Beiträge von Quittengelee

    ...

    Sonderbar finde ich vor allem, dass meine korrigierte Klausur heimlich dem anderen Fachkollegen vorgelegt wurde ohne vorher mit mir drüber zu sprechen.

    Ich finde es etwas bedenklich, dass du die Korrektur für so einen persönlichen Akt hältst. Wieso machst du die SuS so abhängig von deinem Urteil? Eine Klausur sollte so objektiv als möglich eingeschätzt werden und jede*r Fachkolleg*in sollte ohne sich Gedanken zu machen draufgucken dürfen.

    Noch viel mehr, wenn du noch nicht viel Berufserfahrung haben solltest. Als Elternteil wäre ich froh, die Bewertung meines Kindes hinge nicht von der Verzweiflung einer Lehrkraft ab, ja nicht kontrolliert zu werden. Das Problem sollte in diesem Fall der Schüler empfinden und nicht du.

    Zum Beispiel hier: Die AfD-Wählenden im Südwesten sind bloß Verschwörungstheoretiker etc., auf jeden Fall Leute, die man nicht so ernst zu nehmen braucht. Im Gegensatz zu Sachsen, wo ja richtiger Rassismus herrscht.

    Oder auch wenn es um Umzugsentscheidungen geht, war neulich schon mal Thema.

    Auf Instagram, nach jedem Wahlergebnis in Ostdeutschland.

    In Bayern haben bei den Kommunalwahlen am Wochenende aktuell 12 Prozent der Wähler die AfD gewählt. Soweit mir bekannt ist, kam nirgendwo ein OB-Kandidat oder Kandidat für den Landrat der AfD auch nur in die Stichwahl. Das ist immer noch ein anderes Wählerverhalten als bei Kommunalwahlen in Thüringen oder Sachsen.

    Weil ihr genug andere Parteien am rechten Rand habt. Die AfD hat in Bayern vielleicht NPD und REP abgelöst. In Sachsen und Sachsen-Anhalt löst sie anscheinend die CDU ab.

    Die Mär ist und bleibt: Deutschland hätte kein Problem mit Rechtsextremismus, nur Ostdeutschland habe eines.

    Selbst wenn es so wäre, was ich nach dem Verdoppeln des Ergebnisses in Ba-Wü eben stark anzweifle, ist Ostdeutschland halt seit ein paar Jahren wieder ordentliches Mitglied der BRD-GmbH. Haha.

    Ich mag nicht mehr hören bzw. lesen, dass es nur unser Schmuddelkinderproblem ist, von dem sich die alteingesessenen *hier beliebiges westdeutsches Bundesland einsetzen* distanzieren könnten.

    ...

    Wir müssen immer zu jeder Sek II Klausur einen Notenspiegel erstellen und die beste, schlechteste und mittlere Klausur der Oberstufenkoordination zur Unterschrift vorlegen.

    Das hat wohl irgend einen Sinn. Wenn danach nicht über Auffälligkeiten gesprochen werden dürfte, könnte man sich die gegenseitige Kontrolle sparen.


    ...
    Nun soll ich zum Gespräch antanzen. Ggf könnte das Ergebnis sein, dass die Oberstufenleitung von mir die Vorbereitung einer Feststellungsprüfung verlangt...

    "Zum Gespräch antanzen" oder "es soll über eine Feststellungsprüfung gesprochen werden"?

    Ist doch ein normales Vorgehen laut der für dich geltenden Verordnungen. Oder nicht? Wenn ja, wirst du es wohl aushalten müssen, dass jemand deine Arbeit kritisiert oder infrage stellt, wie jeder andere arbeitende Mensch auch. Du wirst deine Bewertungskriterien ja erläutern können und dann deine Meinung zur weiteren Überprüfung kundtun können.

    Wessen Meinung am Ende mehr Gewicht hat, wird irgendwo nachzulesen sein. Im Zweifel entscheidet die Schulleitung, wenn man es auf die Spitze treiben wollte.

