Beiträge von Quittengelee

    Vor einigen Jahren hat es eine Liv aus dem Seminar (als Empfehlung!) mitgebracht. Es hat gut geklappt, ich habe es auch ausprobiert. Die Klasse hat es als Teamspiel gesehen. Natürlich muss man gucken, von welchem Zeitraum man spricht; ich habe es oft nur für den geordneten Weg in die Pause oder für eine 5 oder 10-min- Arbeitsphase gemacht. Eine ganze Stunde oder gar einen ganzen Tag kann das ja niemand durchhalten, es sollte ja so sein, dass es zu schaffen ist….

    Wobei man für 10 min auch kein "geheimes Kind" bräuchte, zu sagen "ich bin gespannt, ob ihr es schafft, so leise wie gestern.../wer es besonders leise schafft..." reicht als Wettbewerb aus, würde ich mal behaupten.

    Dabei fällt mir gerade auf, wie anstrengend unser Vormittag ist. Wie macht man das eigentlich bis 65? Würde ich echt gerne wissen.

    Ich habe weder zuhause noch in der Schule bisher mit positiven Verstärkern gearbeitet. In der Schule finde ich’s bei halbwegs erwachsenen überflüssig und nicht angebracht und zuhause gab es das einfach nie für Selbstverständlichkeiten.

    Achso, nee, mit meinen eigenen Kindern habe ich das auch nie gemacht. Und ich lasse in der Schule auch nichts eintauschen, es geht nur ums Visualisieren, das Verrutschen auf einer Ampel/Wolke/Smiley ist effektiver als das ständige angesprochen werden. Es gibt aber keine Belohnung einzutauschen, das mag ich nicht, es hat was von Leckerlis verteilen und so wollte ich selbst auch nicht behandelt werden.

    ... vermutlich möchtest du mittelfristig nicht an deiner ursprünglichen Schule bleiben.

    Woraus schließt du das?

    ...

    Wenn ich aber meine Elternzeit zum Ende der Abordnung beende oder aber sie verlängere ohne eine weitere Abordnung zu wünschen, bin ich doch automatisch wieder an meiner alten Schule?

    Die Abordnung ist zeitlich befristet, das Datum des Endes müsstest du schwarz auf weiß haben und dann bist du wieder an der alten Schule. Ich glaube nicht, dass das was mit der Elternzeit zu tun hat, weiß es aber nicht sicher.

    ...Ich finde, da sind falsche Verdächtigungen und Mobbing vorprogrammiert. Gerade Kinder, die nicht in die Reihe passen, sind es wieder gewesen.

    Aber hat das nicht mehr mit der Atmosphäre in der Klasse zu tun als mit dem Belohnungssystem? Wenn sie so miteinander umgehen, ist es eh egal, was die Lehrkraft versucht, zu implementieren. Weiß ich nicht, würde ich wirklich gerne wissen.

    Mich würde tatsächlich interessieren, inwieweit eduki und Instagramteacher die pädagogische Landschaft prägen. Du hast ja kürzlich schonmal erwähnt, dass die Klassenzimmer der jungen Kolleginnen alle gleich und nach Frau Locke aussehen, Zauberwald . Haben andere das auch beobachtet? Ich meine, man studiert ja, um beurteilen zu können, was didaktisch und pädagogisch sinnvoll ist. Aber wenn ich mir allein die Fehler in fertigem Unterrichtsmaterial ansehe, frage ich mich, wer das alles unkritisch übernimmt. (Edit: Frau Lockes Sachen finde ich meist sehr gut, das soll keine Kritik an ihren Material sein.)

    Muss ja auch nicht zwingend grausam sein. Ich denke, der Vorteil operanten Konditionierens generell liegt in der Gruppentauglichkeit. Es geht dabei ums Disziplinieren, damit der Unterrichtsablauf aufrecht erhalten bleibt.

