Tom123 : Derzeit steigt die Arbeitslosenquote vor allem unter (jungen) Akademikern (m/w/d), während der Bedarf an Fachkräften mit Ausbildung (m/w/d) vor allem in den Bereichen Pflege/Medizin, Handwerk und Erziehung/Soziales, erhöht ist. Gleichzeitig merke ich regelmäßig, wie schwer es ist, Abiturienten (m/w/d), selbst solchen mit mäßigen Noten, zu einer (auf dem Arbeitsmarkt gefragten) Ausbildung zu raten, da sie dies leider in großen Teilen als "unter ihrem Niveau" sehen. Ein Bekannter erzählte mir letztens, dass er sich ein Studium an einer privaten Hochschule nicht leisten könne, dass er aber sich lieber mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält und keine Ausbildung machen möchte, da er dafür nicht hätte Abitur machen müssen.
Daher macht es schon Sinn, wenn der Anteil an Abiturienten (m/w/d) sinkt, sodass diese sich wiederum primär für Studiengänge entscheiden, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind (es gibt leider inzwischen einige Studiengänge, die am Bedarf schlichtweg vorbei gehen), und ein größerer Teil an jungen Menschen Ausbildungen absolviert (2023 konnten 35% der Ausbildungsplätze nicht besetzt werden).
Es geht dabei nicht darum, Menschen "dumm zu halten" - von mir aus kann man das inhaltliche Niveau an der Realschule (bzw. an den Schulformen der Sek I mit mittlerem Anforderungsniveau) durchaus nach oben setzen, um etwaige Befürchtungen zu entkräften. Es geht darum, den Anspruch innerhalb des gymnasialen Bildungsganges durch leistungstechnisch homogenere Lerngruppen wieder auf das ursprüngliche Niveau zu erhöhen (und damit die Absenkung des Bildungsniveaus in Deutschland im internationalen Vergleich zu stoppen) und unweigerlich den Zugang zu Hochschulen zu begrenzen (und auch damit wieder das Bildungsniveau an Hochschulen zu erhöhen und zugleich den Schwerpunkt wieder Richtung dualer Ausbildungen als Regelform der beruflichen Bildung zu verschieben).