Beiträge von RosaLaune

    Aber so krasse Fälle von Auslassen eines kompletten Faches hatten wir noch nie.

    Bei manchen Fächern kenne ich das aus unseren AVs. Da wird dann der Werkstattunterricht oder Sport konsequent nicht besucht. Spannend ist es, wenn die Fachlehrer dann trotzdem eine gute Note vergeben.

    Wir lassen bei tageweisen Fehlzeiten auch mahnen. Wer nur stundenweise fehlt, ist aber gefühlt tatsächlich unantastbar.

    Ein neues Fach ist allerdings vielleicht auch die Schwächung meines Faches (Weil zum Beispiel Spanisch viel cooler ist als Französisch).

    Total off-topic, aber als Spanischlehrer ärgert es mich immer, das zu lesen. Und ich glaube auch, dass unsere spanische Fachdidaktik einen großen Anteil an dem coolen Ruf hat, weil wir immer damit werben, dass Spanisch so einfach ist auszusprechen (ist es nicht!) und man alles so einfach schreibt und das Wetter immer so toll ist, etc.

    Ich hoffe, Französisch bleibt eine starke Fremdsprache in der Schule (oder wird es wieder). Vermutlich aber sterben die Fremdsprachen abseits des Englischen aus.

    Die Mormonen machen das ja regelmäßig bei ihren Totentaufen. Ob Päpste oder Holocaustopfer, wenn die an die Daten kommen, taufen sie. Das finde ich zutiefst respektlos, rechtliche Handhabe wird man wohl nicht dagegen haben.

    "Du kannst Formulare unterschreiben soviel du willst, aber die Taufe wird dich immer an Gott binden. Du kannst also gar nicht austreten."

    Ist ja in Ordnung, wenn Leute das glauben. Aber es so auszusprechen ist dann doch sehr übergriffig. Da kriegt man schon das Verlangen, diese im Namen Satans gegenzutaufen.

    Krass. Tut mir leid, dass dir das passiert ist.

    In meinem Laienverständnis unseres Rechts hoffe ich doch, dass der Holzfäller nicht belegen kann, dass er das Einverständnis zum Fällen der Bäume hatte. Und dass es nicht glaubhaft ist, dass du mündlich dem Fällen (und offenbar uneigennützigem) Entsorgen des Holzes zugestimmt hast, sollte auch klar sein. Dann solltest du zumindest materiell entschädigt werden.

    Die Ausbildung von Schülern ohne Berufsabschluss ist eine marginale Abteilung inden BK in NRW. In allen anderen BL hat die Schulart "BK" andere Klientel und Ausbildungsziele.

    Du meinst in Baden-Württemberg. Ich kenne kein anderes Land, dass noch die Bezeichnung Berufskolleg führt. In NRW ist Berufskolleg einfach die Bezeichnung für berufsbildende Schulen. Und ja, die Ausbildungsvorbereitung, in der ich auch unterrichte, ist marginal, aber das sind alle anderen Bildungsgänge auch, einfach weil es so viele gibt. Unsere AV ist jedenfalls so groß wie unser Berufliches Gymnasium, wenn wir die IFK zur AV dazurechnen, dann dreimal so groß.

    Im April gab es einen Fall vor dem Freiburger Verwaltungsgericht. Dabei war von den Klägern zuvor explizit ausgeführt worden, dass bereits das Betreten des Schwimmbads in ihrem Glauben eine Todsünde sei. Ich habe die Urteilsbegründung dazu noch immer nicht gefunden und lesen können, klar ist aber, dass auch in diesem Fall zumindest aus Sicht des VG FR die Schulpflicht in der Abwägung höher zu bewerten ist.

    Danke, ich habe soeben die Pressemitteilung gelesen und behalte den Fall im Auge. Ob das VG Freiburg die Schulpflicht höher wertet (und damit anders entscheidet, als es die höchstrichterliche Rechtsprechung macht, nach der Art. 4 und Art. 7 I GG sich auf Augenhöhe gegenüberstehen, vgl. BVerwG 6 C 25.12, Rn. 12) oder aus anderen Gründen so entschieden hat, konnte ich der Pressemitteilung nicht entnehmen. Vielleicht weißt du da aber mehr zu?

    Das magst du problematisch finden, letztlich zeigen aber sämtliche Urteile zu Fragen der Befreiung vom Schwimmunterricht aus religiösen Gründen, dass die Schulpflicht hier in der Abwägung höher zu bewerten ist.

