Beiträge von Quittengelee

    Ich würde mich da mit der Ausdrucksweise mal etwas zurücknehmen. Bei uns ist es toleriert, dass man auch mal einen privaten Ausdruck macht. Ich habe einfach ein Kontingent auf meiner Kopierkarte, man würde wohl mal nachfragen, wenn ich das regelmässig sprenge. Ich nehme auch mal ne Plastikpipette heim, dafür mache ich mir nicht ins Hemd, wenn ich z. B. irgendeinen Schraubendreher aus der privaten Werkzeugkiste an die Schule trage. Insgesamt stellt sich da ein dynamisches Gleichgewicht ein, würde ich sagen.

    Und warum bleibt der Kommentar nun stehen kleiner gruener frosch ? [...]

    Wenn wir Spiele oder Bücher für das Klassenzimmer brauchen, dann bestellen wir diese ganz offiziell über die Schule. Pflanzen im Unterrichtskontext (z. B. Frühblüher) ebenso.

    Eigentlich dachte ich, dass das überall so wäre ...

    Aber du bist doch schon länger als drei Tage in diesem Forum unterwegs, wundert mich, dass du das wirklich gedacht haben solltest.

    Ja, und? Ist bei euch Redeverbot?

    Ich verstehe es so, dass inzwischen weitere Kolleg*innen mit der Bitte kamen, doch mal ganz schnell zu dolmetschen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass daraus eine enorme Zusatzaufgabe entstehen kann. Da reichen drei Familien mit derselben Sprache: regelmäßige Elterngespräche, Konfliktgespräche, Förderplangespräche, Informationen für Klassenfahrten, Elternabendinformationszettel, Schwimmunterrichtteilnahmedebatten...

    Ich habe seit Jahren nichts gekauft außer diesem Set Rotstifte, wo ein grüner dabei ist, den ich für die Zweitkorrekturen nutze. Ich verstehe nicht, warum du das machst.

    Warum hast du diese Stifte selbst gekauft?


    Natürlich kauft jede Lehrkraft mal was für die Arbeit, die Frage ist immer, wo die eigene Grenze liegt. Aber gut ist es immer, darüber zu reflektieren, vor allem, wenn im eigenen Kollegium diesbezüglich Maßlosigkeit herrscht.

    .,.Wir löst ihr das?

    - Ich versuche, nur noch wenig zu laminieren, meistens reicht es aus, etwas auf Tonkarton zu kleben- den haben wir reichlich

    - Unterrichtsmaterial kaufe ich, wenn ich lange nach etwas Bestimmtem gesucht habe und dann finde, dass 2,99 besser investiert sind als noch weitere 3 Stunden mit Suchen zu verbringen. Das betrifft vor allem fachfremden Unterricht, für den nichts da ist, kein Lehrwerk etc.

    - Ablagen oder Hefter organisiere ich gebraucht über eBay Kleinanzeigen oder nehme sie auf Vorrat mit, wenn sie irgendwo verschenkt werden

    - Eltern bitte ich allenfalls um Taschentücher o.ä., was allen zugute kommt und nur freiwillig. Das liegt an den Einkommensverhältnissen unserer Familien, die können sich schlicht und ergreifend keine Klassenkasse leisten.

    Kann mir bitte jemand mit Ahnung von Kunst und/oder Kunstdidaktik ein paar Ideen, (Stichworte, Homepages, Künstler*innen...) nennen, was mir dieser Lehrplan sagen möchte? Es geht um Lernförderschule Unterstufe also zum Vergleich etwa so, als wenn man mit unterschiedlich geschickten Schulanfängern Kunstunterricht gestalten soll:

    - Einblick gewinnen, in unterschiedliche Aktionsformen

    - Kennen von Möglichkeiten des prozesshaften Gestaltens

    - Erleben, Erfassen und Darstellen körperlicher Ausdrucksmöglichkeiten und Bewegungsabläufe

    - erlebnis- und problembezogene Kunstrezeption

    - Einblick gewinnen in elementare plastische Formen

    - Kennen der Farbsystematik

    - Einblick gewinnen in Möglichkeiten des Bildaufbaus

    ... Ich locke sie aber nie an, sehe einen längeren Aufenthalt in unserem Garten eher argwöhnisch, weil ich schon Hinterlassenschaften wegräumen musste. Wir haben keine Haustiere.

    Gerade deswegen! Ich glaube, Katzen mögen vor allem Menschen, die sie nicht mögen. Sie sind so unabhängig und freiheitsliebend, dass sie sich da besonders wohlfühlen, wo niemand an ihnen herumstreichelt^^

    Und warum Mäuse fressen, wenn man zu Hause Dosenfutter bekommt?

    Oh sorry, das finde ich jetzt ganz schwach. Ich sehe absolut nicht, warum irgendein philosophischer Text auf Altgriechisch für einen Gymnasiasten eine grössere Bedeutung haben sollte als ein Originaltext von Marie Curie. Das eine wie das andere kann man sich gerne aus persönlichem, akademischen Interesse antun, muss man aber sicher nicht im Sinne einer guten Bildung. Die für die Allgemeinbildung relevanten historischen Quellen sind ja zum Glück alle übersetzt, ich wüsste jetzt jedenfalls nicht, inwieweit der Geschichtsunterricht an einem allgemeinbildenden Gymnasium von den Lateinkenntnissen der Schülerinnen und Schüler abhängen sollte. Und Marie Curie hat ihre wissenschaftlichen Texte nun mal nicht auf Polnisch verfasst, das können halt viel weniger Leute lesen als Französisch. So viel noch mal zum Thema "Wissenschaftssprache". Ich weise bei der Gelegenheit dann auch mal auf Martin Luther hin, der der Meinung war, ein so relevanter Text wie die Bibel, sollte jedem Menschen in seiner Muttersprache zugänglich sein. Das halte ich auch als absolut unreligiöser Mensch für eine ausgesprochen wertvolle Idee.

