Beiträge von Dr. Rakete

    Dir ist aber durchaus bewusst, dass das Urteil von 2020 ist und die Regelung von 2023? Sie wurden nämlich als Reaktion auf das Urteil von 2020 gemacht. Im Urteil steht doch deutlich, dass der Dienstherr frei ist in der Art und Weise wie er amtsangemessene Besoldung sicherstellt.

    1. In einem Urteil von 2020 geht es nicht um die Besoldung von 2023.

    Sollte man als Sachkunde Lehrer nicht ein bißchen besser verstehen wie der deutsche (Rechts-)Staat verfasst ist und welche Konsequenzen sich daraus für das Zusammenspiel von Legislative und Judikative ergeben ?

    Du findest die aktuelle Variante toll.

    Dem habe ich bereits widersprochen. Es geht nicht um subjektive Urteile. Es geht um objektive Legalität.

    Nein, Du hast behauptet, dass der Kinderzuschlag eigentlich erst bei 3 Kindern spannend wird, weil die ersten beiden Kinder im wesentlichen durch die Grundbesoldung abgedeckt sind.

    Nein, das sagt das BverfG. Lies das Urteil.

    Auch wenn es dir nicht gefällt. Der Dienstherr in NRW hat die für ihn preiswerteste Lösung gesucht, indem er die Grundbesoldung nicht angehoben hat

    Zeige mir, wo ich dem widersprochen habe. Ich widerspreche eurem Gebrüll, dass das alles nicht im Einklang mit der Verfassung steht. Das 2020 Urteil hat den Dienstherren, wie doch mMn nachvollziehbar dargelegt habe, diesen Weg aufgezeigt.

    Ich profitiere aktuell von den Familienzuschlägen, wie Zauberwald schon dargelegt hat, ist das nicht von Dauer. Daher wäre mir nichts lieber eine saftige Erhöhung der Grundbesoldung. Ich kann aber auch sehr gut nachvollziehen, warum die Dienstherren das nicht tun. Der Haushalt eines Landes dient nicht den Beamten allein.

    Man kann auch sagen, dass es nicht attraktiv sein sollte, Schulleiter oder ähnliches zu werden, sondern das es viel wichtiger ist viele Kinder zu bekommen und eine möglichst teure Stadt zu ziehen. Das Absurde in NRW ist doch auch, dass nicht mal der Dienstort sondern der Wohnort zählt. Wenn ich also pendle und in die große Stadt ziehe, unterstützt der Dienstherr das sogar noch finanziell.

    Das entscheidende ist der Lebensstandard und nicht die absolute Besoldung, Wie häufig muss man das noch erklären. Kinder sind für Beamte aus gutem Grund keine Privatsache.

    Auch hier wieder!

    Lies die Urteile!

    Nee, es gibt 1200 € Zuschlag. Du sagst aber, dass die Kinder wesentlich aus dem Grundgehalt bezahlt werden. Also hast 1200 € Zuschlag plus der wesentliche Teil, der nach deiner Aussage aus dem Grundgehalt kommt. Wenn der wesentliche Teil aus dem Grundgehalt kommt, müssten die beiden Kinder folglich deutlich über 2400 € kosten. Denn wenn zwei Kinder hypothetisch 2400 € kosten würden, wären wir erst bei 50% aus dem Zuschlag und 50% aus dem Grundgehalt.

    Die 1200 € stehen übrigens hier:

    https://rp-online.de/wirtschaft/kin…n_aid-116939745

    Wahrscheinlich ist es inzwischen auch mehr...

    Ja, natürlich ist es inzwischen mehr. Steht in den Tabellen. Muss man aber auch lesen. Hab ich dir alles fein säuberlich verlinkt.

    Der Vergleich den du anstellst ist völlig unlogisch und zeigt, dass du die ganze Besoldungsthematik immer noch nicht durchdringst.

    Du behauptest das der Familenzuschlag sich 1 zu 1 in der Grundbesoldung spiegelt.

    Das würde bedeuten, dass in Städten mit hohen Mietkosten ein höherer Anteil der Unterhaltskosten eines Kinder aus der Grundbesoldung entnommen werden müsste als in Städten mit niedrigeren Mietkosten.

    Die hohen Familienzuschläge sollen ja gerade diese Effekt vorbeugen.

