Beiträge von Quittengelee

    Ich erlebe Kris24 eigentlich nicht so, dass sie Rechte verharmlosen würde.

    Ich empfinde das so, doch. Es ist nicht das erste Mal, dass nach Wahlen darauf beharrt wird, dass die AfD in der Schwäbischen Alb ja nicht so schlimm ist wie in Chemnitz.

    Und Rassismus und Rechtsxtremismus mag einen Standort für Unternehmen unattraktiver machen, ebenso führt aber umgekehrt die Dichte von Weltmarktführern und Zuliefererbetrieben zur Ansiedlung weiterer Betriebe -> Ba-Wü, NRW sicher genauso.

    Die ostdeutschen Bundesländer wurden mies hinters Ohr gehauen nach der Wende, viele Menschen sind abgewandert usw., das ist alles bekannt. So zu tun, als ob ein reiches Bundesland dieselben Probleme hat wie ein seit Jahrzehnten strukturschwaches ärgert mich, das ist ignorant.

    Das ist nicht nur Kris' Darstellung, sondern es wird in der öffentlichen Wahrnehmung vielfach wiederholt und trägt zu Vorurteilen bei.

    ...

    Ich fürchte, dass die Wahl der AfD im Osten den Niedergang noch beschleunigt. Schon vor 20 Jahren hat ein amerikanischer Betrieb sich für meine Nachbarstadt in Baden-Württemberg entschieden statt für billiges Bauland im Osten, weil sie ihren leitenden farbigen Angestellten aus den USA nicht den Rassismus aussetzen wollten. Hier wird zwar auch manchmal rassistisch sich geäußert, aber bisher immer deutlich widersprochen. An meiner Schule spielt es zum Glück keine Rolle. Unser Schülersprecher ist farbig, in jeder Klasse gibt es mehrere völlig integriert.

    Ich fürchte, dass deine Verharmlosung Sinnbild für die Verharmlosung der Rechten insgesamt ist. In Baden-Württemberg haben 18,8% eine Rechtsextreme Partei gewählt. Früher waren es NPD und REP, in Bayern sind es Freie Wähler und CSU.

    Es ist ja auch relativ egal, ob das Anthroposophen sind oder enttäuschte SPD-Wähler oder Menschen mit Abstiegsangst, Fakt ist, dass es 1/5 der Menschen voll okay findet, rechtsextrem zu wählen.

    Informiere dich über aktuelle Daten.

    Ich habe über die Stadt und Einnahmen dieser geschrieben, nicht über ihre Einwohner.

    Und die Angestellten der Autoindustrie haben aktuell noch Jobgarantie bis 27, 28 oder 29. Danach werden sehr viele entlassen und das erzeugt Angst.

    Was denn nun, geht's dir um einzelne Einwohner oder nicht? Da widersprichst du dir selbst.

    Mir geht's auf alle Fälle um strukturelle, flächendeckende Probleme, die seit Jahrzehnten bestehen und da ist Baden-Württemberg ganz sicher nicht mit ostdeutschen Bundesländern zu vergleichen.

    Edit: mich hat's immer abgenervt, wenn Ossis nur ihren Blick auf die Dinge haben, alle Wessis für verweichlichte Erben halten, die nichts auszustehen haben. Aber ich muss sagen, es ist in der Summe eben was dran. Auch wenn Porsche irgendwann mal weniger Umsatz machen sollte, die sichern sich ihre Pfründe schon, da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.

    Die Entenleber-Story ist halt leider genau das, was das Bild verfestigt.

    Das stimmte bis vor einem Jahr, Jobverlust und Abstiegsängste sind seitdem bei sehr vielen Baden-Württemberger auch bekannt. Allerdings betrifft es hier Familien, Männerüberschuss gibt es hier nicht. Du vergisst, dass wir Autoland sind. Und zusätzlich zu Mercedes und Porsche hier sehr viele Autozulieferer zuhause sind. Alle haben sehr gut bezahlt und lokal die Wirtschaft unterstützt. Daher werden auch weniger Immobilien aktuell verkauft. Stuttgart ist absolut pleite, streicht sogar Schulbegleiter an Schulen und das Feuerwerk zu Sylvester (neben vielem anderen).

    "Stuttgart ist pleite" ist lächerlich, wirklich. Sieht man das BIP pro Kopf, Einnahmen usw. gehört Baden-Württemberg nach wie vor zu den reichsten Ländern. Und selbst Sachsen ist da noch im Mittelfeld.

    Verglichen mit Sachsen-Anhalt und Brandenburg geht es den süddeutschen Bundesländern schlicht und ergreifend wie im Schlaraffenland.

    Ich bin mir nicht so sicher wie ihr wie ich das finden soll. Wenn FDP und Linke eingezogen wären, wären die 18% der AfD weniger Sitze.

    Auch das "taktische Wählen" führt letztlich zu zwei großen Parteien und wenig Vielfalt. Ich verstehe es, am Ende nimmt man das geringere Übel, aber grundsätzlich würde ich mir sogar eine funktionierende FDP wünschen. Irgendwas Fortschrittliches wäre famos, Ideen, die nicht nur sinnlos am Verbrenner kleben. Aber in jedem Falle wieder weg von dem Trend zum Zwei-Parteien-System.