    Problematisch wird es bei Verhaltensstörungen, deren Ursachen tiefer liegen. Mit Tokensystemen können immer die Kinder abräumen, die andere nicht stören: Alle gut sozialisierten und psychisch gesunden Kinder, sowie Kinder mit nach innen gerichteten Auffälligkeiten. Es ist egal, ob jemand soziale Ängste hat oder sonst eine still leidende Problematik, solange er oder sie ruhig mitarbeitet, funktioniert für dieses Kind und die Lehrkraft das System. Es ist nicht egal, wenn ein Kind unruhig ist oder aggressiv, externalisierende Auffälligkeiten stören andere, somit sind davon betroffene Kinder ständig im Konflikt mit dem System.

    In beiden Fällen, externalisierende und internalisierende Problematik, ist dem Kind nicht geholfen, wenn es für einen grünen Ampelpunkt die Klappe hält. Aber da wir nunmal eine Gruppe 5 Stunden am Tag dazu anhalten müssen, etwas Bestimmtes zu tun, bedarf es irgendeiner Art von Disziplinierung.

    Ob jetzt ausgerechnet diese Methode hochproblematisch ist, weiß ich nicht, finde es in jedem Fall erstaunlich, wie schnell sie sich übers Internet verbreitet. Ich habe davon kürzlich auch im nächsten Umfeld erfahren und mir dieselben Fragen wie Kathie gestellt. Immerhin wird das "geheime Kind" nicht an den Pranger gestellt. Da aber nach der Stunde jedem klar ist, wer gestört hat, ist der Pranger ja doch wieder gegeben.

    Hat es von euch jemand ausprobiert und Erfahrungen gesammelt? Wird die Methode in der Ausbildung im Referendariat angepriesen? Kümmert sich überhaupt noch irgendeine nennenswerte Gruppierung von Forschenden der pädagogischen Psychologie um Verhaltensregulierung im Kontext Schule?

    ..., das Windrad in der Luft zu transportieren und vertikal zu platzieren und zu verankern, ...

    ^^ Danke für das hübsche innere Bild.

    plattyplus , ich glaube dir gern, dass du immer ganz genau rechnest und dabei jeweils um einen Rubel pro Kilowatttüte benachteiligt wirst. Aber was genau bringt dir das Windrad in Berlin? Der Punkt ist doch: wir brauchen so viel nachhaltige Energie wie möglich. Sowohl, um CO2 zu vermeiden als auch, um von korrupten Diktaturen mit zu viel Bodenschätzen abhängig zu sein. Oder übersehe ich was Wesentliches?

    ...Was wäre Euch wichtig, bzw. auf was würdet Ihr auf einer Homepage achten, wenn Ihr Euch an dieser Schule auf eine Stelle bewerben möchtet? ...

    - Ausstattung der Räume (falls die Schule nicht noch aussieht wie unsaniert seit Anno '75)

    - Aktualität der Beiträge, gepflegte Seite (Design)

    - Aktionen, was für die SuS getan wird. Dabei erkennbare Schwerpunkte: Sport, Sprachen, gesellschaftliche Teilhabe..., was ist dem Kollegium wichtig?

    - Schulprogramm/ Konzepte mit Inhalt. Oder hat lediglich jemand irgendwas hingeschrieben, weil man halt Konzeptarbeit machen musste? (Erkennt man auch an konkreten Beispielen, wie CDL schon schrieb.)

    - Schulsozialarbeit, Berufsberatung, (Therapieangebote im Haus/Förderschule) oder andere Kooperationen?

    -> insgesamt der Eindruck, dass es ein nettes, engagiertes Team ist, in dem man willkommen geheißen wird

    Klassenintern kann man digitale Bilder doch bloß verschicken oder hochladen: Datenschutz fragwürdig.

    Für den Unterricht nutzen- okay, dann aber nicht auf dem Privatgerät.

    Mich wundert echt, wie viele das Fotografieren von SuS mit Smartphone völlig normal finden. Die Quote dürfte dann ja auch unter allen Lehrkräften entsprechend hoch sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass da ein riesen Unfug passiert ist so gering nicht und ich wette, erst bei einem größeren Vorfall wird eine riesen Debatte breitgetreten und Gesetze für Schulen festgeschrieben.