    Damit du dir die Sachen nochmal im Original durchlesen kannst.

    Dann die nächsten Randnotizen aus dem 2020 Urteil:

    RN 47

    [...]

    Mangels gegenteiliger Anhaltspunkte ist nach wie vor davon auszugehen, dass die Besoldungsgesetzgeber das Grundgehalt von vornherein so bemessen, dass – zusammen mit den Familienzuschlägen für den Ehepartner und die ersten beiden Kinder – eine bis zu vierköpfige Familie amtsangemessen unterhalten werden kann, so dass es einer gesonderten Prüfung der Besoldung mit Blick auf die Kinderzahl erst ab dem dritten Kind bedarf (vgl. BVerfGE 44, 249 <272 f.>; 81, 363 <377 f.>; 99, 300 <315 f.>). Die vierköpfige Alleinverdienerfamilie ist demnach eine aus der bisherigen Besoldungspraxis abgeleitete Bezugsgröße, nicht Leitbild der Beamtenbesoldung. Auch hinsichtlich der Strukturierung der Besoldung verfügt der Besoldungsgesetzgeber über einen breiten Gestaltungsspielraum (vgl. BVerfGE 44, 249 <267>; 81, 363 <376>; 99, 300 <315>). Es besteht insbesondere keine Verpflichtung, die Grundbesoldung so zu bemessen, dass Beamte und Richter ihre Familie als Alleinverdiener unterhalten können. Vielmehr steht es dem Besoldungsgesetzgeber frei, etwa durch höhere Familienzuschläge bereits für das erste und zweite Kind stärker als bisher die Besoldung von den tatsächlichen Lebensverhältnissen abhängig zu machen.

    [...]

    Und weiter in RN 49

    Allerdings hat der Gesetzgeber einen weiten Gestaltungsspielraum, wie er bei der Festsetzung der Bezüge den Anforderungen des Gebotes eines Mindestabstands zum Grundsicherungsniveau Rechnung trägt. Neben der Anhebung der Grundgehaltssätze und Veränderungen im Beihilferecht kommt insbesondere auch eine Anhebung des Familienzuschlags in Betracht (vgl. BVerfGE 140, 240 <287 Rn. 94>).

    [...[

    Ich würde mich jetzt als lediger kinderloser Beamten nicht darauf einstellen, dass da demnächst der große Geldregen beginnt

    Bei 1200 € Zuschlag würde ich nicht wesentlich schreiben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass zwei Kinder deutlich mehr als 1200 € + 1200 € = 2400 € im Monat kosten.

    Das stimmt 2 Kinder kosten keine 2400€. Deshalb gibt es auch keine Stadt in NRW in der es für 2 Kinder 2400€ Zuschlag gibt. An der Stelle gibt es 2 Möglichkeiten.

    1. Du bist nicht in der Lage die Tabelle der Familienzuschläge in NRW richtig zu lesen

    2. Du glaubst mit irgendwelchen erfundenen Zahlen hier punkten zu können.

    Hier der Link zur Tabelle: Familienzuschlag NRW 

    Hier der Link zu den aktuellen Mietenstufen: Mittelstufen NRW (Neuere als die aus 23 gibt es nicht)

    Verh. und 2 Kinder ist Stufe 3.

    Wo bitte stehen 2400€ in der Tabelle?

    Und da wären wir erst bei 50:50 und nicht bei der Hälfte. Aber das liegt sicherlich auch an den Einzelfall. Hier ist auch das Beispiel mit teuerstem Wohnort.

    Das versteh ich nicht.

    Aktuell hat meine Schule eine Personalausstattung von 105%. Wird nicht so bleiben, ist klar.

    Das hat aber andere Gründe als die Besoldung von Beamten. Ich kenne diverse Beamte mit Kindern, die nicht in Münster, Hamburg oder Köln leben, sondern im Umland, weil sie sich das Leben in der der Stadt nicht leisten können - trotz der hohen Zuschläge.

    Nicht ganz richtig. Auch bei der vierköpfigen Familie werden die Kinderzuschläge für das erste und zweite Kind sowie ggf. der Familienzuschlag für die Ehefrau berücksichtigt. In Köln bei zwei Kinder sollten das läppische 1.200 € sein, die man mehr bekommt. Natürlich pro Monat. Also nichts mit 1 bekommt Geld für 4.