    Wie gesagt, Marie Curie hat selbst Französisch als Fremdsprache gelernt, weil sie in Warschau nicht studieren durfte, ihr Gedankengut verliert grundsätzlich nicht an Wert für die Physik oder Chemie, wenn man es übersetzt. Und natürlich ist es gut, dass Menschen, die kein Latein oder Griechisch können, Zugang zu Informationen haben.

    Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass es einen Unterschied macht, ob man in der Philosophie oder im historischen Kontext mit der Übersetzung vorlieb nehmen muss oder das Original lesen kann. So wie es einen Unterschied macht, ob man eine Gedenkstätte besucht oder ein Foto davon ansieht.

    Und wie kodi schrieb, was du ja auch positiv bewertet hast:

    ...

    Reicht doch eigentlich, dass es ein tolles Fach und eine weitere Alternative in der Schule ist und dass man als Geschichtsbuff für europäische Geschichte und Kirchengeschichte damit viele Primärquellen lesen kann.

    Interessant eigentlich, dass Griechisch praktisch gar nicht mehr angeboten wird, während Latein nicht auszusterben scheint.

    Wenn du Marie Curie im Original lesen willst, musst du Französisch können. Ist ne wirklich harte Nuss weil zum einen natürlich das Französisch nicht mehr der heutigen Alltagssprache entspricht und man bezüglich der Fachinhalte heute auch einiges ganz anders darstellen würde.

    Das ist aber was anderes, würde ich sagen. Für eine*n Curie-Spezialisten oder -Spezialistin ist es sicher spannend, ihre Handschrift zu lesen und ihre Gedankengänge und Forschungsprozess selbst nachzuvollziehen. Aber ihre Erkenntnisse beruhen nicht auf der Französischen Kultur und Sprache und es ist für Forschende in der Physik nicht von gesteigerter Bedeutung, das Original zu lesen. Zumal ihre Muttersprache Polnisch gewesen sein dürfte...

    ... Wir mussten auch eine ausgebildete Kollegin abordnen, weil wir ja soooo gut besetzt sind.

    Wobei ich mich da schon frage, ob eine durchsetzungsstarke Schulleitung eine vollausgebildete Kollegin einfach so weggibt, wenn das Kollegium bereits zu zwei Dritteln aus Aushilfskräften besteht.

    Vielleicht lässt sich ja ein Deal aushandeln mit der zuständigen Verwaltungsbehörde: ihr beschleunigt Diagnostikverfahren und besorgt uns eine Schulsozialarbeiter*in sowie zwei Sonderpädagog*innen und dafür stampfen wir eine Schule mit gemeinsamem Lernen aus dem Boden...

    Vorausgesetzt, das Kollegium hat Interesse, vielleicht gibt das Projekt auch Energie, dich scheint es ja durchaus zu motivieren, Lamy74

    ... Sondern von Schülern, die NICHT verstehen, dass man Verben konjugiert, und auch nicht, dass das zweite Verb widerum nie konjugiert ist.

    ...

    Mein täglicher Erfolg ist, wenn die Schüler die Aufgabenstellung auf Deutsch verstehen und bereitwillig sind, die Lücken auszufüllen.

    Dann behaupte ich einfach mal, dass eure Schule ein anderes Problem hat als mangelndes Interesse am Französischen. Das klingt nach Hauptschulniveau.

    Also das schon (also jenseits von normalen Fragen zum Zurechtfinden in einer neuen Schule).
    Nicht jede Vertretungskraft ist noch Bachelor-Student*in.

    Naja, für meinen Alltag ist es einfacher, wenn Jugendliche heimgeschickt werden bei Unterrichtsausfall als wenn ich einem Vertretungsmenschen die Pläne und Abläufe erklären muss, entscheiden, ob ich eingreife, wenn ein Kind nebenan eskaliert etc.

    Wir haben immer so viele Neue im Haus, dass es mir lieber ist, wenn die kranken Kolleginnen Zeit bekommen, wieder gesund zu werden und im Arbeitsleben anzukommen und dann aus dem effeff wissen, wie der Hase läuft.

    Deswegen auch die Frage, worin die Mehrbelastung bei Wiedereingliederung für andere Kolleg*innen liegt.

    Na, wenn dem so ist, kenne ich nur wenige, die über dieses Verständnis verfügen :D . In meinem Umfeld hatten - siehe oben - nur ein paar Personen Lateinunterricht und ich kenne überhaupt niemanden, der/die in der Schule (Alt-)Griechisch gelernt hat.

    Indirekt natürlich schon, es ist dem Nichtlateiner und der Nichtaltgriechin bloß nicht bewusst, was wir alles in unsere Kultur übernommen haben.

    Natürlich kommt man auch ohne Latein durchs Leben, ohne Physik und Chinesisch aber auch. Meine SuS überleben sogar, ohne lesen zu können, aber das bedeutet nicht, dass unsere Gesellschaft das könnte.

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