Kompetenzen waren m.E. mal als Idee gedacht, dass jede Lehrkraft selbständiger entscheidet, auf welchem Weg SuS ein Ziel erreichen. Also um am Ende Klasse 2 sinnentnehmend fließend lesen zu können, muss ich die zwei Jahre so einteilen und methodisch gestalten, dass das passiert. Das Problem dabei ist, dass man, insbesondere am Anfang seiner Lehrtätigkeit, mehr Struktur und Klarheit braucht, was "durchschnittliche Kinder wann können müssen".
Auch deswegen schneiden Bundesländer wie Sachsen und Bayern regelmäßig besser ab in Schulleistungsstudien, weil die Lehrpläne differenziert und schlicht und ergreifend voll mit verpflichtenden Themen und kleineren Lernzielen sind. Das erhöht Druck, berücksichtigt gleichzeitig die "stärkere Mitte".
Die besonders starken SuS werden dabei aber auch bloß nicht berücksichtigt. Wer schnell denkt und leicht lernt ist auch bei vollem Lehrplan mit viel stupidem Zeug unterfordert/gelangweilt.
Ich behaupte mal, die "große Mitte" profitiert von ausführlichen Lehrplänen, weil Lehrkräfte sich eher trauen, bestimmte Anforderungen zu stellen.
Besonders Schwache und besonders Starke profitieren von mehr Freiheit und Individualisierung, was bei Kompetenzlehrplänen eher möglich ist. Denke ich mir, vielleicht liege ich falsch.