Beiträge von Quittengelee

    Hast du's schon mal probiert, einfach das Schulzimmer verlassen, weil die Bedingungen unerträglich sind? Oder stellst du dir nur vor, dass eh keiner was macht? Du glaubst ja nicht, wie schnell das Gymnasium Münchenstein dann doch die Baustelle vor der Tür hatte, als die SO anfing, Tische und Stühle rauszutragen und die Presse einzuladen. Unsere SO hat auch mal die Presse eingeladen als es hiess, der Standort soll geschlossen werden. Hin und wieder findet man doch bei YouTube Dokus über verrottete, deutsche Schulhäuser. Es würde mich interessieren, was daraus dann jeweils so wird.

    Was auch immer eine SO ist: ich wage zu bezweifeln, dass chemikus08s Umzug in den Flur viel mit einer PR-Aktion zu tun hatte. Und die Angst des Schulleiters vor dem Anecken mit den Freunden von Behörde und Eltern verbietet ja genau das, wie beim Klassenfahrtengeld schon ausführlich besprochen.

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    Ich musste ehrlich gesagt etwas schlucken, als einige von euch angedeutet haben, dass es im schlimmsten Fall zu einer Dienstunfähigkeit kommen könnte. Das habe ich bisher nicht bedacht bzw wollte nicht daran denken. ...

    Ich habe mich auch über die Leichtigkeit gewundert, mit der dieses Thema angesprochen wurde. PTBS sind gut zu behandeln, lass dich nicht unterkriegen :troest:

    Mit am Schlimmsten finde ich das Unterlassen der Schulleitung. Ich hoffe und wünsche dir, dass dein Kollegium sich noch im Nachgang für angemessene schulische Konsequenzen beim Schüler stark macht. Viel Erfolg beim Wechsel des Dienstortes wünsche ich dir und gute Unterstützung durch die angefragten Stellen.

    Und wenn der Schüler einfach ohnmächtig wird o.ä. dann wartest du bis er entweder wieder ins Sekretariat laufen kann oder selber wieder seine Eltern anrufen kann`?!?


    Ich würde mal von unterlassener Hilfeleistung ausgehen, wenn du ein privates Handy in der Tasche hast und nicht den Notruf wählst.

    Na klar. Wie oft kam in deinem Lehrerinnendasein eine Ohnmacht bei einem Kind vor? Abgesehen davon, dass Miss Othmar nichts von Notfällen geschrieben hatte.

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    Anders sieht es aus, wenn eine Verweigerung weh tut. Wenn ich also bei erreichen der 35 Grad Celsius mit der ganzen Klasse zum Sekretariat wandere und bekannt gebe, dass die Arbeit in dem Raum nicht mehr möglich ist und ich einen Ersatzraum brauche. Bis ich einen habe gehen wir zur Abkühlung in die andere Seite des Flurs und arbeiten auf dem Boden weiter...

    Als ob der Schulleiter, der morgens kranke Kinder zum Lehrer schickt, dieser solle sich selbst kümmern, weil die Schule kein Telefon hat (das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen), dann der entsprechenden Behörde die Hölle heiß machen würde, weil Herr Müller im Flur unterrichtet. Vor allem, wenn wir schon beim Realitätscheck sind: was soll die Behörde da machen? Ein Eis vorbeibringen?

    Das ist nicht hilfreich, den KuK den schwarzen Peter zuzuschieben.

    Das, kleiner gruener frosch , wird dir hier auch nicht zum ersten Mal mitgeteilt. Aus der schulterzuckenden Freiwilligkeit und dem "chillt doch mal" wird IMMER eine unausgesprochene Erwartung, gegen die sich dann der einzelne wehren muss und zum Buhmann (bzw. der Buhperson ;) )wird, obwohl diejenigen Verantwortung tragen, die einen Missstand zur Regel erheben.

    Ich sehe da jetzt eigentlich nicht so den grossen Unterschied. Bzw. glaube ich nicht, dass ich persönlich z. B. Probleme besonders "weiblich" löse, meine Sozialisation ist diesbezüglich die der Naturwissenschaftlerin. ...

