Beiträge von Gymshark

    Zitat von O. Meier

    Nicht kommend, schon länger. Es ist aber nur ein Buzzword, kein Ding. Digitalisierung an Schulen ist in den bestehenden Strukturen nicht möglich.

    Buzzword trifft es ganz gut. Momentan wird in Schulen und Unternehmen viel digitalisiert, ohne das wirklich klar ist, was damit wirklich bezweckt werden soll. Sollen analoge Zugänge ergänzt oder ersetzt werden? Zu oft erscheint mir der Einsatz digitaler Medien als Ersatz und da finde ich persönlich es immer gut, bei einem Ersatz zu hinterfragen, ob dieser mehr Vorteile als Nachteile bringt. Das ist natürlich insofern schwer, da ein aktueller Trend selten wirklich neutral betrachtet wird. Je nach Typ Mensch geht der Eine per se an neue Dinge mit Skepsis heran, die Andere mit Neugier. Jemandem, der Neuem gegenüber skeptisch eingestellt wird, werden vermutlich eher die Nachteile einer neuen Herangehensweise auffallen. Jemandem mit einer Grundneugier eher die Vorteile.

    Papier sollte nicht verschwendet werden, das ist klar, man sollte generell nachhaltig mit Ressourcen umgehen, ohne deren Nutzung per se zu verteufeln. Ich benutze gerne Papier und wünsche mir persönlich, dass gesamtgesellschaftlich auch wieder die Vorteile dieser Ressource gesehen werden und im Gegensatz dazu bei digitalen Medien nicht nur die offensichtlich vorhandenen Vor-, sondern auch die Nachteile im Sinne einer mündigen Medienerziehung und -nutzung reflektiert werden.

    Ich dachte eine Zeit lang, dass ich eher zu viel an länger haltbaren Lebensmitteln zuhause habe und hatte mal die diffuse Idee, diese aufzubrauchen, statt dass dann doch noch das dritte Nudel- und das fünfte Saucenpäckchen dazugestellt wird, aber vielleicht ist es wirklich nicht verkehrt, ein bisschen was da zu haben, und keine Tragödie, wenn Schränke und Kühlungen am Tag vor dem nächsten Großeinkauf nicht komplett leer sind.

    Ich empfehle z.B. "Blackout" von Marc Elsberg

    Jetzt wo du es sagst: Ich bekam das Buch mal geschenkt und las die ersten 100 Seiten. An der Stelle verlor ich so ein bisschen das Interesse und jetzt ist es eines der vielen Bücher, die bei mir angefangen, aber nicht zu Ende gelesen wurden :( .

    Ich denke, man kann ganz allgemein sagen, dass Regeln gebrochen werden, wenn deren Sinnhaftigkeit infrage gestellt wird, und wenn deren Einhaltung zudem nicht kontrolliert wird oder werden kann, sind sie defacto sinnlos. Streng genommen ist es unrealistisch, zu erwarten, dass die Einhaltung von Regeln in jedem Augenblick kontrolliert werden kann - das ist zu zeit-, kosten- und personalintensiv. Bestes Beispiel sind Tempolimits. Wenn man wirklich alle Geschwindigkeitsüberschreitungen vermeiden wollte, müsste auf jeder Straße alle 5m ein Radargerät stehen oder eine Polizeikontrolle stattfindet. Die Überschreitungen werden dadurch eingeschränkt, dass es diese Maßnahmen (im geringeren Ausmaß) gibt, manche fest installiert und daher berechenbar, aber auch durch zusätzliche temporäre Maßnahmen wie mobile Radargeräte oder Polizeikontrollen. Das reine Wissen um eine potentielle Strafe bei Verletzung geltender Gesetze schreckt manche bereits ab. Andere haben schlichtweg intrinsisch nicht das Bedürfnis, schneller als nötig zu fahren.

