Beiträge von Gymshark

    plattyplus : Zu Sachbearbeiterstellen zähle ich auch solche Stellen, die von z.B. Ingenieuren (m/w/d) mit Bachelor und Master auf operativer Ebene ohne Führungsverantwortung bekleidet werden. In der heutigen Zeit wird jemand in den seltensten Fällen direkt nach dem Studium für eine Führungsposition eingestellt - daher gibt es durchaus einige Akademiker (m/w/d), die die ersten paar Berufsjahre auf solchen Stellen verbringen. Durch die hohen Zahlen an Hochschulabsolventen (m/w/d) in den letzten Jahren wird deutlich, dass es insgesamt deutlich mehr Akademiker (m/w/d) als Führungspositionen gibt.

    Da man hier das monatliche Nettogehalt einträgt, muss man für die "Ehrlichkeit" auch berücksichtigen, dass vor jahren (jedenfalls in Ba-Wü) das 13. Monatsgehalt in das Monatsgehalt "eingepreist wurde. In der "Freien Wirtschaft" sind ein 13. und manchmal auch ein 14.Jahresgehalt sowie zusätzliche Prämien möglich. Als Anreize gibt es auch Tankgutscheine, Firmenwagen, kostenfreie Ladesäulen etcpp.

    Das ist aber auch nicht der Regelfall, sondern auf bestimmte Positionen in bestimmten Unternehmen beschränkt.

    Hier wird eine durchschnittliche Lehrkraft gerade mit einem Abteilungs- oder Bereichsleiter in einem Konzern verglichen. Warum nicht der Vergleich mit einem Sachbearbeiter (m/w/d) eines KMU erfolgt, erschließt sich mir an der Stelle nicht.

    Im Bildungsbereich schafft es, insofern ich richtig gerechnet/überschlagen habe, höchstens der Kultusminister (m/w/d) in die Top 1%. Wie du aber schon dargestellt hast, die meisten (operativ tätigen) Lehrkräfte verdienen gut. Mit jeder anschließenden Aufstiegsposition steigt auch die Besoldung, wobei, wie auch in der freien Wirtschaft, die Anzahl an zur Verfügung stehenden Beförderungsstellen nach oben hin stetig abnimmt.

    plattyplus : Ja, es gibt Leute, die diese ganzen Annehmlichkeiten erhalten. Das betrifft aber auch in großen Konzernen vor allem Fachkräfte in höheren Positionen und nicht den operativ tätigen Sachbearbeiter (m/w/d). Und diese Fachkräfte in höheren Positionen machen nur einen geringen Teil des gesamten Personals innerhalb dieser Unternehmen aus. Daher weiß ich gar nicht, inwieweit Vergleiche zwischen Lehrkräften im ersten Beförderungsamt und besagten Fachkräften in höheren Positionen überhaupt sinnvoll sind.

    Also Mathe und Französisch sind ja nicht gerade Mangelfächer. Bist du mit einer Kürzung deines Gehalts einverstanden?

    Mathematik ist in Baden Württemberg vielleicht kein Mangelfach, hat aber zumindest den Status eines sogenannten "Most Wanted-Faches". Aber selbst wenn das nicht der Fall wäre: Es ging doch um Anreize für Fächer (und Fachrichtungen) mit langfristigem Mangel und nicht um eine Schlechterstellung für Fächer mit geringem Bedarf. Bei letzteren ließe sich die Anzahl an Lehrkräften über eine Begrenzung der Zulassungen an den Hochschulen steuern. Oder indem bestimmte Fächerkombinationen (z.B. zwei Fächer mit geringem Bedarf) gar nicht erst angeboten werden.

    Statt sich am Studium oder was auch immer in der Qualifikation zu orientieren, sollte sich die Bezahlung nach dem Einsatz richten: Mindestens 10 % Prämie für Brennpunkt (ZUSÄTZLICH zu mehr personalen und materiellen) Mitteln.

    Das ist eine kurzfristige Maßnahme, die aktuell insofern nicht nötig ist, als dass die Grundstruktur des Beamtentum bereits sicherstellt, dass es an diesen Schulen nicht zu einer längerfristigen Lehrkräfteunterversorgung kommen kann. Gäbe es eine unbeschränkte freie Wahl des Arbeitsortes für Lehrkräfte, ohne dass seitens der Länder Abordnungen oder Versetzungen erzwungen wären können, wäre die Lehrkräfteverfügbarkeit in unterschiedlichen Einzugsgebieten heterogener als es derzeit der Fall ist und es bräuchte in der Tat zusätzliche Anreize, um Lehrkräfte für weniger gefragte Einsatzorte (zu denen mitnichten ja nur Brennpunkte gehören) empfänglich zu machen.

    Langfristig wiederum sollte es Ziel der Politik sein, bestehende Strukturen so zu verändern, dass Orte gar nicht die Kriterien eines "Brennpunktes" erfüllen. Und ja, mir ist bewusst, dass diese Strukturen historisch gewachsen sind und die Beseitigung struktureller Missstände einige Jahre, bisweilen über die Grenzen von Legislaturperioden hinausgehend, dauern kann.

