Beiträge von Quittengelee

    ...

    Trotzdem kann ich das Hausrecht akzeptieren, wenn es heißt: "Wir hätten es gerne so und so.", solange die Begründung keine Schuldzuweisungen beinhaltet oder sonstwie daneben liegt...

    Über die Hausordnung wird in der Schulkonferenz abgestimmt und diese besteht zu Teilen aus Lehrkräfte-, Eltern- und Schüler*innenvertretung.

    Normalerweise stimmt die Lehrkräftekonferenz über den Wortlaut der Hausordnung ab und bringt den fertigen Vorschlag zur Absegnung in die Schulkonferenz mit. Letztere tagt aber nur verhältnismäßig selten und die Hausordnung steht auch nicht ständig auf der Agenda.

    Ich fide es sehr aufmerksam und wichtig, dass sich die Schülerin mit den Begriffen offenbar bereits auseinandergesetzt hat und wenn sie es schafft, die Diskussion insgesamt ins Rollen zu bringen und Mitstreitende zu finden, hat sie schon viel erreicht.

    ...

    Solange wir das nicht machen, bin ich eigentlich für möglichst viel Freiraum bei der Kleidungswahl, merke aber, dass das bei Jugendlichen bedeuten wird, dass sie Grenzen garantiert austesten werden. Ich erinnere mich da an die von Maylin85 gezeigten Bilder

    ...

    Wie ist das denn aktuell an deiner Schule? Finde ich sonderbar, dass du genau jetzt merkst, dass Jugendliche irgendwas austesten, weil jemand ein Bild hochgeladen hat. Habt ihr demnach bereits eine Kleiderordnung?

    Wir reden doch hier alle Nas lang über dieses Thema und es werden immer dieselben Argumente gebracht. Die Begründung im Ausgangsthread ist jedoch lange nicht aufgetaucht und klar sexistisch.

    Ich würde, wenn mich ein junger Mensch fragt, wie ich das finde, sagen, wie ich das finde und ihm dann zutrauen, dass er selbst für seine Rechte einstehen kann. Den Hinweis auf Eltern-/Schülervertretung finde ich ebenfalls wichtig, das sind die Gremien, die Personen entsenden, um über die Hausordnung abzustimmen.

    Leider habe ich es genau so einmal in einem Praktikum erlebt. Ich hatte mit der Lehrkraft geredet und das Lesen war der Grund für die Beratung der Eltern auf Rückstellung. Ich hatte mich darüber damals auch erschrocken.

    So meinte ich das auch nicht. Aber wenn ein Kind z.B. in Bremen keinen Förderbedarf diagnostiziert hat und dann auch in die dritte oder sogar vierte Klasse versetzt wird, obwohl es vielleicht nocht nicht lesen und schreiben gelernt hat, dann kommen Lehrkräfte an ihre natürlichen Grenzen. Das hat irgendwann nichts mehr mit "mir ist das zu anstrengend" zu tun. Sondern mit der Situation, das es schwierig ist, sowohl den Lernstoffe für Viertklässler zu vermitteln und gleichzeitig Lernstoff für Erst- und Zweitklässler. Wenn die Lehrkraft hierbei ganz auf sich alleine gestellt ist, vielleicht sogar Privat auch noch selbst Material von ihrem eigenen Geld kauft, um das Kind individuell fördern zu können und trotzdem an ihre eigenen Ressourcen und ihre eigene Leistungsfähigkeit stößt, dann wird es schwierig. Das hat nichts mit "mir ist das zu anstrengend" zu tun ....

    Das kann ja alles sein, in Klasse 3 kann das Kind dann doch auch wiederholen. Aber nicht mit der Begründung, dass du Material gekauft hast, sondern mit der Begründung, dass das Kind den Anforderungen im nächsten Schuljahr nicht gewachsen ist und dass es in diesem Schuljahr dieses und jenes nicht erfasst hat.

    Wenn ein Kind in Klasse 4 noch nicht lesen kann und im Zahlenraum 20 unterwegs ist, dann nutzt aber alles Wiederholen nichts, dann hat's halt in aller Regel einen IQ von 70 und den Förderbedarf Lernen.

    Es ist doch wie immer eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Wenn die Nachbarn Sonntag um 10 beim Osterfrühstück im Garten sitzen, muss man sicher nicht die Kreissäge anwerfen. Ebensowenig, wie man die Polizei rufen muss, weil nach 22 Uhr noch jemand im Hinterhof lacht. Auch von lärmunempfindlichen Leuten, die Sonntags nicht beten, kann man ein Mindestmaß an Rücksicht erwarten.

