Beiträge von Meer

    Das mit den längeren Wartezeiten versucht der Gesetzgeber ja gerade zu ändern. Man weiß es nicht. Und es hängt ja offenbar auch von den einzelnen Arztpraxen ab.

    Wer sich nur im Ansatz mit dem GKV-Spargesetz auseinandergesetzt hat, dem dürfte klar sein, dass man nicht auf der einen Seite die Gelder massiv kürzen kann um dann mehr Termine zu verlangen. Es wird ab 2027 deutlich schwerer werden Arzttermine zu bekommen. Auch für Dinge wie Krebsvorsorgen, die dann nämlich ebenfalls unter die Budgetierung fallen...

    Ich möchte mal so nebenbei anmerken, dass so ein Wunschkonzert bezüglich Aufnahmeterminen in der Regel auch nur bedingt möglich ist und vermutlich auch eher in der PKV. So meine Erfahrungen in den letzten Jahrzehnten mit Krankenhäusern und bei Rehakliniken hatte man noch weniger Einfluss. Bei geplanten stationären Behandlungen im KH konnte man zumindest sagen frühestens ab xy und im worst case nochmal nach hinten schieben, aber das war es dann auch.

    Ich hatte beim letzten mal viel Glück, dass ich eine sehr kurze Wartezeit hatte und man meinen Wunsch (der sich nach der Unterrichtsversorgung in der Schule gerichtet hatte) weitestgehend berücksichtigen konnte.

    Jedem Beamten in schulischen Kontexten steht es ja auch prinzipiell frei, den Beamtenstatus aufzugeben und dann als Tarifbeschäftigter in der GKV mit Arbeitgeberanteilen pflichtversichert zu sein bzw. ein Beamtenverhältnis (ohne pauschale Beihilfe) erst gar nicht einzugehen.

    Das stimmt, ich habe mich damals trotzdem für das beamtenähnliche Angestelltenverhältnis entschieden, obwohl ich wusste ich komme vermutlich nicht in die PKV (Öffnungsklausel gilt in dem Fall nicht). Mir war an der Stelle die Absicherung wichtiger.

    Trotzdem kann ich es unfair etc. finden, dass es für Menschen wie mich und eben andere die mit Beihilfeanspruch in der GKV sind keine Regelung gibt.

    Ich persönlich hätte auch viel weniger Probleme damit einige Gesundheitsleistungen selbst zu zahlen (abgesehen davon das ich das aktuell schon mit mehreren hundert Euro jeden Monat tue), wenn mein Beitrag für die GKV geringer wäre und es einen Teiltarif oder eine Pauschale Beihilfe gäbe.

    Die CDU wollte nie eine pauschale Beihilfe. Ohne die Grünen wäre sie überhaupt gar nicht in einer Koalitionsvereinbarung mit der CDU gelandet.

    Unzufrieden bin ich damit natürlich.

    Ich bezweifle aber sehr stark das eine AfD irgendetwas wirklich sinnvolles für dieses Land tut.

    Ist doch logisch, wir haben im nächsten Jahr Wahlen. Da passiert auf einer solchen Ebene nichts mehr.

    Ich durfte in der Vergangenheit in Projekten mit dem Schulministerium arbeiten, nach einer Wahl benötigt man ca. ein Jahr um sich neu zu finden. Ab ca. 1,5 Jahren vor der nächsten Wahl werden keine nicht zwingend notwendigen Entscheidungen mehr getroffen, weil man ja nicht weiß, wer danach regiert...

    Also nach diesem Prognoserechner den ich gefunden habe, habe ich auch ohne Kinder, verheiratet weniger als aktuell. Betrag liegt zwar bei unter 50€, aber dennoch.

    Da freut man sich doch, insbesondere mit GKV und dort noch weiter steigenden Beiträgen und keiner pauschalen Beihilfe...

    Ab März wäre es dann aber mehr als aktuell. Da liegen wir dann bei den schon genannten ca. 30 Euro.

    Keine Sorge ich stelle keine Diagnosen und habe auch nicht vor so etwas in meinem Leben zu tun, sondern leite entsprechend weiter, wenn das was in Beratungen auftaucht unsere Kompetenz überschreitet.

    Und bezüglich der anderen Dinge weiß ich aus eigener Betroffenheit durchaus wovon ich rede.

    Aber egal.

