Beiträge von Kairos

    Hm? Also ich muss jede Woche 25x45 min. etwas Lehrplankonformes mit den Kindern machen. Was soll das sein, wenn nicht mit selbst erstelltem Material? Da bleibt doch nur kaufen.

    Ich verstehe diesen Einwand nicht. Entweder ich verwende das von der Schule gekaufte Material oder ich erstelle Material selbst ( während meiner regulären Arbeitszeit). Wenn mir mein Dienstherr aber weder die Mittel noch die Zeit zur Verfügung stellt, welche Wahl habe ich dann? Mehrarbeit ohne Ausgleich und selbst Geld für Material ausgeben sind keine Optionen für mich.

    Sehe ich etwas anders, wenn ich es nutzen will, weil es Zeit spart oder ich damit besser arbeiten kann (wir nutzen andere Materialien lieber als das beschlossene), dann zahle ich das meinetwegen auch, aber nicht, weil die Schule es möchte.

    Ja, weil du das möchtest. Das ist dann deine freie Entscheidung. Aber darum ging es in diesem Fall doch gar nicht.

    Oder der Unterricht schlecht vorbereitet. Tut mir leid, aber bevor ich mein eigenes Geld ausgebe, nehme ich in Kauf, dass die Unterrichtsqualität leidet. Das ist dann wirklich nicht mehr mein Problem oder meine Schuld, wenn grundlegende(!) Materialien nicht finanziert werden.

    Die Antworten meiner Vorposter sind alle gut und richtig. Aber ich möchte noch einmal mit Nachdruck betonen: Das ist NICHT dein Problem. Ist das Material nicht da, dann zuckst du mit den Schultern und sagst "dann eben nicht".

    Ich lese interessiert mit, und als jemand, der seit Jahren seine Arbeitszeit erfasst und der im Schnitt noch nie über 41 Stunden lag, verstehe ich nicht, was euch daran hindert, es mir gleichzutun. Die Unterrichtsvorbereitung ist nicht die einzige Stellschraube, sondern auch Dinge wie klare Priorisierung, sinnvolle Materialablage, Teamabsprachen und der Mut, nicht jeden Anspruch erfüllen zu wollen.

    Dazu kommen Zusatzaufgaben, die zwar nicht offiziell verpflichtend sind, aber dennoch stillschweigend erwartet werden: Mitarbeit in Projekten, Gremien, AGs, die Organisation von Fahrten oder Festen, freiwillige Fortbildungen, ständige Erreichbarkeit für Eltern oder Kolleg:innen – all das frisst Zeit. Und genau hier hilft oft keine „Optimierung“, sondern etwas anderes: einfach mal ungeniert Nein sagen. Nicht alles machen. Nicht jedes Rad am Laufen halten.

    Eine selbst durchgeführte Arbeitszeiterfassung hat mir geholfen. Keine offizielle, von oben verordnete Kontrolle, die oft eher Autonomie einschränkt als fördert (sehe ich jeden Tag bei Familie und Freunden). Sondern eine eigene, ehrliche Analyse der Arbeitszeit, die Transparenz schafft und zwar für einen selbst. Nur so kann man bewusst entscheiden, wo man sich engagiert und wo man bewusst etwas lässt. Nicht aus Desinteresse, sondern aus dem Wunsch, auf Dauer professionell und gesund arbeiten zu können. Und die offizielle Arbeitszeiterfassung? Be careful what you wish for.

    Wie interpretierst du es?

    Claudine Gay, damalige Präsidentin der Harvard University in einer Kongress-Anhörung auf die Frage, ob ein Aufruf zum Völkermord an den Juden gegen die Richtlinien der Hochschule verstoßen würde: "depending on the context".

    Ganz normal?

    Du verdrehst die Tatsachen. Dass es an amerikanischen Hochschulen Antisemitismus gibt (wie leider fast überall auf der Welt), bestreitet niemand. Trumps Politik jedoch als ein „Vorgehen gegen Antisemitismus“ zu bezeichnen, ist mehr als fragwürdig, insbesondere angesichts der Tatsache, dass seine Regierung seit Amtsantritt versucht, die Gewaltenteilung zu untergraben und sich kaum um die Rechte von Minderheiten schert.

