Beiträge von Quittengelee

    Dazu gehört auch, alles sein zu lassen, was diesen Heilungsprozess verzögern könnte.

    Ich habe nichts Gegenteiliges gesagt. Es ging um die Begriffsdefinition der 'moralischen Verpflichtung' und welches Wort für mich besser passt. Vielleicht dient meinem Heilungsprozess, dass ich den SuS auf ihre Mails antworte, obwohl meine Erkrankung ein volles Arbeiten in der Schule gerade nicht zulässt.

    Anders ist es mit der Erwartungshaltung anderer. Eine Chefin, die sagt 'kümmern Sie sich um XY selbst, wir haben schon genug Ärger durch Ihren Ausfall' behindert den Heilungsprozess. Ich krieg schon Rückenschmerzen, wenn ich diese Aufforderung nur lese.

    Was meint ihr mit „moralischer Verpflichtung“? Was soll das sein?

    Ich würde es Verantwortungsgefühl nennen. Ich unterrichte Kinder und Jugendliche und so wie ich auch von meinen Schulleitungen als Mensch mit Bedürfnissen und Gefühlen behandelt werden will, mache ich mir um die Bedürfnisse meiner SuS Gedanken.

    das macht man nur bei den sozial Schwachen hab ich den Eindruck.

    Definitiv nicht. Ich hab sogar mal bei der Polizei persönlich angerufen und gefragt, ob sie mal klingeln gehen, aber man sah sich nicht zuständig.

    Es sind dann doch eher die Präzedenzfälle aus dem Hippiehomeschoolermilieu, bei denen Eltern medienwirksam ein Teil des Sorgerechts entzogen wird, wenn sie ihre Kinder jahrelang zu Hause beschulen.

    Wow, d.h. du trägst bei jeder Klassenarbeit jede einzelne Punktzahl händisch ein, schaust dann pro Schüler und Notenschlüssel nach, was das für eine Note ist, trägst sie ein. Trägst pro Schüler mündliche Noten, schriftliche Leistungen usw händisch ein und rechnest dann am ende eines Halbjahres den gewichteten Schnitt über all diese Leistungen aus mit dem Taschenrechner und trägst das Endergebnis dann wieder ein?! Und das wieder pro Schüler.

    Und wie siehts hier mit einer Sicherung aus? Wird alles regelmäßig kopiert? Falls der Planer einmal verloren gehen sollte?

    Respekt!!! Habe gedacht, dass sowas ausgestorben ist :pirat:

    Wie sonst? Das kommt bei uns alles ins papierne Notenbuch der Schule, wenn man vorher alles irgendwo eintippt, geht es nur länger.

    Ich hatte ja ursprünglich auch nur angegeben, dass ich mich gegen Grippe impfen lassen habe, und gesagt, dass eine Corona-Auffrischungsimpfung bei mir erst mal nicht geplant ist. Daraufhin musste ich mich dann gegen viele Seiten rechtfertigen, wie es denn nur sein könne, dass ich mich gegen Grippe impfen lassen habe, aber VORERST nicht gegen Corona auffrischen lassen will.

    Am Ende ist es meine persönliche Entscheidung, aber viele Leute kommen ja scheinbar damit nicht klar, selbst wenn man gar nicht pauschal gegen die Corona-Impfung ist (bin schließlich selbst dreimal geimpft), sondern nur auf die Freiheit der individuellen Impfentscheidung hinweist und diese verteidigt.

    So, ich bin dann jetzt hier raus. Führt ja zu nichts, wenn andere nicht mal Balkendiagramme lesen können oder sich nur an einer bestimmten Abstimmung aufhängen, ohne hinterliegende Grundintentionen und Stimmungsbilder in Politik und Gesellschaft zu reflektieren, erübrigt sich eine weitere Diskussion ohnehin.

    Das ist nicht wahr. Ich habe gefragt, ob du erzählen möchtest, warum du dich für Grippeschutzbooster aber gegen Coronabooster entschieden hast. Du hast die beiden gegenübergestellt. Der ganze Sermon rundrum hat nichts mit Impfung zu tun und den wollte auch niemand lesen.

    Hinter einer Mail steckt oft der indirekte Druck, dass der Kranke die Schulmails "gefälligst" zu lesen hat.

    Viele Kollegen bei uns beugen sich diesem Druck und arbeiten im Krankenstand ihre elektronische Post ab.

    Bei einem Zettel im Fach ist klar, dass er erst gelesen wird, wenn man wieder gesund ist.

    So empfinde ich das auch. Mails flattern halt rein, ich kriege z.B. automatisch eine Nachricht aufs Smartphone. Klar, die Benachrichtigung könnte ich theoretisch für eine Krankheit ausschalten, aber Mails haben für mich trotz allem einen informellen WhatsApp-Charakter. Ich glaube, ich würde als SL gar nicht auf die Idee kommen, sowas per Mail zu senden. "Frau X, Sie sind ja schon wieder krank. Sobald Sie wieder da sind, müssen wir reden." Hat der oder die Chef*in nichts anderes zu tun?

