Gedanken zur EU-Wahl und zu den Radwegen (aus: Worüber ich mich heute freuen kann...)

  • Endlich mal positive Nachrichten aus der Politik.

    Die Ampelparteien haben nach dem Politikversagen der letzten Jahre eine eindeutige Quittung vom Wähler bekommen.

    Vielleicht gibt's jetzt den notwendigen Neustart

    tja, man hänge den Boten und wähle den, der wider besseres Wissen das Schlaraffenland verspricht.


    (Wie sagte Söder letzte Woche, es konnte doch keiner wissen, dass Klimaerwärmung ein solches Hochwasser verursachen kann. Erinnert mich an Trumpwähler, die Trump wählen, weil es damals weder Krieg in der Ukraine und Gaza gab.)


    Du gehörst also auch zu den Wählern, die belogen werden wollen?

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Freuen kann ich mich über so ein Ergebnis nicht, nachvollziehen kann ich es allerdings schon. Das Wahlverhalten der jungen Wählergruppen ist schon durchaus interessant.

  • Endlich mal positive Nachrichten aus der Politik.

    Die Ampelparteien haben nach dem Politikversagen der letzten Jahre eine eindeutige Quittung vom Wähler bekommen.

    Vielleicht gibt's jetzt den notwendigen Neustart

    Also ich sehe als erstes ja, dass die AfD 5,3% dazu gewonnen hat bei der Europawahl, was alles, nur keine positive Nachricht ist. Als Nächstes fällt mir auf, dass das Bündnis Sahra Wagenknecht auf Anhieb 5,7% gewonnen hat. Mit anderen Worten, die extremistischen, populistischen Ränder haben gewonnen, wohingegen klar demokratisch verortete Parteien wie die Grünen (von denen ich keine Anhängerin bin, auch wenn ich manche Standpunkte teile) 8,4% verloren haben.

    Positiv kann dies wohl nur finden, wer wahlweise Populismus, Extremismus oder auch einer der Parteien, die Zugewinne für sich verbuchen konnte anhängt oder aber Wahlergebnisse nicht weiter inhaltlich vertieft analysiert, weil eine vermeintliche Quittung für eine nationale Regierungskoalition bei einer europäischen Wahl relevanter erscheint.


    Welche Art „Neustart“ würdest du dir denn erwarten als Konsequenz? Niemand wird Neuwahlen auf nationaler Ebene vorziehen, niemand wird basierend darauf eine Regierungskoalition zerbrechen lassen, was auch bedeutet, dass die im Koalitionsvertrag ausgehandelten Leitlinien dieses Bündnisses weiterhin Gültigkeit behalten werden.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Ich frage mich eher, was wir in Schule falsch machen, dass eine Partei wie die AfD bei jungen Wählern so stark ist...

    AfD ist sehr stark in den sozialen Medien. Schule hat bei vielen viel weniger Einfluss.


    Und ich war letzte Woche in Gesprächen mit meinen Schülern sehr überrascht, wie dort gelogen wird. AfD ist z. B. laut Eigenaussage besonders gut im Umweltschutz und im Sozialen.

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  • Ich denke, das AfD Ergebnis basiert einerseits auf deren starker Social Media Präsenz und andererseits darauf, dass jüngere Altersgruppen die verfehlte Migrationspolitik in Institutionen, Diskotheken, Innenstädten unmittelbarer erleben als ältere Leute, die im Wesentlichen zwischen Arbeitsplatz und Familie pendeln. Dass diese Partei keine nennenswerten sonstigen Punkte hat, geht dann prioritär ebenso unter, wie untragbare Spitzenkandidaten. Das demokratische Spektrum muss dem Thema imo dringend anders begegnen.


    In meinem traditionell roten Wahlbezirk liegt die AfD nach derzeitigem Auszählungsstand auch erstmals hauchdünn ganz vorne. Und ich verstehs. (sicherheitshalber: nein, ich habe sie nicht gewählt, meine Wahl liegt hier bei unter 3% 😅)

  • Endlich mal positive Nachrichten aus der Politik.

    Die Ampelparteien haben nach dem Politikversagen der letzten Jahre eine eindeutige Quittung vom Wähler bekommen

    Ich kann mich nicht über kurzsichtiges Denken und Hereinfallen auf populistischen Quatsch freuen.

  • Ich denke, das AfD Ergebnis basiert einerseits auf deren starker Social Media Präsenz und andererseits darauf, dass jüngere Altersgruppen die verfehlte Migrationspolitik in Institutionen, Diskotheken, Innenstädten unmittelbarer erleben als ältere Leute, die im Wesentlichen zwischen Arbeitsplatz und Familie pendeln. Dass diese Partei keine nennenswerten sonstigen Punkte hat, geht dann prioritär ebenso unter, wie untragbare Spitzenkandidaten. Das demokratische Spektrum muss dem Thema imo dringend anders begegnen.


    In meinem traditionell roten Wahlbezirk liegt die AfD nach derzeitigem Auszählungsstand auch erstmals hauchdünn ganz vorne. Und ich verstehs. (sicherheitshalber: nein, ich habe sie nicht gewählt, meine Wahl liegt hier bei unter 3% 😅)

    82% der befragten AfD- Wählenden haben angegeben, dass es ihnen egal sei, dass die Partei in Teilen rechtsextremistisch sei, solange diese die „richtigen“ Themen ansprechen. 51% geben an die Partei aus Überzeugung zu wählen.

    Rechtsextreme Positionen werden also ganz offensichtlich zunehmend salonfähig im Fahrwasser der AfD, der es zusätzlich besonders gut gelingt junge Menschen über soziale Medien nicht nur zu motivieren, sondern auch zu manipulieren.


