Beiträge von Herr Bernd

    Ah. Du weißt also, was besser zu ihr gepasst hätte. Prima. Das hat sie bestimmt auch gern, dass Du als Kollege sich ein Urteil über sie bildest.

    Nein, ich glaube, dass der Wirtschaftsjurist und sie sehr gut zusammen passen, nur dass die Längenwellentheorie falsch oder unvollständig ist.

    Bevor Du Dich ungefragt über Ehen und Partnerwahl anderer äußerst, solltest Du vielleicht mal an Deinem Selbstwertgefühl arbeiten, da Du Dich als Grundschullehrer anscheinend anderen Lehrämtern unterlegen fühlst.

    Mache ich. Ganz aussteigen aus allen Lehrämtern wäre das einfachste, ist bei Verbeamtung und einem Bundesland ohne Altersgeld aber wirtschaftlich sehr unattraktiv.

    Nervig, dass Frauen immer ein berechnendes Vorgehen unterstellt wird. Sollte sie jemanden aus den Favelas heiraten, nur weil sie da ein soziales Jahr gemacht hat?

    Das nicht, aber ein Entwicklungshelfer oder Sozialarbeiter hätte wellenlängentheoretisch besser zu ihr gepasst. Wahrscheinlich konnte der Wirtschaftsjurist besser zuhören, wenn sie ihm von ihrem Jahr in den Favelas erzählt hat.

    Das Thema an sich ist sicher interessant, eher amüsant ist die Art einiger Formulierungen. :)

    Herr Bernd, was treibt dich an?

    Wirklich ganz einfach, so wie ich geschrieben habe: Das Thema interessiert mich. Natürlich auch, weil ich mit meinem gesellschaftlichen Status als Grundschullehrer durchaus hadere. Deswegen habe ich alle Beiträge hier mit Interesse gelesen und die unterschiedlichen Sichtweisen: ob es „oben“ und „unten“ noch gibt, woran man gesellschaftlichen Status festmachen soll, und ob es Status überhaupt noch gibt oder ob er eine Rolle bei der Partnerwahl spielt.

    Ich selbst glaube, statusbegründetes Verhalten immer wieder wahrzunehmen. Schon Gymnasiallehrer haben einen anderen Status als Grundschullehrer, vielleicht einen ähnlichen wie Grundschulrektoren oder -konrektoren, ob man das an den Gehaltsstufen festmachen kann oder nicht. Ein promovierter Arzt hat einen höheren Status als ein Oberstudienrat, selbst wenn dieser eine anspruchsvollere Dissertation verfasst haben sollte, vielleicht gleich einem Richter oder einem Professor. Chefarzt nochmal drüber.

    Ich glaube, dass wir alle Statusdenken verinnerlicht haben, oder zumindest die meisten, zumindest ab einem gewissen Alter. Selbst wenn man es für sich selbst leugnet oder aktiv ausblenden will. Bei Rassismus geht das ja auch nicht so einfach, nur weil man ihn rational für falsch hält. Aber darüber man kann trefflich diskutieren. Ich mag es, wenn man komplex erscheinende Zusammenhänge einfach und stimmig erklären kann. Klingt oft amüsant, ist im Grunde genommen aber Wissenschaft. Die Grundschulstudentin, die sich so viel besser mit dem Medizinstudenten unterhalten konnte als mit dem Krankenpfleger, der auch auf der Party war. Kann natürlich auch die gleiche Wellenlänge gewesen sein.

    Eine ehemalige Kollegin, Mittelschule und Ende 20, war Brasilienfan, hatte dort bei den Ärmsten der Armen ein Sozialjahr gemacht, kochte in der wöchentlichen Kochrunde brasilianischen Eintopf statt Lachs oder Rouladen, und heiratete am Ende den promovierten Wirtschaftsjuristen („Ich steh total auf Anzugträger.“) Nein, keine enttäuschte Liebe, ich war damals schon mit meiner Frau zusammen.

    Also, ich selbst glaube an Status, an Habitus, an nach „oben“ und nach „unten“ heiraten, selbst wenn das nicht mehr dasselbe bedeutet wie vor 100 Jahren, und es auch unterbewusste Entscheidungen, falsche Hoffnungen und unerwartete Entwicklungen, positiv wie negativ, geben kann.

    Ich löse folgende Beiträge einmal aus dem Thread "Lehrer nicht mehr Beamte?" (p. 33) heraus, weil ich das Thema, allgemein: den sozialen Status von Lehrkräften im Wandel der Zeit, interessant finde:

    Und meine Kritik ist, dass gerade Lehrerinnen zu 99% nach "oben" heiraten, um sich dann die Dauerteilzeit zu gönnen.