    Richtig ist aber auch, dass die Zuschlag dann ab dem dritten Kind stärker steigt, weil letztlich nur die Summe relevant ist und wie du richtig schreibst, das Gehalt dann nichts mehr ausgleicht.

    Wenn ich schreibe, dass es Zuschläge für das 1./2. Kind gibt, weil das 1./2. Kind zum wesentlichen aus der Grundbesoldung unterhalten sind. entspricht das genau dem, was das BVerfG urteilt. Ich schreibe nicht ausschließlich.

    Es ist also rechtens, wenn es auch für das erste und zweite Kind Familienzuschläge gibt.

    Lies hierzu mal Randnummer 26, 30, 31 - auch wenn es um den Sprung bei 3. ff. Kindern geht.

    Zudem hat das BverfG. 2020 die Tür für eine an Mieten ausgerichtete Regionalisierung geöffnet.

    Nur mal eine sehr prägnante Stelle hierfür:

    RN 53

    Der Besoldungsgesetzgeber ist allerdings nicht verpflichtet, die Besoldung eines Beamten oder Richters auch dann an den regionalen Höchstwerten auszurichten, wenn dieser hiervon gar nicht betroffen ist. Der Gesetzgeber muss nicht pauschalieren, sondern kann den maßgeblichen Bedarf individuell oder gruppenbezogen erfassen (vgl. BVerfGE 87, 153 <172>). Insbesondere ist er frei, Besoldungsbestandteile an die regionalen Lebenshaltungskosten anzuknüpfen, etwa durch (Wieder-)Einführung eines an den örtlichen Wohnkosten orientierten (Orts-) Zuschlags (vgl. hierzu BVerfGE 117, 330 <345 ff.>), wie es derzeit regelmäßig bei einer Auslandsverwendung (vgl. § 73 LBesG NRW i.V.m. §§ 52 ff. BBesG) und teilweise auch innerhalb eines Landes (vgl. Art. 94 BayBesG) praktiziert wird. Eine an Wohnsitz oder Dienstort anknüpfende Abstufung ist mit dem Alimentationsprinzip vereinbar, sofern sie sich vor Art. 3 Abs. 1 GG rechtfertigen lässt (vgl. BVerfGE 107, 218 <238, 243 ff.>; 117, 330 <350 f.>). Mit den Mietenstufen des Wohngeldgesetzes, denen alle Kommunen entsprechend den örtlichen Verhältnissen des Mietwohnungsmarktes zugeordnet sind, stünde ein leicht zu handhabendes Kriterium bereit (vgl. BVerfG, Beschluss des Zweiten Senats vom 4. Mai 2020 - 2 BvL 4/18 -, Rn. 61).

    Das Gesetz in NRW in ziemlich nah an dem dran, was in allen anderen BL dem kommen wird.

    Es wird eine moderate Erhöhung der Grundbesoldung geben mit stark steigenden Familienzuschlägen geben. S-H. ist das erste Land was auf das aktuelle Urteil reagiert und macht es so. Wir werden dann 2035 wissen, ob das im Sinne des BvErfG. ist.

    Mein Gesamtschule liegt 40 Kilometer vor Münster. Wir mussten neulich einen Teamraum zunageln, weil der verwaist ist.

    Die Massen von Kolleg*innen mit 2 Kindern, die uns wegen 449,68 Brutto mehr an Familienzuschlag in Münster verlassen haben, könnt ihr euch nicht vorstellen.

    Der letzte Schultag im vergangenen Schuljahr heißt bei uns "Exodus-Tag".

    Neulich hat einer im Vorbeigehen an dem SL, dass Wort "Exodus" geraunt. Danach hat er sich in SL Büro versteckt.
    Ich glaube er hat eine PTBS.

    Seit dem Tag des Exodus schreibt er unermüdlich Petitionen an Fr. Feller.

