Beiträge von Quittengelee

    Ich habe dieses Jahr mehr Kinder mit massiven Aufmerksamkeitsproblemen und es nervt mich manchmal, muss ich ehrlich sagen. Ich mache m.E. nichts anders als sonst, aber 4 Leute kriegen prinzipiell nichts mit. Einfachste Anweisungen 3-7x wiederholt... "Was soll ich jetzt machen?"

    Bei einem Kind habe ich ernsthaft überlegt, ob es eine Hörbehinderung hat, aber das ist es nicht: Süßigkeitenankündigungen werden auch flüsternd wahrgenommen. Vielleicht strengt es mich auch nur momentan besonders an? Auch simple Aktionen, wie sich in einer Reihe aufzustellen dauern ewig. Ich habe gemacht, was man so macht als erfahrene Lehrerin, aber mein Eindruck ist, dass es Null Komma nicht besser wird.

    Edit: nicht zu vergessen die täglich gleichen Konflikte der immerselben Kinder. Wo nehmt ihr die Geduld her?

    Normale Phase meinerseits, oder kann es wirklich sein, dass die Hälfte Ritalin braucht? :neenee:

    Daher finde ich weiterhin die Frage, die bislang unbeantwortet blieb, wichtig: Rücken Schüler (m/w/d) automatisch weiter oder findet doch irgendeine Art Bewertung statt, die dazu führt, dass im Einzelfall das Weiterrücken verwehrt werden könnte?

    Wo blieb das unbeantwortet? Waldorfschulen haben Berichtzeugnisse.

    Übrigens noch ein Punkt auf der To-Do-Liste von Waldorflehrer*innen: für jedes Kind werden in jedem Fach von Hand Zeugnistexte verfasst, die Klassenlehrperson schreibt eine Seite.

    Kannst du ja mal ausprobieren, Gymshark , ich bin gespannt, ob es mehr oder weniger aussagt, als die Note, die du dem Schüler im letzten Zeugnis gegeben hast.

    An der Schule meines Kindes wurden sogar Elternsprechtage abgeschafft. Das ist nicht so witzig, weil auch alle anderen Kontaktmöglichkeiten krass eingeschränkt sind, man erreicht kaum jemals jemanden oder wird woanders hinverwiesen. Ich weiß nicht, wie viel Gym-Kolleg*innen so kontaktiert werden, ist das so unaushaltbar viel, dass man mit keinem Elternteil mehr sprechen kann? Letztlich hat man natürlich sehr viele SuS, aber schon komisch, wenn man als Eltern einfach immer ins Leere läuft bei Anfragen/Problemen. Geht aber auch, ich kommuniziere einfach mit keiner Lehrkraft mehr.

    Also es ist jedes Extrem möglich.

    ... Wieviel Zeit plant man da ein?...

    Das hängt doch davon ab, welchen Gesprächsbedarf es gibt? Ich muss die Eltern regelmäßig einladen wg. Förderplan etc., alles andere geht am Telefon. Es sei denn, es gibt ein Problem und ich will die Eltern einbestellen.

    Eine feste Sprechzeit fänd ich toll: als Mutter, weil die Lehrkraft dann unkompliziert erreichbar ist, als Lehrerin, weil ich dann nicht umständlich Termine ausmachen müsste. Aber: die meisten Menschen arbeiten vormittags, wann soll die Sprechstunde sein?

    Zu deiner Situation: kannst du bestimmte Gespräche abwenden, indem du die Probleme anderweitig klärst? Das meiste ist doch zu Schuljahresbeginn angekündigt worden. Was gibt's denn jede Woche zu bereden?

    Also wir haben so ein paar Fälle mit Teilzeit per Arztattest.

    Das zog dann bei uns eine amtsärztliche Untersuchung nach sich mit einer Festlegung der Teildienstfähigkeit. Für die betroffenen Kollegen hatte das den Vorteil, dass in NRW seit ein paar Jahren, dann die Hälfte der reduzierten Stunden zusätzlich bezahlt wird.

    Das gibt's übrigens bei uns nicht, ich habe mich bei der Gewerkschaft erkundigt, die hatten davon noch nie gehört. Ich kenne es nur aus dem Forum (NRW?) wo das ein gängiges Verfahren zu sein scheint.

    War das bei dir nicht Hessen (sorry, falls ich mich da irre)?. In Hessen und auch in Bayern, dem Bundesland von Magellan gibt es zwar eine Lernmittelfreiheit, diese ist aber jeweils beschränkt und umfasst gerade keine Gegenstände geringen Werts und Material, das die Schüler für eigene Zwecke verarbeiten (vgl. z.B. §153 Abs. 4 SchulGHe). Man findet auch in Hessen durchaus die Auffassung, Kopien fallen genau unter diese Regelung und seien daher nicht von der Lernmittelfreiheit gedeckt (vgl. z.B. Stadtelternbeirat der Landeshauptstadt Wiesbaden : https://www.steb-wiesbaden.de/kopiergeld/ oder auch die Stellungnahme des Kultusministeriums selbst: https://kultus.hessen.de/schulsystem/lernmittelfreiheit).

