Beiträge von Meer

    Keine Sorge ich stelle keine Diagnosen und habe auch nicht vor so etwas in meinem Leben zu tun, sondern leite entsprechend weiter, wenn das was in Beratungen auftaucht unsere Kompetenz überschreitet.

    Und bezüglich der anderen Dinge weiß ich aus eigener Betroffenheit durchaus wovon ich rede.

    Aber egal.

    Mir ging es lediglich um das Bewusstsein und die Tatsache, dass der Ansatz "Was mir nicht geschadet hat wird anderen wohl auch nicht schaden" vielleicht nicht immer so der angebrachteste ist.

    Ich glaube schon, dass die Rahmenbedingungen an Ersatzschulen da für die Stundenplanung etwas besser sind, da man mehr Stellschrauben selbst in der Hand hat.

    Hatte ja schon geschrieben, dass es da bei uns eigentlich auch immer gut läuft. Hier schauen auch, die Fachbereich vorher über die Stundenverteilungen und erst danach geht diese an alle. Und erst danach gibt es die erste Version des Stundenplans, dann darf man nochmal Anmerkungen bis zu einem bestimmten Datum schicken und dann gibt es die finale Version.

    Anmerkungen dürfen auch Wünsche sein, ob die dann realisiert werden können sieht man dann. Dinge wie, ich brauche am Mittwoch nach der 6. frei, weil ich da immer einen gesundheitlichen Termin habe, sind eigentlich im Vorfeld gemeldet und werden eigentlich immer berücksichtigt. Wenn das irgendwie nicht möglich ist, geht man vorher ins Gespräch und schaut nach Lösungen.

    Wie oft hattest du diese Fälle schon im schulischen Kontext? Ein dissoziativer Anfall ist so selten, das haben vermutlich die meisten Psychologen noch nie gesehen, wenn du möchtest frage ich bei meinen ehemaligen Kollegen nach, die jetzt eine Praxis haben. Du spinnst hier an den Haaren etwas herbei was passieren könnte. Wenn man das für alle Möglichkeiten macht, die passieren könnten, dann darf meine Klasse auch keine Wasserschlacht mit Wasserpistolen auf dem Schulhof machen, irgendwem könnte ins Auge geschossen werden oder irgendwer hat ein Flashback in die Ukraine. Meine zwei ukrainischen Jungs hatten das jetzt nicht, aber irgendwer könnte das ja haben. Genau so haben wir in Geschichte mal den Film 300 mit Thukydides verglichen und uns angeschaut wie die Perser dargestellt werden (grenzwertig rassistisch in Antike und Moderne). Nie was passiert. Das Schulbuch hingehen hat Mal in Jahrgangsstufe 9 ein syrisches Mädchen zum Weinen gebracht, als es um Giftgas ging, weil Familienmitglieder noch in Syrien waren und das gerade durch die Medien ging damals. Interessehalber: bist du in dem Bereich besonders qualifiziert, so dass du damit auch in Schule häufiger zu tun hast?

    Quittengelee : Ich bin mir ziemlich sicher, dass das andere Ansätze sind, als das was man im deutschen zu "traumasensibel" findet

    Wenn das für dich spinnen ist, bitte.

    Flashbacks schon gehabt, z.B. an Warntagen.

    Und Dissoziation ist jetzt grundsätzlich auch nicht so selten, sondern ein Spektrum und grundsätzlich auch erstmal nichts gefährliches oder schlimmes. Wenn jemand dadurch "nur" abwesend wirkt und selbst nach einiger Zeit wieder "da" ist, fällt es uns allen im Unterricht vermutlich nichtmal sonderlich auf, insbesondere wenn wir nicht davon wissen.

    Ich bin Beratungslehrkraft mit der entsprechenden Weiterbildung in NRW und bekomme dadurch vermutlich schon einiges mehr mit. Abgesehen davon kenne ich mich aus anderen Gründen mit dem Thema Trauma und Co. relativ gut aus.