    Mir scheint, dass es überall ähnlich geregelt ist. Wie und wann genau Förderbedarf diagnostiziert und der Förderort festgelegt wird, ist sicher verschieden. Dass ein Kind nach einem Jahr Schule noch nicht fließend lesen kann ist für gar nichts ein Kriterium. Und die Begründung kann auch nie sein "mir ist das zu anstrengend mit dem Kind".

    Was meine in den Raum geworfene Frage weiter oben wiederum stützen würde: wenn man Ausschnitt und Schal nicht kritisieren soll, weil es einen nichts angeht, sollte man sich ebenfalls ein "ach was für ein schöner Schal!" oder "dieser Ausschnitt Schal steht dir aber gut" abgewöhnen. Selbst wenn man den Schal wirklich total schön findet oder denkt, dass er dem anderen ausgezeichnet steht, zeigt es doch, dass man sich mit dem Aussehen anderer beschäftigt, obwohl es einen nichts angeht.

    Oder ist "Lob" hier wieder mal okay aber "Tadel" muss man für sich behalten?

    ...Er hat nicht wiederholt, hat keine Klasse zweimal gemacht usw. und kann heute mit entsprechender Förderung (und das war keine kostenpflichtige usw.) das wichtigste lesen, ...

    ...

    Es handelt sich um mein Kind, das kann ich also ausschließen ;)
    Der hat sich das meiste ganz alleine beigebracht, er liest anders als wir, erkennt viel an ganzen Wortbildern, aber er liest.

    Du widersprichst dir selbst.

    Naja, jetzt bist du halt wieder in einem speziellen Einzelfall, wie sollen wir wissen, warum ein spezifsches Kind Probleme beim Schriftspracherwerb hat und beim Schriftspracherwerb in der Fremdsprache nicht. Vielleicht hatte es zum damaligen Zeitpunkt psychische Belastungen? Vielleicht war der Lehrer in der ersten Klasse schlecht und die Englischlehrerin in der 5. hatte Ahnung von phonematischer Bewusstheit? Vielleicht hat das Kind spezifische Förderung in der Zwischenzeit erhalten? Wie sieht es aus in Mathe? Wenn Kinder wiederholen sollen, haben sie ja nicht nur Probleme beim Lesen, sondern überall, wenn ein Kind spezifische Probleme hat, wird doch jede Lehrkraft hellhörig.

    Außerdem ging es um Pro- und Contra Wiederholen und das siehst du ja dann ähnlich, du hältst Wiederholen nicht für grundsätzlich sinnvoll, was Studien tendenziell bestätigen.

    ...

    Gerade so Ministerialbeauftragte (= Dezerneten) oder Politiker (=Trägerschaft) finden sich ja gerne so wichtig, dass sie erwarten, dass man alles stehen und liegen lässt. Da schadet es vielleicht auch manchmal nicht, wenn man denen zeigt, warum wir die ganze Sache eigentlich betreiben.

    ...

    Erinnert mich an die Ehrung einer Schule mit irgendeinem Preis: Ministerpräsident eingeladen, SuS ausgeladen ^^ Sollten alle zu Hause bleiben, diese Wilden kann man ja keinem zumuten.

    Ja, Eltern wissen immer am allerbesten, was andere Eltern und insbesondere Lehrkräfte alles falsch machen. Am besten gleich dran gewöhnen und keinen Muttis auch noch zusätzlich auf Insta folgen.

    Bei deinen Pro- und Contras solltest du auch überlegen, was statistisch gesehen Kindern nutzt. Aber natürlich auch, was es individuell bedeuten kann. Kann das Kind die Rückstände durch Wiederholung wahrscheinlich aufarbeiten? Oder verschiebt man nur das Problem zur nächsten Klassenlehrerin? Wenn jemand das erste Schuljahr nicht packt, hat er wahrscheinlich doch umfassende Probleme, wenn der Rückstand nicht gerade auf einen 5-monatigen Klinikaufenthalt zurückzuführen ist.

    Hallo alle zusammen,

    ...

    Ich habe aktuell das Gefühl, das z.B. bei Instagram und in anderen Medien so viel über das Schulsystem kritisiert wird, z.B. auch mit Blick auf die Leistungsbewertung und daraus resultierende Themen wie das Wiederholen einer Klasse. Hierbei wird immer die Sichtweise der Kinder und deren Familien in den Fokus genommen. Es wird nie beleuchtet, warum das Schulsysthem so ist, wie es ist. Und was auch von Lehrkräften im aktuellen System realistisch leistbar ist.

Werbung