    Mir ging es lediglich um das Bewusstsein und die Tatsache, dass der Ansatz "Was mir nicht geschadet hat wird anderen wohl auch nicht schaden" vielleicht nicht immer so der angebrachteste ist.

    Ich glaube schon, dass die Rahmenbedingungen an Ersatzschulen da für die Stundenplanung etwas besser sind, da man mehr Stellschrauben selbst in der Hand hat.

    Hatte ja schon geschrieben, dass es da bei uns eigentlich auch immer gut läuft. Hier schauen auch, die Fachbereich vorher über die Stundenverteilungen und erst danach geht diese an alle. Und erst danach gibt es die erste Version des Stundenplans, dann darf man nochmal Anmerkungen bis zu einem bestimmten Datum schicken und dann gibt es die finale Version.

    Anmerkungen dürfen auch Wünsche sein, ob die dann realisiert werden können sieht man dann. Dinge wie, ich brauche am Mittwoch nach der 6. frei, weil ich da immer einen gesundheitlichen Termin habe, sind eigentlich im Vorfeld gemeldet und werden eigentlich immer berücksichtigt. Wenn das irgendwie nicht möglich ist, geht man vorher ins Gespräch und schaut nach Lösungen.

    Wie oft hattest du diese Fälle schon im schulischen Kontext? Ein dissoziativer Anfall ist so selten, das haben vermutlich die meisten Psychologen noch nie gesehen, wenn du möchtest frage ich bei meinen ehemaligen Kollegen nach, die jetzt eine Praxis haben. Du spinnst hier an den Haaren etwas herbei was passieren könnte. Wenn man das für alle Möglichkeiten macht, die passieren könnten, dann darf meine Klasse auch keine Wasserschlacht mit Wasserpistolen auf dem Schulhof machen, irgendwem könnte ins Auge geschossen werden oder irgendwer hat ein Flashback in die Ukraine. Meine zwei ukrainischen Jungs hatten das jetzt nicht, aber irgendwer könnte das ja haben. Genau so haben wir in Geschichte mal den Film 300 mit Thukydides verglichen und uns angeschaut wie die Perser dargestellt werden (grenzwertig rassistisch in Antike und Moderne). Nie was passiert. Das Schulbuch hingehen hat Mal in Jahrgangsstufe 9 ein syrisches Mädchen zum Weinen gebracht, als es um Giftgas ging, weil Familienmitglieder noch in Syrien waren und das gerade durch die Medien ging damals. Interessehalber: bist du in dem Bereich besonders qualifiziert, so dass du damit auch in Schule häufiger zu tun hast?

    Quittengelee : Ich bin mir ziemlich sicher, dass das andere Ansätze sind, als das was man im deutschen zu "traumasensibel" findet

    Wenn das für dich spinnen ist, bitte.

    Flashbacks schon gehabt, z.B. an Warntagen.

    Und Dissoziation ist jetzt grundsätzlich auch nicht so selten, sondern ein Spektrum und grundsätzlich auch erstmal nichts gefährliches oder schlimmes. Wenn jemand dadurch "nur" abwesend wirkt und selbst nach einiger Zeit wieder "da" ist, fällt es uns allen im Unterricht vermutlich nichtmal sonderlich auf, insbesondere wenn wir nicht davon wissen.

    Ich bin Beratungslehrkraft mit der entsprechenden Weiterbildung in NRW und bekomme dadurch vermutlich schon einiges mehr mit. Abgesehen davon kenne ich mich aus anderen Gründen mit dem Thema Trauma und Co. relativ gut aus.

    Wir haben alle 6-7 Wochen einen neuen Stundenplan. Da finde ich es manchmal wirklich schwierig, da späte Termine ja überall verständlicherweise schnell weg sind. Aber für regelmäßige Termine wird bei uns was freigeblockt, bei allem anderen habe ich zum Glück Behandler die das wissen und mich spät einplanen und sich freuen, wenn ich sagen kann wann ich ggf. auch früher kann. Allerdings wird das im nächsten Schuljahr generell vermutlich nur ein Nachmittag sein...

    Ich habe mich gerade sehr oberflächlich in "traumasensibles Arbeiten" eingelesen. Das ist nicht leitlinienkonform, weder zur Akuttherapie, noch in Bezug auf PTBS. Narrative Traumaexposition gehört immer mit dazu, auch außerhalb des Behandlungszimmers. Man muss halt wertneutral Rückzugsmöglichkeiten eröffnen.