    Wir haben alle 6-7 Wochen einen neuen Stundenplan. Da finde ich es manchmal wirklich schwierig, da späte Termine ja überall verständlicherweise schnell weg sind. Aber für regelmäßige Termine wird bei uns was freigeblockt, bei allem anderen habe ich zum Glück Behandler die das wissen und mich spät einplanen und sich freuen, wenn ich sagen kann wann ich ggf. auch früher kann. Allerdings wird das im nächsten Schuljahr generell vermutlich nur ein Nachmittag sein...

    Ich habe mich gerade sehr oberflächlich in "traumasensibles Arbeiten" eingelesen. Das ist nicht leitlinienkonform, weder zur Akuttherapie, noch in Bezug auf PTBS. Narrative Traumaexposition gehört immer mit dazu, auch außerhalb des Behandlungszimmers. Man muss halt wertneutral Rückzugsmöglichkeiten eröffnen.

    Eine Traumaexposition gehört in therapeutische Hände - nicht in den Unterricht. Ich weiß, es gibt Ansätze, da hört man sich zuhause seine Erzählungen an etc. aber nie ohne Begleitung. Dazu gibt es genauso je nach Art und Häufigkeit der Traumatisierungen Ansätze, die sagen, man braucht keine Exposition zu jedem einzelnen Erlebnis...

    Kannst du SuS im Flashback und oder in einer Dissoziation reorientieren? Was machst du, wenn in deinem Klassenraum, jemand aufgrund der Gewaltschilderungen in einen Flashback gerät und/oder Bewegungsunfähig wird?

    Wie hilft dir da die von dir genannte wertneutrale Rückzugsmöglichkeit?

    es kommt bei mir ein Unterton rüber, als sei "traumasensibel" ein Schimpfwort bzw. absurd.
    Natürlich kann man nicht alle Themen ausklammern. Wir MÜSSEN über Krieg reden, wir MÜSSEN/SOLLEN aufklären... aber muss es mit Details sein? Kann es nicht sachlich sein? Ich fände es genauso absurd, eine detaillierte Szene vom Sterben durch Folter / in der Gaskammer zur Literaturanalyse zu nehmen.
    Und Sensibilität ist für mich auch ein bisschen wie Barrierefreiheit und alle Möglichkeiten mitdenken, in der Regel profitieren Alle, auch die (vermeintlich) Nicht-Betroffenen.

    Genau darum geht es. Es geht nicht darum, schwierige Themen zu vermeiden. Sie gehören in den Unterricht. Traumasensibler Unterricht bedeutet vielmehr, auf unnötige Explizite Gewaltbeschreibungen oder -darstellungen zu verzichten, Belastungen mitzudenken und Unterricht so zu gestalten, dass möchglichst alle SuS teilnehmen können - auch diejenigen mit belastenden Erfahrungen. Sodass Schule ein Schutzraum ist.

    Ich sehe das komplett anders: in einem Land, in dem jede dritte Frau sexualisierte Gewalt erfahren hat und die Plätze in Frauenhäusern überbelegt sind, ist Vergewaltigung ein Thema, das behandelt werden muss.

    Mein LK hat im Frühjahr Heimsuchung gelesen und fand das Buch zwar kompliziert und konstruiert, die Gewaltszenen haben aber alle bewegt.

    Vor ein paar Jahren hatte ich eine Schülerin, die mir kurz vor dem Abitur mitteilte, dass ihr erst durch eine Lektüre vor Augen geführt wurde, dass das, was ihr Opa mit ihr gemacht hat, nicht normal war. Sie hatte die Kraft gefunden, mit ihren Eltern zu sprechen.

    Insofern finde ich es wichtig, dass auch die Abgründe thematisiert werden.

    Ja es ist wichtig das zu thematisieren, kann man aber auch auf andere Art und Weise. Wenn man nur nach der Statistik geht, sitzt in jedem Kurs mind. eine Person die so etwas erlebt hat.
    Mag sein, dass es wie in deinem Beispiel für manche SuS gut ist, für andere ist es eine Katastrophe und es wird Schüler*innen geben die so etwas nicht lesen können und auch nicht im Unterricht besprechen können.

    Das ist leider null traumasensibel.