    Das finde ich persönlich auch völlig angemessen, andernfalls höhlt das die Schulpflicht sukzessive aus.

    Ich glaube, dass das nicht so einfach ist. Das Urteil, das ich mal näher studiert habe, hielt die Teilnahme am Schwimmunterricht für zumutbar, weil diese auch durch das Tragen von Kleidung, die den Kleidervorschriften der Religionsgemeinschaft entspricht, erfolgen kann und weil nicht dargelegt werden konnte, welche konkrete Kleidervorschrift Schwimmen unmöglich machen sollte.

    Manchmal lese ich etwas zu schnell/falsch. Dafür sind doch Diskussionen da. Aber ich sehe immer noch keine Pflicht, dass ich zu einer bestimmten Zeit als Christ beten muss. Wie gesagt: ich bin seit Jahren nicht mehr in der Kirche gewesen und noch hat sich keiner beschwert, dass ich kein richtiger Christ bin. Das Geld wird jedenfalls fröhlich von meinem Konto abgebucht für die Kirche. Ich wette auch mal, dass die mich nicht rausschmeisen werden.

    Ich denke, hier treffen einfach sehr unterschiedliche Religionsverständnisse aufeinander.

    Ich hatte mal einen Schüler in der OS, der freitags nachmittags Unterricht hatte und das wegen des Freitagsgebets ablehnte. Es bedurfte eines Gesprächs mit der Schulleitung, in dem deutlich gemacht wurde, dass Schulpflicht besteht und daher das Gebet nicht besucht werden kann. Da es viele Schüler:innen der Oberstufe betrifft (freitags nachmittags ist bis zur 11./12. Std Unterricht, oft Sport, aber auch andere Fächer), gilt da generell: Nein.

    [...]

    Generell passt ein Nachmittagsgebet so früh am Tag schlecht in die Arbeitswelt. Eine Chirurgin kann ja auch nicht die OP unterbrechen oder ein Fernfahrer seinen LKW auf dem Seitenstreifen abstellen, um über die Leitplanke zur nächsten Moschee zu hüpfen - da gibt es viele Berufe, in denen das nicht geht. Also kann es ja kein „Muss“ sein.

    Das finde ich auf den Schüler bezogen aber schon sehr problematisch. Die Schulpflicht hat keinen Verfassungsrang, anders als die Glaubensfreiheit. Ich weiß jetzt nicht, was die Kommentare genau zu Art. 4 Abs. 2 GG sagen und kann es gerade auch nicht nachschauen, aber unter ungestörte Religionsausübung kann man jedenfalls vom Wortlaut her auch verstehen, dass das Freitagsgebet ermöglicht werden muss. Da sollte man als Schule dann auch Möglichkeiten finden, dies zu ermöglichen. Es kann ja auch ein anderer Tag für extensiven Nachmittagsunterricht gefunden werden.

    Und das Beispiel mit der Chirurgin hatten wir doch schon: die kann offenkundig ihre Arbeit nicht unterbrechen und es würde auch nicht gefordert, da sie hier eine andere wichtige Pflicht erfüllt.

    Du magst ja gerne von einem "viel größeren Problem" sprechen. Wenn ich die Anzahl der Getöteten in den letzten Jahren durch islamistische Terroranschläge betrachte und auch die Besetzungen von Universitäten in Berlin und das wilde Rumgesprühe von Hamas-Dreiecken an Hauswänden finde ich deine Aussage in der Art und Weise zumindest unpassend, weil du die Diskussion damit direkt in eine andere Richtung lenkst...

    Jemand zeigt eine Statistik, aber Zahlenblindheit ist stärker.

    Es haben sich mitterweile selbst einige muslimischen Länder (Saudi-Arabien, VAE, ...) angepasst. Bei denen ist nicht mehr Freitags frei, sondern ebenfalls Sonntags, obwohl der Sonntag für die Muslimen ja eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag ist (bzw. jetzt nur noch "war").

    Allein das Konzept eines Wochenendes ist schon eine Übernahme aus dem Kontakt mit der westlichen Welt gewesen. Der Freitag ist im Islam nicht das, was der Sonntag für die Christen ist, also kein heiliger Tag. Nur das Freitagsgebet ist hervorgehoben. Traditionell war der Rest des Tages ein ganz normaler Arbeitstag.

