Beiträge von Quittengelee

    Aus Sicht eines strammgrünen Parteisoldaten ist alles außerhalb des eigenen Meinungsspektrums doof oder radikal.

    Mit einigen lohnt sich auch keine Diskussion, besonders wenn diese anonym geführt wird.


    Schreibt der, der ein nebulöses Statement raushaut, um dann kein einziges Argument mehr einzubringen?

    Stimmt, das lohnt nicht, kannst du dir dann künftig sparen.

    Einfache (!) Office-Kenntnisse sind das einzig Konkrete, was für Nicht-IT Jobs in der Regel erwartet wird. Weiterhin eine schwer fassbare generelle Medienkompetenz (- wie präsentiere ich, wie nutze ich KI, wie erkenne ich Fakes). Jenseits dessen kommt man schnell zu Anforderungen, die ausgeprägt unternehmensspezifisch sind und ohnehin geschult werden müssen.

    Jeden halbwegs aufgeweckten Berufseinsteiger kann man mit einem einzigen Schulungstag auf ein Excel-Level bringen, das die Kenntnisse von 99% üblicher Office-Angestellter hinter sich lässt. Der Aufwand ist so gering, dass es nicht lohnt, ernsthaft ein Thema daraus zu machen. IT-Defizite dieser Art lassen sich sehr viel einfacher beheben als beispielsweise Lücken in Englisch oder Mathe.

    Naja, das spräche wiederum für IPads bzw. ist es dann offenbar doch egal, welches Gerät?

    Zum ersten Absatz: der Zulauf zur AfD kommt meines Erachtens von beiden Seiten - Menschen ohne große Berührungspunkte (wie in Ostdeutschland) und Menschen, die ihre Viertel kippen sehen (wie es eben hier der Fall ist). In Duisburg ist die AfD beispielsweise in den unmittelbar an Marxloh angrenzenden Stadtteilen stärkste Partei, in einigen Wahlbezirken von Neumühl hat sie knapp 45% der Stimmen geholt. Aus Gründen. Man tut sich keinen Gefallen damit, die Probleme ständig abzutun. Möglicherweise unterschieden sich die Wahlmotive je nach regionalen Voraussetzungen einfach.

    Zum zweiten Absatz: nein, es ist eben umgekehrt. Idealismus ist toll, bis man selbst die Kosten dafür auf sich zukommen sieht. In diesem Fall sind die Grünen plötzlich zu grün und vor dem Hintergrund der Krisen der vergangenen Jahre befürwortet man dann doch plötzlich andere Positionen und findet Klimapolitik nicht mehr so prioritär wichtig.

    Stimmt, ich hatte den Abschnitt überflogen, aber zum Ende schreibst du auch, dass die Grünen für einige zu weit weg vom Wahlprogramm sind. Ich denke, das trifft vor allem auf die zu, denen Waffenlieferungen ein Dorn im Auge sind und LNG-Terminals nicht als die ultimative Lösung scheinen.

    Wenn sich die Gründe AfD-Wählender regional so stark unterscheiden sollten, kann man das Spekulieren auch gleich lassen. "Es gibt keine konkreten Gründe, die jetzige Regierung macht halt auf jeden Fall alles falsch" scheint mir da der gemeinsame Nenner zu sein.

    Ich würde zB nie ohne Smartphone aus dem Haus gehen. Es ist für mich Telefon, Kommunikationsgerät, Navi, Fotoapparat, Lexikon, Ticket-Buchungssystem, Parkscheibe, Spielekonsole, Radio, Musik/Hörbuch/Podcast-Player, Bank, Fotoalbum...Mehr fällt mir grad nicht ein.

    ...Duden, Wörterbuch, Zeitung... und Suchtmittel 8)

    Der Erfolg der AfD ist meines Erachtens lokal sehr nachvollziehbar durch die Nähe zu Brennpunkten und sehr konkrete Probleme mit Jugend-Clankriminalität in unmittelbarer Nachbarschaft. ...

    Meine Eltern sind "althergebrachte" Grüne seit den Pershing-Protesten in den 80ern. Mein Papa ist nach seiner Führerscheinprüfung nie wieder einen Meter Auto gefahren, erzählt sein Leben lang "Benzin darf ruhig 5 Euro kosten"-Blödsinn und man war gegen Atomkraft, gegen Anzüge und Anzugträger, irgendwie auch ein bisschen gegen Globalisierung usw. usw. ...