    Antisemitismus ist nur ein Vorwand, mit dem er seine repressive Politik rechtfertigt.

    Täter-Opfer-Umkehr? Israel will die Hamas, eine Terrororganisation, zerschlagen. Die Hamas hingegen würde tatsächlich einen Genozid verüben, wenn sie könnte und Israel sich nicht wehrte.

    Der Zweck heiligt jedoch nicht die Mittel. Auch das Recht auf Selbstverteidigung hat Grenzen – das weißt du. Und wie du diese Meinung mit deinen eigenen, christlich geprägten Moralvorstellungen vereinbaren kannst, würde mich wirklich interessieren.


    CDL war schneller.

    Laut meiner persönlichen Zeiterfassung habe ich in diesem Schuljahr genau 63% meiner Arbeitszeit in der Schule verbracht und die restliche Zeit Zuhause.

    "Im Februar haben 24,5% der Beschäftigten in Deutschland zumindest teilweise von zu Hause gearbeitet. Das geht aus der Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor. „Wir sehen in den Daten keinerlei Hinweise darauf, dass das Homeoffice auf dem Rückzug ist“, sagt ifo-Forscher Jean-Victor Alipour. Im August 2024 lag der Anteil noch bei 23,4%. „Homeoffice hat sich fest etabliert, einzelne Initiativen von Unternehmen, ihre Beschäftigten ins Büro zurückzuholen, bilden keinen statistisch ablesbaren Trend.“"

    https://www.ifo.de/fakten/2025-03…napp-25-prozent

    Okay, dann kenne ich wohl nur die erwähnten Unternehmen, die genau das tun. Meine Beobachtungen beziehen sich außerdem eher auf die Schweiz, da mein persönliches Umfeld fast ausschließlich dort arbeitet.

    2/3 der Arbeitszeit von Lehrkräften ist durch Unterricht und die damit verbundene Vor- und Nachbereitung besetzt.

    Ich verstehe ehrlich nicht, was du mir sagen möchtest bzw. wie das im Widerspruch zu dem stehen soll, was ich gesagt habe. :)

    Was ist denn schwierig daran im Büro? Man muss dort sein ja. Ich habe schon Wochen in Büros verbracht ohne auch nur eine Finger krumm zu machen.

    Kommt auf das Büro an, würde ich sagen. :D Ich erlebe es gerade bei meinem Partner, wie der Chef seine Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sehr genau beobachtet. Aber ja, du hast nicht ganz Unrecht. Wie Freizeit fühlt sich das aber trotzdem nicht an, wenn man da 8 Stunden rumsitzt.

    welche Fächer wirklich wie viel Zeit brauchen; vorrausgesetzt keiner mogelt.

    Wenn es möglich ist zu mogeln, ohne dass es jemand merkt, dann werden sehr viele genau das tun. Das ist auch der Grund, warum so viele Arbeitgeber aktuell zurückrudern und die Option Homeoffice reduzieren möchten. Im Büro ist es schwieriger zu mogeln. In unserem Beruf wird der Dienstherr das aber kaum durchsetzen können, weshalb die Arbeitszeiterfassung wenig Aussagekraft haben wird.

    Mein Problem mit der Arbeitszeiterfassung ist nicht, dass sie wahrscheinlich die ungerechte Arbeitsverteilung aufdecken würde. Mehr Gerechtigkeit ist etwas Gutes. Nein, meine Sorge ist, dass man mir mehr Aufgaben gibt, nur weil ich meine Aufgaben wesentlich schneller erledigen kann als meine KuK mit denselben Aufgaben. Ich erlebe das jetzt schon. Für gute und schnelle Arbeit wird man mit noch mehr Arbeit "belohnt". Der Beruf würde für mich deutlich unattraktiver werden, weil die Arbeitszeiterfassung zu einem schlechteren "Stundenlohn" führen würde.