    Für mich liegt der Unterschied darin, dass ich recht sicher davon ausgehe, dass Geschmack nicht geschlechtsspezifisch ist. Farben, Spielsachen und Bücherthemen werden vermarktet.

    Aber ob es Eigenschaften gibt, die besonders "weiblich" oder "männlich" sind und die man weitergibt- oder eigentlich, ob man diese als Frau oder als Mann Mädchen bzw. Jungen anders vermittelt- finde ich nicht so klar.

    Meine Kolleg*innen haben unterschiedliche Eigenschaften. Ich bin aber froh, dass sich das Gleichgewicht zwischen Männern und Frauen angenähert hat. Nur Frauen auf einem Haufen finde ich kontraproduktiv, mein Mann meinte mal, nur Männer an einem Arbeitsplatz seien auch anstrengend. Die Mischung macht's- aber warum, wenn doch alle gleich sind?

    Hier im Forum liegt man übrigens des Öfteren falsch beim Geschlechterraten. Wenn Männer und Frauen jeweils so viel gemein hätten, müsste man dann nicht nach ein paar Beiträgen wissen, welches Geschlecht jemand hat? Das Alter scheint mir da schneller klar zu werden...

    Du hast drei gleichzeitig erkrankte Schüler, die alle kein Handy haben, aber die Nummern ihrer Eltern auswendig wissen und als Klassenlehrkraft keine Liste mit Kontaktdaten sowie kein Telefon im ganzen Schulgebäude? Das sind in der Tat bemerkenswerte Zufälle. Ich würde trotzdem keine Eltern mit meinem Telefon anrufen, sondern ein gesundes Kind zum Schulleiter schicken mit einer Notiz, dass er sich selbst kümmern möge, da ich unterrichte und kein Telefon habe.

    Sonja1982

    Im Prinzip muss Du Dein Handy nicht zur Verfügung stellen. Bevor er Dir aber ein altes ausgelutschtes prepaid Handy in die Hand drückt und Du dann immer mit zwei Handys in der Tasche rumrennst, würde ich persönlich lieber das eigene nehmen und mit unterdrückter Nummer anrufen. :victory:

    Wenn ich ein ausgelutschtes Prepaidhandy kriege, lege ich es für den Notfall gerne aufs Pult. Das wird aber nie passieren, da dafür niemand Geld ausgeben wird.

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    Und bei allem theoretischen Wollen - ich erlebe einfach, dass Jungen und Mädchen ihre Kräfte unterschiedlich messen, dass sie unterschiedlich an Probleme herangehen usw - und unabhängig davon, ob das eine Frage der Sozialisation ist oder nicht, für uns ist es zumindest mal der Alltag, mit dem wir umgehen müssen. Und ja: Lehrerinnen gehen damit anders um als Lehrer. Und deshalb macht es in meinen Augen eben doch einen Unterschied, ob eine Grundschule überwiegend von Lehrerinnen geprägt ist oder von Lehrern…

    Jetzt wird es interessant, wir kommen von den Interessen weg, hin zu komplexeren Verhaltensweisen wie Problemlösen.

    Und natürlich, wenn ich Probleme weiblich löse, dann kann ich das nicht einfach so ändern, mache es also so vor, wie ich es gelernt habe und übernehme damit unbewusst ein Rollenvorbild. Oder?

    Problematischer ist im Kontext Schule m.E. aber, wenn man Leistung so fordert, dass sie Mädchen tendenziell mehr entgegenkommt. Also wenn man davon ausginge, dass es Mädchen leichter fällt, still zu sitzen und schön zu schreiben und man dafür Noten vergibt. Da Männer aber nach wie vor in Führungspositionen und besser bezahlten Jobs häufiger vertreten sind, scheint sich der Notenvorteil nicht auszuwirken, was Antimon weiter oben schon schrieb.

