Beiträge von Gymshark

    Da scheinbar alles zu dem Thema gesagt wurde, nur noch nicht von jeder/jedem:

    Alle Themen, auch im Leistungsfach oder auf Anforderungsniveau 3, werden vor einer Prüfung im Unterricht behandelt. Es gibt gesellschaftlich polarisierende Themen, die mit einer gewissen Sensibilität im Unterricht behandelt werden müssen, aber sie gehören eben auch dazu, alleine schon aus curricularen Gründen.

    Gerade bei solchen Themen ist es wichtig, dass die Lehrkraft den Schülern (m/w/d) einen eindeutigen Rahmen vorgibt, um Orientierung schaffen zu können, sowohl in den einzelnen Unterrichtsphasen als auch in der abschließenden Leistungsüberprüfung.

    Sollte dies, aus welchem Grund auch immer, unterblieben sein, muss ich das als Lehrkraft erkennen und im Rahmen der Bewertung der Leistungsüberprüfung zugunsten der Schüler (m/w/d) auslegen.


    Heißt konkret: Thematisiere ich im Unterricht den Gegenstand "gender & identity" und weiß, dass ich die Einheit mit einer Klausur, die einen Text über eine nichtbinäre Person zur Grundlage hat, abschließen werde, erkläre ich im Rahmen dieser Einheit, wie die Adressierung von nichtbinären Personen in Wort und Schrift zu erfolgen hat. Tue ich das, PaPo , kann es im Nachhinein keine bösen Überraschungen geben, weil bei Rückfragen seitens der Schüler (m/w/d) nach Rückgabe der Leistungsüberprüfung auf die Besprechung im Unterricht dann und dann verwiesen werden kann.

    Erwähne ich jedoch im Rahmen der Einheit nicht ein einziges Mal das Wort "nichtbinär" und kann auch nicht davon ausgehen, dass Umgang hiermit aus vorangegangenen Einheiten bekannt ist, komme aber dennoch auf die Idee, eine Prüfung auf dieser Kenntnis zu basieren, gibt es bei Abweichungen von der Musterlösung keine Abzüge, vorausgesetzt diese Abweichung sind noch in einem Rahmen, in dem ein Muttersprachler (m/w/d) erkannen kann, was gemeint sein könnte.

    Wie jedes Gesetz ließe sich auch die aktuelle Rechtsprechung zur EU-Freizügigkeit einschränken oder verändern. Die Schwierigkeit ist nur, für dieses Vorhaben eine politische Mehrheit zu erreichen. Diese sehe ich derzeit nicht auf nationaler, geschweige denn auf EU-Ebene.

    Der Innenminister könnte sich natürlich einfach über geltendes EU-Recht hinwegsetzen, aber dann ist die Frage, ob er genug Unterstützung in den eigenen Reihen hätte, um einen Backlash der Opposition abfedern zu können.

    Im letzten Jahrzehnt gehts allerdings rasant bergab und das hat meines Erachtens weniger mit verfehlter Wirtschaftspolitik zu tun als mit Globalisierungseffekten und einer Migration, die auf sowieso strukturwandelbedingt finanziell wackelig aufgestellte Kommunen getroffen ist.

    Deswegen nannte ich sowohl das Wirtschafts- als auch Innenministerium. Die von dir beschriebenen Probleme fallen in das Ressort des Innenministeriums. Hier gilt zwar Herr Reul als "harter Hund", der die Probleme mit Engagement angehen möchte (Politik der 1.000 Nadelstiche), wobei selbst das vermutlich zu wenig ist, um größere Veränderungen nachhaltig zu etablieren. Diese sind vermutlich nur möglich, wenn jemand mit konkreter Vision über bürokratische und parteipolitische Grenzen hinausgeht. Das trauen sich nur Wenige. Gerade die letzten Wochen zeigten, dass bis zur Umsetzung eines politischen Themas die unterschiedlichen Strömungen innerhalb der Regierungs- sowie der Koalitionspartei überzeugt werden müssen, um am Ende zu einer Kompromisslösung zu kommen, die womöglich nur zu geringfügigen Veränderungen führt.

