Alleinstellungsmerkmal des RU: Nirgends sonst kommt es so auf die Lehrenden an wie hier. Nirgendwo gibt's kritische Auseinandersetzung mit dem Unterrichtsgegenstand wie hier. Nirgendwo pfuscht dir jemand weniger ins Handwerk als hier.
Das halte ich alles für ziemlich überzogen. Auf die Lehrkraft kommt es doch in jedem Unterrichtsfach an. Ich kann den Deutschunterricht genauso kacke gestalten wie den Religionsunterricht. Oder genauso gut. Wenn ich da als Drache auftrete, dann wird kein Schüler spannende Artusromanauszüge diskutieren wollen. Sicherlich hat man im Religionsunterricht Themen, die die Lebenswirklichkeit der Schüler eher tangieren als aventiure oder Passivformen, aber man hat bestimmt auch andere Themen, die überhaupt nicht einfach an die Schüler zu bringen sind.
Und jedes gesellschaftliche Unterrichtsfach (zu dem ich Religion hier der Einfachheit halber zähle) geht doch kritisch mit seinen Gegenständen um?
Was das Hineinpfuschen angeht: ich glaube da ist der Religionsunterricht eher das Fach, in dem am meisten hereingepfuscht wird, allein aufgrund der Lehrgenehmigung der entsprechenden Religionsgemeinschaft.
Ich glaube schon, dass der Religionsunterricht als Lehrkraft spannend sein kann und hätten wir einen religionswissenschaftlichen und keinen konfessionell gebundenen Unterricht, dann wäre das vielleicht anno dato ein Fach gewesen, dass ich studiert hätte. Aber das ist es nicht. Und daher rate ich dem Threadersteller auch sehr, zuerst die eigene Beziehung zum Glauben zu hinterfragen und die Bindung zur Kirche bzw. institutionalisierten Religionsgemeinschaft zu prüfen, sonst wird es ganz schwer.