An der Stelle sehe ich aber auch die Eltern in der Pflicht. Wenn ich schon weiß, dass mein Kind möglicherweise Probleme beim Lesen haben könnte, sei es, weil es sprachliche oder kognitive Probleme hat, ein familiär sozioökonomisch schwacher Hintergrund besteht, oder ähnliches, hole ich mir entsprechende Hilfe, sodass das Kind nicht bereits im Anfangsstadium des Lesenlernens komplett abgehängt wird. Selbst arbeitslose Eltern und solche mit geringen Deutschkenntnissen finden in der Regel den Weg zu den Behörden, und sei es, um Bürgergeld zu beantragen, da ist es kein Ding der Unmöglichkeit, sich gleichermaßen Hilfe beim Jugendamt zu holen, statt davon auszugehen, dass sich das Problem irgendwie "verwächst".
Beiträge von Gymshark
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Antimon: Die Sängerin P!nk hatte gerade zu Beginn ihrer Karriere durchaus auch ein eher burschikoses Auftreten: kurze Haare, selbstbewusst - der Typ Frau, der eher mit Kerlen abhängt und gerne ein Bier trinkt, um mal bei den gängigen Klischees zu bleiben. Inzwischen ist sie mit einem Mann verheiratet, hat zwei Kinder. Es würde mich nicht überraschen, wenn damals gemutmaßt worden wäre, dass sie aufgrund ihres Auftretens und Aussehens auf Frauen stehen könnte - du kennst ja selbst die Klischees. Gleichzeitig war sie sicher für viele junge Mädchen eine Art Vorbild, die sich von Gleichaltrigen unterschieden und sich daher fragten: "Bin ich richtig so?".
Im Idealfall steht man über irgendwelchen Klischees und provokanten Sprüchen durch Gleichaltrige. Nicht jeder Heranwachsende hat jedoch dieses Selbstbewusstsein, daher sehen sich viele betroffene Jugendliche in Rechtfertigungszwang. Das "Drüberstehen" ist sehr schwierig, oft gibt man bei Hänseleien irgendwann doch nach, verheimlicht Interessen und passt sich dem an, was vermeintlich von einem erwartet wird. Wenn man als Junge mehrfach scherzhaft gefragt wird "Bist du ein Mädchen?", kann das in manchen Fällen soweit führen, dass die Betroffenen selbst irgendwann an ihrer Geschlechtsidentität zweifeln. Nicht immer erfolgt das jedoch aus Böswilligkeit. Eine zweite Möglichkeit ist auch, dass Freunde und Familie aus falsch verstandender Toleranz einen mit dem Thema konfrontieren, denn "wir möchten ja nur dein Bestes". Das kann bei nicht gefestigten Persönlichkeiten durchaus verunsichern.
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Schmidt : Gleichermaßen gibt es natürlich auch das gegensätzliche Phänomen, sprich etwas femininere Jungen oder maskulinere Mädchen, die von ihrem Umfeld belächelt werden und mit Sprüchen à la "Bist du ein Mädchen/Junge?" provoziert werden. Für diese Mädchen und Jungen ist es natürlich dann erst Recht schwer, nach außen zu argumentieren, dass sie trotz eines etwas feminineren/maskulineren Aussehens dennoch vollwertige Jungen/Mädchen seien. Für diese Jungs oder Mädchen ist es in den letzten Jahren sogar schwerer geworden, da die öffentliche Wahrnehmung zugunsten einer größeren Repräsentanz von Transidentität weniger Raum für Menschen aufzeigt, die sich mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren, aber sich von einer klischeehaften Repräsentation bzgl. Aussehen, Interessen oder Verhalten hiervon distanzieren.
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Im Nachbarort gibt es tatsächlich einen Mann, der beruflich Haare schneidet und mit einer Frau verheiratet ist. Der dazugehörige Vater ebenso. Aber gut, vielleicht weißt du ja etwas, was die Beiden nicht wissen
.Klaas Heufer-Umlauf ist übrigens auch gelernter Friseur (oder gelernte Friseurin?).
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Vielleicht nutzte der Sprecher ähnlich wie O. Meier das generische Femininum und innerhalb dieser Sprachlogik macht "männliche Friseurinnen" Sinn. Die Friseurinnen ist erst einmal eine Anzahl an mehreren, nicht näher geschlechtlich (oder auch sonstwie) spezifizierten Menschen, die dem Friseurhandwerk nachgeht, und die Spezifierung dieser großen Gruppe erfolgt durch vorangeschobenes Adjektiv, hier "männlich".
