Guck z. B. mal in den bayerischen Lehrplan Kath. Religion Grundschule. Dort stehen Sätze wie "die SuS deuten die Welt als Gabe Gottes" etc. Da werden christliche Grundüberzeugung en in jedem 3. Ziel antizipiert. Es gibt keine offenen Gespräche über den Unterschied von Beschreibung, Deutung oder den Vergleich verschiedener Positionen und wenn es neue Erkenntnisse gibt, wird der Lehrplan überarbeitet. In der Hinsicht ist das Fach wirklich einzigartig.
Ich denke, es ist gerade für kleine Kinder schwierig, die Religions"wissenschaft" und den eigenen Zugang zum Glauben klar zu trennen. Eigene kreative Zugänge zum Thema "Glauben" sollen gerade in den jüngeren Jahrgängen auf jeden Fall eine Rolle spielen. Gleichzeitig finde ich ein paar grundlegende "Fakten" auch wichtig; z.B. grobe Vorstellung des Leben Jesus, Aufbau der Bibel, ein paar zentrale christliche Symbole, Bedeutung von Weihnachten oder Sankt Martin.
Ein Ziel wie das von dir zitierte finde ich problematisch, weil das Ziel von Religionsunterricht nicht sein sollte, die Schüler zu genau einer zuvor festgelegten theologischen Sichtweise zu erziehen, sondern dass sie auf Basis der wissenschaftlichen Grundlagen einen eigenen Zugang entwickeln. Ich sehe hier einige Parallelen zum Literatur- oder Politikunterricht.