Beiträge von Antimon

    In der dualen Ausbildung ist das mE nicht gut, wenn man da zuviel Zeit für unnötiges "verschwendet" .

    Stimmt, so habe ich das in meinem ersten Jahr an der Berufsschule auch erlebt. Die Lernenden haben genug Abwechslung im Betrieb, die sind ganz froh, wenn sie an der Schule einfach nur sitzen und zuhören. Kreativ muss es da nicht sein. War für mich übrigens ein Grund, warum ich dort nicht bleiben wollte ;)

    Das frage ich mich auch bei vielen Kolleg*innen, die das 30-40 Jahre lang machen / machen werden.
    Aber in der Regel werde ich eher umgekehrt komisch angeschaut, dass mir meine Fächer nicht genug (Abwechslung) sind bzw. ich mir mehr vorstellen könnte.
    Wenn ich mir vorstelle, dass mein ursprüngliches Ziel 1 Fach in Frankreich war, wo man immer maximal 3 oder 4 Stufen hat... OH MEIN GOTT!

    Kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe viel zu viel irgendwo auf der Festplatte abgespeichert, was ich eigentlich immer schon mal machen wollte aber nicht dazu komme, weil zu wenig Zeit. Es gibt in beiden Fächern, die ich unterrichte, natürlich die Grundlagen, die man immer gleich unterrichtet, weil es gar nicht anders geht. In der Chemie habe ich im Praktikum ein paar Versuche, die mir so gut gefallen, dass ich sie auch immer gleich mache. Und dann mache ich eben dies, das und jenes und denke mir am Ende ... Mist ... DAS wäre jetzt aber auch noch toll gewesen und schwupp, ist die Zeit wieder rum. Zudem ergibt sich die Abwechslung für mich aus den unterschiedlichen Kursniveaus, die ich bedienen muss. FMS Berufsfeld Pädagogik ist ne ganz andere Nummer als Schwerpunktfach Chemie Gymnasium.

    Keine Ahnung, wie hilfreich es für den Unterricht an einer Förderschule ist: Ich plane nicht anhand von Methoden und ich plane keine einzelnen Lektionen. Ich bereite immer die komplette Unterrichtsreihe für ein Thema vor, da stehen ganz klar die Sachinhalte im Vordergrund. Ich setze mich also hin und fange an die Schülerunterlagen zu schreiben, bla bla und blubb, ohne mir gross zu überlegen, was wir wohl genau am Freitag in der 3. Lektion oder am Montag in der 5. Lektion so machen, das ergibt sich dann schon. Welche Methoden ich wähle, ergibt sich aus dem Thema bzw. viel mehr noch aus der vorhandenen Zeit. Im zweistündigen Grundlagenfach Physik bin ich methodisch entsetzlich langweilig: Frontalunterricht, Experimente, Übungsaufgaben, Prüfung, fertig. Alles andere ist einfach nicht effektiv. Wir haben ein Semester lang Praktikum, das muss an Abwechslung reichen. Na gut ... Manchmal bietet sich ein Quiz an, manchmal finde ich bei Youtube gerade ein schönes Filmchen. Nach letzteren suche ich eigentlich selten gezielt, ich habe einfach ein paar Science-Kanäle abonniert die zuverlässig hin und wieder was Brauchbares ausspucken. Wahrscheinlich muss man Förderschüler mit mehr Interaktion bei Laune halten.

    Und was spricht dagegen, das den Familien auszuhändigen?

    Den bekommen die Schülerinnen, nur die geht es überhaupt was an. Du vergisst, dass meine SuS mindestens 15 sind, ich kommuniziere als Fachlehrperson nicht mit den Eltern. Du musst als Mutti nicht wissen, was Lea für die nächste Chemieprüfung lernen muss und worauf sie achten sollte ums sich zu verbessern, ich will als Lehrperson überhaupt nicht, dass du dich da einmischt. Lea ist bei uns um gross zu werden, das schafft die ganz alleine.


    Nix.

    Das ist eben falsch. Du hast doch so gerne "Studienergebnisse". Um solche handelt es sich zwar im Folgenden nicht sondern lediglich um statistische Erhebungen, also die Beobachtung, dass es halt so ist, wie es ist:

    https://table.media/bildung/standp…rische-evidenz/

    https://www.rehm-verlag.de/personalmanage…sgesagt-werden/

    https://kops.uni-konstanz.de/server/api/cor…049c518/content

    Hat man in der Ausbildung zur Lehrperson eigentlich alles mal angeschaut. Also ich habe zumindest, in der Fachdidaktik übrigens.

