Beiträge von Quittengelee

    Ich bin ja kein Mathematiker, verfolge aber die Diskussion interessiert.

    Unabhängig davon, dass es offenbar grundschuldidaktische Gründe gibt, die Multiplikation so einzuführen, muss das aber bedeuten, dass man eigentlich richtige Ergebnisse falsch anstreicht, "nur" weil sie nicht der didaktischen Reduktion entsprechen? Ich meine das nicht provokativ, sondern als ernst gemeinte Frage.

    Nein, sehe ich auch so und schrieb ich bereits. Weil es in der Aufgabe heißt: rechne. Die Lösung ist 6 und somit richtig. Es heißt aber auch: schreibe die passende Malaufgabe zu "greife 3x, nimm immer 2." Und dieser Vorgang ist doch eindeutig beschrieben.

    ...Bei der Einführung der Multiplikation eine Relevanz der Reihenfolge zu schaffen, die die Operation mathematisch nicht hat, ist keine Erleichterung oder didaktische Reduktion, sonder schlicht die Schaffung einer Fehlvorstellung...

    Die Reihenfolge hat keine Relevanz, aber die Lehrkraft muss eine Reihenfolge wählen und hat offenbar in dieser einen Aufgabe genau dieses eine Vorgehen abbilden wollen.

    2*3 bedeutet halt Zwei Mandarinen, drei mal gegriffen. 3*2 drei mal zwei Mandarinen gegriffen. Beides korrekt.

    Ja. Aber die Lehrkraft hat nicht gefragt, wie viele Möglichkeiten es gibt, 6 Mandarinen aus einem Korb zu holen oder ob 2*3 dasselbe ergibt wie 3*2. Sie wollte offenbar abprüfen, ob die Kinder überhaupt ein Bild im Kopf haben, wenn man den Vorgang 2 Mandarinen zu nehmen 3x wiederholt und wie man das als Multiplikationsaufgabe darstellen kann.

    Sie hätte auch die Aufgabe so formulieren können: Zeichne ein Bild, wie Lisa 3 mal je 2 Mandarinen aus dem Korb nimmt und portionsweise nebeneinander legt. Wie viele sind es insgesamt? Ändert sich die Anzahl, wenn man die Anordnung der Mandarinen ändert? Wäre aber komplizierter geworden.

    Oder noch simpler: die Klasse hatte erst die Zweierreihe und die Lehrkraft hat sich überhaupt nichts weiter dabei gedacht. Da das ein Foto zu sein scheint, kennst du die Lehrkraft vielleicht persönlich und kannst nachfragen?

    Es geht in der Grundschule um "die Entwicklung eines umfassenden Operationsverständnisses der Multiplikation bei der die Lernenden im Laufe der Zeit ihre Vorstellungen zur Multiplikation ausbauen und die Bedeutungsvielfalt dieser Rechenoperation erfassen...sollen"

    ...

    In der Schuleingangsphase lernen die Kinder dann, dass sich die Anzahl mehrerer gleichgroßer Mengen durch eine wiederholte Addition ermitteln lässt (3 + 3 + 3 + 3). Diese Vorstellung wird im Mathematikunterricht erweitert und mit der Multiplikation als Verkürzung der wiederholten Addition verknüpft.

    Im Unterricht lassen sich multiplikative Situationen nachspielen oder durch die Verknüpfung von bildlichen Darstellungen und symbolischen Schreibweisen (Additions- und Multiplikationsaufgabe) beispielsweise anhand einer Fotokartei oder des Zuordnungsspiels Mal-Trio fördern. Ziel sollte die Förderung eines umfassenden Operationsverständnisses der Multiplikation sein.

    ...

    Zur Entwicklung der Grundvorstellungen der Multiplikation spielen die zeitlich-sukzessive sowie die räumlich-simultane Grundvorstellung eine zentrale Rolle. Die Lernenden sollen die Multiplikation in unterschiedlichen Kontexten erfahren als:

    Wiederholen... Zusammenfassen... Vergleichen...

    Für einen verstehensbasierten Umgang mit der Multiplikation ist es entscheidend, dass das Rechnen nicht bloß auf der symbolischen Ebene erfolgt, sondern immer auch mit Vorstellungen von Handlungen und Sachsituationen verbunden ist.

    Für die Lernenden ist es daher wichtig, multiplikative Zusammenhänge in verschiedenen Darstellungen zu erkennen und zwischen diesen flexibel wechseln zu können. Die folgende Grafik verdeutlicht unterschiedliche Darstellungsformen der Multiplikation.

    ...

    Zunächst ist es wesentlich, dass die Multiplikation in verschiedenen Darstellungen im Unterricht erarbeitet wird. Darauf aufbauend können unterschiedliche Übungen (Material) genutzt werden, um den Darstellungswechsel zu trainieren.