    Geblieben sind nur die alten deren Kinder aus dem Haus sind und die jungen unverheirateten ohne Kinder. Sie können sich ein Leben im gelobten Münster nicht leisten.
    Da natürlich nicht alle Stellen sofort nachbesetzt werden konnten, leisten vor allem die jungen ledigen jetzt massiv Mehrarbeit. Die SL ist echt rigoros! Sie schreckt dabei vor gar nichts zurück! Angeblich hat die SL den Lieblingsteddy von Tobias als Geisel genommen und zwingt ihn damit in die 7a zu gehen. Auch kursiert das Gerücht, dass es ein Video vom letzten Lehrersylvester gibt, dass geleakt werden soll. Einige sind schon ganz nervös. Da spurt man lieber.
    Die Alten und wir wenigen mit Kindern, die aufgrund der Kinder an den Ort gebunden sind, haben jetzt einen Spendenlauf organisiert, damit wir den jungen Kollegen mal einen Tag in Sauna mit Massage gönnen können, die kommen sonst gar nicht mehr runter.
    Leider konnte ich nicht am Exodus teilnehmen. Meine Kinder waren von der Idee die Schule zu wechseln und sich 40 Kilometer weiter neue Freunde zu suchen nicht so begeistert. Kinder halt. Wer hätte gedacht, dass die das doof finden.

    Jetzt warten hier alle gespannt darauf, dass die Fehlanreize endlich kassiert werden.

    Vielleicht gibt es noch andere Betroffene hier im Forum?
    Wie geht ihr damit um? Wie reagiert eure SL? Muss man weiterhin die Kaffeemaschine im ehemaligen Teamraum jeden 2. Freitag entkalken?

    Ich kann euch schwören keine Satire - alles so true!

    Ehrlich jetzt? Kinderkriegen als Leistung, die der Arbeitgeber mit einer höheren Besoldung honoriert? Ist es nicht vielmehr so, dass Kinderlose stärker honoriert werden sollen, weil sie z.B. zusätzlich die Kurse bei Elternzeit auffangen müssen, i.d.R. eher für Klassenfahrten herangezogen werden, etc., objektiv häufig einfach mehr in der Schule arbeiten?

    Ne, ist klar!


    Also wenn Elternzeit bei einem Kolleg*innen ansteht, fängst du das aus reiner Nächstenliebe und Karmapunkte auf.

    :party:


    Da sag ich als Vater herzlichen Dank!

    Deine ominöse Argumentation läuft alleine deswegen schon ins Leere, weil NRW und Badenwürttemberg die einzigen Länder sind, welche solch extremen Familien- und Ortszuschläge gewähren. Einfach deshalb, weil sie ein Schlupfloch gefunden haben, nicht das gesamte Gehaltsgefüge nach oben anzupassen, um Geld zu sparen. Es ist also nicht selbstverständlich und nicht überall üblich, dass man Familien derart gut stellt.

    Desweiteren übersiehst du, dass Kindergeld noch oben drauf kommt und die A13 Nettobesoldung, plus Familienzuschläge, um insgesamt etwa 2500-3000€, je nach Wohnort und Steuerklasse, ggü. einem Kinderlosen erhöht. Das ergibt eine ca. 80% höhere Besoldung bei gleichem Amt und Tätigkeit, was mit nichts zu rechtfertigen ist.


    Du kannst oder willst einfach nicht verstehen, das Alimentation bedeutet das dir ein amtgemessener Lebensstandard zusteht?

    Ja, wenn man die Alimentation konsequent denkt:

    • Dann müßte es auch eine an den Mietspiegel angepaßte Zulage für den Beamten ohne Kinder geben?
    • Dann müßte es auch eine Zulage für den Beamten in der GKV geben?
    • Dann müßte die Fahrt zur Arbeit komplett erstattet werden, da die Strecken doch recht unterschiedlich sind?
    • ...

    Wo willst Du da aufhören?

    Es ist aber anzurechnen, genauso wie das (fiktive) Partnereinkommen. Tust du das nicht, hast du das Alimentationsprinzip nicht verstanden.

    Die Grenzen dessen was einzurechnen ist und was nicht zieht das BVerfG. Das sollen die dort auch weiter machen.

    Bei dem Sache mit dem Kindergeld hast du recht. Es zählt im Sinne der Alimentation als Beitrag zur Bedarfsdeckung. Da lag ich falsch.