    Nur weil das in deiner bubble so ist, musst du hier nicht so alberne, selbst aufgestellte Statistiken aufstellen.

    Ich bin immer wieder erstaunt über dein Frauenbild und frage mich, woher du diese "Erkenntnisse" eigentlich nimmst.

    Vor 50 Jahren haben, würde ich aus dem Bauch heraus schätzen, mindestens 70 Prozent der Lehrerinnen nach "oben" geheiratet, 10 Prozent nach "unten", 5 Prozent einen Lehrer, der Rest gar nicht, oder so ähnlich. Seitdem gab es einen starken gesellschaftlichen Wandel.

    Laut ChatGPT lag vor 50 Jahren, also um 1975, der Frauenanteil an Studierenden bei 35 Prozent, von denen wiederum 70 bis 80 Prozent auf Lehramt studiert haben. Im Fach Medizin waren damals noch 71 Prozent der Studierenden männlich. Da kann man sich gut vorstellen, dass sich viele Lehrerinnen einen Arzt angeln konnten (auch wenn es schon damals deutlich weniger Medizin- als Lehramtsstudierende gab, die Anzahl der Ärzte reichte sogar noch für Krankenschwestern und Arzthelferinnen), oder einen Ingenieur, oder einen Juristen. Wer als Akademiker eine studierte Frau suchte, landete mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einer Lehrerin.

    Heute sind 51 Prozent der Studierenden weiblich, ca. 12 Prozent von ihnen studieren Lehramt. Der Anteil der weiblichen Studierenden im Fach Medizin liegt bei 65 Prozent, der Anteil der männlichen Studenten hat sich auf 35 Prozent halbiert. Mehr Ärzte verlieben sich heute in eine Ärztin, da bleiben weniger Ärzte für Lehrerinnen übrig. (Krankenschwestern haben gar keine Chance mehr, höchstens noch auf Alimente.) Und auch Juristinnen, BWLerinnen und Chemikerinnen, die es früher viel weniger gab, können für Männer, die vor 50 Jahren um eine Lehrerin kaum herumkamen, sehr attraktiv sein.

    Lehramt gilt nach wie vor als Beruf, um sozial aufzusteigen. Für Lehrkräfte, deren Eltern kein Abitur haben, stimmt das sicher, auch wenn sie in der Regel nicht, sozusagen oben drauf, noch nach noch weiter "oben" heiraten können. Für Lehrkräfte, deren Eltern selbst schon studiert haben, ist Lehramt in der Regel kein Aufstieg, oft Fortführung oder Abstieg. Hier mag die Chance, einen gutverdienenden Akademiker zu erwischen, ein wenig höher sein. So hoch wie früher aber nicht mehr. Immerhin: Wenn man als Lehrkraft <= A14 einen MINT-Akademiker, BWLer, Juristen oder Arzt heiratet, verdient der fast immer mehr.

    Jetzt könnte man Beispiele aus dem eigenen Umfeld aufführen. Ich fange mal an:

    Den Mann einer Grundschulkollegin, sie Vollzeit, er gelernter Techniker, Kinder im oberen Teenageralter, habe ich diesen Sommer an der Kasse des örtlichen Freibades gesehen - sitzen, nicht stehen. Eine andere Kollegin, GS-Lehrerin in zweiter Generation, unterhälftige Familienteilzeit, fährt mit einem BMW-E-SUV zur Schule, ihr Mann ist Ingenieur. Die Kollegien sind sozial bunter als früher.

    Zur Abwechslung (nun ja, nach drei Jahren) etwas Schönes von mir in diesem Thread: Als männlicher Grundschullehrer ist man fast immer in einem Kollegium mit überdurchschnittlich vielen männlichen Kollegen. Wenn du also als Mann in einem Kollegium mit überdurchschnittlich vielen Männern arbeiten willst, werde Grundschullehrer!

    Wegen der beiden "Verwirrend"-Smileys: Die Männerquote an Grundschulen liegt in Bayern, da bin ich mir recht sicher, bei mittlerweile unter 7 Prozent. Sobald ich als Mann in ein komplett weibliches Kollegium aus bis zu dreizehn Lehreinnen komme, liegt die Männerquote durch mein Hinzukommen bei mindestens 7,14 Prozent und damit über dem Durchschnitt. In den meisten Grundschulkollegien in Bayern ist gar kein Mann. Gibt es dazu Statistiken? Wahrscheinlich nicht.

