Ich lese interessiert mit, und als jemand, der seit Jahren seine Arbeitszeit erfasst und der im Schnitt noch nie über 41 Stunden lag, verstehe ich nicht, was euch daran hindert, es mir gleichzutun. Die Unterrichtsvorbereitung ist nicht die einzige Stellschraube, sondern auch Dinge wie klare Priorisierung, sinnvolle Materialablage, Teamabsprachen und der Mut, nicht jeden Anspruch erfüllen zu wollen.
Dazu kommen Zusatzaufgaben, die zwar nicht offiziell verpflichtend sind, aber dennoch stillschweigend erwartet werden: Mitarbeit in Projekten, Gremien, AGs, die Organisation von Fahrten oder Festen, freiwillige Fortbildungen, ständige Erreichbarkeit für Eltern oder Kolleg:innen – all das frisst Zeit. Und genau hier hilft oft keine „Optimierung“, sondern etwas anderes: einfach mal ungeniert Nein sagen. Nicht alles machen. Nicht jedes Rad am Laufen halten.
Eine selbst durchgeführte Arbeitszeiterfassung hat mir geholfen. Keine offizielle, von oben verordnete Kontrolle, die oft eher Autonomie einschränkt als fördert (sehe ich jeden Tag bei Familie und Freunden). Sondern eine eigene, ehrliche Analyse der Arbeitszeit, die Transparenz schafft und zwar für einen selbst. Nur so kann man bewusst entscheiden, wo man sich engagiert und wo man bewusst etwas lässt. Nicht aus Desinteresse, sondern aus dem Wunsch, auf Dauer professionell und gesund arbeiten zu können. Und die offizielle Arbeitszeiterfassung? Be careful what you wish for.