    NRW hatte die letzten 30 Jahre Wirtschaftsminister (m/w) aus 4 und Innenminister aus 3 unterschiedlichen Parteien. Das waren also genug unterschiedliche Augenpaare, denen es scheinbar nicht gelang, die von dir beschriebenen Probleme zu lösen.

    Na ja, die SuS arbeiten in Arbeitsheften, die man hin und wieder kontrolliert, sonst mit der Anton App selbständig.
    Weil ja ständig welche dazu kommen und andere dann stundenweise wieder im Fachunterricht sind, ist ein üblicher Unterricht gar nicht möglich.

    Internationale Klasse ist doch sowas wie Anfangsunterricht Deutsch für junge Menschen, die noch nicht lange in Deutschland sind, oder?

    Wenn ich da an den Anfangsunterricht in meinem Sprachfach denke, ist gerade das Sprechen unersetzlich, um Sprachmuster zu festigen und Aussprache zu üben.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die von dir beschriebene Methodik, auch wenn es pragmatisch ob der beschränkten Ressourcen im Schulalltag ist, zielführend für erfolgreichen Spracherwerb ist.

    Der entscheidende Vorteil ist natürlich, dass Blockflöten recht günstig und handlich sind. So kann jeder Schüler (m/w/d) wie es in vielen Curricula gefordert ist, ein Instrument spielen, was bei großen und teuren Instrumenten wie Klavier eher schwierig ist. Ich bin mir auch unsicher, inwieweit über längere Zeit eine qualitative Steigerung der technischen Fertigkeiten bei sowas wie Orff-Instrumenten möglich ist, auch wenn diese für den Anfangsunterricht sicher super sind, um in die musikalische Praxis (vor allem, wenn man nicht aus einem musikalischen Haushalt kommt) reinzukommen.

    Wenn ich an meine eigene Schulzeit denke, kenne ich kein Solosingen. Wenn wir sangen, dann eher gemeinsam irgendwelche Volkslieder. Wenn ich in die Curricula schaue, erkenne ich durchaus einiges an Stimmtraining und Singtechniken. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Singen in der Klasse für viele junge Leute (gerade Richtung Pubertät) eine Überwindung darstellt. Vielleicht helfen hier Synergien aus dem Fremdunterricht, bei dem gerade in den ersten zwei Lehrjahren möglichst viel gesprochen werden soll, um Schüler (m/w/d) an das Singen als prozessorientierte Kompetenz zu gewöhnen und dabei Hemmungen abzubauen.

    Prinzipiell sehe ich das auch so, aber dass der Doktor erst "nach einigen Jahren" genug dazungelernt hat, um das Fachverkäufergehalt zu bekommen, ist mir zu pauschal.

    Da stimme ich zu. Vor allem, nehmen wir mal an, es gäbe einen großen Mangel an Bäckereifachverkäufern (m/w/d). Würde es dann nicht erst recht den Doktor der Agrarwissenschaften (m/w/d) abschrecken, diesen Job zu ergreifen, wenn er wüsste, dass er finanziell mit einem Ungelernten (m/w/d) gleichgestellt werden würde?

    In den letzten Monaten hörten wir ja immer wieder davon, dass einige größere Betriebe größere Mengen an Mitarbeitern (m/w/d) entlassen mussten. Nicht jeder fand vermutlich unmittelbar etwas im gelernten Beruf in vergleichbarer Position. Wenn diese dann schon Kompromisse eingehen mussten, weil sie dann doch einen Job brauchen, um ihren Verpflichtungen nachgehen zu müssen, müssen diese dann wirklich wieder finanziell ganz unten starten? Im Zweifelsfall von der Führungsposition in der Industrie zur Hilfsarbeiterposition?