    Ich glaube, ich habe mich in diesem Forum schon öfter sehr stark gemacht gegen religiösen Extremismus, nicht zuletzt, weil ich auch familiär belastet bin. Wenn zu Ramadan plötzlich Musik gefastet wird oder nicht fastende Schüler (egal ob muslimisch, muslimisch gelesen oder nicht-muslimisch) bedrängt werden oder der neuste MuslimTok auf den Fluren seinen Weg nimmt, dann schaue ich da sehr genau hin, greife da durch. Sicherlich habe ich den Vorteil, dass ich da mit einer anderen Autorität agieren kann und die Schüler das auch anders wahrnehmen, wenn es von mir kommt. Ich finde das auch ärgerlich und noch ärgerlicher, wenn ich jetzt plötzlich ausgerechnet für alle muslimischen Probleme verantwortlich sein soll (und Teile des Kollegiums sehen das wohl so).

    Aber wir reden hier vom wöchentlichen Gottesdienstbesuch. Das ist für gläubige Menschen ungefähr das mindeste an Praxis, das zum religiösen Leben dazu gehört. Ich weiß, dass Orthopraxie im Christentum kaum eine Rolle spielt und heute schon gar nicht. Das ist auch etwas, das Islam und Judentum sehr stark verbindet und im interreligiösen Dialog beider Religionsgemeinschaften (sofern der heutzutage noch stattfinden kann) immer wieder betont wird – ich sehe das bisweilen kritisch, weil man damit und durch die Betonung des Ein-Gott-Glaubens auch eine Distanz zum Christentum aufbaut oder aufzubauen versucht.

    Es schockiert mich aber, dass der Gottesdienstbesuch hier so negativ aufgenommen wird. TE hat nicht gefordert, dass man sich nach ihm richtet, er hat sich schlicht nach der Faktenlage erkundigt und dann seine Schlüsse daraus gezogen. Dann fielen hier Unterstellungen, TE stünde nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und dass er doch bitte offenlegen solle, wie er zu A, B, C, D steht und sorry, aber das waren ganz eindeutig Vorurteile, die sich aus dem islamistischen Extremismus ableiten lassen (Trennung zwischen Gläubigen und Ungläubigen, Wertunterschiede zwischen Frauen und Männern, ...). Ich möchte den islamistischen Extremismus nicht kleinreden. Ich wäre der erste, der in Saudi-Arabien enthauptet würde, im Iran am Baukran endet und vom IS vom Dach geworfen wird, weil ich schwul bin. Ich bin vom größten Teil meiner Familie verstoßen worden. Das schmerzt schon sehr. Und trotzdem bin ich auch immer wieder antimuslimischen Angriffen auseinandergesetzt: ich gendere nicht, weil ich natürlich Frauen verachte, ich gebe den muslimischen Schülern zu gute Noten, weil ich die anderen verachte, zum Kollegiumsausflug lädt man mich nicht ein, weil da Alkohol konsumiert wird (hallo, schon mal von Rakı gehört?).

    Und ja, wenn mir sowas auffällt, dann benenne ich es als das, was es ist. Rassismus. Und ich bestimmt nicht bekannt dafür, die Messlatte dafür sehr niedrig gelegt zu haben, jedenfalls nicht in diesem Forum.

    BK ist jetzt nicht wirklich mein Beritt. Aber sucht Ihr nicht Leute mit Berufserfahrung?

    Nein. Also, die für das BK ausgebildeten Kollegen haben ja Berufserfahrung (oft nur minimal), aber meine Hauptabteilung besteht fast nur aus GymGe-Leuten und zwei sonderpädagogischen Lehrern. In der Berufsschule bin ich nicht, da dürfte der BK-Anteil deutlich höher sein.

    Berufskolleg und Gymnasium wird der Kollege sich wegen Angebot und Nachfrage allerdings abschminken können. Und die von ihm begehrte Klientel findet er auch am ehesten bei uns.🤷

    Das Berufskolleg sucht doch auch immer noch. Wir haben jetzt fast alle Stellen besetzt, aber eine verfluchte Deutsch/Sonstiges kriegen wir nicht besetzt.