    Zur Abwechslung (nun ja, nach drei Jahren) etwas Schönes von mir in diesem Thread: Als männlicher Grundschullehrer ist man fast immer in einem Kollegium mit überdurchschnittlich vielen männlichen Kollegen. Wenn du also als Mann in einem Kollegium mit überdurchschnittlich vielen Männern arbeiten willst, werde Grundschullehrer!

    Da würde ich den Lehrplan anders machen oder als Lehrer, statt die ganze Odyssee zu lesen, und sei es in einer für bayerische Verhältnisse modernen Fassung von 1961, die Schüler exemplarisch zwei oder drei Abenteuer als kurze Nacherzählungen lesen und vielleicht noch die KI fragen lassen, welche deutschen Redensarten aus den Werken Homers stammen (gar nicht so viele).

    Noch schlimmer finde ich den Robinson Crusoe, die vollständige Ausgabe in der (im 19. Jahrhundert) beliebten Übersetzung von Carl Altmüller aus dem Jahr 1868:

    "Weil es inzwischen spät geworden war und die Betäubung durch den Tabak mich schläfrig gemacht hatte, ging ich, nachdem ich meine Lampe hatte brennen lassen, zu Bett. Ehe ich mich aber niederlegte, tat ich, was ich in meinem ganzen Leben nicht getan hatte. Ich kniete nieder und betete zu Gott, daß er seine Verheißung an mir erfüllen und mich erretten möge, wenn ich ihn anriefe in der Not.

    Hierauf trank ich den Rum, in den ich den Tabak getaucht hatte, der Trank war jedoch so scharf und bitter, daß ich ihn fast nicht hinunterzubringen vermochte."

    Sicher gibt es zwei, drei Kinder pro Klasse, die das gerne lesen. Die meisten aber durchdringen wohl nicht mal die verschachtelten Sätze (was eine andere Baustelle ist). Hier fände ich ein Lesebuch gut, "50 klassische Romane der Weltgeschichte, für Kinder nacherzählt", pro Roman 6 Seiten, 5. Klasse, als inhaltlichen Hintergrund für die tatsächlichen Lektüren. Wenn es sowas noch nicht geben sollte, Deutschlehrer, schreibt es!

    Und ich würde nie in die Sprechstunde gehen, um mit dem Lehrer meines Kindes über die Lektüreauswahl zu diskutieren, sorry.
    Klassiker mag ich gern und der odysseus ist schon eine gute Möglichkeit, ein Stück Allgemeinbildung zu vermitteln. Ich les in der 7. auch immer die Nibelungen, weil ich finde, dass man als Gymnasiast den Stoff kennen sollte

    Wegen der Lektüren in die Sprechstunde zu gehen finde ich für den Lehrer angenehmer als die anderen Eltern zu mobilisieren, oder es am Elternabend zu thematisieren (was ich allerdings machen werde, sollte der Deutschlehrer mein Kind auch noch nächstes Jahr unterrichten).

    PS: Entschuldigung für den Themenwechsel, ich hinke der Diskussion hinterher wie der bayerische Lehrplan der Gegenwart.

    Das vor 22 Jahren war nur als Zusatzinformation dahin geschrieben. Wir waren damals einen Tag in Nadi, von dort ging es weiter auf eine kleine Insel. Ich vermute, dass der Markt sehr typisch war, wahrscheinlich auch für Samoa oder andere Inseln dort, und auch die Gemüsearten typisch sind, zumindest einzelne, die in Afrika oder der Karibik oder in Indien nicht üblich sind. Es gab auch Kava-Kava-Wurzeln, die habe ich auf den Bildern aber nicht (sicher) entdecken können.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass der Markt auch heute noch so ähnlich besteht. Sicher wären ein paar Smartphones auf den Bildern, die das vor 22 Jahren noch nicht waren. Wenn man Nadi und Markt googelt, kommen als Stockfotos ähnliche Bilder, aber auch modernere Stände. Die Kleidung und Stoffe sind sicher auch typisch.

    Quittengelee, wenn man mal in Neuseeland ist und noch Zeit hat, kann man leicht eine Woche Fiji o.ä. dranhängen, das ist von dort keine große Sache.

    Ich stocke ein bisschen bei den "22 Jahren".
    Deswegen ein Versuch: Samoa?

    Close enough, das kann man gelten lassen! Die Fotos sind in der Stadt Nadi auf der Hauptinsel von Fidschi aufgenommen.

