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Zum einen denke ich nicht, dass Prüfungen oder Unterrichtsbesuche entfallen können. Wann sollen sie denn stattfinden? Gar nicht? Wer soll sie vornehmen?
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Ich bin der Meinung, dass Unterrichtsbesuche - insbesondere von Showstunden wie im Referendariat - kein sinnvolles Prüfungsinstrument sind. Und es gibt Studien, die das auch zeigen, selbst wenn wir als erfahrene Kolleg*innen uns da gerne selbst eine höhere Bewertungskompetenz einbilden wollen:
ZitatLehrproben und Unterrichtsbesuche sind völlig ungeeignet, um die Unterrichtsqualität festzustellen, da sie eine extrem niedrige Reliabilität aufweisen, die Bewertung in hohem Maße von der Leistungsfähigkeit der Lernenden abhängt und auch geschulte Personen nicht in der Lage sind, anhand von Beobachtungen effektive Lehrpersonen von wenig effektiven zu unterscheiden. Unterrichtsbesuche und Lehrproben als Formen der Bestimmung der Arbeitsqualität sind abzuschaffen.
von Bendikt Wisniewski, https://deutsches-schulportal.de/expertenstimme…-zum-weglassen/
Hinzu kommt, dass zumindest in mir bekannten Seminaren auch gerne didaktische Modelle verwendet (und zumindest teilweise vorgegeben) werden, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nicht belegt ist, sondern maximal mit ein paar lernpsychologischen Erkenntnissen begründet wird.