    Eine Impfpflicht ab einer höheren Altersgrenze ist außerdem im Prinzip keinen Deut besser, da auch sie Leute unabhängig von Beruf und Aufenthaltsort zur Impfung verpflichtet.

    Was tatsächlich zunächst mal der Sinn von Impfpflichten ist: eine Verpflichtung zum Impfen. Was man davon hält, ist ein anderes Thema und wurde auch breit diskutiert.

    Falls du Bedarf hast, biddeschön:

    Impfpflicht für Lehrkräfte

    Ich persönlich bin meistens besser damit gefahren, wenn ich das Gespräch gesucht habe. Elternhäuser, die wirklich komplett gemauert haben, hatte ich sehr selten. Hier mache ich Angebote. Dokumentiere diese. Wenn sie dann nicht angenommen werden, sind irgendwann meine Grenzen erreicht - zumindest, so lange es keine Anzeichen für tatsächliche Kindeswohlgefährdung gibt. Kämpfe, die ich nicht gewinnen kann, führe ich nicht.

    Es geht mir ja darum, was man macht, wenn das Gesprächsersuch eben nicht erhört wird. Ich will mit Eltern sprechen, sie sind aber nicht erreichbar, erscheinen nicht zu Terminen, gehen nicht ans Telefon. Man kann natürlich dann sagen, okay, ich hab's angeboten, wer nicht will der hat. So schont man zumindest seine eigenen Nerven. In meiner Schule liegt jedoch dann latente Kindeswohlgefährdung vor, wegen Lapalien mache ich keinen Aufriss.

    Hatte denn schon mal jemand den umgekehrten Fall? Dass ihr mit einer Lehrkraft sprechen wolltet, sich diese aber immer wieder rauszog? (Termine verschieben, auf Mails nicht antworten, keine Sprechzeiten anbieten usw.)

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass du, fossi74 ein wohlwollendes und wertschätzendes Gespräch führen würdest und auch wüsstest, wie man es einleitet. Ich bin mir ebenfalls sehr sicher, dass eine Kollegin erkennt, wenn ein solches Gespräch eingeleitet werden soll. Eine Mail mit G'schmäckle 'nach Hause' zu bekommen, während man krank ist, fällt in eine andere Kategorie, das merkt man in aller Regel auch, wenn man eine solche Mail erhält. Ausnahmen bestätigen sicher die Regel.

    Diese Mailhinundherschreiberei ist m.E. sowieso die Pest des Jetztmenschen. Wenn der Schulleiter einen Gesprächswunsch hat, kann er den doch mündlich äußern oder eine offizielle Einladung ins Fach legen, je nachdem, wie formell das ganze sein soll. Was belästigt er kranke Menschen mit sowas Halbseidenem?

    Ich gehe davon aus, dass jemand das Jugendamt einschaltet, gerade weil das miteinander Sprechen nicht funktioniert. Gerade wer an einer Brennpunktschule arbeitet, weiß um die Grenzen der Zusammenarbeit zwischen Schule und Familie, alles andere ist doch Augenwischerei.

    Edit: im Allgemeinen liegen Probleme vor, deretwegen man sich austauschen muss. Es wird wohl niemand das Jugendamt um 'Terminvereinbarung' bitten, wenn alles läuft.

    Man plante und befürwortete vielerseits auch die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht - und das hat dann absolut nichts mehr mit einer individuellen Impfentscheidung zu tun.

    Ja und, dafür gab es einen eigenen Thread. Such ihn gerne raus, wenn du dich darüber noch mal aufregen magst.

    Erschreckend für mich, wie oft dann (auch hier) mit China argumentiert wird. China im Ernst? Wollen wir uns an so einem Land orientieren?

    Jetzt wird's schizophren. Sollen wir mal raussuchen, wer für 'Null Covid' und Chinas Restriktionen propagiert hat?

    Und wo wir gerade beim Personal sind. Ja, da läuft seit Jahren einiges schief. Liegt natürlich auch daran, dass wir es möglichst billig haben wollen. Wer ist denn Bereit im Monat 100 € mehr für bessere Krankenhäuser zu bezahlen. Das sind aber keine Probleme, die man von heute auf morgen lösen kann. Woher sollen denn plötzlich die neuen Ärzte und Pfleger kommen? Backen wir die? Oder nehmen wir die Massen von arbeitslosen Ärzten, die im Park schlafen? Das Problem muss man langfristig lösen.

    Ja, wäre vielleicht eine Idee, das irgendwann dann auch mal anzugehen als Gesundheitsminister. Deine Ironie finde ich in diesem Zusammenhang fehl am Platze. Frag deinen Bekannten mit den Hüftschmerzen. Im übrigen wäre ein eigener Thread "das deutsche Gesundheitssystem" passend oder ihr redet im anderen Endlosthread darüber, den der eine oder andere bewusst meidet.

Werbung