Beiträge von Gymshark

    Man merkt auf jeden Fall in den letzten Wochen, dass die öffentlichen Kassen leer sind und versucht wird, an allen möglichen Stellen Geld einzusparen. Ich weiß nicht, auf welchem Sprachniveau deine Schüler (m/w/d) im Fach Deutsch sind, aber sollte es A1 oder A2 sein, kann ich mir vorstellen, dass ein solches Unterrichtsszenario mit eingeschränktem Materialeinsatz für Lehrkraft und Schüler (m/w/d) mehrheitlich als unbefriedigend und lernhemmend wahrgenommen wird. Vor allem in pädagogisch herausfordernden Lerngruppen erfüllt didaktisch sinnvoller Materialeinsatz diverse Funktionen, wobei eine solche Entscheidung seitens des Schulträgers vielleicht auch dazu beiträgt, dass man innerhalb der Fachschaften mal überlegt, an welchen Stellen man wirklich dringend Material braucht und wo es eher "nice to have" ist. Es wird Stellen geben, an denen man nachträglich feststellt, dass Material eher inflationär eingesetzt wurde, ohne dass dadurch ein maßgeblicher didaktischer Mehrwert entstand. Bei unserem statistisch nachgewiesen sinkenden Bildungsniveau müssen wir uns kritisch fragen, ob Bildungsinvestitionen in den letzten Jahren wirklich an den richtigen Stellen getätigt wurden oder auch manchmal am eigentlichen Zweck vorbeigingen.

    Ansonsten würde ich an deiner Stelle mal in den Fachschaften fragen, wie zukünftig Unterricht organisiert werden soll, wenn Verbrauchsmaterial nicht mehr gestattet und kein Lehrbuch vorhanden ist. Wenn die Schüler zukünftig abschreiben sollen, braucht es zumindest für dich ein Lehrbuch als Textquelle. Und nein, natürlich finanziert ihr sowas nicht von eurem Gehalt/eurer Besoldung.

    Liegt das denn am Geld?

    Bei mir zum Beispiel definitiv nicht.

    Hier muss man unterscheiden zwischen "Personen, die sich gegen ein Kind entscheiden" und "Personen, die sich gegen ein zweites Kind entscheiden". Zur ersten Position ist die Studienlage etwas besser aufgestellt und hier spielt tatsächlich bei vielen Befragten die Angst vor hohen Kosten eine maßgebliche Rolle (Quelle). Die zweite Position ist schlechter erforscht (auch weil die niedrige Geburtenrate in Deutschland eher mit einem hohen Anteil an Kinderlosen als an einem hohen Anteil an Ein-Kind-Familien hängt) und hier werden vor allem Trennung und Scheidung, sekundäre Unfruchtbarkeit (eventuell damit verbunden, dass das erste Kind bereits recht spät bekommen wurde?), aber auch bessere Vereinbarkeit Familie und Beruf als Gründe genannt (Quelle).

    Es lässt sich daher auf Basis der Erkenntnisse aus Studien zur ersten Position vermuten, dass finanzielle Anreize die Hemmschwelle junger Paare vor der Elternschaft senken können.

    Ich finde ja, als erstes Zugeständnis daran könnte man die Familienzuschläge absägen, die sind nämlich wirklich niemandem rational zu vermitteln.

    Können wir uns das mit Blick auf die demographische Entwicklung überhaupt leisten? Die Geburtenraten sind so schon seit 2022 wieder signifikant gesunken. Müssten Familienzuschläge nicht eher ausgeweitet werden (z.B. auch Angestellte im öffentlichen Dienst)?

    So Fachkräfte muss man erstmal haben... Verwaltungsassistenten gibt's hier nicht, nur eine Vollzeit-Sekretärin mit gelegentlicher (und personell rotierender) stundenweiser Zweitkraft.

    Ich stimme dir dabei zu, aber die Konsequenz von etwaig fehlenden Fachkräften kann doch nicht sein, dass Lehrkräfte dann die Aufgaben übernehmen, nur weil Lehrkräfte im Zweifelsfall alles machen können, was nur irgendwie mit Schule zu tun hat. All das während die Sekretärin 5x den Arbeitsvertrag liest, um auszuschließen, dass eine ihr zugewiesene Aufgabe womöglich dort nicht gelistet sein könnte, und die Reinigungskraft noch mit dem Lineal abmisst bis wohin sie höchstens putzen muss.

    Spätestens im Zeitalter der multiprofessionellen Teams sollten Verantwortlichkeiten klar definiert und Etabliertes mal hinterfragt werden. Warum braucht es z.B. eine Lehrkraft im Beförderungsamt, um den Vertretungsplan zu schreiben? Dafür braucht es keine didaktischen oder pädagogischen Kompetenzen - das ist eine organisatorische Aufgabe, für die eine kaufmännisch oder verwaltungsbezogen qualifizierte Fachkraft perfekt geignet ist. Und ja, dann müsste wahrscheinlich pro Schule mindestens eine Sekretariatsfachkraft oder Verwaltungsassistenz zusätzlich angestellt werden, aber das wäre vermutlich immer noch günstiger als was wir aktuell machen.