    Eine Traumaexposition gehört in therapeutische Hände - nicht in den Unterricht. Ich weiß, es gibt Ansätze, da hört man sich zuhause seine Erzählungen an etc. aber nie ohne Begleitung. Dazu gibt es genauso je nach Art und Häufigkeit der Traumatisierungen Ansätze, die sagen, man braucht keine Exposition zu jedem einzelnen Erlebnis...

    Kannst du SuS im Flashback und oder in einer Dissoziation reorientieren? Was machst du, wenn in deinem Klassenraum, jemand aufgrund der Gewaltschilderungen in einen Flashback gerät und/oder Bewegungsunfähig wird?

    Wie hilft dir da die von dir genannte wertneutrale Rückzugsmöglichkeit?

    es kommt bei mir ein Unterton rüber, als sei "traumasensibel" ein Schimpfwort bzw. absurd.
    Natürlich kann man nicht alle Themen ausklammern. Wir MÜSSEN über Krieg reden, wir MÜSSEN/SOLLEN aufklären... aber muss es mit Details sein? Kann es nicht sachlich sein? Ich fände es genauso absurd, eine detaillierte Szene vom Sterben durch Folter / in der Gaskammer zur Literaturanalyse zu nehmen.
    Und Sensibilität ist für mich auch ein bisschen wie Barrierefreiheit und alle Möglichkeiten mitdenken, in der Regel profitieren Alle, auch die (vermeintlich) Nicht-Betroffenen.

    Genau darum geht es. Es geht nicht darum, schwierige Themen zu vermeiden. Sie gehören in den Unterricht. Traumasensibler Unterricht bedeutet vielmehr, auf unnötige Explizite Gewaltbeschreibungen oder -darstellungen zu verzichten, Belastungen mitzudenken und Unterricht so zu gestalten, dass möchglichst alle SuS teilnehmen können - auch diejenigen mit belastenden Erfahrungen. Sodass Schule ein Schutzraum ist.

    Ich sehe das komplett anders: in einem Land, in dem jede dritte Frau sexualisierte Gewalt erfahren hat und die Plätze in Frauenhäusern überbelegt sind, ist Vergewaltigung ein Thema, das behandelt werden muss.

    Mein LK hat im Frühjahr Heimsuchung gelesen und fand das Buch zwar kompliziert und konstruiert, die Gewaltszenen haben aber alle bewegt.

    Vor ein paar Jahren hatte ich eine Schülerin, die mir kurz vor dem Abitur mitteilte, dass ihr erst durch eine Lektüre vor Augen geführt wurde, dass das, was ihr Opa mit ihr gemacht hat, nicht normal war. Sie hatte die Kraft gefunden, mit ihren Eltern zu sprechen.

    Insofern finde ich es wichtig, dass auch die Abgründe thematisiert werden.

    Ja es ist wichtig das zu thematisieren, kann man aber auch auf andere Art und Weise. Wenn man nur nach der Statistik geht, sitzt in jedem Kurs mind. eine Person die so etwas erlebt hat.
    Mag sein, dass es wie in deinem Beispiel für manche SuS gut ist, für andere ist es eine Katastrophe und es wird Schüler*innen geben die so etwas nicht lesen können und auch nicht im Unterricht besprechen können.

    Das ist leider null traumasensibel.

    Wir sind ein nicht so großes System und eine Ersatzschule. Das heißt die Personalplanung ist (abgesehen von Abgängen, Krankheit, Schwangerschaft) mehr in der eigenen Hand des Systems. Nicht alle SuS-Zahlen stehen fest, aber zumindest die Anzahl der Klassen ist eigentlich fest. Dadurch klappt es in der Regel ganz gut und es gibt dann auch nur noch selten Änderungen. Schwierig ist es immer in Blöcken, wo wir sehr auf Kante genäht sind und dann eine Vollzeitkraft ausfällt. Da muss manchmal nach kreativen Lösungen gesucht werden.

    Unterrichtsverteilung 4-6 Wochen vorher, finaler Stundenplan spätestens in der Woche vor den Ferien bzw. vor dem neuen Block (bei uns gibt es ja öfter neue Verteilungen und Stundenpläne). Meistens gibt es sowohl bei der Unterrichtsverteilung als auch beim Stundenplan eine V1 und dann eine finale Version.

    Bei kurzfristigen Ausfällen muss dann ggf. nochmal was geändert werden, da steckt man nie drin.

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