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Es gibt so viele Fehlvorstellungen bei Eltern, es ist unglaublich. Sowohl was den Übertritt Grundschule-weiterführende Schule angeht, als auch Unterricht an der Förderschule, Wahl Ausbildung/Studium und natürlich jetzt Fremdsprachenwahl am Gymnasium. Es gibt definitiv Gymnasiasten, denen ich eher Latein als eine moderne Fremdsprache empfehle. Wer sich in Englisch schon schwer tut, wird in Französisch bzw. Spanisch zu 95% eher nicht ganz plötzlich aufblühen. Womöglich hat derjenige, vor allem mit einem Hang zum analytischen Denken, aber ein Händchen beim Erlernen einer alten Sprache - solche Kinder gibt es und es ist auch gut, dass es sie gibt.
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"ens Kollegx"
Eigentlich ganz einfach.
Klingt auf jeden Fall sehr alltagspraktibel - vor allem mit Hinblick auf Menschen im Brennpunkt sowie Menschen mit Lern- und/oder Sprachstörungen.
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Eigentlich ist dieser Witz ziemlich erhellend, denn er verdeutlicht, dass es den richtigen Kontext braucht, damit ein Maskulinum im Singular generisch interpretiert wird.
Bsp. 1: "Ich habe einen Kollegen getroffen." (meint aber Kollegin - das ist dann eine glatte Lüge!)
Bsp. 2: "Der Spieler links neben dem Kartengeber fängt an." (da müsste schon Männerkartenspiel draufstehen, dass man das rein männlich versteht!)
In dem Fall wählt man eine sprachliche Konstruktion, die lediglich ausdrückt "eine Person mit der ich zusammenarbeite". Es ist im Deutschen vergleichsweise schwierig, eine Person rein nach Eigenschaften zu charakterisieren, ohne das Geschlecht dieser Person zu benennen, wenn man dieses aus welchem Grund auch immer unbenannt lassen möchte. Für solche Fälle wird häufig zum generischen Maskulinum oder, wenngleich grammatikalisch oftmals inkorrekt, zu substantivierte Partizipien gegriffen.
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Wenn man dazu packt, dass Spanisch an der Sonne gesprochen wird und ganz viele schon mal in einem offiziell spanischsprachigen Land waren / fahren werden: umso schöner.
Klar spielen da schülerseitig viele klischeehafte Vorstellungen eine Rolle, die ein böses Erwachen finden, sobald klar wird, dass auch in Spanisch Grammatik und Vokabeln gebüffelt, später Texte geschrieben werden und Literatur analysiert wird.
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Sag doch einfach, dass du auch Mörder*innen lesen willst.
Das wäre ein, wenngleich auch drastisches, Beispiel, ja.
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Neben der empirisch nachweisbaren Ablehnung des Gendersterns durch einen Großteil der Bevölkerung fällt mir noch ein weiterer Gedanke in dem Zusammenhang ein: Die Verwendung des Anhängels "-innen" mit vorangegangenem Glottisschlag diene der Sichtbarmachung von Frauen, heißt es oft. Da wir ja nicht nur neutral oder positive, sondern auch negative, Bezeichnungen für Personengruppen verwenden, könnte die Frage gestellt werden, ob die Befürworter auch die Sichtbarmachung von Frauen in gesellschaftlich als negativ betrachteten Kontexten wünschen. Zudem wird das Prinzip ad absurdum geführt, wenn die Genderkonstruktion verwendet wird, obwohl von außen ersichtlich eine bestimmte Gruppe von Personen nur einem Geschlecht zugehörig ist.
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Zwischen 5. und 9. Klasse liegen 5 Jahre - für Kinder und Jugendlicher ein sehr großer zeitlicher Abstand, in dem sich entwicklungstechnisch sehr viel tut. Ich wundere mich tatsächlich, wie das im üblichen Unterricht gehandhabt wird, um dieser extremen Heterogenität auch nur irgendwie gerecht werden zu können. Vom Leseniveau mal abgesehen, sprechen Bücher für 10-jährige eher selten gleichzeitig auch 15--jährige an. Hättet ihr die Möglichkeit, die Gruppe noch einmal zu teilen? Für Klasse 5/6 und für Klasse 7/8/9 ließe sich sicher leichter etwas finden (Aber auch da: Gibt es irgendwelche Genrevorgaben? Es gibt Klassiker, Fantastik, Graphic Novels, problemorientierte Kinder- und Jugendliteratur, Tiergeschichten, Detektiv- und Abenteuergeschichten, Lustiges, Gruseliges, etc.).
