Beiträge von Quittengelee

    Es würde dann zu einer Abbestellung der halben Auflistung der Zutaten führen und da denke ich mir "Lohnt es sich dann wirklich, ein Gericht für 40€ zu bestellen?".

    "Ich hätte gerne den Frosch mit Ingwer. Aber ohne Ingwer bitte. Und ohne Frosch. Und wenn's keine Umstände macht, bitte eine Portion Pommes." Also wenn es ein sehr exklusives Restaurant ist, machen die das möglich!

    Ich sehe zuhause, was mein Kind falsch hatte und kann es nachbessern mit ihm gemeinsam. Die LK sieht, was mein Kind zuhause so produziert "unter Aufsicht" quasi. Die LK meines Kindes unterringelt schlmapig Geschriebenes. Da sehe ich als Mama, dass die Schrift den Anforderungen noch nicht genügt und wir bei der nächsten HA besser aufpassen müssen (das Kind schöner schreiben und ich es drauf hinweisen).

    Siehst du bei der Aussage nicht den Unterschied zu der von Schokozwerg? Ob man schaut, dass die Aufgaben gemacht werden, oder man sich daneben setzt und alles korrigiert, was der Lehrer angekreidet hat? Oder anders: es sind nicht deine Hausaufgaben, sondern die deines Kindes.

    Deine Frage, ob man nicht einer Zehntklässlerin jeden Tag beim Lernen helfen darf, spricht Bände. Klar, man darf. Man darf ihm auch den Po putzen, das verbietet niemand.

    Edit: bin im falschen Thread gelandet durch das Zitat, sorry.

    Ein wenig off-topic, aber: Ich finde es sehr unverschämt, den Kinderwunsch oder die zeitliche Planung von fremden Frauen hier zu kritisieren. Wenn die Threadstellerin sagt, dass sie demnächst gerne schwanger werden möchte, ist das doch ganz allein ihre Sache.
    Ich habe zum Beispiel eine Freundin, die sehr früh schwanger werden musste, weil voraussichtlich eine sehr frühe Menopause (Mitte/Ende 20!!) ansteht, bei mir hingegen ist es unter anderem durch Endometriose so, dass es bei uns nicht leicht sein wird, auf „natürlichem“ Wege schwanger zu werden, sodass ich Kind 1 (und sollte es überhaupt klappen: Kind 2) wann-auch-immer bekommen würde. Das mag für Außenstehende nicht nachvollziehbar sein, aber was die Gründe für so eine zeitliche Planung oder halt den zeitlichen Druck sind, kann keiner wissen.

    Du übersiehst die vielen Faktoren, die in der Frage benannt wurden. Es geht nicht darum, in welchem Lebensjahr die TE schwanger werden möchte. Außerdem wird eine Frage zur Schwangerschaft gestellt, dann muss man mit Antworten dazu leben.

    Das ist ja auch eine interessante Vorstellung von Leistungsbewertung, die hoffentlich in keiner Grundschule so stattfindet.

    In Sachsen gibt es immer noch sowas wie Gymnasialempfehlung, es macht schon einen Unterschied, ob man 2en oder 3en hat, wie die weitere Empfehlung ausfällt. Und das Problem ist ja gerade nicht, dass jemand dann netterweise noch eine 1 geschenkt bekommt, um Ungerechtigkeiten von zu Hause auszugleichen (wer weiß das überhaupt von seiner Klasse genau?), sondern dass sozial benachteiligte Kinder in Deutschland schlechtere Aufstiegschancen haben als in vielen anderen Ländern. Das kann man doch nicht einfach wegdiskutieren? :gruebel:

    Und wer macht das so? Wer hat hier denn bitteschön geschrieben, dass er unlösbare Hausaufgaben gibt und von den Eltern erwartet, dass sie dabei helfen?

    Keiner hier, richtig.

    Aber offenbar kennen es durchaus viele Eltern und haben sich darüber manches Mal auch schon geärgert. Es ist also nicht nur in meinem Kosmos ein Problem, z.B.:

    ...Lesekiste oder Plakat erstellen...

    Dabei rege ich mich gelegentlich darüber auf, dass an der GS meiner Kinder sehr viel Elternmithilfe stillschweigend erwartet wird.

    Und ich muss sagen, wenn man das stillschweigend mitmacht, damit die Luise oder der Konstantin eine 1 bekommen, obwohl man es eigentlich besser weiß, verliere ich so'n bisschen die Achtung vor dem "Mitläufertum". Ist das zu hart formuliert? Mir fällt gerade kein besserer Begriff ein.