    Vorteile sind, dass sie mit geringem Aufwand erstellt werden können

    Das halte ich für ein Gerücht. Ich habe gerade gestern die Noten für zwei Selbständige Arbeiten an der FMS fertig gemacht, dieser Note liegt ein zweiseitiger Beuruteilungsbogen mit insgesamt 14 Kriterien zugrunde. Es dauert Stunden, bis ich die Arbeiten gelesen und mir im Detail notiert habe, bei welchem Kriterium ich nun welche Punktzahl ankreuze. Ebenso wenig fällt die Ziffernnote für eine schriftliche Prüfung vom Baum. Die muss ich konzipieren und einen Erwartungshorizont ausarbeiten. Ich muss mir genau überlegen, für welchen Gedankenschritt ich wie viele Teilpunkte gebe, die am Ende die Grundlage für die Note sind. Welchen Mehrwert sollte es haben, das alles in Worten auszuformulieren wenn für den Schüler aus meiner Korrektur doch eindeutig hervorgeht, was ich wie gewertet habe? Meine Worte würden exakt das gleiche beschreiben wie die Zahl, die ich hinschreibe, nur hätte ich damit noch mehr sinnlosen Aufwand als ich ihn mit den verkackten Korrekturen ohnehin schon habe. Ich korrigiere in diesem Schuljahr grob überschlagen etwa 400 schriftliche Prüfungen und das ist der geringste Aufwand, den ich in meiner bisherigen Berufslaufbahn jemals hatte. In den vergangenen Jahren waren es weit über 600 Schriftliche pro Schuljahr.

    Mal aus Interesse: Habt ihr in der Mathe die Möglichkeit, Anwendungen aus anderen Fachbereichen aufzugreifen? Ich habe in einem meiner Klassenteams nen Mathematiker, der zum ersten Mal die Angewandte Mathe fürs Profil Biologie/Chemie unterrichtet, der hat mich mal ganz interessiert gefragt, wofür ich Mathe in der Chemie eigentlich brauche. Andere KuK unterrichten selbst noch eine Naturwissenschaft und wählen die Beispiele bei den Aufgaben entsprechend aus.

    Ich finde die Diskussion insofern lächerlich als dass ich mich lieber mit Dingen beschäftige, die ich vor meiner eigenen Haustür ändern kann oder auf die ich zumindest mit meiner politischen Stimme Einfluss nehmen kann. Ich kann ja schlecht nach Kenia trampen und den Leuten dort das Kinderkriegen verbieten.

    Zum Thema: Dass BG mehr ist als "e chli mölele" empört unsere Jugendlichen zu Beginn am Gymnasium auch gerne mal. "E chli mölele" kann man gerne daheim als Hobby, an der Schule darf man ruhig auch die professionelle Seite des Fachs kennenlernen. Ich bin nun selber überhaupt nicht im künstlerischen Bereich unterwegs, schaue in der Chemie aber sehr gerne das Thema Farbstoffe an und habe letztens mit einer Kollegin aus dem BG abgemacht, dass wir dringend mal zusammen mindestens eine Wahlfachwoche schmeissen müssen. BG und Chemie kann echt richtig cool werden, glaube ich. Was ist das Problem damit, dass meine Jugendlichen im Praktikum eine riesen Freude dran haben, T-Shirts und Taschen mit Indigo zu batiken und wir hinterher über die Theorie der Farbstoffe ne schriftliche Prüfung schreiben? Meine Künstler-Klasse hatte in Physik zuletzt auch recht viel Vergnügen beim Thema Akustik. Unabhängig vom Ergebnis der schriftlichen Prüfung, die nach der Fasnacht jetzt noch kommt, bin ich mir doch recht sicher, dass die sich auch in ein paar Jahren noch an die Folter mit der Chladnischen Platte erinnern werden. "Unkreativ" sind hier wohl eher diejenigen, die sich nicht vorstellen können, dass man in einem Leistungssystem auch Spass haben kann.

    Halt dich mal mit persönlichen Spekulationen zurück.

    Du meine Güte. Haste schon oft genug öffentlich geschrieben, sonst wüsste ich es ja nicht. Spekulieren brauche ich da nicht.


    Ich liebe schon immer Schwimmen, gehe heute noch zum Leistungstraining, habe früher Rettungsschwimmen gemacht. In der Schule hatten wir nicht eine einzige Schwimmstunde.

