Beiträge von Gymshark

    Ich würde sagen, dass das Lernen von Algorithmen ein integraler Bestandteil des Mathematikunterrichts ist und ein erster Schritt im Verstehen mathematischer Prozesse ist. Es sollte idealerweise hier nicht enden, wobei das Durchdringen und Reflektieren der Prozesse durchaus anspruchsvoll ist und aufgrund von Alter oder kognitiven Grenzen nicht von jedem Schüler gänzlich erbracht werden kann. Für manche Schüler ist bei der erfolgreichen Anwendung eines zuvor gelernten Algorithmus durchaus bereits die Grenze für ihn Möglichen erreicht.

    state_of_Trance s Anmerkungen ist gut, denn, wenn man es mal weiterdenkt, kann man sich inzwischen das meiste "spontan benötigte" Wissen ergoogeln bzw. mit dem Taschenrechner ausrechnen. Mit den Grundlagen, die bis zum circa 12. Lebensjahr in der Schule vermittelt werden, könnte man also relativ gut am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, ohne allzu viel zu verpassen. Was man dabei jedoch einbüßt, ist die Fähigkeit, eigenständig zu denken und Ergebnisse einzuschätzen. Am Ende wollen wir ja auch, dass die Schüler später etwas selbst können und nicht bei jeder Kleinigkeit nach Hilfe rufen müssen. Ob die jungen Erwachsenen das nach Ende der Schulzeit auch machen, oder entscheiden, fortan die technischen Hilfsmittel ihr Denken übernehmen zu lassen, liegt natürlich dann in deren Entscheidung.

    Mir sind durchaus schon Jugendliche und junge Erwachsene begegnet, die Zahlen oder Operatoren falsch in den Taschenrechner eingeben und dann ein völlig abwegiges Ergebnis herausbekommen. Um dieses Ergebnis als "völlig abwegig" interpretieren zu können, braucht man natürlich einerseits eine gewisse Zahlvorstellung und andererseits die Fähigkeit, das Ergebnis auch auf anderem Wege ermitteln zu können, z.B. durch schriftliche Rechenverfahren.

    Es ist echt schwierig, denn wenn sagen wir mal der Fachbereich Französisch Mühe investiert, um die Beliebtheit des Faches zu steigern, wählen die Schüler seltener eine 2. Naturwissenschaft, wodurch wiederum die Fachbereiche Physik oder Chemie jammern. Unsere Jahrgänge sind einigermaßen groß genug, dass alle Geschmäcker einigermaßen bedient werden können, aber klar, es wäre schön, wenn die zweiten Fremdsprachen nicht nur alle paar Jahre einen Leistungskurs mit niedriger zweistelliger Schülerzahl zusammenkriegen.

    2 Lateinkurse in den letzten 2 Schuljahren der Oberstufe ist sportlich, aber an besonders großen Schulen oder solchen mit sprachlichem Profil durchaus möglich. Man muss dann aber natürlich kräftig Werbung für das Fach in der Sek I machen, sodass die Schüler Latein nicht bei der frühestmöglichen Gelegenheit abwählen.

    Freie Berufswahl ist doch immer beschränkt, oder? Der Hauptschulabsolvent mit 3,8 als Abschlussnote dürfte es eher schwer haben, eine Ausbildung bei der Bank oder in einem Forschungsinstitut als Laborant zu bekommen.

    Das ist eine bescheidene Situation ....

    Traumklassen gibt es zunehmend weniger - Inklusion, Multikulti, Integration ... und die Bedingungen, die die SuS von zuhause mitbringen werden auch nicht besser. Das muss man akzeptieren oder zumindest einen Weg finden, damit klar zu kommen.

    An dem Beitrag bin ich gerade hängen geblieben. Zudem gingen ein paar andere Beiträge auch in diese Richtung, die doch sehr negativ klingen. Ich will nichts beschönigen, weiß Bescheid, dass es Schulen mit denkbar schwierigen Voraussetzungen gibt. Gleichzeitig gehe ich davon aus, dass die Politik bemüht ist, dass das nationale Bildungsniveau zwecks internationaler Wettbewerbsfähigkeit langfristig steigt und entsprechend Entscheidungen im Bildungssektor so getroffen werden, dass dieses Ziel verfolgt wird. Gleichzeitig scheinen sich die Arbeitsbedingungen von vielen Kollegen zumindest subjektiv eher zu verschlechtern. Läuft da etwas falsch oder ist das eher die notwendige Konsequenz aus dem Anspruch des Anstiegs des allgemeinen Bildungsniveaus?

