Beiträge von Gymshark

    Ich gebe dir absolut recht. Nur erlebe ich immer wieder, dass manche Eltern es nicht schaffen und trotz Handyverbot in der Schule mehrmals am Tag ihr Kind anrufen.

    Sind das dann dieselben Eltern, die sich, so früh es nur irgendwie geht, um Ganztagsbetreuung ihrer Kinder kümmern, da sie beruflich doch so eingespannt seien?

    In großen Industrieunternehmen wird der Geschäftsführer (m/w/d) auch in großer Not keine operativen Aufgaben übernehmen. Das wird dann ggf. eher noch von den Team- und Abteilungsleitern (m/w/d) in einer solchen Situation erwartet.

    Was aber durchaus zumutbar ist und möglich sein sollte, ist, wenn im Fall einer akuten Krankheitswelle die Hälfte der Belegschaft ausfällt, dass der Standortleiter (m/w/d) eines Elektrofachmarktes sich auch mal an die Kasse setzt, der Restaurantbesitzer (m/w/d) Biere zapft oder der Taxiunternehmer (m/w/d) Fahrten selbst durchführt.

    chilipaprika :Es tut mir leid, dass ihr schon so oft das Problem mit einer scheinbar inkompetenten Bezirksregierung hattet. Ich vermute mal, die bei euch überversorgten Fächer sind solche, die auch überregional nicht gerade zu den Mangelfächern schlechthin zählen, oder?

    Die Lösung in meinen Augen wäre, dass Lehramtsstudierende (m/w/d) mit wenig gefragten Fächerkombinationen besser ob des tatsächlichen Bedarfs aufgeklärt werden. Es kommen ja immer mal wieder Anfragen auch hier im Forum und dann kommt oft die Rechtfertigung "Ich brenne für diese Fächer, bin auch räumlich flexibel und offen für andere Schulformen (möchte aber trotzdem für das gymnasiale Lehramt studieren).". Ja, schön und gut, aber wenn andere Leute auch so denken, bleiben diese Fächer auf alle Zeit überversorgt.

    Ich habe auch schon überlegt, ob es Sinn machen würde, wenn die Fachkollegen (m/w/d) von Mangelfächern in den Sek II-Kursen ihrer Fächer bewusst einfach mal diejenigen Schüler (m/w/d), die bisher durch gute Leistungen und/oder fachliches Interesse hierin auffiellen, ansprechen, ob die sich ein Lehramtsstudium mit diesen (oder inhaltlich verwandten) Fächern vorstellen könnten.

    Wenn die Welt perfekt wäre, gäbe es bei Lehrkräften eine 110%-Versorgung, um Ausfälle die meiste Zeit über auffangen zu können, und Überstunden würden selbstverständlich ab der ersten Stunde bezahlt werden, statt dass man sagt, Lehrkräfte haben bis zu 3 Stunden Vertretung unentgeltlich zu leisten. Naja, vielleicht irgendwann mal...

    In der freien Wirtschaft führt die Betriebs- oder Standortleitung in der Regel auch kaum noch operative Tätigkeiten aus, daher finde ich es nicht so ungewöhnlich, wenn eine Schulleitung vor allem strategische Aufgaben, Führung und Repräsentation nach außen übernimmt und wenig bis gar nicht mehr unterrichtet.

    Gleichzeitig finde ich aber wichtig, dass eine Führungskraft weiterhin den Kontakt zur Basis hält, die Erfahrungen aus der Arbeit an der Basis mit in die Arbeit auf strategischer und Führungsebene einfließen lässt und, im Fall der Schulleitung, wenn es Knall auf Fall kommt, weiterhin in der Lage ist, eine Klasse unterrichten zu können.

    Vor allem steht im Zitat "verantwortlich für für die Einhaltung [...] der für die Notengebung allgemein geltenden Grundsätze".

    Bedeutet: Wenn die Schulleitung mitbekommt, dass eine Lehrkraft Noten auswürfelt oder eine weder fachlich noch pädagogisch begründete Gefälligkeitsnote vergibt, kann sie um Erläuterung des Zustandekommens der Noten auf Basis dieser allgemein geltenden Grundsätze bitten. Bestätigt sich der Verdacht, kann die Schulleitung wiederum verlangen, dass die Noten korrigiert werden, und zwar nicht nach der Gefälligkeit der Schulleitung, sondern nach den zuvor genannten Grundsätzen, sprich allgemeine Gütekriterien der Leistungsbewertung in Kombination mit ihren zugrundeliegenden schulrechtlichen Vorgaben.

