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1. ... Manchmal brauchen sie sogar 5 Minuten, um überhaupt zu realisieren, dass ich da bin. Trotz verschiedener Methoden, um den Unterricht zu beginnen, bleibt der Erfolg aus.
2. Meine Mentorin empfiehlt Strenge und Strafen, was meinem Ideal eines unterstützenden Lernumfelds widerspricht. Ich tendiere zu trockenem Humor, was bei SuS mit Deutsch als Zweitsprache oft nicht ankommt. Ich frage mich, wie ich klar und deutlich sein kann, ohne meine Persönlichkeit zu verleugnen.
3.
Die SuS fühlen sich oft ungerecht behandelt, was endlose Diskussionen nach sich zieht. Obwohl ich ihre Meinungsäußerung fördern möchte, scheint es an Ressourcen zu mangeln, und als einzige Lehrkraft mit diesem Ansatz fühle ich mich isoliert.
4.
Besonders belastend finde ich Aufgaben wie die Überwachung der SuS beim Duschen. ...
5.
Ständige Unterbrechungen und Misstrauen erschweren den Aufbau von Beziehungen und die individuelle Förderung. Einige SuS sind Einzelgesprächen gegenüber ängstlich oder unwohl, was eine weitere Hürde darstellt. ...
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1. Ich würde nicht verschiedene Methoden ausprobieren, sondern eine durchziehen. Wenn du übersehen wirst, besorge dir ein akustisches Signal und sorge erst mal dafür, dass jeder auf seinem Platz sitzt und den Mund hält.
2. Wieso kann ein Lernumfeld nicht unterstützend sein, wenn der dies organisierende Lehrer streng ist? Du willst, dass alle leise sind und mitmachen, gleichzeitig willst du aber nicht die sein, die das durchsetzt. Die Kinder sollen von alleine draufkommen und das heißt dann "lernförderlich"?
3. Meinung kann man äußern, wenn es um kontroverse Themen geht. Wenn du erwartest, dass alle zuhören und mitmachen, bedarf das keiner Diskussion. Oder welche Meinung hörst du dir dann an? Ehrlich gesagt glaube ich, dass du dir auch hierbei in die Tasche lügst. Alle sollen sich auf eine bestimmte Weise Verhalten, aber du willst Spielraum lassen, sich dazu zu äußern, gleichzeitig gibt es aber an dem Grundregeln nicht wirklich was zu rütteln. Meine Meinung: Hört auf, über Grundsätze zu diskutieren. Wenn mehr als eine Person spricht, hören die anderen nichts mehr von dem, was gesagt wird und wenn alle rumlaufen und sich nicht konzentrieren, lernen sie nichts. Punkt.
4. Was hat das Duschen damit zu tun? Verstehe ich gerade nicht. Wenn du Schwimmaufsicht hast und musst gucken, dass sich alle benehmen, ist es halt so. Nimm eine Trillerpfeife mit. Die Jungsdusche muss eben ein Mann kontrollieren, das würde ich bei 14-Jährigen ablehnen.
5. Wie äußert sich das Misstrauen? Und inwiefern hat das eine Bedeutung? Ist es möglich, dass sie einfach nur keine Lust haben, weil sie sich dann den Problemen nicht mehr entziehen können?
...Ich tendiere zu trockenem Humor,
Behalte den auf jeden Fall bei! Die lustigsten Leute sind übrigens oft Söhne muslimischer Familien. Wenn sie so wenig Deutsch können, dass sie dich nicht verstehen, musst du vielleicht einfach alles noch viiiel weiter runterbrechen. Wenn du aus Gewohnheit das Niveau des Gymnasiums durchziehst, liegt da vielleicht schon ein wesentlicher Schlüssel. Mach alles so einfach wie möglich, sprich so kurz und klar wie nötig. Humor und Freundlichkeit dabei trotzdem nicht verlieren. Ewiges Gemecker, das zu nichts führt ist Gift.