    Natürlich wurde es so ausgedrückt und wird es immer wieder.

    ...Wenn dem so wäre, hätte die afd ja auch Wahlergebnisse um die 100%

    Womit du wieder sagst, dass alle AfD-Wählenden Neonazis sind. Leute, merkt ihr nicht, wie unstimmig die Argumentation ist? Die AfD wird von vielen Menschen in ganz Deutschland gewählt. Selbst hier im Forum gibt es Unterstützer und hier haben alle mal eine Uni besucht. Weltweit wählen Menschen rechte Regierungen, was ist das für ein Trend? Als ob es in den USA irgend einem besser ginge, seit der rechten Regierung.

    Was passiert denn, wenn im September die AfD die absolute Mehrheit in Sachsen-Anhalt erhalten sollte. Schütteln dann wieder alle mit dem Kopf, wie dumm doch die Ostdeutschen sind und dann geht's mit dem Tagesgeschäft weiter? So wird's wohl kommen, aber ich finde es fahrlässig.

    Das sind eher fünf, und sicher kein Fünftel.

    Keine Ahnung, mir wurde hier erklärt, dass es ja nur ganz komische Leute seien, die AfD in Ba-Wü wählen. Wo die 19,8% herkommen, weiß ich nicht.

    Nur in Sachsen sind alle Neonazis, das ist doch ganz einfach.

    -> Ironie, falls man das erklären muss

    Tu ich gar nicht. Du wählst vielleicht Freie Wähler und nimmst es daher persönlich? Ich kann aber für Aiwangers Eskapaden nichts.

    Das ist ja genau mein Punkt, wer denkt, dass andere Bundesländer kein Problem mit Rechtsextremismus haben, verharmlost das Problem und versteckt sich hinter der "blauen Landkarte" nach der nächsten Landtagswahl im Osten. Gruselt sich ja so schön, wenn man mit dem Finger nach drüben zeigen kann.

    Und genau das sieht man hier nach dem AfD-Ergebnis: das sind ja bloß Russlanddeutsche, Anthroposophen, Verschwörungstheiretiker und Evangelische Hardliner. Dass die ein Fünftel des Landes ausmachen ist offenbar egal.

    Viel vielleicht, wenn du wirklich alle regelmäßig triffst oder ihr als Gruppe viel unternehmt. Sonst ist es vielleicht eher ein Bekanntenkreis?

    Ich habe wenige, sehr gute Freunde aber die haben miteinander nichts zu tun. Manchmal wünsche ich mir so eine unkomplizierte, große Partycrew, aber das bin ich selbst nicht und daher würde mich das Oberflächliche wahrscheinlich bald nerven.

    Hast du das, was man zu meiner Zeit eine Clique genannt hat? Also 15 Leute spontan für Beachvolleyball am Sonntag, 50 kommen zur Geburtstagsfeier...

    Ich hatte dich gefragt, weil hier scheinbar viele unterschiedliche Meinungen herrschen was links und rechts überhaupt ist und wer dann wo zugehörig ist. Grundsätzlich ist nicht jede Partei ausschließlich einem Spektrum zuzuordnen, wobei eben bei einigen die Richtung klar überwiegend ist.

    Hier ganz gutes Bildchen der bpb:

    https://www.bpb.de/shop/zeitschri…nks-und-rechts/

    Ich habe geschrieben, dass in einigen Bundesländern die rechts-konservative Wählerschaft ausreichend vertreten ist. In Bayern sind es CSU und FW, mit Aiwanger einem Politiker, der als Jugendlicher antisemitische Inhalte gut hieß, heutige Sprüche von ihm kennen wir auch, da ist also durchaus auch davon auszugehen, dass Populisten und Nazis sich gut vertreten fühlen. Dazu die AfD mit 10%.