    Beziehungen und Strukturen nutzen

    Für die Entwicklung eines umfassenden Operationsverständnisses sollen Lernende zudem Gelegenheiten bekommen, Beziehungen und Strukturen entdecken und diese für das sichere und flexible Rechnen nutzen zu können. Materialgestützt bietet die Multiplikation verschiedene Möglichkeiten, Beziehungen und Strukturen zwischen Aufgaben sowie zwischen Rechtfertigennen zu erkunden."

    https://pikas-kompakt.dzlm.de/themenh%C3%A4u…-multiplikation


    In der Sek II stellt man sich vielleicht vor, dass es reicht, Zweitklässlern zu sagen, dass es das Kommutativgesetz gibt, aber so einfach ist es nicht, deswegen dauert die Grundschule 4 Jahre und nicht 4 Tage.

    ...Meine Tochter hat übrigens geweint, als sie mir von der Note erzählte. Ich habe dann gesagt, dass das doch gut ist für den Anfang. Und die Hauptsache ist, dass ihr Mathe Spaß macht.

    Noch hilfreicher finde ich das wertfreie Betrachten der Arbeit als Rückmeldung. Was hast du schon verstanden und wo alles richtig gelöst? Wo ist ggf. noch Überbedarf? Kinder denken ja schnell, dass die Lehrerin sie nicht mag, wenn sie keine 1 haben und dass überhaupt immer eine 1 drunterstehen muss fürs Glück. Das ist ein Nachteil von Ziffernnoten.

    Edit: und viele Eltern machen ähnliche Fehleinschätzungen ja auch, du selbst gerade mit der angeblichen Objektivität durch den Notenschlüssel.

    Kommt halt wieder darauf an, was gefragt ist. Wenn die Frage lautet, wie viel 5 Zuckerwatteportionen à 3 Euro kosten, ist das Ergebnis 15, ob das Kind multipliziert oder addiert hat, kann mir egal sein.

    Es bezog sich auf sowas. Ich finde es bescheuert.

    Hier ist es etwas anders gelagert, denke ich. Aufgabe 6 ist ja nun eindeutig formuliert, es geht nicht nur ums Ergebnis, sondern auch um die Handlung, die beschrieben wird. Wahrscheinlich haben sie die Multiplikation so eingeführt und geübt und die Lehrperson wollte wissen, ob die Kinder den Prozess verstanden, nicht ob sie das 1x1 geübt haben. 0 Punkte ist aber m.E. etwas dürftig, weil die Rechnung ja stimmt und auch gerechnet werden sollte.

    Ich glaube, hier war tatsächlich die LEHRE gemeint und es wurden Veränderungen in der Vermittlung von Stoff und Kompetenzen angesprochen.

    Ja, das stimmt. Aber auch darin steckt wieder die Kritik, dass die Jugend von heute ja bloß Filme zeigt.

    Die TE ist ja nicht die erste enttäuschte Person im Quereinstieg. Den Schluss, der dann immer wieder gezogen wird, dass das Kollegium doch dankbar sein müsste, kann ich immer noch nicht nachvollziehen.

    Vorschlag: in einem halben Jahr eine Willkommensmappe erstellen mit all den Informationen, die du dir selbst mühselig zusammengeklaubt hast, damit es für die Nachfolgenden an dieser Schule endlich besser wird.

    Zumindest für die banalen Dinge, wie wo der Kühlschrank steht.

    Das jedoch:

    ...Tests werden im Fach, haben Sie ja nicht studiert, so und so aufgebaut, es gibt eine Vorlage mit Logo usw.

    Ist kein banales Ding, sondern eine der Grundlagen, wofür man Studium und Referendariat absolviert hat. Da reicht eine Kopiervorlage halt nicht aus.

    Wie wäre es, sich ein Fachbuch Didaktik für das fachfremd zu unterrichtende Fach zu kaufen und sich selbst ein paar Grundlagen draufzuschaffen? Vielleicht steht sogar eins in der Lehrerbibliothek.

    Die Arbeit von Lehrkräften ist tatsächlich nicht 13.30h fertig, können ja auch die meisten Menschen mit anderen Berufen nicht glauben. Ich werde selbst von guten, langjährigen Freundinnen bis heute gefragt, was ich Hübsches in den Ferien mache und ob ich schon ein schönes Lied für meine neue Klasse rausgesucht habe während der Sommerferien.

    (Irgendwie befremdlich, so kenne ich Lehre gar nicht.

    Da könnte ich schon wieder sauer werden. "DIE Lehrer". Du willst einer werden, sobald es ein Problem gibt, gehörst du natürlich nicht dazu.