    Ein guter Hinweis, eigentlich sind es Verbrauchsmaterialien und die Kopierkosten fressen bei uns ein Gutteil Lehrbuchkosten auf. Ich kenne aber keine Schule in SN, die dafür Geld einsammelt.

    Diese Annahme ist genau so aus der Luft gegriffen. Ich habe bei allen Formen von Schulen in privater Trägerschaft schon Eltern erlebt, denen das Konzept der Schule weitgehend egal war und die ihre Kinder dort angemeldet haben, weil die Schülerschaft vom ethnischen und finanziellen Hintergrund deutlich mehr dem eigenen Kind ähnlich war als auf der staatlichen Schule. (Besonders häufig nach meinem Eindruck an kirchlichen Schulen.) Auch das wird dann gerne anders ausgedrückt, aber das Motiv ist schon klar.

    Die Motive einiger Eltern können unterschiedlich sein, da müsste man wohl eine Erhebung starten. Trotzdem ist es doch falsch zu behaupten, dass jemand ausgeschlossen wird, weil er sich nicht dafür interessiert, damit nicht in Berührung kommt oder oder ein anderes Weltbild hat.

    Und nochmal, du hältst Waldorfschulen für eine Lachnummer, deren Lehrkräfte sich zum Spaß dort rum treiben, jetzt ist es plötzlich erstrebenswert, dort sein Kind anzumelden und Leute aus sozial schwachen Schichten wird der Zugang zu dieser tollen Eliteeinrichtung verwehrt?

    Nein, es ist keine Diskriminierung etwas anzubieten, das jedem offen steht aber nur von Interessierten genutzt wird. "Man" bleibt ja auch nicht im Volleyballverein unter sich, weil Fußballspieler sich lieber im Fußballverein anmelden.

    Sowieso lustig, dass gerade Chantal verteidigt wird, keinen Zugang zu so einem tollen Angebot zu haben, wo sich doch gerade alle einig sind, was für eine Scheißeinrichtung das ist:S

    Wer soll denn sonst für einen solchen Schaden haften? Doch wohl kaum die Lehrkraft, die die Dienstanweisung hatte, Kopiergelder einzusammeln.

    Ja, wenn sie die Dienstanweisung hatte, das war meine Frage. Ich darf kein Geld einsammeln, Punkt. Wenn mir 30€ Museumsgeld geklaut werden, hab ich Pech gehabt. 3000€ würde ich allerdings auch niemals nicht bar verwalten. Bis man das zusammen hat, hat man ja schon Vermögen rumliegen :rolleyes:

    Man bleibt halt an der Waldorfschule milieumäßig gerne unter sich. Chantal und Merve sind eher nicht an der Schule zu finden.

    Aber doch nicht, weil sie gezielt ausgeschlossen werden, sondern weil nur Familien Interesse haben und aufgenommen werden, die Waldorfschule wollen und sich damit auseinandergesetzt haben und dahinterstehen.

    Die sich wiederholenden Vorurteile sind etwas uninspiriert, aber das ist wohl ihr Wesen.

    Das Anliegen ist sehr wichtig, sonst würde es den TE nicht so umtreiben. Allerdings halte ich es für ein Rumschrauben an den Symptomen.

    Die Wahl war aus gutem (oder schlechtem, in jedem Falle bewussten) Grund nicht geheim, obwohl darum gebeten wurde.

    Der Konflikt spielt sich wahrscheinlich doch auf einer anderen Ebene ab, aber "man" versucht vor Frust da Kontrolle drüber zu bekommen, wo man sie vermeintlich erreichen kann. Jedenfalls kenne ich das so. Und es kann einem sinnlos Nächte rauben.

    Das wird doch faktisch an vielen Schulen angewiesen zu machen. Wenn ich einen Tagesausflug ins Elsass organisiere, dann habe ich mal eben 1200-1500€ Bargeld zusammengesammelt, um dann das Busunternehmen im Reisebüro Bar bar (gegen Rechnung natürlich) zu bezahlen, da ich diese Menge Fremdgeld unter keinen Umständen über mein Privatkonto laufen lasse, auch keine Überweisungen von meinem Privatkonto aus für Schulfahrten abwickle.

    Da es in aller Regel verboten ist, Geld einzusammeln, zweifle ich an der Haftung durch das Bundesland, das will ich damit sagen. Aber vielleicht hat sie ja Glück.

    Edit: alle Lehrkräfte sollten so lange Schulkonten einfordern, bis das zuständige Amt genervt aufgibt.

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