Beiträge von Gymshark

    Tom123 : Es gibt auch moderate Muslime, die Schweinefleisch verzehren. Ich habe selbst eine Kollegin, die sich dem muslimischen Glauben zugehörig fühlt, sich westlich kleidet und Schweinefleisch konsumiert. Gerade in einem Szenario wie von dir beschrieben müssen vor allem Entscheidungsträger (m/w/d) von Bildungseinrichtungen darauf achten, dass sie nicht vorschnell verallgemeinern und dadurch unterbewusst falsche Signale senden.

    Das Thema "Angebot von Schweinefleisch in Bildungseinrichtungen" ist in der heutigen Zeit sehr polarisierend, da

    1. es einen wachsenden Anteil innerhalb der Bevölkerung gibt, der es aus Glaubensgründen (ein geringer Teil auch aus Geschmacks- oder gesundheitlichen Gründen) nicht verzehrt.
    2. gleichzeitig ein wachsender Anteil innerhalb der Bevölkerung ein gänzliches Streichen eines entsprechenden Angebots als Angriff auf die nationale Kultur betrachtet.
    3. zuletzt moderate Vertreter (m/w/d) Zugeständnisse gegenüber konservativeren Vertretern (m/w/d) ihrer eigenen Glaubensrichtung kritisch sehen.

    Womöglich entgeht man dieser explosiven Mischung am ehesten, wenn man beides, Optionen mit und ohne Schweinefleisch, anbietet.

    Es hat sich bei Jugendherbergen schon einiges getan. In meiner Jugend bekam man eine vegetarische Option nur auf Vorbestellung und wenn man etwas nicht essen konnte oder wollte, musste man auf die Beilagen ausweichen. Inzwischen bieten viele Jugendherbergen, die ich kenne, von sich aus vegetarische Optionen an. Vegan ist noch eher die Ausnahme, bei sowas wie glutenfrei o.ä. bin ich mir unsicher, aber es ist zumindest kein Stillstand, sondern eine Entwicklung erkennbar.

    Tom123 : Krankenhäuser kamen lange Zeit sehr schlecht weg, was deren Speisenauswahl ausging, daher klingt das nach ersten Fortschritten.

    Bei Mensen hängt die Möglichkeit, Speisen und Getränke anzubieten, die für Konsumenten (m/w/d) geeignet sind, die körperlich negativ auf bestimmte Lebensmittelbestandteile reagieren, von der Gesamtzahl an Konsumenten (m/w/d) ab. Ist diese sehr hoch, können mehr Speisen und Getränke angeboten werden, darunter auch Optionen für bestimmte Ernährungsvorlieben und -bedürfnisse. Bei einer geringeren Anzahl an Konsumenten (m/w/d) wird geschaut, was ein Großteil der Konsumenten mag, wodurch Ernährungsvorlieben und -bedürfnisse, die nur einen kleinen Teil der Konsumenten betreffen, kaum bis gar nicht berücksichtigt werden können. Hinzu kommt, dass Mensen oft unter Kostendruck stehen und Speisen und Getränke, die für bestimmte Ernährungsvorlieben und -bedürfnisse geeignet sind, sind oft teurer in der Beschaffung der Rohwaren und damit weniger rentabel.

    Die einzelne Benennung von Zutaten bei höherpreisigen Restaurants soll einen Mysterie-Effekt erzeugen, aber gerade die hierdurch erzeugte fehlende Transparenz macht es für Menschen, die nicht alle Lebensmittel verzehren können, schwierig.

    Die Weihnachtsmarktsituation ist mir erst letztes Jahr passiert, nur hieß es da "Ich weiß nicht, ob es glutenfrei ist, aber es ist vegan.".

    Für viele Lokale (z B. das traditionelle italienische Restaurant) ist es bislang nicht rentabel, glutenfreie Optionen bereitzuhalten, da sich bislang nur ein geringer Teil der Bevölkerung glutenfrei ernährt. Am höchsten ist die Wahrscheinlichkeit in Lokalen mit einer Lifestyle-Ausrichtung, auch wenn dann das Risiko erhöht ist, dass "glutenfrei" schnell mit "vegan" und "Matcha Latte" asoziiert wird, was zuvor kritisiert wurde.

    Es tut sich aber bereits viel. In einigen Supermärkten gibt es bereits eine erstaunliche Auswahl an glutenfreien Lebensmitteln, was vor einigen Jahren primär Bio- oder Reformmärkten vorbehalten war. Es ist eine Entwicklung erkennbar, auch wenn sich viele Menschen, die mit negativen körperlichen Erscheinungen auf Konsum glutenhaltiger Lebensmittel reagieren, wünschen, dass sich noch mehr tut.