    Es gibt übrigens auch Kollegys, die wie selbstverständlich in WhatsApp-Gruppen sensible Schülerdaten teilen. Kann nur eine Frage der Zeit sein, bis jemand klagt.

    ...
    Alternativ oder zusätzlich könnte ich mir auch eine Tätigkeit als Schulbegleiter vorstellen, bin mir allerdings unsicher inwiefern die Einblicke dann für die angestrebten Schulformen relevant sind. Vielleicht gibt es auch dazu von euch eine Einschätzung?
    ...

    Zumindest davon würde ich abraten, wenn du nicht supermotiviert für pädagogische Arbeit und viel rumsitzen bist. Schulbegleiter sitzen neben einem Kind (Jugendlichen) und unterstützen es dabei, das zu tun, was die Lehrkraft angesagt hat. Wenn es alleine klarkommt, sitzt du die Zeit ab, wenn es Unterstützung braucht, aber nicht annimmt, sitzt du bildlich gesprochen zwischen den Stühlen. Ich wollte es nicht machen.

    ...

    (vorstellen könnte ich mir Mathe, Deutsch, Englisch, Kunst-Medien-Ästhetische-Bildung). ...

    Mathe und Kunst klingt doch nach einer guten Kombi. Wenig Korrektur, Kreativität kommt zumindest im Studium nicht zu kurz?

    Ansonsten Berufsbildende Schulen- hatte CDL schon angesprochen. Da studiert man doch auch berufliche Fachrichtungen, für die du dir ggf. was anrechnen lassen kannst? Dazu wissen Humblebee , Finnegans Wake alles...

    "Bei den 1142 direkten Zwischenfällen kam es vor allem zu Vergiftungen und allergischen Reaktionen. So können Schwermetalle wie Arsen, Cadmium, Quecksilber und Eisen, die gängige Mittel in der Homöopathie sind, toxisch sein, wenn sie nicht ausreichend verdünnt sind. Andere Stoffe wie Aconitum, Petroleum und Thallium, die ebenfalls in der Homöopathie verwendet werden, können den Autoren zufolge auch bei ausreichend hohen Verdünnungen zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen."

    Interessant, wo doch kein Wirkstoff nachweisbar ist.

    Sehe ich anders. Natürlich sollte man nicht Ersatztherapeut/in spielen, aber es kann nicht schaden, wenn man als Pädagoge weiß, wie man gerade minderjährige Schüler in solchen Ausnahmesituationen (das sind Panikattacken nämlich für Körper und Seele) im Notfall etwas unterstützen und zur Selbsthilfe anleiten kann. Einen Schüler oder eine Schülerin mit Asthmaanfall im Unterricht oder Migräneattacke würde ich ja auch nicht ignorieren, sondern ggf. dafür Sorge tragen, dass sie die jeweils geeignete Hilfe in der Situation bekommen (Eltern anrufen, Krankenwagen, zum Arzt schicken, schauen, dass das Asthmaspray genommen wirdwhatever).

    Die Eigenverantwortung liegt klar bei den betroffenen SuS, ihren Eltern und Behandlern. Gerade bei jüngeren SuS finde ich es aber nicht verkehrt, als Lehrkraft zu wissen, wie ich demjenigen auch bei psychischen Beeinträchtigungen quasi Erste Hilfe leisten kann, falls nötig.

    Psychische Erste Hilfe leisten zu können ist sehr wichtig, das stimmt. Aber wie du selbst anmerkst, geht es ja um eine bekannte Erkrankung. Wenn man um das Asthma weiß, wird man als Lehrperson informiert, wie vorzugehen ist und ob man etwas beachten muss. Da murmelt auch nicht jede Fachlerkraft extra was nach dem Unterricht und überlegt einzeln, welche Atemtechnik helfen könnte.

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