Es ist eh immer die Frage, ob man von relativer oder absoluter Armut spricht. Letztere ist zwar in Deutschland zum Glück sehr selten, aber es gibt immer auch Menschen, die durch mehrere ungünstige Umstände durch alle sozialen Raster fallen.
Ansonsten lässt sich vor allem bei jungen Menschen feststellen, dass die Schere in Sachen finanzieller Bildung zunehmend auseinandergeht. Ich bin erstaunt, wie viele Jugendliche sich teilweise schon mit verschiedenen Geldanlagemöglichkeiten auskennen - das war in dem Ausmaß in Vorgängergenerationen nicht der Fall. Gleichzeitig gibt es Studien, gemäß denen der Anteil an jungen Menschen mit Schulden zuletzt zunahm. Der leichte Zugang, sich mal eben einen Kredit zu beschaffen, und fehlender Weitblick hinsichtlich der Auswirkungen kaufmännischer Entscheidungen tun ihr Übriges.
Es gibt zweifelsfrei Menschen, die auch mit Bürgergeld perfekt haushalten können. Dazu gab es in der Vergangenheit durchaus Fallstudien. Es ist nicht unbedingt einfach, aber möglich. Jetzt gibt es aber Menschen, die grundsätzlich Probleme im Umgang mit Geld haben. Es gibt Süchte und unbewälzigte Traumata. Das ist kein reines Problem von Menschen mit Bürgergeldbezug. Es gibt auch Gutverdiener (m/w/d), die über ihre Verhältnisse leben und am Ende sogar Privatinsolvenz anmelden müssen. Manchmal fehlt die nötige finanzielle Bildung. Manchmal werden von den zur Verfügung stehenden Mitteln noch andere Personen aus emotionaler Verbundenheit unterstützt.
Also ja, theoretisch wären die 10€ zur Verfügung. Wenn sie praktisch nicht zur Verfügung stehen, hat dies in der Regel Gründe. Da kommt eine Lehrkraft jedoch irgendwann an ihre Kompetenzgrenzen. In so einem Fall (Den ich ehrlicherweise noch nicht hatte.) ist es wichtig, dass den jeweiligen Eltern Hilfsangebote an die Hand gegeben werden, mit denen sie es schaffen, wieder den Überblick über ihre Finanzen zu bekommen - auch im Sinne ihrer Kinder.