    Mein subjektiver Eindruck durch befreundete Lehrkräfte an verschiedenen Schulformen: umso jünger die SuS, umso mehr zusätzliche Aufgaben. An der BS habe ich ruhigere Phasen nach den ersten zwei Schulwochen bis zu den ersten KAs um die Herbstferien herum. Die Zeit von November bis zum Ende des 1. HJ ist arbeitsintensiv, da korrekturintensiv. Ende Januar bis circa Mitte Februar ist dann wieder angenehmer, bis dann die Prüfungen in allen Schularten anfangen. April bis Juni ist bei uns durchgehend Prüfungszeit. Der Juli ist dann wieder sehr gemäßigt. Der Elternabend findet bei uns genau einmal pro Schuljahr statt. Schulfeste, Veranstaltungen, Förderpläne, Projekte und dergleichen gibt es bei uns kaum oder gar nicht. Wenn Lehrkräfte erkranken, fällt der Unterricht einfach ersatzlos aus. Ich wurde noch nie für eine Vertretung eingesetzt. Bei uns sind es die alljährlichen Prüfungen, die zu viel Arbeit führen.


    Insgesamt wäre die Arbeitszeiterfassung für mich nicht vorteilhaft.

    In meinem Bundesland und in meiner Schulart (das muss man immer wieder dazu sagen!) weiß ich ziemlich sicher, dass kaum jemand zu viel arbeitet, wenn er oder sie ein gutes Zeitmanagement hat. Ausnahmen bestätigen die Regeln. Ich habe KuK, die sich häufig beschwert haben, dazu angeregt, ihre Arbeitszeit zu messen. Erst gestern haben wir darüber gesprochen und zwei Kolleginnen haben mir mitgeteilt, dass sie durch die von mir angeregte Arbeitszeiterfassung festgestellt haben, deutlich weniger zu arbeiten als sie zunächst vermutet hatten. Dass der subjektive Eindruck täuschen kann, habe ich selbst erlebt. Auch ich arbeite im Schnitt weniger als 41h/Woche, auch wenn es sich manchmal nach mehr anfühlt. Wenn ihr das selbst noch nie gemacht habt, dann nutzt doch einmal eine App und probiert es aus. Aber dann solltet ihr auch die unterrichtsfreie Zeit als Kompensation berücksichtigen und nur Zeit als Arbeitszeit notieren, die ihr auch wirklich mit Arbeit verbracht habt (5 Min hier und dort im Lehrerforum summieren sich schnell :) ).

    Wie gesagt, mein Bundesland, meine Schulart. Wie es Grundschullehrkräften in NRW geht, und ob ihre Aufgaben in der vorgeschriebenen Arbeitszeit leistbar sind, kann ich nicht beurteilen.

    Filme im OT laufen auch hier in der größeren Stadt mittlerweile eher selten. Als ich noch studiert habe - in den 1990ern - gab es jeden Dienstagabend einen Film im englischen Original (ohne Untertitel). Muss ich aber auch nicht unbedingt haben. Ich gehe auch "so" gerne mal ins Kino.

    Ja, das würde für mich vielleicht schon auch gehen, aber mein Partner spricht nicht gut genug Deutsch. Als englischer Muttersprachler kommen synchronisierte Filme für ihn einfach nicht in Frage.

    Kommt wohl auf das Kino und den Film an ;) . Ich war in den letzten Monaten zweimal im Kino und der Saal war beide Male gut gefüllt.

    Ich vermisse es sehr, ins Kino zu gehen. In meiner Kleinstadt haben wir zwar eins, aber sie zeigen Filme nur synchronisiert auf Deutsch, was mir gar keinen Spaß macht. Ich müsste also zur nächsten größeren Stadt fahren, um Filme im OT zu genießen, was ich nur für ganz besondere Filme, auf die ich nicht warten möchte, in Kauf nehme.

    Ich bin immer noch für einheitliche Ferien im Juli und August. Die meisten Länder machen das so. Warum Deutschland nicht? Die Gegenargumente überzeugen mich nicht, wenn ich mir anschaue, wie bei uns die aktuelle Schulwoche abläuft. Wer lernt in dieser Hitze? Niemand.

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