    In Dänemark plant die Regierung, den Einsatz digitaler Mittel im Unterricht wieder zurückzufahren. Mal schauen, wie sich Deutschland positionieren wird - Entwicklungen kommen hier oft mit zeitlichem Verzug an. Aktuell gibt es noch ein Mischgefüge bestehend aus "Digitale Angebote/Medienbildung im schulischen Kontext ausweiten" und "Handynutzung in der Schule untersagen und Zugang zu soziale Medien erst ab 14 Jahren erlauben.".

    Danke dir, Humblebee, auch wenn es inhaltliche Schnittstellen mit den Beiträgen von Chilipaprika und RosaLaune gibt.

    Klar lässt sich aus der Sekundarstufenperspektive heraus leicht sagen, dass es schön wäre, wenn Französisch auch im berufsbildenden Bereich verbreiteter wäre. Wir geben uns bereits bei den Sprachanfängern (m/w/d) (Ich denke bei dir, chilipaprika , dürfte es nicht anders sein.) Mühe, um Interesse an der Sprache zu wecken, in der Hoffnung, dass sie dran bleiben und nicht die Lust verlieren, gar bei der nächstbesten Gelegenheit das Fach abwählen. Klappt auch bei einigen, aber eben nicht bei allen. Man kann nichts erzwingen. Ich freue mich für alle Schüler (m/w/d), bei denen ich im Nachhinein erfahre, dass sie im Sprachenlernen drangeblieben sind und privat oder sogar beruflich ihre Sprachkenntnisse aktiv nutzen. Ich verstehe aber, dass manchmal die persönlichen Interessen anders gelagert sind oder, wie am Beispiel der AG, die strukturellen Bedingungen eher suboptimal.

    EDIT: Ach so, noch etwas zu Spanisch und Französisch: Französisch wird meines Wissens nur an relativ wenigen nds. BBSn unterrichtet und der Unterricht in beiden Sprachen beschränkt sich auf wenige Bildungsgänge. An meiner Schule bspw. gibt es Spanischunterricht nur im Beruflichen Gymnasium und diese wenigen Stunden werden von zwei Muttersprachlerinnen unterrichtet, die beide noch zusätzlich an einer anderen BBS im Umkreis eingesetzt sind (sie sind jeweils drei Tage bei uns und zwei Tage an der BBS im Nachbarlandkreis).

    Aus Neugier: Würdest du sagen, das geringe Angebot von Französischunterricht an berufsbildenden Schulen in Niedersachsen hängt an einer geringen Anzahl an vorhandenen Lehrkräften oder eher an geringem (curricularen/schülerseitigen) Bedarf?

    Zum Bedarf von Mathematik an berufsbildenden Schulen können die Kollegen (m/w/d) mehr sagen. Das Studium verfügt aber über viele Schnittmengen mit dem Studium für das gymnasiale Lehramt. Es ist ein Vorteil, dass du über erste Erfahrungen mit Hochschulmathematik verfügst. Was sowohl für Mathematik in der Schule als auch an der Hochschule gilt, ist dass die Inhalte in hohem Maße aufeinander aufbauen. Zu Beginn des Studiums arbeitest du mit den Strukturen und Techniken, die du aus der Schule kennst. Es kommen dann regelmäßig neue dazu und im Verlauf des Studiums entfernst du dich zunehmend mehr von den bekannten Schulinhalten. Die Inhalte werden abstrakter, aber man gewöhnt sich daran, solange man am Ball bleibt.

    Wichtig ist, das Interesse mitzubringen, jede neue mathematischen Struktur von Grund auf verstehen zu wollen, um dieses Wissen bei der anschließenden Bearbeitung von Übungsaufgaben nutzen zu können.

    Wenn du also sagst "Ja, ich möchte mich intensiv mit einem Logarithmus oder einem Sinus auseinandersetzen.", dann kann das Mathematikstudium etwas für dich sein.

    Ein Studium ist nichts anderes, als sich Dinge anzulesen. Viele Veranstaltungen muss man nicht besuchen, das Skript lernen reicht. Das kann man sich fast alles selbst aneignen.

    Grundsätzlich kann man sich alle möglichen Dinge im Selbststudium aneignen. Es ist nur anstrengender, dies im Alleingang zu machen, als angeleitet durch einen Experte (m/w/d) des jeweiligen Fachgebiets. Ähnliches gilt auch für Sportarten, Sprachkurse oder Latte-Art.

    Um mal irgendwo einen Minimalkonsens zu erreichen: Im Lehrerberuf ist praktische Handlungsfähigkeit in Kombination mit fundierten Theoriekenntnissen sicherlich von Vorteil. Wenn das vorangegangene Hochschulstudium von Theorie geprägt ist, macht es durchaus Sinn, einen separaten Ausbildungslehrgang zu haben, in dem die praktische Handlungsfähigkeit im Vordergrund steht. Hier sollte es vor allem darum gehen, wie die zuvor gelernte Theorie praktisch umgesetzt werden kann. Im Idealfall startet man mit einzelnen Unterrichtsphasen, geht dann zu einer ganze Unterrichtsstunde über und endet mit einer kompletten Unterrichtsreihe. Klar, ist es nicht möglich, das konkrete Unterrichtsgeschehen im Fach X in der Klasse Y an der Schule Z zu antizipieren, aber wenn ich gelernt habe, wie ich in häufig vorkommenden Schul- und Unterrichtssituationen professionell reagieren kann, kann ich auf Basis meines Hintergrundwissens in hiervon abweichenden Ausnahmesituationen dennoch kompetent handeln. Erfüllt eine Ausbildung diese Anforderungen, begründet sich auch hierin eine Daseinsberechtigung.