    Toll, das Wühlen in der Klischeekiste wird ja immer wilder. Die Kinderbuchreihe "Schule der magischen Tiere" wird von Jungs und Mädels gleichermaßen geliebt, weil sie weder in rosa noch in hellblau daherkommt. Dass Pferde zu Mädchen-Tieren erhoben wurden ist doch nicht naturgegeben. Und was "egoistische Interessen" sein sollen, verstehe ich erst gar nicht. Mein Kind hat eine Zeitlang einen Grundschullehrer und einen Horterzieher gehabt. Die beiden waren eine Katastrophe für die Gruppe, nicht wegen, sondern trotz ihres Geschlechts. Der eine konnte sich nicht durchsetzen und der andere hatte keine Lust, sich mit Differenzierung zu beschäftigen und dann hat er sich in Elternzeit verabschiedet. Was sagt das nun über Männer in pädagogischen berufen aus? Nichts natürlich.

    Ist hier wirklich niemand, der sich mit Gender auskennt? Ich finde die Ausgangsfrage nämlich spannend.

    ...Männer und Frauen sind so ganz grundsätzlich mal verschieden, das kann und sollte man nicht leugnen. Man sollte nur kein Problem draus machen, sondern sich überlegen, ob man was Sinnvolles damit anfangen kann. Was ich über die Jahre beobachte ist, dass junge Männer nicht weniger an sich selbst verzweifeln wie junge Frauen, die Frauen sich aber eher getrauen auf eine Lehrperson zuzugehen und auszusprechen, dass es ihnen nicht gut geht. Die Männer schämen sich immer noch eher dafür. Mehrfach habe ich es dabei schon erlebt, dass es daheim eine "Drachen-Mutti" gibt, die an ihrem Sohn nur rumnörgelt, was er alles nicht kann und macht. Frauen haben oft die "klassischen" psychischen Probleme, wie Depressionen und Essstörungen, Männer neigen eher zu sowas wie Spielsucht. ...

    Hm, wenn die Tochter anorektisch ist, hilft ihr das Gemecker vom Vater, sie solle mal mehr essen, auch nicht. Das hat ja nichts mit dem Geschlecht zu tun.

    Und wenn sich junge Männer nicht trauen, über ihre Probleme zu sprechen, dann ist auch das in aller erster Linie ein sozial konstruiertes Problem und kein angeborenes.

    Also ob so ganz grundsätzlich eine angeborene "binäre" Verschiedenheit mit deutlichen Grenzen in beiden Richtungen vorliegt, finde ich persönlich jetzt nicht so klar.

    ja, genau.

    Die SuS können sich aber auch "einfach so" abmelden und gehen dann zu Ethik.

    Dürfen sie dann auch aller paar Wochen hin- und herwechseln, wie es gerade beliebt? Normalerweise sollte das nur zu Schuljahresbeginn gehen und nur mit schriftlicher Begründung der SuS, Kenntnisnahme der Eltern und nach Erlaubnis von der Schulleitung.

    Allerdings könntest du das laxe Vorgehen vielleicht zu deinem Vorteil nutzen: was würde passieren, wenn du die Eltern anriefst, ihnen sagtest, dass ihr Kind sich wie off'ne Hose in Religion benimmt und sie gerne einen Antrag auf Ersatzunterricht Philosophie stellen können, wenn ihrem Kind das Fach offenbar so egal ist?

    Weil ÖPNV furchtbar ist, sobald man 2 Meter außerhalb einer Großstadt wohnt. Ich habe da ehrlich gesagt auch keine großen Hoffnungen, dass das sich in den nächsten Jahrzehnten ändert.

    Ansonsten muss eine Familie nicht mehrere Autos haben. Auf dem Land wird man dazu aber auf absehbare Zeit gezwungen.

    Würden Familien auf dem Land den Bus nehmen, wenn er alle halbe Stunde führe? Ich bezweifle es. Die Leute haben keinen Bock drauf, abhängig zu sein, sie wollen bis vor die Haustüre fahren, nicht im Regen an der Haltestelle stehen und nicht mit anderen ein Verkehrsmittel vollatmen.

    Ich bin sehr für den jahrzehntelang christdemokratisch verschlampten Infrastrukturausbau, aber vor allem beim Schienennetz. Lasten auf die Schiene und Fernreisen im Nachtzug/Autozug, Kerosin versteuern, bis ein Malle-Flug 1000€ kostet.

    Dass die Leutchen vom Land keine 3 Autos hätten, wenn der öffentliche Nahverkehr besser wäre, halte ich aber fürn Gerücht.

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