    Wir sind ein nicht so großes System und eine Ersatzschule. Das heißt die Personalplanung ist (abgesehen von Abgängen, Krankheit, Schwangerschaft) mehr in der eigenen Hand des Systems. Nicht alle SuS-Zahlen stehen fest, aber zumindest die Anzahl der Klassen ist eigentlich fest. Dadurch klappt es in der Regel ganz gut und es gibt dann auch nur noch selten Änderungen. Schwierig ist es immer in Blöcken, wo wir sehr auf Kante genäht sind und dann eine Vollzeitkraft ausfällt. Da muss manchmal nach kreativen Lösungen gesucht werden.

    Unterrichtsverteilung 4-6 Wochen vorher, finaler Stundenplan spätestens in der Woche vor den Ferien bzw. vor dem neuen Block (bei uns gibt es ja öfter neue Verteilungen und Stundenpläne). Meistens gibt es sowohl bei der Unterrichtsverteilung als auch beim Stundenplan eine V1 und dann eine finale Version.

    Bei kurzfristigen Ausfällen muss dann ggf. nochmal was geändert werden, da steckt man nie drin.

    Den Beihilfeanspruch hat man schon. Man kann sie aber so gut wie nie nutzen. Sie greift nur dann, wenn es etwas gibt, was die Beihilfe zahlt und die GKV nicht. Und dann eben auch nur im entsprechenden Anteil, bei mir z.B. zu 50%. Als Beispiel kann ich Osteopathie einreichen oder Dinge wie Zahnreinigung oder Zahnersatz. Da erstattet die Beihilfe mehr als die GKV. Ich muss dann aber jeweils vorlegen was die GKV erstattet bzw zahlt (selbst wenn es nichts ist) um dann den Anteil erstattet zu bekommen.

    Das Problem ist, wie ja auch schon gesagt wurde, das die GKV immer eine 100% Versicherung ist.

    Ich hätte lieber eine pauschale Beihilfe, damit würde ich jeden Monat soviel Geld einsparen, dass ich davon locker gewisse private Gesundheitsleistungen finanzieren könnte.

    Ich verstehe gar nicht, dass noch keine Klage dagegen geführt (und gewonnen) wurde.
    Jede*r woanders könnte doch seinen Arbeitgeber verklagen, wenn dieser sich weigern würde, den Zuschuss zur GKV oder PKV nicht zu zahlen (bei der freiwillig Versicherten, um es hier vergleichbar zu machen). Da kann kein Arbeitgeber sagen "Geh in die PKV, wäre uns (erstmal) günstiger" oder "bleib in der GKV, ich mag die PKV nicht".
    Dass sich der Staat sich das rausnimmt (kann), was eigentlich gesetzliche Vorgabe ist, ist unglaublich.

    Ich habe tatsächlich schon mehrfach darüber nachgedacht mich da mal rechtlich beraten zu lassen, insbesondere, weil Ersatzschuldienst ja nochmal eine extra Konstellation ist.

    Falls das für irgendjemanden relevant ist: in so einem Fall einen Versicherungsberater aufsuchen, es gibt Versicherungen, die das nicht wissen oder wissentlich trotzdem machen, wir haben zwei Kolleginnen bei uns, die so trotzdem eine PKV bekommen haben...

    Hatte ich, mehrere... Die Versicherungen waren da wohl in der Vergangenheit auch kulanter, habe eine Kollegin bei der das damals auch noch geklappt hat. Aber versuchen sollte man es immer.

    Auch wenn es dir heute nichts mehr nützt, aber hast du die Öffnungsaktion verpasst bzw. gab es dir da noch nicht? Weil dann geht nicht mehr als 30% Aufschlag.

    Wie es bei plattyplus ist weiß ich nicht, bei mir war es so, dass für beamtenähnliche an Ersatzschulen die Öffnungsaktion nicht gilt. Durch Vorerkrankungen hat mich gar keine PKV genommen.

    Finde ich auch. Bei der TK kostet es "nur" 1180€.

    Mein Betrag war TK, weiß nicht wie die auf deinen kommst? Ggf. mit 14,6% + Zusatzbeitrag gerechnet, statt mit 14?


    Wie auch immer, um zum Thema zurückzukommen. Ich arbeite Vollzeit, daher fühle ich mich finanziell schon ziemlich gut aufgestellt.
    Aber bei Teilzeit und vielleicht nicht meiner Stufe etc. sieht das sicherlich anders aus.

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