    Diese Ausführungen lassen sich natürlich auch auf das Beispiel mit der Deutschpflicht anwenden. Diese Pflicht wird nicht verhindern, dass auf dem Pausenhof womöglich auch eine andere Sprache gesprochen wird. Manche Schüler werden es womöglich erst recht aus Trotz machen. Andere werden durch eine etwaige Pflicht ihr Sprachverhalten anpassen, sei es aus Verständnis für deren Sinnhaftigkeit oder, und auch das muss (leider) bei Regeln und Pflichten immer erwähnt werden, um eine Strafe bei Nichtbeachtung zu vermeiden. Und wie wird diese Nichtbeachtung festgestellt? Ich schätze mal stichprobenweise, eben vergleichbar mit den Radargeräten auf den Straßen.

    Jetzt soll hier jede*r darüber nachdenken, wie schwer oder einfach es ihr/ihm fallen würde, ab nächster Woche draußen auf der Straße nur noch auf Englisch mit seinen Nachbarn zu sprechen, mit denen er/sie schon seit Jahren auf Deutsch kommuniziert.
    Oder gar mit Verwandten.

    Das ist Gewöhnungssache. Eine Parallelität zum Fremdsprachenunterricht ist da schon erkennbar, da die Schüler durchaus auch untereinander in der Fremdsprache kommunizieren (sollen). Am Anfang ist die Idee, mit Anderen auf Englisch oder Französisch zu sprechen, wissend, dass sie einen nicht nur auf Deutsch (vielleicht sogar besser) verstehen, sondern es zuvor üblich war, sich auf Deutsch zu unterhalten, gewöhnungsbedürftig, aber daran gewöhnt man sich schnell. Es ist eine Kopfsache, aber auch eine der Sache der Konvention.

    Entscheiden sich die schweizer Chemielehrer, die du kennst, überwiegend vor oder nach der Promotion für den Lehrberuf? Im Lehrberuf selbst bringt die Promotion im Vergleich zu einer (Führungs-)Tätigkeit in der chemisch-pharmazeutischen Industrie vermutlich eher weniger direkte Vorteile; außer natürlich, wenn intrinsisch motivertes (fachliches) Interesse an einem Promotionsvorhaben besteht.

    Schokozwerg : Hier im Thread vermischen sich immer wieder zwei Positionen: Einmal, dass Entscheidungen für traditionelle Familien- und Arbeitsmodelle freiwillig und bewusst getroffen werden, einmal, dass Entscheidungen durch das Nachgeben gesellschaftlicher Erwartungen herbeigeführt werden. Ich weiß gar nicht, warum es immer wieder zu diesen Vermischungen gibt, vermute aber, dass sie daher rühren, dass sich manche User nicht vorstellen können, dass man sich aus freien Stücken für ein traditionelles Familien- oder Arbeitsmodell entscheidet, selbst wenn damit alle Beteiligten sehr zufrieden sind.

    Eigentlich können Reklamationen seitens der Eltern bei allen Bewertungsformen kommen, egal ob Noten, Smileys oder schriftliche Rückmeldung. Selbst bei einer schriftlichen Positivbewertung könnten Eltern, wenn auch vermutlich eher solche, die Feinarbeiten herauslesen können (z.B. weil sie im Personalbereich arbeiten und daher den Unterschied zwischen einem mittelprächtigen und einem sehr guten Arbeitszeugnis kennen), eine als subjektiv empfundene Ungleichbehandlung monieren. Die (Fehl-?)Interpretation von Noten fehlt den meisten Eltern vermutlich einfacher als nicht-quantifizierte und weniger geläufige Bewertungsformen.

    Ich würde insgesamt entweder 1,5 oder 3 Punkte geben, je nachdem wie der Rest der Arbeit bewertet wurde. Auf das erste Folgenglied würde ich keine Punkte geben und danach je ein Drittel der Gesamtpunktzahl für ein richtiges Ergebnis. Im konkreten Beispiel mit dem Fehler des Schülers entweder 1/1,5 oder 2/3 Punkte.

    Müssten die Schüler bei gegebener Zahlenreihe eine Regel erst erkennen und entsprechend der Regel fortsetzen, würde ich eher Folgefehler berücksichtigen, da höherer Schwierigkeitsgrad.

    Die gesuchte Folge ist zudem auch nicht so lang. Bei einer längeren Folge wären Folgefehler sicher auch angebracht.