    In den "Neuen Bundesländern" gibt es offenbar keine Partei, die konservative Bedürfnisse befriedigt, weil "konservativ" hier so nicht existiert. Es gibt offenbar kein "weiter so", das hier bestehende System wurde vor knapp 40 Jahren komplett neu hergestellt. Es gibt keine gewachsene Industrie mit hohen Gewinnen, von denen alle profitieren. Es gibt keine geerbten Häuser, so dass noch eine Wohnung im Studienort des Kindes gekauft werden kann. Es gibt keine alten Seilschaften und Vitamin B. Stuttgarter und Münchner besitzen die Häuser von Berlin, Dresden, Leipzig und Magdeburg.

    Es gibt kein kollektives "Gedächtnis des Kapitalismus", die Menschen hier verbinden fundamental andere Erinnerungen und Erfahrungen.

    Ich denke, dass viele Wähler*innen im Osten, die AfD wählen, sich für besonders cool und draufgängerisch halten und es "denen da oben" zeigen wollen, aber nicht für rechtsextrem.

    Und deswegen stört es mich, wenn die Wahlergebnisse in anderen Bundesländern verharmlost werden, weil es in Sachsen ja angeblich so viel mehr Rassismus gibt und in Baden-Württemberg "halten viele dagegen", was auch immer das heißen soll. Und das Schwingen der Nazi-Keule blabla. Nee, das ist zu einfach. Die alten Springerstiefel-Nazis im Erzgebirge oder Brandenburg sind ein Problem, aber man wird das grundsätzliche Problem des Rechtsextremismus in Deutschland nicht los, in dem man sich in seinem eingerichteten Nest für was Besseres hält.

    Ich fasse zusammen: der Neurologe schreibt nicht auf, was er diagnostiziert hat, die Therapeutin ist nur Beraterin, das BEM wird angeleiert, weil das Kind Fieber hat und der Bezirkspersonalrat ist Organ der Schulbehörde in Brandenburg. Irgendwas ist nicht ganz rund in der Argumentation.

    Ich würde an deiner Stelle Folgendes probieren: führe ein Mobbingtagebuch. Und zwar Datum, Uhrzeit und Stichwort zum Vorfall, ganz knapp. Wenn dort dann nur steht "Mail erhalten, korrigierte Stoffverteilung abzugeben", weißt du, dass es kein Mobbing ist und auch nichts, mit dem du irgendwelche Behörden davon überzeugen könntest, irgendwelche Schritte (welche eigentlich?) zu unternehmen.

    Ich verstehe deine Enttäuschung, du hättest gerne mehr Verständnis für deine Situation und freundlichere Kommunikation. Aber ich fürchte, dass dein gedankliches Kreisen darum deine Situation nicht verbessern wird. Lass dich in der Therapie stärken und übe dort, dich abzugrenzen.

    Ich würde an deiner Stelle und in deiner Situation nicht versuchen, irgendwas erzwingen zu wollen. Du schriebst etwas derart 'alles von der Seele reden beim Schulamt': niemand wird dort zuhören und mit dir überlegen, wie du aus dieser bösen Schule wegkommen kannst.

    Würdet ihr euch länger krankschreiben lassen oder nächste Woche wieder arbeiten gehen?

    Ich bin ambivalent, was meinen Plan anbelangt. Einerseits bin ich unsicher, ob ich bei der Schulbehörde vorsprechen würde, anderseits würde ich dort am liebsten nie wieder hin.

    Wie sollen wir dir zur Krankschreibung raten? Wenn du krank bist, bist du krank. Wenn nicht, lass dich nicht krankschreiben, das ist weder rechtlich noch taktisch eine gute Idee.

    Und Eingliederungsmanagement im Ref, während du dich nicht mal traust, eine Therapie über die Kasse abrechnen zu lassen?

    1. Keine Mails lesen und schon gar nicht beantworten, wenn man krank ist.

    2. Kritik nicht allzu persönlich nehmen, das Ref ist da, um zu lernen.

    3. Nicht zum Bezirkspersonalrat laufen und keine Energie mehr in Mobbinggedanken investieren. Mach einfach deine Ausbildung und schau dann hinterher, dass du dich versetzen lässt.

Werbung