Beiträge von Quittengelee

    Meine eigene anekdotische Evidenz ist diese: Erst als die schulische Quälerei in Musik, Sport und Kunst vorbei war, habe ich mich freiwillig mit Sport, Kunst (Photographie, Museen, entsprechende Literatur, Architektur) und Musik (Klavier und Gitarre) beschäftigt und tue das bis heute ;)


    Besonders in Musik habe ich mir selbst mehr beigebracht, als ich in 13 Jahren Schule gelernt hatte. :D

    Gilt bei mir auch für Geschichte und Gemeinschaftskunde.

    Die Frage ist m.E. nicht, ob man für alle Fächer Bewertungskriterien finden kann, natürlich kann man. Die Frage ist, ob man immer noch glaubt, Noten wären das einzige, wofür Jugendliche etwas tun würden. Gerade in Sport, wo sich kein Mensch nachmittags auf den Hochsprung vorbereitet.

    Seltsamerweise erwartet man von allen anderen Menschen nach Schulaustritt nicht, dass sie ein Instrument spielen, ein Bild malen oder Joggen gehen, weil jemand anders dafür eine Note abgibt.

    Die Diskussion ist müßig, es gibt Mathedidaktik für den Primarbereich, natürlich ist die nicht dieselbe wie vor 30 Jahren und auch nicht dieselbe wie die für Englisch oder sonst ein Fach. Das kann man doof finden, aber weiß es deswegen halt trotzdem nicht besser.

    Um mal zur Frage zurück zu kommen:

    ...teilweise wird man ja sogar fachfremd eingesetzt. Hat vielleicht jemand hier die Erfahrung schon gemacht? Wenn ja, wie seid ihr damit umgegangen?

    Wahrscheinlich siehst du es schon an dieser Diskussion hier, wenn Leute fachfremd eingesetzt werden, machen sie mit höherer Wahrscheinlichkeit auch Fehler. Nur ist es ihnen nicht unbedingt bewusst.

    Dazu mal was angemerkt, die Diagnose der 'Rechenstörung' wird nach ICD10 vergeben, wenn folgendes gilt:

    "Diese Störung besteht in einer umschriebenen Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten, wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie oder Differential- und Integralrechnung benötigt werden."

    Kann man sich jetzt überlegen, wie es das Fettgedruckte in die Richtlinie geschafft hat.

    I like.. wie immer gehen hier sämtliche Diskussionen in die s/w Richtung..

    Die Beiträge, die ich bislang gelesen habe, waren interessant und differenziert. Das hingegen ist plakativ bis confusing:

    Manche Dinge sind halt gut, wenn man "einfach" weiß wie es geht.. manche sollte man entdecken/ selbst erforschen..

    und ja.. ich erwarte, dass das 1x1 auswendig gelernt wird.. ist mir völlig Wurscht, dass man sich das erschließen kann und Kernaufgabens1wd mache ich natürlich auch.. die helfen den Schwachen nur leider nicht... die nutzen diese "Erkenntnis" nämlich überhaupt nicht.

    Für die schriftliche Multiplikation/ Division muss das zack zack gehen.. da kannste nicht anfangen mit entdecken/schätzen/ ein "Gefühl" zu haben...

    Was sollte man selbst erforschen, was nicht? Und wieso machst du 'Kernaufgaben natürlich auch' wenn's doch total wurscht ist? Und was soll das "Gefühl" an dieser Stelle, außer, etwas lächerlich zu machen?

    Ich würde sagen, dass das Lernen von Algorithmen ein integraler Bestandteil des Mathematikunterrichts ist und ein erster Schritt im Verstehen mathematischer Prozesse ist. Es sollte idealerweise hier nicht enden, wobei das Durchdringen und Reflektieren der Prozesse durchaus anspruchsvoll ist und aufgrund von Alter oder kognitiven Grenzen nicht von jedem Schüler gänzlich erbracht werden kann. Für manche Schüler ist bei der erfolgreichen Anwendung eines zuvor gelernten Algorithmus durchaus bereits die Grenze für ihn Möglichen erreicht.

    Nope, da liegst du falsch. Das Gegenteil ist der Fall, erst verstehe, dann auswendig lernen.

    Das würde sonst bedeuten, dass man sich jeden Matheunterricht ab Klasse 2 sparen könnte, wenn du Kindern nicht zutraust, zu verstehen, was sie da machen.

    Das bedeutet NICHT, dass man nicht irgendwann 7 mal 8 auswendig wissen darf.

    ...

    Der zweite Teil kam erst zum Schluss der Ausführungen hier, zu Beginn ging es nur um die schreckliche Schule. Aber selbst wenn Ort gegen Partnerschaft steht, kann es doch für die Mehrheit andere Prioritäten geben als für einzelne in dieser Runde.

    Eine gute Beratung ist auf alle Fälle immer der bessere Weg, 'Tips' sind eben nicht mehr als das. Mehr erwartet man in einem Forum aber auch nicht, denke ich.

    Alles Gute an die TE <3

    Es gibt Kinder, für die es der richtige Weg ist, einen Rechenweg vorzugeben, weil sie ansonsten mit der Auswahl des geeignetsten Rechenwegs überfordert wären.