    Ich möchte mich insofern chilipaprika s Aussage im Meckerthread anschließen: In was für einem Land müssen meine Neffen nur aufwachsen!

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Wir kennen doch alle Fachinformatikers politische Meinung.


    Und viele Junge lassen sich viel leichter manipulieren. AfD sagt doch, sie kümmert sich um Zukunft, Umwelt und Soziales. Dann wird es schon stimmen. Mir fiel auf, wie weniger jemand wusste, umso eher wollte er extrem wählen. Das ist die Chance, die Schule bietet, aber viele (nicht nur junge) wollen sich einlullen lassen.


    Das ist übrigens etwas, was mir auffällt. Auch AfD oder BSW-Wähler glauben nicht, dass sich etwas ändert. Sie glauben noch weniger als andere, dass Parteien etwas ändern können.


    Ich habe diese Stimmverteilung vorhergesehen. Ja, es wird weiter abwärts gehen (mich hat übrigens Österreich heute aufgeregt, Frankreich und Deutschland hatte ich so erwartet.)


    (Ergänzung Überschneidung zu CDLs Beitrag)

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  • 82% der befragten AfD- Wählenden haben angegeben, dass es ihnen egal sei, dass die Partei in Teilen rechtsextremistisch sei, solange diese die „richtigen“ Themen ansprechen. 51% geben an die Partei aus Überzeugung zu wählen.

    Rechtsextreme Positionen werden also ganz offensichtlich zunehmend salonfähig im Fahrwasser der AfD, der es zusätzlich besonders gut gelingt junge Menschen über soziale Medien nicht nur zu motivieren, sondern auch zu manipulieren.


    Ich möchte mich insofern chilipaprika s Aussage im Meckerthread anschließen: In was für einem Land müssen meine Neffen nur aufwachsen!

    Ich denke aber dennoch nicht, dass nur "echter" Rechtsextremismus zur Wahl motiviert. In den sehr multikulturellen Wahlbezirken hier hat die AfD mit fast 25% (derzeitiger Stand) die höchsten Anteile geholt. Da wohnen keine Rechtsradikalen, sondern Menschen, die seit Jahrzehnten in einem multikulturellen Umfeld leben, häufig doppelte Staatsbürgerschaften und/oder eigenen Migrationshintergrund haben. Und ja, vermutlich würden die zustimmen, dass die AfD die "richtigen" Themen anspricht, weil sie hier (!) nämlich sonst keiner ernsthaft anspricht.


    Ich will das nicht gutheißen und sehe die Wahl von Rechtsextremisten auch mit viel Sorge. Aber das ist eben auch Folge von vernachlässigten Themen des übrigen Parteienspektrums.


    In den besser betuchten Stadtteilen spielt die AfD dagegen eine deutlich untergeordnete Rolle, weil die adressierten Themen da aber eben auch kaum Alltagsrelevanz haben.

  • Hier in der Stadt hat laut dem vorläufigen Ergebnis die AfD nur 7,6% der Stimmen erreicht. Die Grünen haben die meisten Stimmen (22,7%) erhalten und liegen damit vor der CDU mit 20,4% und der SPD mit 18,6%. Interessanterweise hat "Volt" hier anscheinend mehr Stimmen bekommen als die FDP. Danach folgen BSW und die Linken (beide zwischen 4 und 5%).

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Hier in der Stadt hat laut dem vorläufigen Ergebnis die AfD nur 7,6% der Stimmen erreicht. Die Grünen haben die meisten Stimmen (22,7%) erhalten und liegen damit vor der CDU mit 20,4% und der SPD mit 18,6%. Interessanterweise hat "Volt" hier anscheinend mehr Stimmen bekommen als die FDP. Danach folgen BSW und die Linken (beide zwischen 4 und 5%).

    Sieht bei uns ziemlich ähnlich aus, was mich zumindest vor Ort etwas beruhigt.

  • Hier in der Stadt hat laut dem vorläufigen Ergebnis die AfD nur 7,6% der Stimmen erreicht. Die Grünen haben die meisten Stimmen (22,7%) erhalten und liegen damit vor der CDU mit 20,4% und der SPD mit 18,6%. Interessanterweise hat "Volt" hier anscheinend mehr Stimmen bekommen als die FDP. Danach folgen BSW und die Linken (beide zwischen 4 und 5%).

    Wo immer du wohnst ... ich ziehe dahin.

  • Wo immer du wohnst ... ich ziehe dahin.

    Ich nicht. Grüne sind nichts für mich. Die sind aber besonders in den Städten und bei den bessere Verdienenden beliebt.


    Das Erstarken der AfD verwundert mich wenig, gut finde ich es nicht, aber eu Parlament ist jetzt auch nicht besonders wichtig. Bei Bundestagswahlen fände ich es bedenklicher.

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    Das Erstarken der AfD verwundert mich wenig, gut finde ich es nicht, aber eu Parlament ist jetzt auch nicht besonders wichtig. Bei Bundestagswahlen fände ich es bedenklicher.

    Dann fang schon mal an zu finden. In einem Jahr, ggf. ja sogar noch früher, ist es soweit. CDU und AfD kratzen an der absoluten Mehrheit im Bundestag laut aktuellen Umfragen - zum Vergleich dazu haben die Ampelparteien 30%.

  • Das Erstarken der AfD verwundert mich wenig, gut finde ich es nicht, aber eu Parlament ist jetzt auch nicht besonders wichtig. Bei Bundestagswahlen fände ich es bedenklicher.

    Das sehe ich auch mit Blick auf Frankreich etwas anders, nur dass dort das Votum noch eindeutiger stark europakritisch ausfiel. Mit Blick auf die bevorstehenden geopolitischen Herausforderungen wäre ein Auseinanderdriften der EU eine Katastrophe für uns.

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