    Wikipedia: "Die Bevölkerung des Landes besteht zu 57,3 % aus Angehörigen der ursprünglichen fidschianischen Bevölkerung (iTaukei – vorherrschend Melanesier mit polynesischem Einschlag) und zu etwa 37,6 % (schwankend) aus Indern."

    Linksverkehr, Englisch als Verkehrssprache, Kolonialvergangenheit stimmt alles.

    Fast die Hälfte der bayerischen Sommerferien ist vorbei, es beschäftigt mich aber noch immer vom letzten Schuljahr:

    Der Deutschlehrer meines Kindes, Gymnasium Bayern, hat im vergangenen Schuljahr mit seinen 6. Klassen genau zwei Lektüren gelesen:

    1.) Auguste Lechner, Die Abenteuer des Odysseus

    2.) Daniel Defoe: Robinson Crusoe (vollständige Ausgabe)

    Ich wollte schon bei dem Odysseus in die Sprechstunde gehen, beim Crusoe war das Schuljahr dann fast gelaufen. Zudem stehen beide Lektüren, warum auch immer, auf der Lektüreliste der Bayerischen Staatsregierung.

    Ich verstehe es nicht:

    Warum, erstens, liest ein Deutschlehrer mit heutigen Sechstklässlern Odysseus und Crusoe, wenn es, nur als Beispiel, Krabat gibt, oder irgendwas von Kirsten Boie für das Alter. Warum nicht zumindest ein Buch mit etwas Spannung oder Bezug zur Lebenswirklichkeit der Kinder? Will er seinen Schülern das Lesen austreiben? Sollen sie lernen, sich zu quälen, sich zu überwinden? Glaubt er, sonst kommen sie damit nicht mehr in Berührung?

    Zweitens, warum stehen im Fach Deutsch auf den Lektürelisten überhaupt Lektüren, die im Original weder in deutscher Sprache verfasst worden sind noch irgendeinen Bezug zum deutschen Sprachraum haben? Ich würde nicht im Traum darauf kommen, dass im Englischunterricht, sobald die Sprachkenntnisse reichen, einmal die englische Übersetzung von Tschick gelesen würde, oder im Französischunterricht die französische Übersetzung von Herr der Fliegen. Und das wird es ja auch nicht. Es ist ja nicht so, dass es nicht genug gute Jugendbücher von deutschen Autoren und Autorinnen gäbe, dass man in der Sek. I zehn Lektüren pro Schuljahr lesen könnte.

    Was soll das?

    (Mein Beitrag hätte auch ins Meckerforum kommen können.)

    Danke für eure Hilfe! Nachdem den DNS-Server manuell auf 1.1.1.1 und 4.4.4.4 setzen nichts gebracht hat (falls ich es bei der Fritz.box richtig eingegeben habe) und der Software-Totalschaden im Raum stand, habe ich die letzten Daten gesichert und Windows11 zurückgesetzt.

    Jetzt bin ich am neu Einrichten, aber das Internet ist in allen Browsern bei allen Seiten wieder ganz. Norton lasse ich nach eurem Rat erst mal draußen, da musste ich sogar nach dem Zurücksetzen noch eine App deinstallieren.

    Also: Problem gelöst, vielen Dank!

    Ich habe seit einigen Tagen ein Internet-Problem mit meinem privaten Laptop, das ich nicht lösen kann. Es trat ein, ohne dass ich ein neues Programm installiert oder an irgendwelchen Einstellungen etwas verändert habe, oder vorher andere Auffälligkeiten aufgetreten waren. Ich habe schon alles Mögliche ausprobiert.

    Problembeschreibung:

    In mehreren Browsern (Chrome, Edge, Firefox) lassen sich viele Internet-Seiten - es ist die Mehrheit - nicht mehr erreichen. Es erscheinen die Fehlermeldungen "Die Website ist nicht erreichbar" und "ERR_ADDRESS_UNREACHABLE" (Chrome), "Hmmm...diese Seite ist leider nicht erreichbar" und "ERR_ADDRESS_UNREACHABLE" (Edge) sowie "Seite wurde nicht gefunden" (Firefox). Andere Seiten sind ganz normal abrufbar. Beispielsweise funktionieren "http://www.sueddeutsche.de" oder die ZDF-Mediathek ganz normal, auch die Unterseiten lassen sich problemlos aufrufen und Medien abspielen, http://www.spiegel.de, http://www.zeit.de, oder die ARD-Mediathek und auch https://www.lehrerforen.de führen zur Fehlermeldung.