    Hätten wir einen absoluten Akademikermangel (m/w/d), könnte man die Daseinsberechtigung dieser Form des Erwerbs der Fachhochschulreife als gestufte Möglichkeit zur Zugangsberechtigung zu einer Hochschule noch irgendwie rechtfertigen. So - auch mit dem, was Maylin85 korrekterweise schrieb - finde ich sie nicht mehr zeitgemäß und würde empfehlen, sie auslaufen zu lassen.

    Zudem, da Hochschulen für angewandte Wissenschaften die gleichen Abschlüsse wie Universitäten (mit Ausnahme der Staatsexamina) vergeben und, Stand April 2025, in 12 Bundesländern das Promotionsrecht haben, ist eh fraglich, warum reduzierte formale Qualifikationen zur Zugangsberechtigung gelten sollen - als seien das Hochschulen 2. Klasse.

    Die Kündigung ist die richtige Entscheidung. Auf eine solche Schulleitung kann man guten Gewissens verzichten. Wer weiß, wie sie in dieses Amt gekommen ist.

    Ich würde das Schuljahr noch zu Ende machen, aber Minimalaufwand betreiben. Du bereitest deinen Unterricht auf Basis der curricularen Vorgaben vor, aber ohne didaktisches Feuerwehr, und am besten nicht mehr als eine Woche voraus, falls zwischendurch doch noch einmal der Stundenplan neu ausgewürfelt werden muss. Zur Schulentwicklung würde ich an der Stelle gar nichts mehr machen bzw. wenn, dann nur das absolute Minimum.

    RosaLaune : Du hast indirekt schon beantwortet, was meine Sichtweise hierbei ist, nämlich, dass Substantive im Singular wie im Plural verwendet werden sollen, sprich entweder der Lehrende/die Lehrenden oder der Lehrer/die Lehrer. Eine Mischung aus Lehrenden und Lehrern fände ich morphologisch fragwürdig und semantisch müsste schon sehr gut und stichhaltig begründet werden, warum eine Abweichung zwischen dem Stamm im Singular und im Plural erfolgen sollte.

    In einer Zeit, in der bereits zu viele junge Menschen zu studieren (und zugleich Hochschulen über mangelnde Kompetenzen der Studienanfänger (m/w/d) klagen), würde ich sogar die Frage stellen, ob es die Fachhochschulreife überhaupt braucht oder es nicht zeitgemäßer ist, den Hochschulzugang auf Absolventen (m/w/d) der allgemeinen Hochschulreife zu beschränken, sowohl für den Besuch der Hochschulen der angewandten Wissenschaften, vormals Fachhochschulen, als auch der Universitäten.

    Die USA haben das System auch nur bedingt erfolgreich umsetzen können, da es dort ein inzwischen recht fest verankertes Privatschulsystem gibt, das insbesondere von sozioökonomisch bessergestellten Eltern genutzt wird. Soziale Durchmischung lässt sich leider nicht erzwingen.

    Hinzu kommt, dass es in den USA weiterhin große ethnische Segregration gibt - in manchen Bezirken gibt es sowohl "black schools" als auch "white schools". Durch die freie Schulwahl in Deutschlands müssen wir eher darauf achten, dass wir uns nicht auch dahingehend entwickeln - nur mit weniger Fokus auf Hautfarbe, was historisch bedingt in den USA eine größere Rolle spielt als in Deutschland, sondern kulturellem Hintergrund.

    Ich habe nicht geschrieben, dass es nicht möglich ist. Wie gesagt, wenn es das System verlangt, macht man irgendwie das Beste aus den Rahmenbedingungen. Wenn man allerdings wirklich das Extrembeispiel annimmt, Kinder mit Förderbedarf geistige Entwicklung und gleichzeitig Kinder mit Hochbegabung, dazu womöglich noch Kinder mit geringen Sprachkenntnissen und solche mit Verhaltensauffälligkeiten: alle in einer Klasse. Dann kriegt man zwar immer irgendwie den Tag herum, aber nicht so, dass alle Beteiligten wirklich das Gefühl hatten, dass ihre Bedürfnisse die ganze Zeit über angemessen berücksichtigt wurden.

    Du kannst gerne schreiben, dass du damit kein Problem hast und vielleicht ist das in deinem Fall sogar so. Großflächlig hingegen sind für mich die Ergebnisse der Leistungsstudien auch ein Indikator, dass Heterogenität innerhalb der leistungsbezogenen Voraussetzungen der Schülerschaft, vor allem in der Primarstufe, nicht automatisch immer eine Bereicherung darstellt, sondern bisweilen auch eine Belastung, und dass es vor allem Primarstufenlehrkräfte nicht zu schlechteren Lehrkräften macht, wenn sie diese Position vertreten.

