Beiträge von Quittengelee

    Ja, und das weiß ich auch. Ich bin seit über einem Jahr dankbar für meinen Status und auch mir klar ist, dass es etwas ist, das ein Land/Arbeitgeber sich nicht leisten kann, frage ich mich, wie man unter anderen Bedingungen genesen kann (existenzielle Ängste usw.)

    Du hast viele Jahre hochqualifiziert beste Arbeit geleistet und tust dies auch jetzt noch, bittest lediglich darum, zu bestimmten Tageszeiten arbeiten zu können. Ich finde nicht, dass man ein schlechtes Gewissen haben muss. Gesellschaft funktioniert nur, wenn man aufeinander Rücksicht nimmt und dass gesunde Menschen mehr leisten als kranke, sollte in Deutschland bezahlbar sein. Tax the rich, sag ich mal, die haben sich nicht alles hart erarbeitet sondern leben von Erbe und Zinsen.

    Zauberwald : Natürlich kann man auch als SL sagen "geht grad nicht". Dafür gibt es Vertretungsreglungen, die auch für diesen Fall greifen. Das ist bei einem kommissarischen SL-Einsatz sicher noch einmal schwieriger als ln einem Regelfall, aber dann umso wichtiger, dass die Vorgehensweise im Abwesenheitsfall bereits in Woche 1 im Kollegium besprochen wird.

    Und woher soll diese Vertretung plötzlich kommen, wenn Aufgaben zu erledigen sind? McGonagall hat doch erklärt, dass das eben genau nicht funktioniert. Man kann offenbar nicht nur 75% der Aufgaben erledigen und dann gehen und die restlichen 25% erledigt irgendwer anders.

    Was mir gerade noch mal bewusst wird: wenn man das Fach studiert hat, den Lehrplan auswendig kennt, die Bewertungskriterien und Operatoren ebenfalls und ein paar Prüfungen abgenommen hat, dann schwimmt man doch überhaupt nicht mehr in der Beurteilung, oder?

    An alle, die regelmäßig Abi abnehmen, auch in anderen Fächern, gibt es jemals große Diskussionen um starke Abweichungen in der Bewertung?

    Gab auch bei uns heute Abi-Zeitung. Da ich dieses Jahr (zum ungefähr zweiten Mal in 20 Jahren) keinen Kurs hatte, konnte ich sie mir ganz "neutral" durchlesen.
    Viele Kolleginnen und Kollegen, die ich für kompetent, schülernah und engagiert halte, habe ich in den Berichten nicht wieder erkannt. Ich lese da einen ungemeine Anspruchshaltung, gepaart mit wenig Bereitschaft / Fähigkeit, sich selbst etwas zu hinterfragen (Abi = Reifezeugnis, das sollten keine pubertierenden Teens mehr sein) und auch wenig Ahnung, worauf es ankommt (Das neue Abi in Bayern ist sehr stark geprägt von Arbeit mit Material => Lehrkraft übt das intensiv => SuS beschweren sich in der Abi-Zeitung, dass sie so oft hätten selber arbeiten müssen und die Lehrkraft "nur" zugeschaut hätte).
    Nun ist mir schon klar, dass SuS eine andere Perspektive haben, naturgemäß. Aber soweit weg von dem, was ich wahrnehme? Da wird einem Kollegen, den ich zweitkorrigiert habe, vorgeworfen, er würde seine Noten würfeln. Ich habe noch nie eine gewissenhaftere Korrektur gesehen... am eher strengeren Rand der Skala, aber völlig nachvollziehbar, gut begründet etc. Wenn man sich schon beklagen muss, dann doch wenigstens zutreffend. "Streng" hätte ich verstanden. "Zu streng" von mir aus, da Schülerperspektive. Aber "würfeln"? Das würde ja auch implizieren, dass unfaire Noten vergeben wurden, mal zu gut, mal zu schlecht.

