Ich kann mir schon vorstellen, dass es Fälle gibt, bei denen man bewusst Jungs/Männer adressiert, z.B. wenn man die drei Kinder in der letzten Reihe, die gerade Quatsch machen und alle drei Jungs sind, zur Ruhe bitten möchte. Bei der Beispielsmail ans ganze Kollegium, die ja immer wieder als Ausgangslage dient, ist erst einmal nicht das Geschlecht der Adressierten entscheidend, sondern die Funktion. Es sind diejenigen gemeint, die beruflich einer Lehrtätigkeit nachgehen, aber eben nicht die Reinigungskraft. Oder, wenn es um eine Weihnachtsfeier geht, sind alle, die an der Schule tätig sind, gemeint, aber nicht Familie Huber, die schräg gegenüber von der Schule wohnt.
Immer dann, wenn man sich vorstellt, die Adressierten bestünden ausschließlich aus Frauen oder ausschließlich aus Männern, und die Aussage würde sich inhaltlich nicht ändern, geht es um Funktion statt um Geschlecht.