    Zudem ist "Secure VPN" (über Norton) nicht mehr aktivierbar. Und die Speicher-Integrität ist aus und lässt sich nicht aktivieren. Das ist mir aber erst bei meinen Lösungsversuchen aufgefallen.

    Auf meinem Android-Smartphone und auf dem Laptop meiner Frau funktioniert alles problemlos.

    Bisherige - erfolglose - Lösungsversuche:

    Ich habe das Problem natürlich gegoogelt und ChatGPT vorgelegt. Ich habe mein Virenprogramm (Norton 360 deluxe) und die Intelligente Firewall zeitweise deaktiviert, Laptop, WLAN und Router (Fritzbox 7490) mehrfach vom Strom genommen und neu gestartet, bei Einstellungen geschaut und versucht, was man als Laie halt so versucht, wie das Netzwerk zurücksetzen, den SSL-Status löschen oder andere Einstellungen auf Standard zurücksetzen.

    Noch einmal: Auf meinem Smartphone und auf dem Laptop meiner Frau funktioniert alles problemlos - ich schreibe gerade vom Laptop meiner Frau.

    Welche Ansätze gibt es noch? Woran könnte mein Problem liegen, und wie könnte es zu lösen sein?

    Das widerspricht sich doch fast von selbst. Schüler, die nicht am Schulort wohnen, müssen halt irgendwie zur Schule kommen. Dafür ist derzeit das Deutschlandticket oft die kostengünstigste Variante und wird in der Sek I tatsächlich noch vom Träger übernommen. Dass es dann Familien gibt, die ihre Kids dennoch teils mit dem Auto bringen, kommt vor. Gerade diese Familien fahren dann aber i.d.R. auch eher mit dem Auto in den Urlaub und nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

    Widerspricht sich doch nicht: Mit dem Auto oder ICE zum Städteurlaub nach HH oder B, vor Ort ist dann das D-Ticket drei oder fünf Tage lang gut nützlich. Und für in den Ferien oder am Wochenende mal einen Tag mit Kumpels im RE nach München, Nürnberg oder Ffm, ist das Deutschlandticket ideal.

    Dass Individualverkehr überhaupt noch geduldet wird.

    Vielleicht etwas zu allgemein, aber grundsätzlich schon so: Alle Schüler, außer denen, die am Schulort wohnen, bekommen bei uns im Landkreis vom Landkreis und den Gemeinden kostenlos das Deutschlandticket, zumindest bisher. Es muss allerdings beantragt werden. Da wäre es schön, wenn der zahlende Landkreis oder die zahlende Gemeinde den Antrag auch mal ablehnen könnte, wenn das Ticket für den Schulweg gar nicht benötigt wird, sondern nur für den Urlaub und das Wochenende. Aber ich höre schon den empörten Aufschrei der Eltern: "Das steht uns zu!"

    Stimmt. Der ÖPNV ist wirklich überall so super ausgebaut, da verstehe ich auch Null, wieso Eltern und Kinder diese Möglichkeit nutzen. Das gehört wirklich verboten.

    Der ÖPNV auf dem platten Land ist auch in Bayern quasi nicht existent. Die Schülerbeförderung mit Bahn und Schulbussen funktioniert bei uns im Landkreis aber sehr gut. Mit den Leichtfahrzeugen kann die Brut vielleicht 20 Minuten länger schlafen, dafür verlieren 40 Autofahrer im Schnitt je 30 Sekunden, bis sie überholen können. Crowdfunding.

    Mich nerven die Mopedautos hier auf dem Land. In den letzten drei, vier Jahren hat sich die Zahl gefühlt vervielfacht. Als ob es nicht schon genügend Traktoren gäbe. Immer das Gleiche, immer mehrmals, morgens und mittags: Du tuckerst zwei Kilometer lang mit Tempo 45, wo Tempo 100 ist, hinterher, fühlst dich genötigt, dann endlich kein Gegenverkehr mehr, überholst, schaust zur Seite, und am Steuer sitzt ein Kind. Eltern, die zu viel Geld haben, sehen darin wohl immer öfter eine Alternative zu Bahn und Schulbus. Mir wäre das für mein Kind zu gefährlich. In Großstädten wären sie mit Elektroantrieb eigentlich praktisch, wenn sie normale Autos ersetzen würden, aber das tun sie dort wahrscheinlich nicht. (Und Eltern kaufen sie ihren Kindern da vermutlich auch nicht.)

    So, das musste mal raus.

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