    Ich kenne sehr viele SPD-Wähler, die jetzt zum 2. Mal bewusst grün gewählt haben, um CDU-Führung zu verhindern. Ich habe aus denselben Gründen vor langer Zeit auch schon SPD gewählt. Taktisches Wählen war hier gefragt, ich hatte sogar Sorge, dass sie unter 5 % landet.

    Genauso hat die CDU einige Prozente von AfD und FDP gewonnen. Die Zweitstimmenkampagne der FDP verfing nicht.

    Ich wohne übrigens in einer Arbeiterstadt und es gibt einige in Baden-Württemberg. Leider ist hier häufig die AfD die stärkste Kraft.

    Aber es stimmt schon, historisch wurde hier immer CDU gewählt, SPD schaffte es in der Vergangenheit immer nur in einzelnen Städten. Dabei mochte ich Stoch, er war mal Kultusminister und kam in die Schulen, um sich zu informieren, das habe ich bei keinem anderen je erlebt.

    Eben, offenbar wählen alle links der Mitte grün, der Rest ist rechts-konservativ oder rechtsextrem.

    Denkt dran, wenn mal wieder Wahlen im Osten sind. Baden-Württemberg und Bayern haben ebensoviele rechte Wähler*innen, wahrscheinlich nur nicht dieselben Abstiegsängste der 'männlichen Mitte'. Eigentum und Job in Verwaltung, Versicherung, Immobilien ist ihnen grundsätzlich sicher.

    Ich finde es traurig, dass es die SPD nicht geschafft hat, eine vernünftige Kandidatur auf die Beine zu stellen. Aber wahrscheinlich gibt's in Baden-Württemberg sowieso keine nennenswerte Arbeiterschaft, die sich für bezahlbaren Mietwohnraum etc. einsetzen würde.

    Wie wäre es, den Besitz von Balkonkraftwerken zu vereinfachen? Die Dinger sind weder einfach noch günstig zu bekommen, Vermieter müssen zustimmen, unnötig besondere Steckdosen eingebaut werden...

    Witzig übrigens, dass die größten Grünen-Basher plötzlich PV-Anlagen-Tips für ein Machtwort halten. Aber wer weiß, vielleicht passieren noch Wunder und selbst die Konservativsten stellen fest, dass Benz-Diesel und Russisch-Gas keine Zukunft haben. Die Idee muss aber natürlich von einem weißen alten Mann verbreitet werden, sonst wird's nix. Keinesfalls darf eine Frau oder ein Grünen-Politiker das Offensichtliche aussprechen.

    https://www.instagram.com/reel/DVi6XC0Dt…zVmdmd5Mnd5YQ==

    ...
    Genauso könnte es passieren, dass jemand meine Wahlbenachrichtigung abgreift und Briefwahl beantragt, ohne dass ich es merke und ich dann wählen will.
    Das ist eben eine Lücke im (deutschen) System, die offensichtlich nicht so sehr ausgenutzt wird, dass man sie nicht schließt. Jedes Land geht mit verbrecherischen Absichten anders um. (und nachdem (nicht nur) viele korsische Tote mit Briefwahl gewählt haben, hat man irgendwann in Frankreich die Briefwahl abgeschafft). Ob die Vollmacht eine bessere Lösung, wer weiß ... Ich halte sie zwar für "sicherer", aber mit dem Beigeschmack, dass das Wahlgeheimnis aus eigenem Antrieb verletzt werden MUSS. Da ich zu 99% sicher bin, dass meine Vollmacht-Wahlen schon mal missbraucht wurden, bin ich froh um die deutsche Briefwahlmöglichkeit und lebe mit DIESEM (Rest-)Risiko.

    Fragen zu deinem Beitrag:

    - Wie sollte man die Wahlbenachrichtigung abgreifen? Da fiele mir eigentlich nur der Kontext Pflege ein. Die kommen ja zu jedem nach Hause.

    - was war mit korsischen Toten mit Briefwahl?

    - was ist eine Vollmachtwahl, hat jemand in deinem Namen gewählt und du vermutest, dass er/sie was anderes angekreuzt hat? Das klingt ja nach üblem Vertrauensmissbrauch.

    Beim Wählen muss man (edit) seine Wahlbeachrichtigung dabei haben und wird dann auf einer Liste abgehakt, wenn ich recht erinnere. Dass so kontrolliert wird, wer wählen war, ist aber eigentlich auch komisch, oder?

    Oder wirken so, dass der Kollege sich dann als Ausgleich erstmal für 4 Wochen einen Krankenschein holt. Die Schule kann zusehen, wer die Abiprüfungen macht etc.

    Mich wundert, dass diese Fälle offenbar von der geschilderten Schulleitung gar nicht bedacht werden. Sie begibt sich damit doch auf sehr dünnes Eis, denn die Arbeit hat sie letztlich auch selbst.
    Einfacher wäre es, die Kollegen gewähren zu lassen.

    Die Schulleitung begibt sich auf dünnes Eis? Sorry, aber du spinnst.

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