    Ich würde es zwar auch nicht darauf ankommen lassen, aber wenn nicht gerade gesundheitliche Gründe vorliegen (und dann in dem Fall diskreter Hinweis an die Lehrkraft, ggf. mit Attest), können Schüler (m/w/d) zumindest ab der Sek I (Primarstufe kann ich an der Stelle nicht beurteilen.) ihre Toilettengänge so planen, dass sie außerhalb der Unterrichtsstunden erledigt werden können. Später werden sich die Heranwachsenden auch oft genug in Situationen, in denen sie nicht jederzeit auf Toilette können, befinden - und dann muss es im Zweifelsfall auch irgendwie gehen.

    Wenn du die Position vertrittst, dass "Unverträglichkeit" in Bezug auf Zöliakie der falsche Begriff ist, legitimer Einwand, welchen passenderen Überbegriff würdest du für alle negativen körperlichen Erscheinungen als Reaktion auf Lebensmittelkonsum wählen?

    Klar freut sich jeder und jede, wenn auf Vorlieben sowie gesundheitliche Aspekte geachtet wird. Innerhalb der Familie und gegenüber engen Freunden (m/w/d) sollte das auch Berücksichtigung finden. In anderen sozialen Kontexten ist das schlichtweg unverhältnismäßig. Bevor jemand eine glutenfreie, eine laktosefreie, eine vegane, eine omnivore, eine soja- oder erdnussfreie, eine besonders proteinhaltige, eine zucker- oder salzarme und eine halal oder koschere Option anbietet, um möglichst alle Ernährungsformen (inklusive negativer körperlicher Erscheinungen als Reaktion auf Lebensmittelkonsum), die in sehr heterogenen Konstellationen durchaus vorkommen können, zu beachten, wäre die Konsequenz eher, dass die Person gar nichts mitbringt, weil sie diesen Aufwand nicht betreiben möchte. Davon wiederum hätte am Ende auch keiner was, auch wenn dann zumindest alle gleichermaßen verzichten müssen, was wohl auch eine Form von Chancengleichheit wäre.

    Daher mein Vorschlag, dass jeder und jede eigenverantwortlich entscheidet, ob er oder sie zugreift, und wenn jemand nicht möchte oder darf, ist das auch OK.

    Das verstehe ich. Ich habe ja oben geschrieben, dass es extreme Fälle von Lebensmittelunverträglichkeiten gibt. Dennoch wird das Kind irgendwann älter und kann nicht davon ausgehen, dass auf alle Zeit das Umfeld präventiv erdnusshaltige Lebensmittel von ihm fernhält. Daher muss es so früh wir möglich in die Lage versetzt werden, eigenverantwortlich handeln zu können:

    1. Worauf muss ich bei der eigenen Zubereitung von Getränken und Speisen achten?
    2. Welche Besonderheiten gibt es bei bereits verarbeiteten Lebensmitteln zu beachten?
    3. Was muss ich im Restaurant, bzw. wenn mir jemand Getränke oder Speisen anbietet, beachten?
    4. Was muss ich bei Auslandsaufenthalten oder (Outdoor-)Ausflügen beachten?
    5. Was muss ich tun, wenn ich versehentlich doch für mich gesundheitsschädliche Lebensmittel zu mir nehme?

    Wir sprechen doch immer von Kompetenzerwerb und das sind Kompetenzen, die ein Kind mit schwerer Unverträglichkeit unbedingt schon im Grundschulalter erwerben muss.

    Wie bei vielen Dingen im Leben gibt es auch bei Unverträglichkeiten ein Spektrum zwischen "verträgt größere Mengen nicht" und "bekommt bereits bei "kann Spuren enthalten von" gesundheitliche Probleme". Betroffene müssen möglichst früh (durch Eltern und medizinische Fachkräfte) aufgeklärt werden, um zu wissen, woraus sie genau achten müssen, um eigenverantwortlich ihren Lebensmittelkonsum gestalten und gesundheitliche Gefahren abwehren zu können.

    Keine/r kann erwarten, dass beim Beispiel "Geburtstagsmuffins" sämtliche Ernährungsgewohnheiten Berücksichtigung finden - das ist bei 20+ Schülern (m/w/d) nicht leistbar. Wer etwas nicht mag oder nicht essen darf, lehnt dankend (!) ab und reicht das Tablett weiter - und alles ist gut.

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