    Ich finde das mit den hohen Kinderzulagen auch nicht unbedingt richtig und zwar aus dem einfachen Grund, dass gedacht wird, die Besoldungen seien ja hoch genug und würden selbst große Familien ausreichend versorgen. Aber irgendwann sind die Kinder älter und dann fällt das Geld weg. Richtig viel ist es ja erst ab Kind 3. Man könnte denken: "Super, damit kann ich sein Studium finanzieren." Aber schwupps ist das erste Kind über 25 oder erhält aus irgendwelchen Gründen keine Kinderzulagen mehr, rutscht man auf 2 Kinder und erhält deutlich weniger Geld. Spätestens wenn alle 25 sind, sinkt die Besoldung plötzlich enorm und pensionswirksam sind die Kinderzulagen auch nicht.

    Auch das ist, wenn man Alimentation konsequent denkt, richtig. Egal, ob du das Studium von Zuschlag für das erste, zweite oder dritte Kind finanzierst, er wird dafür nicht reichen. Bei den ersten beiden Kindern sowieso nicht und beim dritten Kind bleiben nach Steuern auch keine 1000€ netto über, die ein Studium in den meisten Unistädten mittlerweile pro Monat kosten dürfte.

    In dem Augenblick, in dem die Kinder das Studium abschließen und aus der Unterhaltspflicht entfallen, dürfte der Lebensstandard merklich steigen.

    Ich gratuliere dir zu deinem Selbstbewusst sein. Inhaltlich ist da so viel falsches drin, dass es mir zu viel wird dir alles zu erklären. Allerdings ein kleiner Hinweis: Die Diskussion, dass bei Ehepartnern das Einkommen angerechnet wird und dann Leistungen wegfallen ist gerade aktuell. Auch die Alimentation unterliegt gesellschaftlichen Veränderungen.

    Bitte tu dir keine Zwang an! Der Sinn von Foren ist die Diskussion!

    Ich bin gern bereit Dinge zu korrigieren, wenn ich falsch liege.

    Meiner Meinung nach hast du nicht mal verstanden was Kindergeld ist und wieso es nicht als sozialer Ausgleich funktionieren wird, obwohl es eine soziale Komponente hat.

    Deine Aussage, das Leistungen wegfallen, weil das Einkommen von Partner angerechnet wird, ist schlicht falsch.

    Zeige mir ein Besoldungsgesetz in dem es zu Kürzungen kam, weil das Partnereinkommen angerechnet wird (Du wirst mir wahrscheinlich wieder Unwissenheit unterstellen). Es wird dir nicht gelingen, weil es dieses so nicht gibt.

    Lies das aktuelle Besoldungsgesetz in NRW (Niedersachen führt oder hat gerade ähnliches eingeführt - das weiß ich nicht wie weit das Gesetzgebungsverfahren gerade ist, weil es nicht mein BL ist).

    In NRW ist die Grundbesoldung in den letzten Jahren nicht um einen Cent gekürzt worden (was auch nicht geht - Bestandsschutz - soviel zum Begriff Kürzungen) sondern sie ist aufgrund des Partnereinkommens nicht in dem Maße gestiegen, wie es rechnerisch nötig gewesen wäre. In diesen Falle entkoppelt sich nämlich die Besoldung von den TVL-Gehaltsrunden (Stichwort: Außerplanmäßige Erhöhung in Schleswig Holstein). Ohne das Partnereinkommen wäre es also zu einer deutlich stärkeren Erhöhung der Grundbesoldung gekommen.

    Ich kann verstehen, wenn es dir zu viel ist sich mit meinem gestrigen Beitrag auseinander zu setzen und meine vielen Fehler zu widerlegen. Bitte widerlege nur den oberen Absatz und zeige mir dann auf, wie die Modernisierung des Familienbildes das führt, dass die Besoldung von Kinderlosen steigt.

    +

    OT: Eine Kollegin von mir hat von BY nach BW gewechselt und ihr A13 verloren. Wird ihre Pension dann komplett nach A12 berechnet, auch wenn sie in BY bestimmt 10 Jahre oder länger auf A13 war?

    Ja, das wird so sein.

    Ich habe auch eine Kollegin im Bekanntenkreis, die in Zeiten von Corona die Schule verlassen hat und von A14 (Schulleitung) auf A12 "fiel." Normale GS-Lehrerin nun. Sie ist gegangen, weil sie von Coronaleugnern massiv bedroht wurde. Das gibt es auch nur bei Lehrkräften, dass man sich nach unten bewegt. Oder?