    Ich stimme Anna-Lisa zu, dass Bezahlung sich nicht ausschließlich am Studienabschluss vor x Jahren ausrichten sollte. Am Beispiel der Bäckerei (Nehmen wir die drei Mitarbeitertypen "Doktor der Agrarwissenschaften", "gelernter Bäckereifachverkäufer" und "Ungelernter"/"Minijobber" (je m/w/d)) sollte der Doktor der Agrarwissenschaften nicht automatisch mehr Geld bekommen als der gelernte Bäckereifachverkäufer. Wäre die Berufsbezeichnung so essentiell zum Einstieg in den Beruf, hätte man den Doktor gar nicht erst zur Berufsausübung zugelassen. Hat man aber, also sollte die Bezahlung angemessen sein. Da ist die Frage, ob ich den Doktor eher mit dem gelernten Bäckereifachverkäufer gleichsetze (weil "hat ja einen Abschluss vorzuweisen") oder mit dem Ungelernten/Minijobber (weil nicht genau der Idealabschluss vorhanden). Ich bin ehrlich: Ich weiß es selbst nicht, wie ich hier den Doktor einordnen würde. Was nur Wichtig ist: Berufserfahrung sollte Anerkennung findet. Wer 5 Jahre + in einem Job arbeitet, sollte de facto gleichgestellt sein mit einer Person, die das von Grund auf gelernt hat, was Bezahlung und Weiterbildung angeht.


    Gleichzeitig muss ich aber auch sagen: Würde es jetzt absolut einen Mangel an Lehrkräften Deutsch-Geschichte für Gymnasien geben und er wäre auf kurze Sicht auch nicht zu beheben, fände ich es legitim, finanzielle Anreize zur Ergreifung dieses Lehramtes zu schaffen. Auch wenn das dann am Ende bedeutet, dass Lehrkräfte mit manchen Fächerkombinationen mehr verdienen würden als andere.

    Zum Glück fehlt an der Stelle noch die Anmerkung, dass man als Lehrkraft ja so wenig verdiene, da alle Anderen im Bekanntenkreis - sehr repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ausschließlich bestehend aus Oberärzten, Steuerberatern und Vorstandsvorsitzenden (jeweils m/w/d) - einem finanziell weit voraus seien.

    Dass Fremdsprachenunterricht anwendungsorientiert ist, da gebe ich dir Recht. Ich sehe Syntax und Morphologie durchaus in weiten Teilen des Grammatikunterrichts der Sek I, Phonetik sowieso. Sprachvarietät (Sowas wie British English vs. American English wird weiterhin behandelt, oder? Oder sowas wie Jugendsprache/Sprache in sozialen Medien?) wird auch thematisiert. Einzig Sprachgeschichte findet in der Schule wenig Raum, aber ich denke, die Thematisierung hiervon genügt noch im Rahmen eines Studiums für diejenigen, die sich in hohem Maße hierfür interessieren.

    Da ich selbst ein Sprachfach habe: Welche Inhalte kommen dir konkret zu kurz? Wir machen Grammatik, Vokabelarbeit, Übersetzen (bzw. Mediation), sowie die ganzen Textarten. Erst wenn diese Basiskompetenzen vorhanden sind, können dann nach und nach Kultur, Landeskunde und Literatur der Zielländer erschlossen werden - und gerade Literatur war dir doch wichtig, wenn ich dich richtig verstanden habe.

    PaPo: Ich unterrichte nicht Englisch, würde aber so vorgehen bei dem Nigeriathema:

    1. Gibt es das Thema auch als Vorgabe im Basisfach?

    2. Wenn ja: Steht da inhaltlich genau dasselbe oder wird hier etwas eingeschränkt (z.B. statt "und" ein "oder")?

    3. Wenn nein: Dann breite ich die Schwerpunktsetzung auf Basis der Vorgaben der prozessorientierten Vorgaben vor.

    4. So oder so bereite ich dann Unterrichtsstunden vor, die sich auf die drei Schwerpunkte Politik, Kultur und Gesellschaft Nigerias beziehen und bei denen es als roten Faden auch immer wieder über die historische Entwicklung (auch das könnte die Differenzierung zu einem Basisfach sein) geht.

    Mmm.... seltener Fall. Was wäre mit einer Ersatzleistung? Ist im Fach Mathematik eher ungewöhnlich (im Vergleich zu den Gesellschaftswissenschaften), aber wenn sich das mit der Klassenarbeit sonst gar nicht machen lässt. Was wäre, wenn jeder ein für die Jahrgangsstufe geeignetes mathematisches Problem im Rahmen eines Portfolios oder einer Präsentation bearbeitet und vorstellt?

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