    Es spricht nichts dagegen, an einer Stelle im Unterricht ein Verfahren zu üben. Das bedeutet aber nicht, dass das Auseinandersetzen mit und Verstehen von Rechenoperationen, dem Stellenwertsystem, Strukturen erkennen, Grundaufgaben benennen, Lösungswege erklären und zu vergleichen etc. nicht den größeren Teil der Unterrichtszeit ausmachen sollten. Es geht ja gerade darum, zu verstehen, was man da macht und warum es funktioniert. Die schriftlichen Verfahren sind ziemlich geniale Erfindungen, anhand derer man das Rechnen im ZR bis 1 Mio begreifen kann. Wer z.B. nicht verstanden hat, dass eine 0 nicht nix ist und was es mit dem Entbündeln auf sich hat, der braucht auch das Verfahren nicht lernen, dafür gibt's ja tatsächlich den Taschenrechner.

    Wir sollen übrigens selbst laut Lehrplan Lernförderschule zwischen den Verfahren wählen lassen.

    Ich bin doch erstaunt, wie viele hier denken, sie könne sich entweder nur für den LAG oder für die neue Schule entscheiden.

    Entscheidet sie sich für den Partner und alles bleibt so, ist sie dann glücklich?

    Viele haben von sich gesprochen und diese würden nicht Job gegen Partner*in tauschen. Außerdem gibt's noch ein, zwei weitere Schulen zwischen Hamburg und Bodensee. Dass alles so bleiben sollte, hat glaube ich niemand geschrieben.

    Ehrlich wäre:

    Er ist schwer zu motivieren, es gelingt fast nie und wenn er dann mal arbeitet, muss fast immer jemand neben ihm sitzen, damit er nicht nur rumschaut.

    Das ist nicht ehrlicher, sondern setzt eine implizite Bezugsnorm voraus (Was bedeutet 'schwer'? Was meinst du mit 'fast nie'?) Und ist außerdem wertend ('wenn er dann mal...'). Man könnte schreiben "Seine Motivation ist vom Thema abhängig. Max konzentriert sich etwa 3 Minuten selbständig auf die Aufgabe. Bei individueller Unterstützung kann er 10 min arbeiten. Strukturen wie sortierter Arbeitsplatz und eine Sanduhr helfen ebenfalls bei der Konzentration..." oder was weiß ich. Einfach das, was ist. Dass andere Kinder im selben Alter Monde weit entfernt sind, ist doch klar.

    Edit: Sehe ich erst jetzt, was ist an deinem 2. Beispiel auszusetzen?

    Die Verfehlungen der Deutschen Bahn sind Spottthema, seit ich denken kann. Das Problem mit dem Güterverkehr, der von den Niederlanden bis in die Schweiz gehen sollte und regelmäßig in Deutschland nicht weiterkommt, ebenfalls. Die Schweiz hat außerdem die Alpen, durch die sie durchbohren muss. Ich sehe keine einzige glaubhafte Entschuldigung für die Unfähigkeit oder den Unwillen, das für Deutschland nicht organisieren zu können. Und wenn man sich die Rankings anschaut, die im Netz zum ÖPNV zu finden sind funktioniert es nicht nur in Seoul und Hongkong besser, sondern auch in Paris und Moskau.

    Wenn die TE es erwägt, an die andere Seite Deutschlands zu ziehen und gleich dazuschreibt, dass auch das Pendeln am Wochende nicht infrage kommt, dann spielt sie doch schon längst mit dem Gedanken. Ich würde niemals meinen Mann für einen Job verlassen, schon gar nicht für einen, bei dem man in jeder Stadt mehrere Stellen zur Verfügung hat. Aber das ist egal, jede Jeck is anders.

    Was ich aber zu bedenken geben will: gerade ach so tolle Schulen mit mega Konzept können sich schnell als Reinfall erweisen, da bin ich inzwischen ernüchtert. Die Beteiligten sind sich hinter den Türen nämlich lange nicht so einig, wie man zunächst kopfnickend beim Lesen des Konzepts auf der Homepage denken mag. Und wenn die Schulleitung wechseln sollte, kann sowieso alles anders werden. Vorsicht vor allem bei Elterninitiativen mit glühenden Visionen, da kann man als arschaufreißende Lehrkraft ebenso gemobbt und noch leichter abgesägt werden als im 'staatlichen Schulwesen'. Einer Bekannten so passiert.

    Ich muss gestehen, dass ich den Kindern auch "keine Wahl" lasse.Es ist genau so wie du es beschreibst. Aus meiner Erfahrung kommen die Kinder besser mit den Aufgaben zurecht, wenn sie EIN vorgegebenes Schema kennenlernen mit dem sie arbeiten können.

    Auwei, dass es in Mathe aber um mehr geht als ein Verfahren auswendig zu lernen, ist hoffentlich auch klar?

    Unsre klassischen Eltern lesen sich das niemals in Ruhe durch und wenn doch ist es so bescheuert positiv formuliert, dass es keinerlei Aussagekraft hat.

    Wieso ist positive Formulierung bescheuert und unverständlich? Das liegt doch an euren Formulierungen.

    Wenn die Eltern es nicht verstehen (und die Kinder dann natürlich auch nicht), dann schreibt es doch verständlich. Idealerweise hält man den Ist-Zustand fest. "Jens kann die Zweierreihe" ist ganz eindeutig und weder positiv noch negativ. Der Zusatz "In Klasse 6 lernen wir alle Malreihen des 1x1" hätte noch die Bezugsnorm drin und wenn Eltern nicht wissen, dass ein Zwölfjähriger der L-Schule alle Grundrechenarten bis 100 beherrschen müsste, denen sagt man es halt noch mal dazu. Wäre aber schon gut, sie hätten im Laufe des Schuljahres mitbekommen, dass das 1x1 bis zum Abwinken behandelt wurde.

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