    Palim: Einerseits muss ich dir Recht geben, andererseits denke ich mir: Wo fängst du an und wo hörst du auf? Wir können nicht sämtliches Fehlverhalten von Eltern entschuldigen oder gar kompensieren. Ich denke, wir würden alle einschreiten bei Kenntnis um tatsächliche physische oder psychische Gewalt im Elternhaus, aber ich finde, wir sollten unsere Erwartungen nicht so weit senken, dass wir bereits zufrieden sind, wenn dieser Punkt nicht erfüllt ist. Da hat der Art. 6 GG doch höhere Anforderungen. Ich gehe mal davon aus, dass selbst im sozialen Brennpunkt nicht jedes zweite Kind ein Ups-Kind ist. Und auch wenn manche Eltern vom Schicksal gebeutelt sind, das will ich gar nicht abstreiten: Verdammt noch mal, ihr habt euch bewusst für dieses Kind entschieden! Abtreibung war keine Option, Adoption auch nicht, also kümmert euch um euer Kind!

    Deine Appelle bringen nichts, die Angesprochenen lesen hier nicht mit. Und es geht auch nicht ums Erwartungensenken, sondern darum, die Realität zu akzeptieren und in der realen Welt gibt es nunmal vernachlässigte Kinder, das war nie anders.

    Deswegen sollen normale Eltern nicht aufhören, für Bedingungen zu sorgen, die Hausaufgaben ermöglichen. Sich mit der Sechzehnjährigen am Gymnasium jeden Abend hinzusetzen und lernen und Hausaufgaben korrigieren (hat mir am Wochenende eine Mutter erzählt!) ist das andere Extrem. Wer es nicht aus eigenem Antrieb bis Klasse 10 Gym schafft, darf guten Gewissens zumindest darüber nachdenken, ob der Realschulabschluss und eine Lehre nicht genau das Richtige wären.

    Hat irgend jemand gesagt, dass er das so macht?

    Wieso diese Extreme?

    Und: Als LK kenne ich doch meine Schüler sehr genau und weiß, wer ein gutes Referat beispielsweise alleine vorbereitet hat oder bei wem massiv geholfen wurde. Da sieht man doch die Diskrepanz zwischen schulischer und häuslicher Leistung.

    Wer ist er? Es geht darum, warum es in Deutschland so stark von der sozialen Herkunft abhängt, wie man schulisch klarkommt. Das halte ich für einen wesentlichen Faktor.

    Und zum zweiten Teil, was macht denn die Lehrperson mit 28 Hausarbeiten oder PowerPoint-Präsentationen, von denen 15 erkennbar und 10 wahrscheinlich nicht selbständig entstanden sind?

    Diese sehr seltsame Haltung, es wäre gerecht, wenn es nur allen gleich schlecht geht, ist erschreckend.

    So verstehe ich hier aber trotz allen unangebrachten persönlichen Angriffen niemanden. Das Problem ist auch das Verhalten der Mütter, die ihren Kindern die Plakate erstellen und PPP gliedern oder jeden Fehler korrigieren, weil damit der Schule vorgekaukelt wird, das wäre der zu erwartende Standard. Wir haben das so nie gemacht und dann ist es halt mal eine 3 geworden und es hat mich damals als Elternteil schon befremdet, wenn bei Klassenkamerad*innen die Ergebnisse wie gekauft aussahen.

    Das Problem zementieren aber genauso Lehrpersonen, die komplexe Aufgabenstellungen nach Hause auslagern, den Kindern keine Bewertungskriterien mitgeben und völlig falsche Vorstellungen davon haben, was Kinder selbständig leisten können. Das sind zum einen Anforderungen (wie Aufgaben im Umfang einer Hausarbeit in der Sek I) bis hin zu Erwartung an die heimische Infrastruktur ("nutze dafür das Internet" oder "drucke Bilder aus" etc.) wenn ich als Lehrerin Internetrecherche nicht geübt habe, kann ich nicht davon ausgehen, dass ein Kind das a) alleine kann und b) überhaupt W-LAN nutzen darf. Beim Drucker geht es weiter, manche Lehrperson geht wie selbstverständlich davon aus, dass in jedem Haushalt einer rumsteht und jedes Kind weiß, wie man ihn bedient.

    Sowas trifft einfach nur auf Akademikerkinder zu, das merkt man nur nicht, wenn in einer Klasse bloß zwei Kinder aus Arbeiterfamilien kommen oder eines Sozialhilfe bezieht.

    Und wenn ich als Lehrkraft erwarte, dass das Kind in die Stadtbibliothek gehen soll, um etwas zu recherchieren, muss ich überlegen, ob es dafür alt genug ist, gut genug lesen kann, alleine hinfindet usw. Es reicht nicht, zu denken 'das kann ja irgendwer am Samstag mit dem Kind erledigen'. Nee, manche Eltern sind Samstag betrunken oder können selbst nicht lesen. Also sollte man nur verlangen und bewerten, was das Kind wirklich alleine machen kann.

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