    Das Argument zur AfD halte ich nach wie vor für unbegründet, da diese von Anfang an schon im Osten gepunktet hat, wo Clankriminalität kein nennenswerter Begriff ist. Man ist traditionell skeptisch gegenüber allem, was nicht in 100. Generation erzgebirgisch ist oder den gefühlt 1000-jährigen Kohleabbau oder irgendwas infrage stellt, was lokalpatriotisch so festhaltenswert erscheint. Man darf auch nicht vergessen, dass es dort schon immer Rechtsradikale gegeben hat und nach der Wende viele, vor allem auch gebildete Frauen weggezogen sind.

    Das zweite: okay, für alle, für die Friedensbewegung und Castortransporte wichtige Themen waren, sind die Grünen sicher nicht mehr grün genug.

    Du hast dich also marktwirtschaftlich schlau verhalten, dabei Geld gespart und was für Umwelt getan. Genauso handhabe ich es auch, dafür brauche ich keine Partei, die mir das vorschreibt.

    Sowas wie Tempolimit geht aber nur mit Vorschrift. Das ganze Zusammenleben wird gesetzlich geregelt, warum sollte zum Beispiel aus Sicherheitsgründen Tempolimit okay sein, aus Umweltgründen aber nicht? So als Beispiel... Jede Partei schreibt was vor, indem sie Gesetze auf den Weg bringt. Andere verbieten das Gendern, auch wichtig und zukunftsträchtig aber halt eine Vorschrift.

    Die Leute haben das GEG sehr wohl verstanden und sind nicht pauschal dagegen. Wenn aber nach einem Totalschaden der Heizung in einer ungeeigneten Wohnung eine Wärmepumpe aufgezwungen steht der Aufwand in keinem Nutzen zum Klimaschutz.

    Für mich als Lehrer im gut gedämmten Haus mit Flächenheizungen ist die Wärmepumpe kein Problem.

    ...

    Sicher, dass es dir nicht doch eher um dich geht? Wer finanzschwach ist, mietet in aller Regel und den juckts an feuchten Kehricht, welche Heizung die Bude warm macht.

    (Apropos: Ich kann mir nicht mal ein Balkonkraftwerk ans Mietgeländer hängen, weil der Eigentümer kein Okay für die verpflichtende Wielandsteckdose gibt.)

    Wenn's das eigene Geld kostet, die eigene Flugreise betrifft und das eigene Tempolimit, dann ist der Klimaschutzwunsch scheinbar schnell verpufft. Ich glaube aber nicht, dass Grünenwähler deswegen zur FDP abwandern. Also, wer straft wen warum ab, das würde ich schon gern wissen. Dass die SPD ihre Stammwählerschaft verloren hat, finde ich zwar auch nicht so verwunderlich. Aber so ganz prinzipiell: ist es das Kompromissproblem innerhalb der "Ampel"? Und gerade die, die hier immer betonen, dass sie keine AfD wählen, aber... was wählt man denn sonst noch so? Bleibt ja dann nicht mehr viel.

    Ich finde es sonderbar, die Grünen abzustrafen, weil die FDP jede Reform verhindert.

    Ganz generell scheint mir, dass es den Menschen an Geduld mangelt. Wer nicht sofort kriegt, was was er will, wählt rechts oder wie?

    Immerhin sind mehr zur Wahl gegangen und ich habe den Eindruck, als wäre das Gros der Bevölkerung zumindest nicht politikverdrossen. Vielleicht kann man diese Energie nutzen und mehr Menschen dazu animieren, lokal in der Politik mitzumischen? Frust aushalten, weil die eigene Meinung nicht durchgesetzt wird, muss man trotzdem lernen.

    PS: In der Praxis bedeutet das schlicht, was hier schon mehrfach beschrieben wurde:

    1. Natürlich beantworte ich Anfragen zeitnah innerhalb meiner eigenen Arbeitszeit, zu der natürlich auch der große Bereich der ungebundenen Arbeitszeit gehört.

    2. Meine ungebundene Arbeitszeit teile ich mir dennoch frei ein und das kann auch werktags bedeuten, dass ich in einer Klappstunde oder an einem unterrichtsfreien Tag nicht ad hoc erreichbar bin...und das auch nicht sein muss.

    Grundsätzlich mag das erst mal so sein, das bestreite ich nicht.

    Wenn deine Schulleitung nun aber festlegen wollte, dass Teilzeitkräfte einmal am unterrichtsfreien Tag in ihre Mails gucken mögen, würdest du dich weigern, weil du es für rechtswidrig hältst?

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