    Ja, ich weiß... Abi-Zeitung, Dampf ablassen. Wir Lehrer sollen da immer drüber stehen und Verständnis haben. Hab ich bisher auch immer geschafft (wobei ich mich in Bezug auf meine Person nicht beklagen kann ... das Schlimmste war bei einem meiner ersten Kurse der Vorwurf, ich wäre ein Fan des Musikanten-Stadls.... und das wo ich doch eher der lauteren Musik zugeneigt bin). Aber ich kann auch die Kolleginnen und Kollegen verstehen, die erst einmal knabbern, weil sie es als unfair empfinden, ihre Arbeit nicht richtig wahr genommen sehen und entsprechend frustriert sind. Dann muss halt mal geklagt / Dampf abgelassen werden ... und im nächsten Jahr hat man wieder einen Kurs und gibt sich alle Mühe...

    Danke für die aufmerksamen Worte.

    Ich verstehe nicht, warum hier so eine krasse Tendenz herrscht, Kolleg*innen grundsätzlich Unfähigkeit zu attestieren und SuS per se für differenziert betrachtende Kritiker zu halten.

    Liegt es daran, dass man sich selbst für die beste Lehrperson hält?

    ...Unterm Strich gab es mehrere inhaltliche Aussagen, die richtig waren - es sei das Wort Definitionen gefallen, die richtig waren. Für einen Punkt scheint es trotzdem nicht gereicht zu haben. Das Auftreten wurde insbesondere vom Fremdprüfer bemängelt, die Antwortvergabe war häufig nicht selbstbewusst genug. Es fiel auch der Satz: "Den Prüfern sei nicht klar gewesen, ob die Antwort, die sie von sich gegeben habe, auch wirklich ihre Antwort gewesen sei." Ich kann mir das schon gut vorstellen, dass man das bei einer sehr schüchternen Schülerin bemängelt .

    Oder sie hatte nur ein paar Definitionen auswendig gelernt und keinen blassen Schimmer, um was es geht?

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was du für eine Verschwörung witterst. Du hättest deiner Verwandten einen Punkt gegönnt, verständlich, aber sie wusste nicht genug für diesen Punkt.

    Selbst wenn der Unterricht grottenschlecht gewesen war, hätte ihr mal aufgehen müssen, dass sie Nachhilfe braucht.

    Wenn du Lehrer wirst, dann wirst du sehen, dass es einem nicht leicht fällt, jemandem eine 6 drunter zu schreiben oder gar das Zünglein an der Waage zu sein, das für Versetzung oder Bestehen einer Prüfung sorgt. Das macht keinen Spaß und ist außerdem oft mit Gegenwehr derer verbunden, die dafür eigentlich Verantwortung tragen sollten. Und es macht mehr Arbeit. Niemand sitzt gerne zusätzlich in irgend welchen Nachprüfungen rum.

    Es ist aber notwendig, sonst können wir uns Prüfungen einfach komplett sparen. Das kann ein Ansatz sein, es gibt auch freie Schulen etc. aber wenn jemand das Abitur bestehen will, dann muss er oder sie bestimmte Anforderungen erfüllen.

    Meinst du nicht, dass das für die zitierten "Bewertungen" etwas große Kaliber sind?

    Kommt darauf an, wenn der TE pünktlich war, ist die Behauptung der Unpünktlichkeit verleumderisch.

    Allerdings war seine Sorge ja, dass die Schulleitung irgend einen Eindruck haben könnte und ich halte sie Wahrscheinlichkeit für gering, dass diese sich in den Ferien hinsetzt und diese Liste auswertet ^^

    Was habt ihr denn ständig mit der Meinungsfreiheit? Auch wenn eine Person mit dieser Lehrkraft abrechnen will, dann kann sie doch einen Artikel schreiben, dass alles blöd war. Klarname drunter, Meinungsfreiheit wurde gewahrt. Hier findet aber etwas anderes statt.

    Ach, ich hoffe einfach, dass mein Kind sich mal nicht so feige verhält.

    Du schriebst, du könntest es "ein Stück weit nachvollziehen". Was denn genau? Es geht doch grundsätzlich darum, ob oben beschriebene "Rankings" okay sind. Da der/die TE sich ungerecht behandelt fühlt und die Veröffentlichung für unpassend hält, finde ich die Ferneinschätzung des Nachvollziehbaren komisch.

Werbung