Ich hatte dich gefragt, weil hier scheinbar viele unterschiedliche Meinungen herrschen was links und rechts überhaupt ist und wer dann wo zugehörig ist. Grundsätzlich ist nicht jede Partei ausschließlich einem Spektrum zuzuordnen, wobei eben bei einigen die Richtung klar überwiegend ist.
Hier ganz gutes Bildchen der bpb:
https://www.bpb.de/shop/zeitschri…nks-und-rechts/
Ich habe geschrieben, dass in einigen Bundesländern die rechts-konservative Wählerschaft ausreichend vertreten ist. In Bayern sind es CSU und FW, mit Aiwanger einem Politiker, der als Jugendlicher antisemitische Inhalte gut hieß, heutige Sprüche von ihm kennen wir auch, da ist also durchaus auch davon auszugehen, dass Populisten und Nazis sich gut vertreten fühlen. Dazu die AfD mit 10%.
In den "Neuen Bundesländern" gibt es offenbar keine Partei, die konservative Bedürfnisse befriedigt, weil "konservativ" hier so nicht existiert. Es gibt offenbar kein "weiter so", das hier bestehende System wurde vor knapp 40 Jahren komplett neu hergestellt. Es gibt keine gewachsene Industrie mit hohen Gewinnen, von denen alle profitieren. Es gibt keine geerbten Häuser, so dass noch eine Wohnung im Studienort des Kindes gekauft werden kann. Es gibt keine alten Seilschaften und Vitamin B. Stuttgarter und Münchner besitzen die Häuser von Berlin, Dresden, Leipzig und Magdeburg.
Es gibt kein kollektives "Gedächtnis des Kapitalismus", die Menschen hier verbinden fundamental andere Erinnerungen und Erfahrungen.
Ich denke, dass viele Wähler*innen im Osten, die AfD wählen, sich für besonders cool und draufgängerisch halten und es "denen da oben" zeigen wollen, aber nicht für rechtsextrem.
Und deswegen stört es mich, wenn die Wahlergebnisse in anderen Bundesländern verharmlost werden, weil es in Sachsen ja angeblich so viel mehr Rassismus gibt und in Baden-Württemberg "halten viele dagegen", was auch immer das heißen soll. Und das Schwingen der Nazi-Keule blabla. Nee, das ist zu einfach. Die alten Springerstiefel-Nazis im Erzgebirge oder Brandenburg sind ein Problem, aber man wird das grundsätzliche Problem des Rechtsextremismus in Deutschland nicht los, in dem man sich in seinem eingerichteten Nest für was Besseres hält.