    Es gibt kurzfristigen und langfristigen Mangel. Kurzfristiger Mangel ist dann gegeben, wenn es durch äußere Faktoren (z.B. Wechsel von G8 auf G9, Reduktion der Klassengröße, Erhöhung der Pflichtstundenanzahl eines Faches) zu einem plötzlichen Mehrbedarf kommt und es eine gewisse Zeit dauert, ehe dieses zusätzlich benötigte Personal qualifiziert ist und flächendeckend zur Verfügung steht. Langfristiger Mangel hingegen ist dann gegeben, wenn unabhängig vom Eintreten äußerer Faktoren über einen längeren Zeitraum (sagen wir +5 Jahre) durchgehend weniger qualifizierte Lehrkräfte in einem Fach (oder auch Fachrichtung in der Sonderpädagogik bzw. berufliche Bildung) zur Verfügung stehen, um ein flächendeckendes Unterrichtsangebot sicherstellen zu können. Dazu würde ich Fächer (bzw. Fachrichtungen) zählen, die unter Lehramtssinteressierten als besonders schwer gelten oder für deren erfolgreiche Durchführung das Vorhandensein ein ausgeprägtes Talent gilt. Erfahrungsgemäß gilt dies insbesondere für die künstlerischen sowie MINT-Fächer.


    Korrekturfächer sind derzeit überwiegend keine Fächer mit erhöhtem Mangel. Obwohl in der berufliche Praxis erhebliche zeitliche Ressourcen für Korrekturen aufgewendet werden müssen, gibt es genug Lehramtsinteressierte für diese Fächer, was zumindest vermuten lässt, dass es genug junge Leute gibt, die bereit sind, den zeitlichen Mehraufwand in Kauf zu nehmen, um diese Fächer unterrichten zu können.

    Natürlich gibt es per se keinen kausalen zusammenhang zwischen Ausbildung und späteren Gehalt.

    Für den Jobeinstieg mag das ggf. noch eine Rolle spielen, aber spätestens nach 10 Jahren im Beruf sollten andere Faktoren Einfluss auf die Vergütung haben - so auch bei Beamten (m/w/d). Daher sehe ich nicht, warum ein Beamter (m/w/d) unbedingt genauso viel verdienen müsse als jemand mit vergleichbarer Qualifikation. Wir haben ja gerade bei jungen Menschen das Problem, dass sie denken, sie müssen studieren, um später gutes Geld zu verdienen. Anforderungsgrad und gesellschaftliche Relevanz einer Tätigkeit machen sich jedoch nicht alleine an der Qualifikation fest. Von der Leistungsfähigkeit auf Individualebene mal ganz abgesehen. Ein Beamter (m/w/d) kann genauso viel verdienen wie jemand mit vergleichbarer Qualifikation - ich habe jedoch ein Problem damit, hieraus eine Erwartungshaltung abzuleiten.

    Du vergleichst ja auch nicht den Friseur mit dem Arzt

    Wäre es denn grundsätzlich aus deiner Sicht problematisch, wenn ein Friseur mehr verdienen würde als ein Arzt? Im Durchschnitt ist das sicher nicht der Fall, aber es wird sicher besonders spezialisierte Friseure (m/w/d) geben, die mehr verdienen als manch ein Facharzt (m/w/d).

    Und während Friseure (m/w/d) meist eine formale Ausbildung haben, sieht das bei Social Media-Influencern (m/w/d) noch einmal anders aus - und bei jenen geht die Gehaltsspanne potentiell noch weiter nach oben.

    Relativ macht der Anteil der Position "Deutschland" in Bezug auf die Herkunftsgruppe den kleinsten Anteil innerhalb der dargestellten Positionen aus - das ist erst einmal mathematisch richtig. Man muss wissen, wie man eine Statistik zu lesen hat - dazu gehört ein Verständnis für relative wie absolute Angaben sowie unterschiedliche Bezugsgrößen.

    Die Grafik wäre dann mathematisch verwirrend, wenn z.B. die Säule der Position "Irak" geometrisch 10x so hoch wie die Säule der Position "Deutschland" wäre, obwohl der Prozentwert arithmetisch nur ungefähr 5x so hoch ist. Darauf wurde innerhalb der Grafik geachtet.

    Man könnte kritisieren, dass nicht dieselbe Bezugsgröße für alle Positionen gewählt wurde, sondern stets die den Positionen zugeordnete Herkunftsgruppe. Dadurch kann eine absolut kleine Position einen relativ hohen Wert aufweisen und eine absolut kleine Position einen relativ kleinen Wert. Daher ist es wichtig, dass man als (kompetenter) Leser (m/w/d) erkennt, was eine statistische Darstellung überhaupt aussagen möchte, um die verwendeten Werte und Bezugsgrößen mathematisch korrekt auswerten und dann fachbezogen interpretieren zu können.