    Bolzbold :

    Soll dann innerhalb einer Klasse vier- bis fünffach differenziert werden oder soll es separate Kurse "Niveau sehr schwach" bis "Niveau sehr stark" geben? Ich postuliere, dass eine einzelne Lehrkraft unmöglich der vollen Leistungsbreite aller Schüler (m/w/d) gerecht werden kann. Klar, wenn es die systemischen Strukturen verlangen, kann man sich als Lehrkraft damit immer irgendwie arrangieren (Stichwort "Volksschulen" früher), aber viele Schüler (m/w/d) bleiben, so meine Meinung, am Ende hierbei auf der Strecke, weil keine Lehrkraft ein Superheld ist und sich dauerhaft vierteilen kann.

    Ich weiß auch nicht, ob es wirklich im Sinne des nationalen Bildungsanspruchs ist, wenn wir, wie du schreibst, bewusst Niveauunterschiede in Kauf nehmen, sodass jemand z.B. im Fach Deutsch nur Kompetenzen auf dem Mindestniveau, dafür jedoch im Fach Mathematik Kompetenzen auf dem Höchstniveau nachweist. Eigentlich verfolgt das allgemeinbildende Schulsystem das Ideal des breit ausgebildeten Generalisten (m/w/d), der sich erst auf der Basis einer gesicherten Allgemeinbildung im Rahmen der Tertiärbildung für eine thematische Spezialisierung entscheidet.

    "Kurssystem" bedeutet, dass die Schüler (m/w/d) wie in der Uni in jedem Kurs mit anderen Leuten zusammensitzen, was eine totale Abkehr vom klassischen Klassenverbund und sozialem Lernen wäre. Was mir dazu noch einfällt: Wenn man sich auf diese Überlegung einlässt, könnte man auch fragen, ob wir die Differenzierung nur bei Leistungsvermögen belassen sollen oder auch auf Alter ausweiten. Bis auf wenige Ausnahmen sind in jeder Klasse alle Schüler (m/w/d) gleich alt - plus/minus 1 Jahr. Was wäre allerdings, wenn es eine Reihenfolge an Kursen gäbe, die nach und nach zu belegen wäre und man dürfte erst vorrücken, sobald ein Kurs bestanden wird, man dürfte aber im Gegenzug Kurse beliebig oft wiederholen? Das könnten beim Überthema Mathematik z.B. die Kurse Arithmetik I-III, Geometrie I-II, Angewandte Mathematik I-II, Algebra I-II sein. Konsequenzen: Fitte Schüler (m/w/d) könnten Kurse parallel und damit schon früher besuchen, wären im Extremfall schon nach 5 Schuljahren mit ihrer mathematischen Grundausbildung durch. Es würden dann aber auch in einem Kurs eventuell (vergleichsweise) kleine Kinder mit Jugendlichen zusammensitzen. Man könnte sogar nachdenken, ob man erwachsenen Schüler (m/w/d), die (freiwillig) Schulinhalte nachholen möchten, gestattet, am regulären Schulbetrieb teilzunehmen. Aber klar, das wäre definitiv eine vollkommen andere Art zu Lernen als es derzeit der Fall ist.

    Finaler Gedanke: Wir haben doch derzeit das Problem, dass das Bildungsniveau sinkt, gleichzeitig zu viele Schüler (m/w/d) das Abitur erwerben. Wie erreichen wir durch deinen Vorschlag das Gegenteil, sprich eine niedrigere Abiturquote und dafür mehr tatsächlich vorhandene Kompetenzen bei den Schülern (m/w/d)?

    Der Ansatz ist gut, obgleich man feststellen muss, dass Deutschland im europaweiten Vergleich deutlich unterdurchschnittlich viel für Bildung ausgibt. Ich sehe da auch keine Trendabkehr, da sich mit Bildung keine Wahlen gewinnen lassen. Wir müssen uns da eingestehen, dass eine bessere Ausstattung an deutschen Schulen, was ja mit höheren Kosten verbunden wäre, eher nicht kommen wird, sondern vielmehr überlegen, wie vorhandene Mittel genutzt werden können, um die angestrebten Bildungsziele besser als bisher erreichen zu können. Bislang arbeiten wir im Bildungssystem noch sehr ineffizient (siehe Pisaergebnisse), was am Ende auch ein Zeichen von Verschwendung vorhandenen Potentials bedeutet.

