir sehr willkommen, den Anwalt will ich da auch nicht sitzen haben.

    Ich hatte schon einige Kinder mit Behinderung und I Kraft im Unterricht, wir haben immer alle Probleme unbürokratisch und zur Zufriedenheit aller im netten Kontakt gelöst. Einen Fall von Schulverweigerung hatte ich auch, der ist leider trotz aller Bemühungen seitens der Schule und den Eltern nicht gut ausgegangen. Da hätten wir uns über fachliche Unterstützung sehr gefreut. Ein Kind so zu verlieren war sehr traurig.

    Die I Kraft ist noch recht neu und ersetzt eine andere, die leider nicht fähig war, auf das Kind aufzupassen. Es ist mehrfach weggelaufen und wurde von Fremden zurück zur Schule gebracht. Soviel zu: es gab keine Probleme… völlig irritiert hat mich in diesem Zusammenhang die Aussage der Schulleitung: Es sei normal, dass die Grundschüler während der Schulzeit im nahegelegenen Supermarkt einkaufen gehen … Ich unterrichte am Gymnasium, selbst da wird streng darauf geachtet, dass das nicht vorkommt in der SEK 1!

    Auch nach diesen Vorfällen gab es kein Gespräch mit den Lehrern, sondern nur eine Auseinandersetzung mit der Leitung, die auf einen Schulbesuch ohne I Kraft bestanden hat. Das Kind war dann durch einen Facharzt für die Zeit ohne I Kraft mit Attest zuhause.

    Auch die neue Kraft hat keinerlei Erfahrung mit dem Autismusspektrum. Sie hat aber das Vertrauen des Kindes gewinnen können und gibt sich alle Mühe.

    Es ist jetzt wirklich nicht so, dass das ein gefragter Job für gutes Geld ist…

    Es laufen hier extrem viele Aktionen zusammen, die beiden Zitate von dir ergeben folgendermaßen Sinn:


    Die Eltern haben ein Gespräch mit Experten vorgeschlagen, das wurde abgelehnt. Auf mehrfache Emails seitens der Eltern mit Bitte um ein Gespräch wurde schließlich einem Gespräch mit den Eltern zugestimmt.

    Das Gespräch findet also auf Initiative der Eltern statt. Die einzigen Gespräche, die bislang liefen, waren bezüglich des Aosf Verfahrens mit der Schulleitung. Jetzt soll es aber um die konkrete Problematik des Kindes gehen, welche durch den Schulbesuch verursacht wird.

    Es hat noch kein Gespräch mit den involvierten Lehrern stattgefunden.
    Das halte ich aufgrund der Diagosen und der Vorgeschichte für unklug. Die Eltern kennen ihr Kind gut und wissen, dass das so nicht lange gut geht und schwerwiegende Konsequenzen haben wird, die auch einen weiteren Schulbesuch komplett unmöglich machen können.


    Der Besuch des Kindergartens ist auch schon gescheitert, aber da es da keine Pflicht gibt, waren die Eltern mit dem Problem völlig alleine gelassen. Zumal damals noch keine Diagnosen vorlagen.


    Allgemeine Informationen für die, die solch eine Situation nicht kennen:


    Von der Erkenntnis, dass mit einem Kind irgendwas anders ist, bis zu einer konkreten Diagnose und Therapie vergehen in der Regel ein bis zwei Jahre, wenn es gut läuft. Eine Autismus Diagnose für ein Mädchen, welches gerade sechs Jahre geworden ist, ist eine Nadel im Heuhaufen, vor allem, wenn keine geistige Beeinträchtigung vorliegt. Das bekommt man wirklich nur, wenn die Beeinträchtigung sehr schwer ist.

    Die einzige logische Erklärung für das Verhalten der Schule, die ich mir vorstellen kann, ist folgende: die leicht naive Haltung, man möchte sich erst mal selbst ein Bild von der Lage machen. Damit man das Kind nicht zu Unrecht in eine Schublade steckt.

    So eine Denkweise habe ich selbst erlebt bei einer Schulleitung, da habe ich erst erfahren, dass einer meiner neuen Fünftklässler auf dem Entwicklungsstand eines vierjährigen ist, als er die Kirchturmwand hoch geklettert ist…. Weil man mich ja nicht beeinflussen wollte in meinem Urteil.

    Danke für die gute Idee mit der Liste bzw. Tabelle.

    Warten im Auto mit den Kindern ist keine Option. Das könnte allenfalls das betroffene Kind, nicht aber die jüngeren, noch schwerer/ anders betroffenen Kinder. Auch nicht mit Aufsicht.

    Da bleibt nur, Gespräch alleine zu führen. Ich schaue mal nach Vorlagen zur Gesprächsvorbereitung, da gibt es bestimmt was.

    Zum Thema Protokoll schreiben: das sagt sich als Lehrer so leicht, aber es gibt sicherlich viele Personen, die dazu nicht in der Lage sind. Für die Mutter ist die Situation enorm belastend, schon alleine deshalb wird das Protokoll schwierig.



    Okay, dann nehme ich mal hier folgendes mit:


    Wenn die Schule nicht will, muss die Mutter alleine hin. Nur der Vater hätte ein Recht auf Anwesenheit.

    plattyplus


    Nochmal: Die Eltern wollen die Kinder nicht mitnehmen. Aber bisher wurden andere Gesprächspartner außer den Eltern abgelehnt.

    Bevor also die Begleitung einer weiteren Person angefragt wird, möchten die Eltern gerne Klarheit über die Rechtslage diesbezüglich.

    Bislang sind überhaupt keine Maßnahmen umgesetzt, nicht mal die einfachsten. Das liegt schon einfach daran, dass die Schule sich bisher weigert, überhaupt ein Gespräch zu führen zu diesem Thema, weil sie das Kind erst kennen lernen wollen 🙄

    Die Eltern haben schon Angst, weil die Schule droht, Fehlstunden nicht zu entschuldigen. Das Kind fehlt deshalb schon nur noch mit Attest, auch fachärztliche. Alle Institutionen sind involviert von Seiten der Eltern, Jugendamt inklusive.

    Die Eltern sind sehr bemüht, kennen aber das System Schule nicht und fühlen sich von der Schule massiv unter Druck gesetzt.


    Ganz ehrlich: die Geschichte ist so irre, Ich würde das nie glauben wenn man mir das erzählte.

Werbung