    Würde das alles mal komplett durchdekliniert werden, hätten wir vermutlich auch keinen Lehrkräftemangel mehr, weil die vorhandenen Lehrkräfte dann auch tatsächlich ihre Kernaufgaben wahrnehmen könnten, statt zusätzlich semiprofessionell auf 20 weiteren Hochzeiten zu tanzen.

    Tingelteacher : Da könnte man aber sicherlich auch mal hinterfragen, warum teure A14/A15-Kräfte für solche organisatorischen Aufgaben genutzt werden. Lehrkräfte könnten sich so viel produktiver um ihr eigentliches Kerngeschäft kümmern, wenn diese Aufgaben bei den Fachkräften landen würden, die hierfür die nötige Qualifikation haben.

    In Zeiten sinkenden Bildungsniveaus ist die Frage vermutlich durchaus berechtigt.

    Die paar Eisdielenbesuche, die bei mir in den letzten Jahren vorkamen, waren entweder am letzen Schultag vor den Sommerferien (Dass da nicht mehr groß Unterricht gemacht wird, ist hoffentlich verkraftbar.) oder in Kombination mit einem eh schon geplanten (unterrichtsbezogenen) Tagesausflug/Wandertag.

    "Kühlpack-Ausgabe" und "nervige Elternkommunikation" sind durchaus Aufgaben, die in den organisatorischen Teil einer Sekretariatsfachkraft fallen können. In der oben verlinkten Stellenanzeige steht explizit drin "zentrale Ansprechperson für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern". Es sollen nur eben keine pädagogischen, medizinischen, handwerklichen Aufgaben sein. Beim "Betüddeln von kranken Schülern bis zur Abholung" stimme ich dir folglich zu. Wo ziehst du konkret die Grenze zwischen Sekretariatsfachkraft und Schulverwaltungsassistenz? In meinen Augen sind die Tätigkeiten nicht eindeutig trennscharf und gehen ineinander über.

    Obgleich ich diese Argumentation verstehe, kommt sie wiederum, wenn es um die Aufgaben von Lehrkräften geht, in der Regel so gar nicht, überhaupt nicht, zum Tragen. Ich erinnere mich daran, dass jemand, ich meine es war Kris24, beschrieb, dass an ihrer Schule Lehrkräfte im Notfall sogar handwerkliche Aufgaben ausüben würden. Und wenn man bedenkt, dass Lehrkräfte die teuerste Personalkostenstelle im Schulkosmos sind, ist es fragwürdig, dass bei allen anderen Beschäftigten so genau hingeschaut wird, dass sie bloß innerhalb ihres vorgesehen Zeitrahmens und der Aufgabenbereiche ihres Arbeitsvertrags bleiben, Lehrkräften wiederum gefühlt alles, was irgendwie mit Schule zu tun hat, zugetraut wird - im Zweifelsfall sei immer Zeit dafür vorhanden und man müsse eben effizienter den Unterricht vorbereiten. Deswegen verstehe ich auch, dass im Forum immer mal wieder die Zeiterhebung für Lehrkräfte diskutiert wird.

    können die Aufgabenbereiche des Sekretariats nicht beliebig durch die Schulleitung verändert werden.

    Da kommt es darauf an, wie genau das ausformuliert ist. In dieser Stellenbeschreibung heißt es z.B. "Übernahme klassischer Sekretariats- und Verwaltungsaufgaben". Das ist entsprechend weit gefasst und da als Voraussetzung eine abgeschlossene kaufmännische oder verwaltungsbezogene Ausgebildung gefordert ist, kann man davon ausgehen, dass die Sekretariatsfachkraft qualifiziert ist und dazu angewiesen werden kann, alle kaufmännischen oder organisatorischen Aufgaben, die in Schulen anfallen, durchzuführen. Damit wird auch deutlich, welche Aufgaben nicht von Sekretariatsfachkräften zu erledigen sind, nämlich pädagogische, handwerkliche oder leitungsbezogene Aufgaben.

    Mal ein etwas anderer Blickwinkel auf das Ganze: Was wäre so schlimm, wenn eine Schulleitung sich auch mal mitten im Schuljahr frei nähme? Ich spreche nicht davon, geltende Regeln zu brechen, sondern bestehende Regeln dahin anzupassen, dass es perspektivisch in Ordnung wäre. Am Ende gibt es an jeder (größeren) Schule Konkrektoren (m/w/d) und Vertretungsregelungen für den "Fall der Fälle". Wenn eine Schulleitung krank wäre, müsste ja auch der Schulbetrieb weitergehen, ohne dass Chaos ausbricht. Vielleicht jedoch nicht, wie im Bericht beschrieben, mitten während der Abiturprüfungen - das war zeitpunkttechnisch eher ungeschickt.