    Frag mal Rene Benko, ob der sich nach unten entwickelt hat und wer bei Daimler oder VW seinen Job verliert, wird auch Schwierigkeiten haben, wieder auch sein Gehalt zu kommen.

    Wenn sich ein wesentlicher Anteil der Besoldung an der Anzahl der Kinder im Haus bemisst, kann das nicht verfassungskonform sein. Das Land NRW hat sich deshalb für die extrem hohen Familienzuschläge entschieden, da eine allgemeine Erhöhung der Besoldung für alle Beamte schlicht zu teuer wäre. Eine amtsangemessene Alimentierung muss aber jedem Beamten zustehen, unabhängig von Kindern.

    Zunächst einmal bemisst sich die Besoldung so, dass ein Beamter seine Familie maßgeblich aus den neutralen Bestandteilen der Besoldung unterhalten kann. Du wirst also als kinderloser Beamter so gestellt, als ob deine Familie 4- köpfig ist und erhälst dementsprechende Besoldung (nicht Gehalt!). Erzähl mir also bitte nicht, dass dein Lebensstandard (das Wort wird später noch wichtig!) als kinderloser Beamt*in niedriger wäre als der eines Beamten mit Frau und 2 Kinder, die von seiner Besoldung leben.

    Und die Kosten für kinderlose Beamte steigen etwa nicht? Wenn ich in einer Großstadt, z.B. Mietenstufe V 1500€ für eine 60-70qm Wohnung zahlen muss, dann ist das bei einer Nettobesoldung von 3800€ schon eine Hausnummer und nicht amtsangemessen. Wieso sollen nur Familien von diesem Gesetz profitieren? Warum bekommt ein Lehrer, nur weil er 3 Kinder hat und in einer teuren Großstadt wohnt, ca. 1600-1800€ Netto mehr als ein Kinderloser?

    Deine Miete kann nicht "nicht amtsangemessen" sein. Weiter unten zeigt sich aber ein weitere semantischer Bock und der zeigt, dass du dich nicht so recht auskennst und einfach nur das Lied das verarmten Kinderlosen spielst, was wie oben geschrieben ziemlicher Quatsch ist.

    Wir sind Beamt*innen und für das Amt, das wir bekleiden, steht uns ein Lebensstandard zu. Dieser soll durch die Geburt eines Kindes nicht sinken. Da die Besoldung auf 4 Leute ausgerichtet ist , steigt sich mit Person 5 deutlich an.

    Wenn du die Behauptung ausstellst, dass eine Wohnung mit 60-70 qm 1500€ kostet . Wieviel mehr würde dann eine Wohnung für eine 5-klöpfige Familie in besagt Stadt kosten? Dann war das Kind aber nicht im Sportverein, hat keine Klamotten bekommen, hat nicht nicht gegessen usw.

    Nirgendwo sonst bemisst sich ein erheblicher Anteil der Besoldung an der rein privaten Entscheidung, ob man Kinder möchte oder nicht.

    Der Begriff Besoldung ist hier wieder semantisch falsch. Alle außerhalb des Beamtenstatus bekommen ein Gehalt. Das Gehalt richtet sich nach einer vertraglich geregelten Leistung. Beamte werden nicht für die Arbeit, die sie leisten besoldet, sondern dafür das sie ein Amt bekleiden und in diesem einen Dienst verrichten.

    Und natürlich existieren außerhalb des Beamtentums stattliche Kompensationen für Menschen deren Lebensstandard aufgrund von mangelnden Einkommen für ihre Familie zu niedrig ist. Bürgergeld für Aufstocker, But für Kinder, Kinderzuschlag für Eltern, Sozialticket usw., Lies mal das Urteil zur Besoldung kinderreicher Beamter und betrachte wie sich die der Betrag zusammensetzt, den das BVerfG damals ermittelt hat.

    Beamten ist der Zugang zu solchen Transferleistungen sinnvollerweise (es wäre schlicht linke Tasche/rechte Tasche) verwehrt. Daher muss eine Besoldung so ausgestaltet sein, dass ein Rückgriff auf die Leistungen nicht nötig ist.

