Hier ging es ja darum, dass ein Angehöriger einer Minderheit, die vorher beruflich diskriminiert wurde, nicht mehr diskriminiert wird. Das scheint mir "natürlich" positiv für diese Person. Ist das unklar oder strittig?
Was? Wovon sprichst du jetzt?
Du schriebst:
"Das Bildungswesen dient in erster Linie der Bereitstellung eines möglichst passenden Angebots an den Arbeitsmarkt.
Die Bindung oder nicht-Bindung an die Grundschulempfehlung ist ein Steuerungsinstrument der Abiturientenquote."
Als ob das total logisch, selbstverständlich und unumstößlich sei.
Woher weißt du denn, aus welchen Gründen Politikerinnen und Politiker Entscheidungen bzgl. der Bildungsempfehlung treffen? Ich glaube nicht, dass man ausrechnet, wie viele Ärzt*innen und Klempner*innen man in 10 Jahren braucht und deswegen gezielt die Abiturientenquote in 10 Jahren senken will, indem man jetzt die Übertrittsquote senkt. Vielleicht ist das so, dann zitiere doch bitte eine Politikerin oder einen Politiker, der sich derart geäußert hat.
In Sachsen gab es lange Zeit keine Gesamtschulen, stattdessen bindende GS-Empfehlung. Unzufriedene Eltern, (die ein nicht unerheblicher Teil der Gesellschaft sind, will ich meinen) haben eine Initiative gegründet, diesen Umstand zu ändern. Politiker*innen (die ein nicht unerheblicher Teil der Gesellschaft sind) haben ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Gesamtschulen ermöglicht. Da ging es ganz klar darum, nicht so früh zu trennen, größere Gerechtigkeit herzustellen und keine beruflichen Wege zu früh zu verbauen und nicht um gezielte Steuerung von Abiturientenquoten. Was sich daraus ergibt, steht auf einem anderen Blatt.