    Deine Haustiere scheinen dir wichtiger zu sein als dein Partner. Krass.

    Ich weiß nicht, ob das üblich ist, aber ich habe das tatsächlich schon ein paar Mal gehört im erweiterten Bekanntenkreis. In den paar Fällen kamen die Sätze stets von Frauen, wobei das auch Zufall sein kann und in keiner (!) Weise repräsentativ zu verstehen ist. Womöglich haben Haustiere aber für mehr Leute einen derart hohen Stellenwert im Leben als man so intuitiv vermutet.

    Ich denke, die Fremdsprachenauswahl hängt auch sehr vom Typ Mensch ab. Ich pesönlich empfehle den Sechstklässlern bzw. den Eltern bei analytisch orientierten Schülern eher Latein (Griechisch wird bei uns nicht angeboten.), bei eher kommunikativ orientierten Schülern Französisch bzw. wenn angeboten Spanisch.

    Aber es ging doch beim Fachkräftemangel oben um Ausbildungsberufe und nicht darum, ob man notfalls im Lehramt unterkommt. Artverwandt wären dann Bibliothekar*in, Buchhändler*in oder Buchdrucker*in, das ist aber jeweils was anderes als ein Germanistikstudium.

    Sind diese Ausbildungsberufe derzeit Mangelberufe? Wenn ja, da sind das in der Tat artverwandte Alternativen zum Germanistikstudium.

    Stimmt, die Liste ist aus Österreich. Womöglich gibt es eine solche Liste auch aus Deutschland.

    Ich habe das nicht noch einmal kommentiert, weil plattyplus eine Antwort geschrieben hat, die ich da schon ganz passend fand. Ich würde Interesse und Nachfrage abwägen und wenn ich mich zwar für deutsche Literatur und Sprache interessiere, aber merke, dass die Aufnahmehürden für Germanistik zu hoch sind, würde ich schauen, ob es etwas Artverwandtes gibt, das alternativ infrage kommt (z.B. Deutsch als Lehramt, was bei manchen Lehrämtern aktuell durchaus Mangelfach ist, oder DaF), oder ein Bereich mit hoher Nachfrage und zumindest mittlerem Interesse meinerseits (Auf dieser Liste sind definitiv einige interessante Optionen aufgezählt.).

    Mal kontrovers formuliert: Müsste man dann nicht bei allen Studiengänge, die zu Tätigkeiten führen, die auf dem Arbeitsmarkt eine geringe Nachfrage haben, die Zulassungszahlen derart stark begrenzen, dass Abiturienten sich verstärkt auch für die von dir zuvor benannten Mangelbereiche bewerben? Aktuell zumindest haben wir ja durchaus eine Situation, in der es einen Überhang an Hochschulabschlüssen in Bereichen wie Kulturwissenschaften o.ä. gibt. Würden diese sich für eine Ausbildung in einem Mangelbereich entscheiden, wäre der Fachkräftemangel womöglich nicht gelöst, aber zumindest stark reduziert.

    Ja...in NRW z.B an der Gesamtschule..allerdings nur bis Klasse 8..Ab dann ist es möglich und dann ist der Aufschrei groß.

    Wenn ein Schüler, aus welchen Gründen auch immer, in den Hauptfächern vom Niveau her einfach auf Klasse 6 stehen bleibt, finde ich persönlich es vor allem dem Schüler gegenüber unfair, ihn weitere Jahre mitzunehmen, somit ihm auch in irgendeiner Weise die Botschaft zu vermitteln "Geht schon irgendwie. Hat ja keine weitreichende Folgen.", nur um ihn dann in Klasse 9 ins kalte Wasser zu schmeißen - zu einem Zeitpunkt, an dem es nach mehreren Jahren aufgebauter Defizite quasi unmöglich ist, diese noch aufzuholen.

    Eine Bekannte arbeitet gerade für einen Betrieb, der Arbeitskräfte vermittelt. Sie meinte, dass Bewerbungen manchmal über TikTok laufen. Der Fachkräftemangel ist so eklatant, dass es kein Ausschlusskriterium sein sollte, selbst wenn da statt 'Deutsch, 3' 'kann altersentsprechend lesen, schreiben und erörtern' steht. Abgesehen davon kann man in Abschlusszeugnissen ja Noten ausweisen.