    Weil es wohl der Wille des Dienstherrn ist, dass man in Konferenzen abhängt. Dann ist das natürlich Arbeitszeit.

    Ähnliches gibt es in der Privatwirtschaft:

    (Quelle)

    Diejenigen, die nach Zeitaufwand bezahlt werden, können im Zweifelsfall Überstunden ansammeln. Diejenigen, die auf Vertrauensarbeitsbasis arbeiten, sind gekniffen - vor allem wenn man im mittleren Management tätig ist und es sich nicht mit den eigenen Vorgesetzten verscherzen möchte.

    Vertrauensarbeitszeit, wie es sie ja auch im Lehrberuf gibt, klingt zwar zunächst gut, da hierbei die Option mitschwingt, dass es ja auch mal eine Woche geben könnte, in der nur 30 Stunden gearbeitet werden müssen, man aber trotzdem das volle Gehalt/die volle Besoldung ausgezahlt bekommt. Ich kenne jetzt keine offiziellen Statistiken, kann mir aber gut vorstellen, dass viele Beschäftigte in Vertrauensarbeit im Durchschnitt mehr als die klassischen 40 Stunden pro Woche arbeiten. Man erkauft sich vermeintliche zeitliche Freiheiten durch etwas mehr Geld und hat quasi keine Möglichkeiten, sich gegen zusätzliche Aufgaben zu wehren, weil im Zweifelsfall alle noch so fragwürdigen on-top-Aufgaben Teil der Stellenbeschreibung und finanziell durch Gehalt/Besoldung abgedeckt sind. Muss man eben seine zeitlichen Ressourcen gut genug planen, sodass man über die Woche hinweg im Rahmen der durchschnittlichen Arbeitszeit hinkommt. Wenn nicht: Selbst schuld!

    Das Missbrauchspotential von Vertrauensarbeitszeit ist sehr hoch und sollte daher rechtlich meiner Meinung nach ausschließlich Selbstständigen, Politikern (m/w/d) in Spitzenämtern, Kunst- und Freischaffenden offenstehen.

    Na klasse, auf solche Kollegen (m/w/d) kann man auch verzichten. Teamarbeit funktioniert eben nur, wenn sich alle an Vereinbarungen halten und das war in diesem Fall "Noteneingabe bis Tag X, Y Uhr.", sogar mit Erinnerungsmail - löblich. Hätte jemand ein Problem mit der Fristeinhaltung gehabt, hätte sich die Person sicher gemeldet. Dieses Szenario scheint auch nicht eingetreten zu sein.

    Das Problem: Du bist nicht die Führungskraft der Kollegen (m/w/d), kannst sie also nicht sanktionieren für ihr anti-kollegiales Verhalten. Das steht dir nicht zu. Gleichzeitig würde ich davon abraten, den Kollegen (m/w/d) solange am Rockzipfel zu hängen bis sie irgendwann reagieren und ihre Daten zur Verfügung stellen. Das kostet dich nur unnötig Stress und das sind oft Kollegen (m/w/d), die schon zu Schul- und Unizeiten sämtliche Extrawürste bei Präsentationen und Abgaben bekamen und dadurch lernten, dass sie damit durch kommen.

    Nee, irgendwann muss dieses Muster durchbrochen werden. Die Vereinbarungen waren klar und wenn erwachsene Kollegen (m/w/d) nicht in der Lage sind, sich daran zu halten, arbeitest du mit den Daten, die dir zum Ende der Frist hin zur Verfügung stehen.

    Gerne an der Stelle die Info an die Schulleitung, dass du deinen Job erledigt hast, aber trotz Erinnerungsmail Daten der Kollegen (m/w/d) X, Y und Z nicht vorlagen und du daher die Bemerkung "Note nicht erteilt" hinterlegt hast. Du solltest dann aus dem Schneider sein. Eine gute Schulleitung wendet sich dann an X, Y und Z und macht ihnen Feuer, auf dass sie bei der nächsten Gelegenheit ihre sieben Sachen auch tatsächlich beisammen haben. Eine schlechte Schulleitung lässt dich die Zeugnisse noch 5x schreiben bis dann auch Z als Allerletzte/r die Noten mal wieder viel zu spät eingereicht hat, aber dann weißt du auch, woran du bist - auch weil es spätestens dann Zeit für ein Grundsatzgespräch wird.

Werbung