    An meiner Schule sind DIE Lehrer sehr hilfsbereit. Wir arbeiten jeden Vertretungsmenschen ein, egal welchen Beruf er vorher hatte, wie viel Probleme er im Job bekommen wird und wann er wieder aufgibt.

    Wir Lehrer bekommen nämlich, wie du richtig anmerkst, keine Abminderung für Seiten-, Quereinstieg oder sonstiges Betreuen unserer Schüler. Wir müssen aber trotzdem liebgewordene Fächer abgeben, weil der Vertretungsmensch nur unterrichten darf, was er sich zutraut und dann die Vorauswahl hat. Wir geben Material ab, erklären die Abläufe, helfen bei Disziplinkonflikten, ohne dass jemand je danke sagen würde. Dabei ist uns der Lehrkräftemangel scheißegal, das ist eigentlich Aufgabe der Behörde also beschwere dich doch bitte dort.

    Oder wäre, warst du nicht diejenige, die unbedingt zum Staat wechseln wollte, weil an der Privatschule schon alles doof war?

    Ich verstehe deinen Frust, aber lass ihn nicht an denen aus, die helfen.

    ...

    Und ja, wenn diese dann ab und an zum Strafräum läuft, um mit zu Verteidigen, den Großteil aber an der Eckfahne herumdallert.... welche Leistung würden Trainer, Reporter und Mitspieler dieser Mitspielerin geben?

    Kommt darauf an, was das Ziel ist, würde ich sagen. Rollt der Ball nicht ins eigene Tor und die Spielerin steht im richtigen Moment parat, hat sie alles richtig gemacht. Sie muss nicht aufgeregt hin- und herrennen, um als produktiv wahrgenommen zu werden. Steht sie jedoch nur rum und macht nichts, ist die Leistung ungenügend.

    Ich habe mal einem hochbegabten Jugendlichen zugesehen, der 40 min Blödsinn gemacht hat, um dann das Ergebnis in den letzten 5 Minuten hinzukritzeln. Der Jugendliche hatte allerlei Probleme, die Leistung auf die Aufgabe bezogen war aber nicht schlecht. Er liest halt schnell, erfasst das Problem sofort und hat schlicht und ergreifend Zeit, Blödsinn zu machen, so nervtötend das für die Lehrkräfte auch sein mag.

    Also vielleicht kannst du ja so genau beobachten, dass du weißt, was im Kopf eines Kindes vorgeht, das auf einen Text schaut. Ich muss versuchen den Unterschied zu ermitteln, ob jemand nur nervt, weil er reinblökt oder ob er tatsächlich nicht den Text gelesen hat, den zu lesen die Aufgabe war.

    Wenn ich ein Wort für "striped animal" erfrage, kann ich nicht "tiger" erwarten, aber "zebra" nicht gelten lassen, nur weil tiger zufällig in der aktuellen Vokabelliste steht. Es dauert eine Weile, bis man Leistungsüberprüfungen erstellen kann, die halbwegs den Gütekriterien entsprechen. Nach ein paar Jahren Berufserfahrung sollte es aber doch langsam klappen.

    Oder ist das blauäugig?

    Ja.

    Ich würde es davon abhängig machen, ob ich die gewerkschaftlichen Forderungen, die die gesamte Gesellschaft betreffen, unterstützen möchte. Und vielleicht auch davon, ob ich Lust hätte, mich als Pensionärin ehrenamtlich einzubringen. Vielleicht gibt's eine nette Gruppe vor Ort, der man sich anschließen möchte oder wo man bereits aktiv ist.

    Ich bin drin geblieben, als wir verbeamtet wurden, einige sind ausgestiegen, weil man nicht streiken darf. In der Rente würde ich aber wahrscheinlich kündigen, irgendwann ist auch mal gut mit Schule :weissnicht:

    Wir haben den aktuellen Fall in der Schule, dass ein:e Schüler:in mit einem Avatar am Unterricht teilnimmt (Bayern). Ein Einverständnis wird weder von den Lehrkräften noch von den SuS benötigt. Ich weiß nicht, wer sich diesen Schwachsinn ausgedacht hat…

    Wer sich das ausgedacht hat weiß ich auch nicht, aber offenbar seid ihr weiter als Sachsen.

    Wofür das gut ist, siehe kurz zusammengefasst hier:

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    ... Müsste eigentlich nicht die Einverständniserklärung des Rests der Klasse eingeholt werden?
    Was müsste sonst berücksichtigt werden?
    Kann es für die Lehrkraft eine Pflicht sein?

    Ja und nein.

    Einverständnis von allen und man kann die Lehrkräfte nicht verpflichten. Dies weiß ich, weil ich mich mit Avataren beschäftigt habe und da war es so, obwohl diese nichts aufnehmen oder speichern können.

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