    Da würde es mich insbesondere interessieren, in welchen Bereichen deine Bekannte insbesondere Bewerbungen über Tik Tok erhält. Der Fachkräftemangel ist ja nicht flächendeckend vorhanden, sondern auf bestimmte Branchen (oder Jobarten innerhalb dieser Branchen) beschränkt. Kommunalverwaltungen sind beispielsweise ganz beliebte Arbeitgeber. Die Fälle, die ich bisher so mitbekam (In anderen Teilen Deutschlands könnte es anders aussehen.), sahen immer so aus, dass die Ausbildungsplätze ein Jahr vorher veröffentlicht wurden und relativ schnell auch besetzt werden konnten.

    Betreffend der Branchen, die wirklich Probleme haben, ihre Plätze zu besetzen: Ist die Möglichkeit der Bewerbung über Tik Tok wirklich der Game Changer? Würde man die Jugendlichen auf keinem anderen Weg erreichen? Erfüllen diese Jugendlichen die klassischen sozialen Kompetenzen, die sich ein Arbeitgeber wünscht (Die fachlichen Kompetenzen sind ja, entsprechendes Engagement der Auszubildenden vorausgesetzt, durchaus erlernbar.)?

    So restriktiv das Beamtentum wohl ist, so hat es im Lehrerkontext vermutlich vor allem die Funktion, breitflächig überhaupt Unterricht erst zu ermöglichen. Es gibt Schulen mit problematischen Standortfaktoren und diese hätten bei der Anwerbung neuer Lehrer erhebliche Nachteile gegenüber anderen Schulen, müssten vermutlich langfristig schließen. Eigentlich müssten die Länder erheblich Geld in diese Standorte stecken, um die Standortnachteile zu nivellieren, aber hierfür fehlt wohl (aktuell) der politische Wille.

    Haben hier bis zur 9 keine Noten und ich bin froh drum

    Dazu hätte ich ein paar Fragen:

    1. Wie bewertet ihr Schüler? Es gibt ja alternative Beurteilungsformen wie Smileys, Ankreuztabellen, schriftliches Feedback, etc.

    2. Was macht ihr, wenn ein Schüler nicht die angestrebten Lernziele erreicht?

    3. Habt ihr irgendeine Form von Selektion?

    Falsch: Sie bekommen kein Beschäftigungsverbot sondern dürfen nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden.

    Dafür können diese Kolleginnen Korrektur, Planungsaufgaben, curriculare Entwicklung etc. pp. zugewiesen bekommen und zwar bis zum Punkt des Mutterschutzes.

    PS: Folgeschäden

    Dann wurde u.a. hier wohl inhaltlich falsch wiedergegeben. So wie ich das herauslese, handelt es sich um eine größere Grundschule. Da mag das mit den beschriebenen Aufgaben eventuell noch eine Option sein. Bei Schulen um die 100 Schüler oder gar weniger sieht das anders aus.

    Inzwischen sind die allermeisten Coronamaßnahmen aufgehoben. Auch die Maskenpflicht im medizinisch-pflegerischen Bereich wird es nicht mehr lange geben. Folglich muss zumindest geprüft werden, inwieweit ein Verbot des Einsatzes im Präsenzunterrichts noch zeitgemäß ist - unter Berücksichtigung aller relevanten medizinischen (allgemeine Immunitätslage, vorhandene Schutzmöglichkeiten, Infektionswahrscheinlichkeit Arbeitsplatz vs. privater Haushalt) und gesellschaftlichen (Abkehr von verpflichtenden Maßnahmen hin zu mehr Selbstverantwortung, Unterrichtsversorgung) Aspekte. Die aktuelle Maßnahme könnte durch eine ersetzt werden, bei der individuell im Einzelfall und zusammen mit der Schwangeren entschieden wird, ob und in welchem Umfang der Einsatz im Präsenzunterricht Sinn macht oder nicht (z.B. Risikoschwangerschaft o.ä.).

    Ich habe gerade gelesen, dass die 4-Tage-Woche übrigens auch schon wieder gekippt wurde.

    In dem Artikel, den ich zu der 4-Tage-Woche fand, stand etwas von zwei schwangeren Kolleginnen mit Beschäftigungsverbot und einer dauerkranken Kollegin. Es ist nicht der Coronathread, aber vielleicht wäre das der Anlass, zu prüfen, ob ein generelles Beschäftigungsverbot aktuell noch benötigt wird, wenn sich daraus tatsächlich derart große Hürden für die Unterrichtsversorgung zumindest einzelner Schulen ergeben.

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