    RosaLaune

    Überall da, wo es um einen einzigen Tag geht, gibt es häufig Möglichkeiten. Schwierig jedoch wird es, wenn ich regelmäßig zu einem bestimmten Termin frei brauche. Hier war es Freitags 1300 Uhr ( Mann muss jetzt auch noch die Wegezeit berücksichtigen). Das kann in vielen Schulen funktionieren. Nehme ich aber unsere Realschule und tufälligerweise eine ohne gebundenen Ganztags. Dann stehe ich hier schon vor dem Problem, dass mir nur 30 Schulstunden zur Verfügung stehen, um 28 Ustd. zu verteilen. Gleichzeitig muss ich aber auch schauen, dass ich mindestens zwei Sprungstunden einbaue (Vertretungsunterricht) um den Kollegen nicht gegenüber anderen dauerhaft zu bevorzugen.D.h. der Kollege muss schon in den sauren Apfel beißen und im gewissen Umfang Teilzeit machen, damit man die letzte Stunde Freitags bei ihm abhängen kann. Da muss dann auch die Bezirksregierung mitspielen und die Teilzeit genehmigen. Teilzeit aus religiösen Gründen wäre in der Tat Mal was Neues, wenn die Bezreg Mal wieder die Zustimmung verweigert. Meine Zustimmung würde es wahrscheinlich finden, das Ding in die Stufe zu bringen. Ergebnis ist aber offen. An dem Beispiel wird deutlich wie schwierig das Ganze in der praktischen Umsetzung werden kann.

    Ihr habt also jeden Tag immer nur maximal 6 Stunden? Ich meine, ich kenne es aus meiner Schulzeit auch so, dass 7. und 8. Stunde in der Sek I nur selten Unterricht war. Aber bei euch gibt es das gar nicht? Das macht ja immerhin den Arbeitstag recht gleichmäßig (ich mag dieses hin und her überhaupt nicht, montags habe ich von der 7. bis zur 10., dienstags von der 1. bis zur 4.). Aber ja, in so einem Fall ist es dann natürlich auch schwer, eine Lösung zu finden.

    Ja, nennt man gesetzliche Feiertage. Und die stehen unabhängig von der Religion jedem Menschen in Deutschland zu.

    Ganz so religionsunabhängig ist das aber auch nicht immer. Als Beispiel nehme ich mal Mariä Himmelfahrt. Der Tag ist in Bayern da, wo er nicht gesetzlicher Feiertag ist, für die katholischen Beschäftigten so gut wie ein Feiertag, denn sie dürfen der Arbeit fernbleiben (Art. 4 FTG Bayern). Es kann zwar zu einem Lohnausfall für den Tag führen, aber wem es wichtig ist, kann sich ja dann entsprechend dafür oder dagegen entscheiden. In Bayern sind insgesamt 13 jüdische Feiertage genauso gestaltet (Art. 6 FTG Bayern). Und diesen Schutz für jüdische Feiertage gibt es in mehreren Feiertagsgesetzen (in NRW nach § 9 FeiertagG NW für insgesamt drei jüdische Feiertage, im Saarland nach § 6a SFG) oder jedenfalls für die Zeit des Gottesdienstbesuchs (in Hessen nach § 4 HFeiertagsG, in Schleswig-Holstein nach § 7 SFTG für Angehörige aller Religionsgemeinschaften und in Baden-Württemberg nach Art. 2 IsrRelGVtrG und § 4 FTG BW für jüdische Arbeitnehmer).

    Ich finde es auch etwas zu kurz gegriffen, wenn man den Sonntag allgemein zum Feiertag macht, weil er die Mehrheit abdeckt, dann aber der Minderheit sagt, sich damit zufriedengeben zu sollen und dann noch irgendeinen Neid zeigt, wenn Menschen anderer Religionsangehörigkeit eine Extrawurst bekommen.

    Und ja, die Feiertagsgesetze helfen dem TE nicht, da der Freitag im Islam kein Feiertag ist. Der Islam ist diesbezüglich aber auch besonders pflegeleicht, da er nur zwei Feiertage kennt. Das wird die Gesellschaft wohl verkraften.

    Komisches System, in dem jeder macht , was er will und die Gesellschaft das so zu unterstützen hat.

    Mein ausgedachter Typ im Himmel will, dass ich oben ohne zur Arbeit gehe. Dann muss ich das auch dürfen und wenn meine Vorgesetzten etwas dagegen haben, dann sind sie Rassisten?

    Grundrechte sind fast immer hochgradig persönlich. Die Meinungsfreiheit gilt ja auch für jeden und die kann jeder anders nutzen.

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