    Basketball habe ich auch sehr gerne gespielt, in der Schule hieß es nach einer Einheit, naja, ich finde, deine Bemühungen sind so semi, Note 3. Danke, ich habe es dann auch nicht weiter probiert.

    Aha, daher weht der Wind. Ja, ich war auch schlecht im Schulsport, ja, habe ich geradezu gehasst. Meine Schule war insgesamt scheisse, ja, so war es halt. Und jetzt extrapoliere ich, dass der Schulsport immer und überall scheisse ist? Bzw. Schule und Noten generell? OK ... Das hättest du mir früher mal sagen müssen, dann hätte ich mir nen andern Beruf gesucht. Mist.


    Kann ja jeder kurz für sich selbst überlegen, was er oder sie aus den Fächern mitgenommen hat.

    Das kannst du dir auch für alle anderen Fächer mal überlegen. Eigentlich reicht's doch, wenn alle mal lesen und schreiben gelernt haben, nicht?


    Anekdotisch, aber bei vielen Sportlehrern realistisch.

    So Eltern wie dich kann man echt gebrauchen. Vielleicht ist es auch alles ganz anders? Ich kenne solche Situationen nur allzu gut aus dem Unterricht: 23 Jugendliche machen einfach das, was man ihnen gesagt hat, eins spielt die Diva und ich als Lehrperson habe am persönlichen Elend zu 120 % Schuld. Joa, da steh ich drüber.

    Bei uns ist übrigens Sport am Gymnasium nicht promotionsrelevant. Ich finde das schlecht, aus den gleichen Gründen, die hier schon sehr schön von unter anderem Kathie geschrieben wurden. Dass die Note nicht zählt führt in keinster Weise dazu, dass irgendjemand motivierter ist. Im Gegenteil hängen diejenigen, die keine Lust haben, nur noch mehr ab und als Klassenlehrperson weiss ich, wie häufig man mysteriöse Absenzen für den Schulsport entschuldigt.

    Die Diskussionen um die Benotung in der Musik und im Bildnerischen Gestalten sind auch immer die gleichen, seit ich unterrichte. Bei uns zählen alle Noten gleich, d. h. eine 3 in Mathe kann mit einer 6 im BG kompensiert werden. Meine Güte, was können manche Leute sich darüber empören. Die Musiker sind immer so latent beleidigt, dass BG als Grundlagenfach halt deutlich häufiger gewählt und auch besser benotet wird. Deswegen müssen bei der kommenden Maturreform auch unbedingt beide Fächer Pflicht, am besten bis zur Matura werden. Ich rolle da unterdessen nur noch mit den Augen drüber. Chemie und Physik sind natürlich auch viel fieser als Bio, etc. pp. Als hätten wir nichts Wichtigeres zu diskutieren.

    Kreativ ist jedenfalls weder Musik- noch Kunstunterricht, weil eben genau die Bewertung nach Kriterien jegliche Kreativität verhindert

    Was schiebst du zur Zeit eigentlich für einen Frust? Offenbar geht ja bei deinem Kind an der weiterführenden Schule irgendwas schief und deswegen ist es jetzt überall doof?! Also unsere Musiker und Zeichner machen wirklich tolle Sachen im Unterricht.

    Ehrlich gesagt bin ich auch als ehemalige Haustierbesitzerin absolut bei plattyplus . Wir hatten Kaninchen, die wir immer aus dem Tierheim geholt haben, sprich, die waren dann eh schon da. Es wäre mir damals schon nicht in den Sinn gekommen, die beim Züchter zu holen. Der Markt ist da unterdessen absolut pervers und müsste für *alle* Tiere dringend reguliert werden.

    Trotzdem glaube ich definitiv, dass das Niveau in Bayern höher als in NDS ist

    Ich glaube, es kommt sehr auf die Prüfungsvorbereitung an. Und... Bei einer Abschlussprüfung frage ich keine fiesen Details mehr, das ist rein von der Stofftiefe her die einfachste Prüfung der gesamten Schulzeit. Dafür erwarte ich, dass die SuS *alles* können. Rein vom Anschauen bin ich wohl eher Team Niedersachsen ;)

    Hat für mich was von einer etwas kleingeistigen Retourkutsche. Vielleicht nervt sich Biden dass Scholz nicht einfach mal das Zepter in die Hand nehmen kann, immerhin ist der Krieg vor unserer Haustür und nicht vor der der USA. Aber Scholz benimmt sich zweifellos auch ... komisch.

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