    Die Betrachtung der Zuschläge muss dabei aber nicht von unseren Besoldungsgruppe (A12-15) ausgehen. Sondern eher von den unteren Gruppen (A5 aufwärts) bei denen sind die hohen Zuschläge für Familien bitter nötig. Aufgrund der Gleichheit der Beamten muss was unten gewährt wird auch oben gewährt werden.

    Man wird nicht für die Besoldungsgruppe bzw. seine Tätigkeit bezahlt, wie das in allen anderen Arbeitsverhältnissen außer dem Beamtentum normal ist, sondern nach seinem Privatvergnügen, ob man Kinder hat oder nicht. Das ist doch völlig absurd!

    Dieses Argument ist völlig absurd, um mal deine Wortwahl aufzugreifen. Du wirst entsprechend der Besoldungsgruppe besoldet, die sich aus deinem Amt ergibt. Welche Funktionen eine amtsangemessenen Besoldung zukommt, hat das BVefG mit dem letzten Urteil ziemlich deutlich betont. Und natürlich bemisst sich die Besoldung daher nicht nach deinem Privatvergnügen (wie sinnvoll Kinder gesamtwirtschaftlich sind, kannst du dir anlesen, wenn du mal das Wort Potentialwachstum + Demographie googelst).

    Aber wenn das Leistungsprinzip völlig, und in Zukunft sogar noch stärker, hinter dem Sozialprinzip zurücksteht, lohnen sich Beförderungen für Kinderlose nicht mehr und bei denen, die sich engagieren, führt es zu Frust. Um als Kinderloser auf die Besoldung eines A13er mit 3 Kindern in Düsseldorf oder Köln zu kommen, müsste er eine B2 Stelle haben. Das ist krank.

    Die Behauptung ist blödsinnig. Ich habe mich trotz vier Kinder auf A15 befördern lassen und Bolzbold hat glaub ich auch drei Kinder und ist stv. SL.


    Wechsel zum Nächsten, der es nicht verstehen will.

    Das tun die Kinder aber auch bei Menschen, die keine Beamte sind. Dann müssten man doch eher das Kindergeld für alle erhöhen?
    Und heutzutage arbeiten doch die meisten Ehepartner. Warum müssen wir sie noch alimentieren? Und bei den Kindern muss dann nicht auch das Einkommen des Partners berücksichtigt werden?

    Kindergeld ist keine Transferleistung sondern eine steuerliche Leistung. Das ist eine Reichenunterstützungsmaßnahme (toller Neologismus), um das zu verstehen, muss man sich aber mit Steuern auskennen (Ich habe gerade keine Lust das zu erklären).

    Unter der Ampel sollte eine Kindergrundsicherung (das ist die Leistung die du meinst Tom123) eingeführt werden. Diese hätte mit ziemlicher Sicherheit zum einem Abschmelzen der Kinderzuschläge bei Beamten geführt. Leider war die der CDU/CSU und FDP (diese Art von Liberalismus hat sich Gott sei Dank erledigt) zu teuer und zu sozial. (Wo kommen wir auch hin wenn Gerome-Pascal auf einmal neben Marie im Reitclub im Stall steht.)

    Warum Ehepartner alimentiert werden ist ganz einfach. Es gibt keinen Zwang zur Arbeit. Wenn du ein "normaler" Angestellter bist und der Partner nicht arbeiten geht, kannst du dein Gehalt aufstocken (s.o.) .

    Und dann etwas zum Schluss:

    Wir sollten uns alle davor hüten nach einer Modernisierung Richtung modernes Familienbild zu schreien. Das wird nämlich mit ziemlicher Sicherheit dazu führen, dass unsere Besoldung niedriger und nicht höher wird. Man schaue sich die Besoldung in Bayern an und in welche Höhen dort mittlerweile das Partnereinkommen getrieben wurde.

    Bleibt zu hoffen, dass es eine Nachbesserung der Besoldung unabhängig von der Anzahl der Kinder gibt. Oder haben wir Kinderlosen wieder das Nachsehen?

    Nein, sie werden nicht das Nachsehen haben, sie haben es aktuell nicht, dann können sie es auch zukünftig nicht haben.

    Edit: Auch in Zukunft werden die familienbezogenen Besoldungsbestandteile dafür sorgen, dass es einen Unterschied zwischen kinderlosen und Beamten mit mehr oder weniger Kindern gibt.

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