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Das mag aus der Sicht eines gesättigten, verbeamteten Planstelleninhabers natürlich so sein. Aber so sieht zur Zeit die Realität für Berufseinsteiger aus, ganz besonders auch für die Kandidaten, die sich für 3+ Jahre an eine Grund- oder Förderschule haben abordnen lassen. Toll finde ich das auch nicht. Aber wenn die Alternative jahrelange Vertretungsverträge sind... kommt man schon ins Grübeln
Andererseits muss man auch so ehrlich sein, dass angehende Lehramtsstudenten mit wenig gesuchten Fächern häufig gewarnt werden, dass ihre Entscheidung auch zu alternativen Einsatzformen (fachfremd, andere Schulformen, schwieriges Einzugsgebiet) führen können - und da heißt es stets, dass man für diese Fächer bereit sei, diese Folgen in Kauf zu nehmen. Sie wissen also, worauf sie sich einlassen und können sich daher, meiner Meinung nach, nur bedingt beschweren.
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Wenn wir diese 15 Millionen Menschen nach kanadischem oder australischem Vorbild auswählen, gerne!
--> https://www.tagesschau.de/ausland/amerik…kanada-101.html
Wenn wir über solche Größendimensionen sprechen, müssen über wirtschaftliche Überlegungen hinausgehend natürlich auch Aspekte des sozialen Friedens eine Rolle spielen. Pragmatisches Beispiel: Jeder weiß, dass man seine Nachbarn oder seine Kollegen nicht lieben muss. Kommt man hingegen gar nicht mit ihnen zurecht, kann das die Arbeits- und Wohnqualität maßgeblich beeinträchtigen, im schlechtesten Fall zum Wechsel des Arbeits- oder Wohnorts führen.
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Frau Stark-Watzinger kann man da wahrscheinlich nur wenig ankreiden, da der Bundesbildungsminister in der Regel doch eher eine koordinierende Funktion übernimmt. Es stimmt schon, dass die wichtigen Themen in Sachen Bildung (pädagogische Konzepte des Unterrichts und über den Unterricht hinausgehend (z.B. Ganztagesbetreuung), Umgang mit devianten Schülern, formale Qualifizierung und Arbeitsbedingungen Lehrer, Finanzierung Schulgebäude und -ausstattung, Abschlussprüfungen und Curricula, Übertritte und Schnittstellen im Bildungssystem) auf Länderebene beschlossen werden.
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Der Innenminister wurde in den Merkeljahren stets von der CDU/CSU gestellt. Aktuell ist es die SPD. Die Bildungspolitik ist Ländersache, aber hier gibt es natürlich auch Schnittstellen mit anderen Ressorts, z.B. beim Thema "Migration" mit dem Innenministerium.
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Die Situation ist denkbar unglücklich, da sind wir uns einig. Derzeit sind diese Themen auch in den Medien präsent und eine Ablehnung diverser Entscheidunge der Ampelkoalition führt zu stetig sinkender Unzetstützung dieser durch die Bürger. Am Ende werden die Menschen mit den Füßen abstimmen und das werden wir bei den nächsten Landtagswahlen sehen.
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Was mir spontan einfiel: Wurden nichtbinäre Menschen je gefragt, ob sie die Sternchenschreibweise gut finden oder haben das binäre Menschen entschieden, dass das in deren Interesse sei? Und was wäre, wenn ein nichtbinärer Mensch jetzt sagen würde, dass er den Genderstern ablehnt? Würden die Befürworter ihn dann auch tatsächlich weglassen?
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Bauen Gymshark kann hier aus Platzgründen fast niemand. Ein Kollege hat ein Haus aus den 50er Jahren gekauft und abgerissen, um dann bauen zu können. Auch er hat vorher lange gesucht. Die wenigen Neubaugebiete von Kommunen im kaum vorhandenen Hinterland (Schweiz ist noch teurer) gehen an Familien (und das ist richtig so). Für alle anderen bleibt nur Kauf von Privat übrig (und Bauern aus meiner Kindheit haben inzwischen alle verkauft).
Puh, dann wohnst du in der Tat in einer sehr beliebten Wohngebieten, wo zudem das Baupotential ziemlich erschöpft ist. Ich vermute mal, dass solche Gebiete, gäbe es noch bislang ungenutzte Baufläche, auch beliebter wären als "Hinterland", wo durchaus noch Potential wäre - gäbe es nur die entsprechenden Interessenten.
Da beißt sich neben den hohen Baukosten die Katze in den Schwanz, wenn es vom Bauministerium heißt, es müssten jedes Jahr hunderttausende Wohnungen gebaut werden.
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