    Ich gebe zu, ich nutze Amazon sehr viel und oft mehrmals wöchentlich. Beim lokalen Einzelhandel fangen die Unannehmlichkeiten bereits bei fehlenden kostenlosen Parkmöglichkeiten an und schön sind die Innenstädte hier meist auch nicht, also lohnt auch nicht, dort zum Bummeln oder für eine angenehme Aufenthaltsqualität hinzufahren.

    Die fehlenden kostenlosen Parkmöglichkeiten sind am Ende ein Ergebnis politischer Schwerpunktsetzungen. Klar, das Individuum kann dafür wenig, aber die Mehrheit hat sich das so explizit gewünscht.

    kodi : Aktuell sind 32% aller Beschäftigten in Deutschland teilzeitbeschäftigt, was ein neuer Höchststand ist. Es gibt also schon eine gewisse Nachfrage nach Teilzeitstellen, aber ich kann nicht abstreiten, dass es regionale Unterschiede gibt.

    Die Kommune sollte aber mal darüber nachdenken, das Aufgabenfeld der Sekretariatsfachkraft zu erweitern und, klar, infolgedessen das Gehalt anzupassen. In der Privatwirtschaft hat sich das Aufgabenfeld der ehemaligen "Sekretärin" hin zur "Assistenz der Geschäftsleitung" erweitert und es ist nur sinnvoll, wenn der öffentliche Dienst hier auch nachzieht.

    Milk&Sugar : Der Schulleitung (nicht die einzelne Lehrkraft) als übergeordnete Führungskraft der Sekretärin stehen schon Mittel zur Verfügung, die zukünftige Gestaltung des Arbeitsverhältnisses zu beeinflussen. Berichtet eine Schulleitung Richtung Kommune oder Kreis ausschließlich schlecht über einen längeren Zeitraum, wird die Personalverwaltung von Kommune oder Kreis da auch nicht lange zuschauen, ohne nötige Konsequenzen zu ziehen.

    Es kann regionale Unterschiede geben, aber aktuell berichtet mir mein Umfeld eher, dass es schwer ist, eine Stelle zu finden. Unternehmen schreiben verhalten neue Stellen aus und gleichzeitig gibt es Erhebungen, dass seit 2019 340.000 Industriearbeitsplätze weggefallen sind. Auf medialen Plattformen findet man derzeit diverse Berichte von Leuten, die beschreiben, dass sie schon dutzende Bewerbungen erfolglos verschickten. Es gibt zwar weiterhin Mangelbereiche, aber der Einsatz im Schulsekretariat dürfte eher nicht dazu gehören und arbeitgeberseitig aufgrund der aktuellen Situation eher leichter als schwerer fallen.

    Zauberwald : Die Sekretärin ist vermutlich angestellt und nicht verbeamtet, oder? Vielleicht sollte man ihr mal durch die Blume mitteilen, dass in der aktuellen wirtschaftlichen Lage sicher genug Leute ihren Job hätten und sie unter Beweis stellen sollte, warum sie potentiellen Interessenten (m/w/d) an einer etwaigen Stelle überlegen wäre. Ein regelmäßiges "Das steht aber nicht in meinem Arbeitsvertrag." während einer Wirtschaftskrise stärkt eher nicht die eigene Position, vor allem auch da in Arbeitsverträgen oft steht, dass bei Bedarf über die genannten Aufgaben hinausgehend zusätzliche Aufgaben übertragen werden können. Und die Beschaffung von Arbeits- und Verbrauchsmaterialien ist einer verwaltungstechnisch oder kaufmännisch ausgebildeten Fachkraft fachlich zuzutrauen.

    Seit wann werden denn Stifte gestellt?. Ich habe für alle SuS 1 Paket kopierpapier. 6 Klassen, 1 Paket. LK, Klassenarbeit usw. Was drüber geht zahle ich. Hat ein sus Nachteilsausgleich (weißes Papier, größere Schrift) zahle ich.

    Gerade im Lehramt macht es doch am wenigsten Sinn, bei sowas sofort nachzugeben, denn was soll passieren, wenn man nicht bereit ist, diesen Nachteilsausgleich aus eigener Tasche zu bezahlen? Im schlechtesten Fall bekommt man im nächsten Jahr einem schlechteren Stundenplan, aber die Stelle ist weiterhin sicher, während es in der Privatwirtschaft durchaus so ist, dass, wenn man es sich mit einer Person in relevanter Position verscherzt, es passieren kann, dass man in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit als erstes gehen muss.

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