    An welcher Stelle innerhalb der Grafik soll sich genau der Fehler befinden? Die 100% sind nicht die Gesamtheit aller Bürgergeldempfänger (m/w/d). Es macht auch an der Stelle keinen Sinn, die relativen Werte zu addieren, da Bezugspunkt der einzelnen Prozentwerte die jeweilige Herkunftsgruppe ist, die absolut unterschiedlich groß sind. Vergleiche zwischen den einzelnen Positionen machen also auch hier nur relativ Sinn. Der Anteil der Position "Ukraine" bezogen auf ihre Herkunftsgruppe ist ungefähr doppelt so groß wie der Anteil der Position "Irak" bezogen auf ihre Herkunftsgruppe. Das ist erst einmal eine mathematisch korrekte Aussage. Es lassen sich jedoch keine Aussagen über absolute Anteile der einzelnen Positionen ableiten.

    Ich stimme dir zu, dass die Thematisierung statistischer Aufgabenstellungen im Mathematikunterricht sinnvoll (und daher auch curricular vorgesehen) ist. Ebenso auch die Anwendung dieses Wissens in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern.

    Der Anteil an Diagnostik in Lehramtsstudiengängen hängt neben der konkreten Schulform (Sonderpädagogik tendenziell mehr, berufliche Bildung tendenziell weniger) auch sehr vom Hochschulstandort ab. An manchen Standorten ist der Fokus sehr auf den Unterrichtsfächern und die Pädagogik hat eher den Status eines Nebenfaches. Mancherorts hat man in diesem Studienteilbereich auch mehr Wahlpflichtmodule und kann in diesen einen bestimmten Schwerpunkt (hin zu mehr Diagnostik oder auch hin zu anderen Bereichen) setzen. Dann kennt man sich ggf. besonders gut mit z.B. digitalen Medien im Unterricht oder Classroom Management aus, aber weniger mit Diagnostik.

    Hier muss man unterscheiden zwischen Respekt und Angst. Wer einen gewissen Respekt vor einer Prüfung hat, zeigt, dass er oder sie die Prüfung ernst nimmt und bestrebt ist, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Das ist erst einmal nichts Schlechtes und hier waren wir sicher alle mal. Angst wiederum kann uns hemmen und uns im Zweifelsfall zu irrationalen Handlungen bewegen. Das ist offensichtlich nicht gut.

    Die "5 Minuten" können in extremen Fällen eine Option darstellen, um Ängste abzubauen, aber ich erkenne den Einwand, dass hierdurch die Individualleistungsmessung beeinträchtigt wird, als berechtigt an. Wenn überhaupt, sehe ich es als eine Übergangsmethode an. Da wir in extremen Fällen von F40.2 sprechen, würde ich da als Lehrkraft nicht eigenständig handeln, sondern den Weg über entsprechend ausgebildete Kinder- und Jugendpsychotherapeuten (m/w/d) empfehlen. Da Prüfungssituationen uns Menschen im Zweifelsfall bis ins hohe Alter begleiten und bisweilen sogar eine höhere Tragweite als eine Klassenarbeit in der Mittelstufe haben können, ist es aus meiner Sicht unausweichlich, dass junge Menschen langfristig lernen, wie sie solchen Situationen möglichst resilient begegnen können.

    Zauberwald : "Angemessen" bedeutet innerhalb der Schranken zielgleichen Unterrichts. Da bin ich transparent, dass an anderen Schulformen mehr Differenzierung stattfindet. Fachunterrichtsprinzip mit wechselnden Lehrkräften nach 2 Schuljahren hat da einfach seine Grenzen. Bei der Berücksichtigung von Stärken und Schwächen würde ich z.B. anführen, dass es im Fach Französisch immer wieder Schüler (m/w/d) gibt, die Angst vor dem Sprechen einer Fremdsprache haben. Diese habe ich im Unterrichtsgespräch besonders im Blick und motiviere sie dazu, sich zu trauen, etwas zu sagen, und lobe sie für den Mut, selbst wenn der von ihnen gegebene Satz noch nicht zu 100% grammatikalisch korrekt war. Wir kommen da noch hin, aber zum aktuellen Zeitpunkt ist ein erster Schritt getan. Diejenigen, die wie ein Wasserfall sprechen können (Es sind nicht viele, aber es gibt sie.), können vor allem bei Diskussionen oder Vorstellung freier/kreativer Textproduktionen glänzen und da achte ich auf Feinheiten (z.B. abwechslungsreiche Satzanfänge, komplexeres Vokabular), um ihnen zu ermöglichen, dass aus einem guten Wortbeitrag ein potentiell sehr guter wird. Falls du noch weitere Beispiele möchtest, sage gerne Bescheid!

    Tukan: Ich formuliere es mal so: Ist bei den Kindern, die leistungstechnisch (stark) hinterherhinken, ein grundlegendes Bewusstsein vorhanden, dass sie hinterherhinken? Sind sie in der Lage, ihre eigenen Kompetenzen in Bezug zu den Kompetenzen anderer Kinder zu setzen und hierdurch Rückschluss auf sich selbst zu ziehen, oder kriegen sie im Zweifelsfall gar nicht mit, dass andere Kinder schon viel weiter sind (und sie eigentlich auch viel weiter sein sollten), weil sie noch kein Bewusstsein für gesellschaftliche Norm haben bzw. ihr Istzustand für sie die einzige "Norm" darstellt?

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