    Wenn es gerade um das Thema "Technik" geht: Ich habe die Auseinandersetzung mit dem Thema jahrelang damit abgelehnt, weil ich immer dachte, dass ich in dem Bereich weder interessiert noch fähig bin. Unter Umständen hätte diese eine Person den richtigen Zugang dazu gefunden und mein Interesse doch wecken können, das weiß ich nicht. Ich kann da aber keinem Anderen die Schuld geben, weder der Gesellschaft, noch meinen damaligen Lehrern oder meinen Eltern, da es irgendwo meine Entscheidung, meine Schwerpunktsetzung im Leben war, und womöglich geht es vielen von den von euch beschriebenen Mädchen auch so.

    Ich tendiere leider auch dazu, dass, wenn ich mit dem Verhalten einer Person sehr unzufrieden bin, mit anderen Personen über diese Person spreche. Eigentlich weiß ich, dass man sowas nicht machen soll, aber in Ermangelung von Alternativen kann dieses Lästern als eine Art Ventil dienen, die innerlich aufgestaute Wut loszuwerden, was vermutlich in Richtung von SteffdA s Argument tendiert.

    So schwierig der Unterricht mit den von dir beschriebenen ukrainischen Kindern sicher sein mag, schön, dass sie noch so voller Hoffnung stecken. Wir alle wünschen uns, dass dieser schreckliche Krieg bald ein Ende findet und alle wieder zurück in die Heimat zu ihren Liebsten können.

    Habe ich beides damals gemacht, wenn auch die dritte Fremdsprache nur für 2 Schuljahre.

    Ich weiß nicht, ob es die Möglichkeit in anderen Bundesländern auch gibt, aber ich bin in den hessischen Vorgaben zur Sek II darauf gestoßen, dass man neben einer fortgeführten Fremdsprache eine neueingesetzte Fremdsprache durchgängig belegen kann. Dadurch könnte z.B. ein sprachbegeisterer Englischmuttersprachler, der der Meinung ist, Englisch bereits auf ausreichend gutem Niveau zu können, diese Sprache abwählen und stattdessen die 2. Fremdsprache (z.B. Latein) fortsetzen und eine 3. Fremdsprache (z.B. Spanisch) hinzunehmen. Wird sicher kaum einer machen, aber es wäre zumindest möglich.

    Die meisten Schüler lernen Englisch ab der 3. Klasse (in manchen Bundesländern ab der 1. Klasse?) und haben in ihrem Alltag mehr Berührungspunkte mit der englischen Sprache als mit Französisch, Spanisch oder Latein, was vermutlich den hohen Anteil an Schülern, die Englisch bis zum Schluss belegen, erklärt, aber grundsätzlich ist es sinnvoll, wenn man die Schüler daran erinnert, dass sie auch die Möglichkeit haben, Englisch zugunsten ihrer 2. Fremdsprache in der Qualifikationsphase abzuwählen, wenn sie dadurch bessere Leistungen erzielen und/oder in der anderen Sprache einfach lieber unterrichtet werden wollen.

    Vor allem würde das erst einmal bedeuten, dass alle Schüler bis zum Abitur Englisch, und das auch noch auf erhöhtem Niveau, zu belegen hätten. Derzeit bieten durchaus einige Bundesländer die Möglichkeit an, Englisch zugunsten einer 2. Fremdsprache abzuwählen. Es gibt nicht nur Schüler, die keine Abiturprüfung in Englisch ablegen, sondern dieses Fach in der Qualifikationsphase gar nicht erst belegen. In Hessen besteht gar die Möglichkeit, das Fach noch ein Jahr früher abzuwählen, wenn dafür die 2. und eine weitere neueinsetzende Fremdsprache bis zum Schluss belegt werden.

    Die Wahlmöglichkeiten, und das ist ja ein Kernelement des Abitursystems in vielen Bundesländern, wären dadurch in der Tat stark eingeschränkt, und es bestünde die Gefahr, dass die Bundesländer sich eher an diejenigen mit niedrigerem Leistungsanspruch anpassen als an diejenigen mit höherem Leistungsanspruch.

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