Du hast als Lehrperson schon auch einen pädagogischen Auftrag und nicht nur einen fachdidaktischen. Es liest sich bei dir so, als würde auf jeder Klassenfahrt jemand ins Gebüsch kotzen oder halb sterben. Wenn das bei eurer Schülerklientel tatsächlich so ist, würde ich mit dem gesamten Kollegium und der Schulleitung mal über die grundsätzliche Sinnhaftigkeit von solchen Fahrten sprechen. Ich glaube aber eher, dass das etwas übertrieben ist. Wenn ich es schaffe die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass aus jedem Laborpraktikum alle einigermassen heil wieder rauskommen, schaffst du das in einem weitaus unspektakulärerem Setting sicher auch. Es macht nicht immer alles Spass in diesem Beruf, mei, da hat jeder halt so seine Befindlichkeiten. Ein Argument sind die aber auch nicht.
Wenn meine SuS ins Gebüsch kotzen, dann sage ich nichts dagegen. Ein Hotelzimmer zu ruinieren ist aber durchaus was anderes. Es war aber eben auch meine erste und bisher einzige Form mit unserer Gymnasialen Oberstufe. Die nächste kommt jetzt bald, ich kann ja berichten, wie gut und schlecht es da gelaufen sein wird.
Es ist ja nicht so, dass ich nicht glaube, dass die alle die Fahrt überleben. Das ist schon sehr wahrscheinlich und wenn es nicht so ist, dann ja auch eher nicht wegen meiner mangelnden Aufsicht. Aber es stresst mich ungemein. Das ist bestimmt auch in meiner Person begründet, ich wäre wirklich nicht als Nomade zu gebrauchen und kann außerhalb meines eigenen Bettes so ziemlich gar nicht schlafen (weshalb ich sehr ungern in den Urlaub fahre und nie zur Entspannung). Und ja, ich bin dann eben 7 Tage unter Dauerstress. Das gehört zum Job dazu, ich wäre aber froh, wenn es das irgendwann nicht mehr täte.