Beiträge von Quittengelee

    ...Männer und Frauen sind so ganz grundsätzlich mal verschieden, das kann und sollte man nicht leugnen. Man sollte nur kein Problem draus machen, sondern sich überlegen, ob man was Sinnvolles damit anfangen kann. Was ich über die Jahre beobachte ist, dass junge Männer nicht weniger an sich selbst verzweifeln wie junge Frauen, die Frauen sich aber eher getrauen auf eine Lehrperson zuzugehen und auszusprechen, dass es ihnen nicht gut geht. Die Männer schämen sich immer noch eher dafür. Mehrfach habe ich es dabei schon erlebt, dass es daheim eine "Drachen-Mutti" gibt, die an ihrem Sohn nur rumnörgelt, was er alles nicht kann und macht. Frauen haben oft die "klassischen" psychischen Probleme, wie Depressionen und Essstörungen, Männer neigen eher zu sowas wie Spielsucht. ...

    Hm, wenn die Tochter anorektisch ist, hilft ihr das Gemecker vom Vater, sie solle mal mehr essen, auch nicht. Das hat ja nichts mit dem Geschlecht zu tun.

    Und wenn sich junge Männer nicht trauen, über ihre Probleme zu sprechen, dann ist auch das in aller erster Linie ein sozial konstruiertes Problem und kein angeborenes.

    Also ob so ganz grundsätzlich eine angeborene "binäre" Verschiedenheit mit deutlichen Grenzen in beiden Richtungen vorliegt, finde ich persönlich jetzt nicht so klar.

    ja, genau.

    Die SuS können sich aber auch "einfach so" abmelden und gehen dann zu Ethik.

    Dürfen sie dann auch aller paar Wochen hin- und herwechseln, wie es gerade beliebt? Normalerweise sollte das nur zu Schuljahresbeginn gehen und nur mit schriftlicher Begründung der SuS, Kenntnisnahme der Eltern und nach Erlaubnis von der Schulleitung.

    Allerdings könntest du das laxe Vorgehen vielleicht zu deinem Vorteil nutzen: was würde passieren, wenn du die Eltern anriefst, ihnen sagtest, dass ihr Kind sich wie off'ne Hose in Religion benimmt und sie gerne einen Antrag auf Ersatzunterricht Philosophie stellen können, wenn ihrem Kind das Fach offenbar so egal ist?

    Weil ÖPNV furchtbar ist, sobald man 2 Meter außerhalb einer Großstadt wohnt. Ich habe da ehrlich gesagt auch keine großen Hoffnungen, dass das sich in den nächsten Jahrzehnten ändert.

    Ansonsten muss eine Familie nicht mehrere Autos haben. Auf dem Land wird man dazu aber auf absehbare Zeit gezwungen.

    Würden Familien auf dem Land den Bus nehmen, wenn er alle halbe Stunde führe? Ich bezweifle es. Die Leute haben keinen Bock drauf, abhängig zu sein, sie wollen bis vor die Haustüre fahren, nicht im Regen an der Haltestelle stehen und nicht mit anderen ein Verkehrsmittel vollatmen.

    Ich bin sehr für den jahrzehntelang christdemokratisch verschlampten Infrastrukturausbau, aber vor allem beim Schienennetz. Lasten auf die Schiene und Fernreisen im Nachtzug/Autozug, Kerosin versteuern, bis ein Malle-Flug 1000€ kostet.

    Dass die Leutchen vom Land keine 3 Autos hätten, wenn der öffentliche Nahverkehr besser wäre, halte ich aber fürn Gerücht.

    Hat niemand gesagt, dass da nur Jungs dabei waren.

    Und? Ich denke, du hast nicht verstanden, was ich sagen wollte. Die Vorstellung, Elektrizität und Feuer würde nur Jungs interessieren, halte ich für klischeehaft. Und wenn man davon ausgeht, es sollte so viele Männer wie Frauen geben an Grundschulen und in Kindergärten, damit auch männliche Vorbilder erziehen und bilden, dann könnte man sich bis das soweit ist überlegen, was genau Kindern entgeht, wenn sie ausschließlich von Frauen erzogen und unterrichtet werden. Dass Männer mal was mit Strom oder Feuer machen ist es wohl eher nicht, die Antwort ist komplexer, würde ich meinen. Wenn Männer etwas grundsätzlich anders machen als Frauen (was ich nicht weiß, ich bin keine Soziologin), dann glaube ich kaum, dass ich das mal eben genauso machen kann, damit das männliche Vorbild ersetzt wird. Ich bin kein Mann.

    Mit einer Lupe Feuer entfachen haben wir als Kinder auch gemacht, das ist doch kein explizit männliches Interesse/Verhalten. Wenn man meint, irgendwas extra für Jungen oder Mädchen anbieten zu müssen, sitzt man den Klischees selbst am meisten auf, fürchte ich. Wenn es "typisch männliches" Verhalten gibt, (welches wäre das?) dann kann man es sich nicht einfach ausdenken und nachahmen.

    Ich habe das jetzt nicht alles gelesen, aber wenn - ich sage mal die Lehrpläne - jungenfeindlich sein sollten, dann ist das nichts Neues. In all den Jahren als Lehrerin habe ich immer bewusst Jungsthemen eingebaut (in Sachkunde können wir teilweise auswählen) oder auch Angebote gemacht, Freiarbeitsmaterial bereitgestellt, von dem ich dachte, es spricht Jungs mehr an. In der Grundschule können wir das bissel steuern, also wir haben es eigentlich auch in der Hand, darauf zu achten, dass alle Kinder bei der Stange bleiben. Auch in all den Bereichen, die unter Schulleben fallen, hat man bei uns freie Hand. Ich hatte im letzten Durchgang eine sehr jungslastige Klasse und die Mädels haben sowieso gerne alles mitgemacht. In der GS sind wir meist Frauen und wir sollten die Jungs nicht vergessen.

    Was sind "Jungsthemen" und welches Material spricht deiner Ansicht nach Jungen mehr an und warum?

    Ich glaube nicht, dass es reicht, sich vorzunehmen, Jungen nicht zu vergessen. Ich bin nunmal weiblich, bereits mein Leben lang, ich kann nie ein anderes Rollenvorbild sein als für mein eigenes Geschlecht. Allerdings halte ich das auch nicht für zwingend notwendig, ich unterrichte bloß und ersetze keine davongelaufenen Elternteile.

    Wird da nur mit Tokensystemen gearbeitet, oder bekommen die Kinder noch Therapien, Unterricht in Kleinstgruppen, Auszeiten etc pp?

    Kleinstgruppen schon, Therapien leider Mangelware. Alles eher etwas traurig.

    Vielleicht nochmal zur Klarstellung, ich bin nicht per se gegen Tokensysteme!

    Wollte ich auch nicht unterstellen, ich bin selbst zwiegespalten. Ich sehe es wie du, es geht vor allem um Transparenz, nicht so sehr um Schokolade... Ich gehe lieber mit allen Eis essen, wenn's heiß ist, nicht nur mit den "Braven".

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